Nancy Vo: Ranger

Annie ist ein Ranger. Tagelang streift sie alleine durch die Wälder und kundschaftet die Gegend aus. Eines Tages kümmert sie sich um einen Fuchs, der in einem Fangeisen eingeklemmt ist. In der Regel bedeutet so eine brutale Falle das Todesurteil. Doch der Fuchs lebt. Noch. Für mehrere Tage kümmert sich Annie um ihn, bis es ihm wieder besser geht. Danach beschließt der Fuchs, Annie zu folgen. Und es zeigt sich, dass dies eine richtig gute Idee war.

Nancy Vo wuchs in der Prärie auf. Nach einem Studium in Kunst und Architektur wollte sie Kinderbücher schreiben und illustrieren, suchte und fand Gleichgesinnte. Heute arbeitet sie als Städteplanerin in Vancover BC in Kanada.

Die Autorin hat aus ihrem zweiten Kinderbuch wieder ein Kunstwerk geschaffen, in das sie Bildelemente auf das Wesentliche konzentriert. Tusche, Zeitungsmaterial, Stoffe und Holz verbindet sie zu einem dezenten Augenschmaus. Weniger ist bekanntlich mehr.

Der von Richard Rosenstein übersetzte Text integriert sich so angenehm in die liebevoll gestalteten Bilder, dass hieraus eine harmonische Einheit entstanden ist. In den Vordergrund drängeln sich die orangerote Farbe der Liebe im Halstuch und Fuchsfell sowie die Schattenbildung der helfenden Hand. Weiterlesen

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Marianne Kaurin: Irgendwo ist immer Süden

Das Leben ist kompliziert, wenn man elfeinhalb und erst seit einem Jahr in der Klasse ist. Wenn man in einem heruntergekommenen Block des Tyllebakken Bauvereins wohnt mit einer Mutter, die immer müde ist und nicht arbeitet.

Es ist der letzte Tag vor den Sommerferien. Ina ist noch immer ohne Freunde und wünscht sich sehnlichst, Teil der Gruppe um Mathilde und Regine zu sein. Sie sind die coolsten Mädchen. Doch Ina ist für sie entweder unsichtbar oder – viel schlimmer – ein Grund zur Belustigung. Alles andere als cool ist auch Vilmer, der ab dem nächsten Schuljahr in ihre Klasse gehen wird und sich schon mal vorstellen soll. Sein hässliches T-Shirt und die viel zu große Hose lassen ahnen, wo er neu hingezogen ist: Nach Tyllebakken. Güllebakken, spotten die anderen. Mathilde schlägt vor, dass alle in der Klasse erzählen sollen, was sie in den Sommerferien Tolles vorhaben. Eine geplante Reise klingt großartiger als die andere – Ina bleibt nichts anderes übrig als zu flunkern. Sie behauptet, in den Süden zu fahren. Dabei wird sie nirgendwohin reisen, sie kann froh sein, wenn die Mutter es schafft, jeden Morgen aufzustehen. Damit die Mutter sich keinen Kummer macht, weil Ina keine Freunde findet, hat Ina sich eine beste Freundin ausgedacht, Maria. Weiterlesen

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Nancy Vo: Der Outlaw

Jahrelang wurde ein Ort in der Prärie von einem Fremden heimgesucht. Auch der Zug, der in die Richtung dieses Ortes fuhr, wurde von dem Fremden nicht verschont.

„… Alle kannten ihn durch die Spur seiner Missetaten.“ (Zweiter Satz)

Der fremde Gesetzlose fand sogar seinen Platz in den Redewendungen der Eltern, wenn sie ihren Kindern sagten: Wer nicht artig ist, wird von dem Gesetzlosen geholt.

Und dann, eines Tages, kam der Gesetzlose nicht mehr. Sogar die Spuren seiner Missetaten waren nicht mehr zu sehen. Eigentlich hätte jeder aufatmen können. Das erstarrte Leben hätte sich von der Angst befreien können. Es begann jedoch erst, als ein Fremder erschien und ungefragt Dinge reparierte.

Nancy Vo wuchs in der Prärie, im Wilden Westen der USA, auf. Nach einem Studium in Kunst und Architektur wollte sie Kinderbücher schreiben und illustrieren. Heute arbeitet sie als Städteplanerin in Vancover BC in Kanada. Weiterlesen

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Bettina Rakowitz: König Pups

Sein Geruch eilt ihm voraus: Die Hauptfigur dieses witzigen Kinderbuches schämt sich sehr. Ständig muss er pupsen und verbreitet in seinem Königreich einen fürchterlichen Gestank. Alle Versuche, dieses Leiden loszuwerden, scheitern kläglich. Aber, wie es sich für ein Kinderbuch mit gutem Ausgang gehört, verhilft ihm dieses furchtbare Leiden am Ende zu Ruhm und Ehre.

Das Tabuthema Pupsen wird in diesem liebevoll illustrierten Buch von Bettina Rakowitz auf humorvolle Weise behandelt. Die ansprechenden Zeichnungen und lustigen Reime laden ein, mit seinen Kindern über dieses oft peinlich vermiedene Thema zu sprechen und herzhaft zu lachen. Besonders gelungen finde ich die Idee, dass es sich bei dem Leidenden um einen Erwachsenen, und dann auch noch einen König (!) handelt. Da können die Kleinen sich einmal über die Missgeschicke der Großen amüsieren.

Auch das Format finde ich äußerst ansprechend. Es gibt den Zeichnungen ausreichend Raum zu wirken, ohne dass die Seiten gleich überladen sind.

Ein Lesevergnügen für Groß und Klein!

Bettina Rakowitz: König Pups.
Kampenwand Verlag, April 2020.
28 Seiten, Gebundene Ausgabe, 9,85 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Nadine Roggow.

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Ingo Siegner: Alles klar! Der kleine Drache Kokosnuss erforscht die Piraten

Der kleine Drache Kokosnuss, Oskar der Fressdrache und das Stachelschwein Matilda erforschen in diesem Sach-Hörbuch das aufregende Leben der Piraten. In welchem Jahrhundert fuhren Piratenschiffe über die Weltmeere? Warum wurde man überhaupt Seeräuber? Was wollten die Piraten auf ihren Kaperfahrten erbeuten? Wie verteilte man die Schätze?

Dieses Wissen kommt natürlich nicht staubtrocken daher, sondern ist mit einer kindgerechten Geschichte um die drei Freunde verknüpft, die vielen Kindern ja bereits ans Herz gewachsen sind. Gespickt wird das ganze mit ein paar eingängigen Piratenliedern, von denen es – wenn es nach meinem Sohn gegangen wäre – ruhig noch mehr auf der CD hätte geben können. Weiterlesen

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Espen Dekko: Sommer ist trotzdem

Alles ist diesen Sommer anders. Die 9-jährige Ich-Erzählerin der Geschichte hat gerade eben ihren Vater durch eine Krankheit verloren. Weinen kann sie nicht, die Tränen kommen einfach nicht. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist verständlicherweise schwierig. Der Sommer bei den Großeltern verspricht einen Tapetenwechsel. Doch dann jagt bei den Großeltern eine Katastrophe die nächste. Ein kleiner Wal wird an der Küste angespült und stirbt wenig später. Das Mädchen ist enttäuscht: Warum sterben bloß immer alle?

Über den Wal denkt sie nach: „Wenn er eine Familie hat, hoffe ich, dass sie wissen, dass er tot ist. Damit sie nicht nach ihm suchen. Ich hoffe, sie waren heute Nacht hier und konnten sich verabschieden.“ (Kapitel Ein toter Wal) Bei den Großeltern hätte sie der Konfrontation mit dem Tod entrinnen können, doch genau das Gegenteil passiert. Weiterlesen

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Rebecca Green: Wie man sich mit einem Gespenst anfreundet

Weißt du eigentlich, wie man sich mit Gespenstern anfreundet? Weißt du, was sie essen, was sie gerne machen und wie du dich um sie kümmern musst? Nein? Dann ist das genau das richtige Buch für dich.

Hier kann man beobachten, wie ein  Mädchen ein Gespenst als Freund für das Leben gewinnt, wie sie zusammen Blätter sammeln und Schwebespagetti mit Matschklößchen kochen. Das Gespenst begleitet das Mädchen durch ihr ganzes Leben. Sie wird älter, gründet eine Familie und kommt schließlich am Ende ihres Lebens an, doch auch danach wird ihr Gespenst sie immer begleiten. Als sie schließlich so alt ist, dass sie nicht mehr lesen kann, kümmert sich ihr Gespenst um sie, es liest ihr vor und bringt sie zum Lachen.

Dieses Buch ist unglaublich niedlich und kreativ gestaltet. Es eignet sich gut zum aktiven Vorlesen, allerdings muss klar sein, dass die Hauptfigur am Ende stirbt. Das ist nicht tragisch aufgebaut, sondern spielt vielmehr auf ein Leben nach dem Tod an und darauf, dass eine Seele unendlich ist. Die Geschichte soll zeigen, dass man wirklich wahre Freunde niemals verliert, da das Mädchen und das Gespenst auch nach ihrem Tod zusammenbleiben. Weiterlesen

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Marc-Uwe Kling: Das NEINhorn

Im Schatten einer riesigen Lilie kommt im Herzwald ein kleines Einhorn zur Welt. Alle Einhörner sind begeistert – bis das Kleine anfängt zu sprechen. Egal, worum es geht, seine Antwort ist „Nein“. Es will nicht gemütlich auf Wolken liegen oder gezuckerten Glücksklee essen, Spaß haben, Sport machen oder zur Schule gehen. Seine Familie ist am Verzweifeln. Bald nennen sie es nur noch Neinhorn statt Einhorn.

Das Neinhorn hingegen ist seinerseits unglaublich genervt von der Art seiner Verwandten, immer glücklich zu sein, Kekse zu essen und in Reimen zu sprechen. Irgendwann beschließt es, seine Familie zu verlassen und macht sich auf nach Nirgends.

Auf dem Weg trifft es einen Waschbären, der schlecht hört und manchmal auch einfach nicht zuhören will, einen Hund, dem alles egal ist und eine launische Prinzessin, die allen widerspricht.

Schnell werden die vier Freunde und können nun zusammen ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Bockig sein. Denn selbst das macht mit Freunden mehr Spaß. Weiterlesen

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Rosita Magnus: Der Riese Unta

Der Riese Unta ist einsam. Er sitzt schon so lange am Untersberg, dass er selbst zu Stein geworden ist und sich nicht bewegen kann. Immer wieder sieht er die Kinder unten im Tal spielen und wünscht sich, er könnte dabei sein, doch das ist unmöglich. Ein kleiner Junge, der Franz, gefällt ihm besonders gut. Eines Tages bittet er die Feen, Franz zu ihm nach oben zu bringen – und diese erfüllen ihm seinen Wunsch.

Endlich hat der Riese Unta einen Freund, mit dem er alles teilen kann: seine Geschichten, Geheimnisse und alle Märchen der Berge. Franz ist begeistert, erkundet die tiefen Höhlen des Untersbergs zusammen mit Berggeistern und Zwergen und bemerkt gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Doch natürlich kann Franz nicht für immer bei dem Riesen bleiben. Er muss nach Hause, damit sich seine Mutter keine Sorgen macht. Als er schließlich geht, ist Unta untröstlich. Wird Franz etwas einfallen, um den Riesen aus seiner Einsamkeit zu holen? Weiterlesen

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Amelie Fried: Ich bin hier bloß die Mutter

Ich habe schon viele Bücher von Amelie Fried gelesen und war jedes Mal sehr angetan. Und auch dieses hier hat mich nicht enttäuscht.

Erzählt wird die Geschichte von Carla, der Mutter von Paula, Tim und Willi. Und Frau von Daniel. Und „Bildermalerin“. Und Kuchenbäckerin, Wäschesortiererin, Vorleserin, Streitschlichterin, und so weiter und so weiter. Kurzum, Amelie Fried erzählt die Geschichte von (fast) allen Müttern dieser Welt. Sie erzählt das in kurzen, aber herrlich präzisen Sätzen, in denen wir alle uns wiederfinden. Wie Carla versucht, ihre Berufstätigkeit und die Familie unter einen Hut zu bekommen, was ihr durch ihren ausgeprägten Perfektionismus sehr erschwert wird, wie es ihrem Mann immer wieder gelingt, sich aus allem herauszuhalten, wie ihre Kinder ihr den letzten Nerv rauben und dabei zum Fressen niedlich sind, das ist das wahre Leben. Weiterlesen

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