Margaret Atwood: Drei drollige Dramen

Laut Duden handelt es sich bei einer Alliteration um eine Stilfigur, bei der die betonten Silben aufeinanderfolgender Wörter den gleichen Anlaut haben. Wer wissen will, wie weit sich das Spiel mit dem Stabreim treiben lässt, dem empfehle ich dringend die Lektüre von Margaret Atwoods Buch für Kinder und Erwachsene „Drei drollige Dramen“. Es enthält, wie der Titel schon verrät, drei witzige Abenteuer, die sich jeweils einem oder zwei Buchstaben widmen

In Rüpel Ramsey und die rebellischen Radieschen rollt das R durch alle Sätze. In der Geschichte von Bedauernswerter Bob und düstere Dorinda werfen sich B und D die Bälle zu. Das W zeigt seine Wandlungsfähigkeit in Wandernde Wanda und Witwe Wischwaschs Wunderwäscherei. Schon die Überschriften lassen erahnen, was den Leser erwartet. Ein großes Lob geht dabei auch an den Übersetzer Ebi Naumann, der für den englischen Stabreimspaß ein gelungenes deutsches Äquivalent geschaffen hat.

Die Helden in Margaret Atwoods fantastischen Geschichten haben zunächst reale Probleme, und sei es nur die die rummotzende Restfamilie von Rüpel Ramsey, welche diesen veranlasst, Reißaus zu nehmen. Weiterlesen

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Dr. Meredith L. Rowe & Monika Forsberg: Die kleine Wortschmiede: Jeden Tag ein neues Wort entdecken

In diesem Kinderbuch werden unterschiedlichste Wörter, die im allgemeinen Sprachgebrauch nicht so häufig zu hören sind, erklärt.

Die Darstellung von kunterbunten Tierfiguren machen das jeweilige Wort durch Gestik und Mimik schnell begreifbar.

So sieht man zum Beispiel in Verbindung mit dem Wort „Training“, das sprachlich mit „Sport machen, um fit und gesund zu bleiben“ erläutert ist, ein lustig anmutendes Pferd, das Seil hüpft.

Das Wort „beengt“ zeigt einen kleinen Bären, der versucht, rückwärts in ein viel zu kleines Zelt zu kriechen. Sprachlich wird „beengt“ erklärt mit „wenn zu wenig Platz ist“.

Eine kleine, staunende Maus, die von einer zaubernden Krake angetan ist, wird mit „naiv“ betitelt. Die unten stehende Erklärung für „naiv“ lautet: „Anderen sehr leicht Glauben schenkend“. Weiterlesen

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Matthew Farina & Doug Salati: Es ist Herbst, kleiner Fuchs

Der kleine Fuchs Linus steht im Mittelpunkt dieser schön bebilderten Vorlesegeschichte. Linus hat ein Problem: Alle Tierkinder sollen am nächsten Tag etwas, das sie sammeln, in die Schule mitbringen. Doch Linus hat sammelt nichts und hat auch keine Idee. Zum Glück weiß Papa Fuchs Rat. Er geht mit Linus in den Herbstwald und ist sich sicher, dass sie dort zusammen etwas finden werden.

Linus durchlebt im Wald ein großes Abenteuer, als er bei einem Herbststurm von Papa Fuchs getrennt wird. Aber das Allerbeste dabei ist, dass er schließlich im Wald auf die vielen bunten Blätter aufmerksam wird, die von den großen Bäumen herabsegeln. Dabei bemerkt er die Farbenprächtigkeit und die Andersartigkeit eines jeden Blattes. Die Faszination hierüber überdecken Ängstlichkeit und Unsicherheit über die kurze Phase des Getrenntseins von Papa Fuchs. Weiterlesen

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Daniel Napp: Anpfiff für Dr. Brumm

Ob die Fußball EM 2021 ausgetragen wird, oder nicht, Dr. Brumm führt die kleinen Leser schon mal zum Aufwärmen auf den Platz. Bauer Hackenpiep hat ihn und seine Freunde zu einem Fußball-Match herausgefordert. Zunächst läuft es für die von Hackenpiep so despektierlich genannte „Gurkentruppe“ gar nicht gut und schon bald steht es 0:3 für die Otter-Jugend-Nationalmannschaft. Wenn da nicht der schlaue Goldfisch Pottwal wäre, der Dr. Brumm und sein Team in der Halbzeitpause mit den drei geheimen Goldfischregeln des Fußballs bekannt machen würde. Plötzlich wendet sich das Blatt…

Wer Dr. Brumm mag, der wird sich auch über dieses Buch freuen. Gewohnt turbulent, ein wenig verrückt und mit einer guten Prise Selbstironie geht der große Bär mit seinen Freunden ans Werk. Durch die Dynamik der Bilder (manche Seiten haben beinahe Comic-Charakter) ist auch der Leser schnell gefesselt. Daumen drücken und mitfiebern! Weiterlesen

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Tania Goryushina & Andrej Kurkow: Warum keiner den Igel streichelt

Der kleine Igel macht einen gemütlichen Spaziergang die Dorfstraße entlang. Die Sonne scheint, überall blühen Blumen und in den Gärten kann er die Menschen und Tiere sehen. Auf einmal fällt ihm etwas auf: Egal ob Hund, Katze oder Pferd, sie alle werden von den Menschen gestreichelt und sehen dabei glücklich und zufrieden aus.

Der kleine Igel ist eifersüchtig. Er wird nie von irgendjemandem gestreichelt! Zunächst beneidet er die anderen Tiere nur, doch schließlich wird er richtig traurig. Bedeutet, dass niemand ihn streichelt vielleicht, dass niemand ihn liebhat? Zum Glück weiß die kleine Maus Bescheid und kann dem Igel erklären, was es mit dem Streicheln auf sich hat. Der Igel und die Maus werden Freunde und auch, wenn keiner von beiden gestreichelt wird, sind sie nun nicht mehr einsam. Und der kleine Igel ist auch nicht mehr traurig, denn er weiß nun, dass seine Sorgen und seine Traurigkeit gar nicht nötig waren. Weiterlesen

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Ged Adamson: Komm knuddeln

Oskar ist ein kleiner Vogel. Aber er ist nicht so wie die anderen. Er hat lange, unglaublich lange Flügel. Und so sehr er auch versucht, mit ihnen zu fliegen, es will einfach nicht klappen. Doch eines Tages trifft Oskar einen Orang-Utan, dem es noch schlechter geht als ihm: „Ich bin so traurig, ich weiß gar nicht genau warum!“ Oskar umarmt und tröstet ihn. Vielleicht sind seine Flügel ja doch für etwas gut. Denn es bleibt nicht bei dem Orang-Utan, bald wollen alle Tiere von Oskar geknuddelt werden. Da erkennt der kleine Vogel, dass seine langen Flügel ein großes Geschenk sind.

Es macht Spaß, durch das Buch zu blättern. Zum Teil gehen die wunderschön leichten Illustrationen über eine Doppelseite, dann wieder sind es viele verschiedene kleine. Und manchmal muss man das Buch auch drehen. Auch hier fällt also schon mal etwas aus dem Rahmen. Weiterlesen

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Lena Sjöberg: Die Nacht leuchtet

Dieses aussagekräftig illustrierte Sachbuch für Kinder zeigt, dass die Nacht nicht nur finster und mitunter sogar ein wenig unheimlich ist. Schon die Nachtleuchtfarbe auf dem Cover lässt erahnen, dass die Seiten so manches leuchtende Wunder bereit halten.

Im Inhalt geht um Nachttiere wie Katze, Wildschwein, Reh oder Eule, deren Augen leuchten, wenn sie von einem Lichtstrahl getroffen werden. Man erfährt davon, was auf dem Boden und zwischen den Blättern leuchten kann, staunt über leuchtende Steine, Leuchtmoos oder leuchtende Pilze. Weiter geht es in die Tiefen des Meeres, wo verschiedenste Pflanzen, Fischarten und Weichtiere neonfarben leuchten können. So macht man unter anderem Bekanntschaft mit einem Leuchtfisch, einem Tiefseevampir oder einer Seekatze. Oder man staunt über eine Alarmqualle, deren Unterseite wie das Blaulicht auf einem Polizeiauto aufleuchtet, sobald sie bedroht wird.

Wie die leuchtenden Farben zustande kommen, durch welche Prozesse sie in Gang gesetzt werden, wird dabei jeweils aufschlussreich und  anschaulich erklärt. Weiterlesen

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Louis Slobodkin: Versteckt, versteckt, nicht entdeckt

Susanne sucht ein gutes Versteck. Ihre Brüder haben eine Spinne gefangen, die sie ihr zeigen wollen, aber Susanne mag keine Spinnen und versucht, sich vor ihnen im Garten zu verstecken. Sie fährt mit ihrem Fahrrad herum und probiert einen Ort nach dem anderen aus. Aber kein Versteck scheint das richtige zu sein. Schließlich fragt sie ihre Großmutter nach einem Ort, wo keiner sie finden kann und diese nennt ihr einen. Doch von dort kann die Nachbarin sie sehen, es ist also doch kein gutes Versteck. Also fragt Susanne die Nachbarin, wo sie sich verstecken könnte, doch auch in dem Versteck der Nachbarin wird sie schnell gefunden.

Susanne fragt alle Leute, die sie finden, ob sie ihr ein besseres Versteck nennen können: den Gärtner und schließlich den Briefträger, doch sie wird jedes Mal aufs Neue gefunden. Irgendwann ist sie ziemlich enttäuscht und hört auf, nach einem Ort zu suchen, an dem niemand sie finden kann. Und ganz ohne es zu wollen, entdeckt sie so das beste aller Verstecke. Weiterlesen

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Carsten Müller u.a.: Von wegen Bienchen & Blümchen. Aufklärung, Gefühle und Körperwissen für Kinder

Aufklärung. Früher oder später trifft dieses Thema jedes Elternteil. Und dem ein oder anderen ist es vielleicht unangenehm, darüber zu sprechen und  ihm / ihr fehlen die richtigen Worte. Wie gut, dass es Hilfe gibt: „Von wegen Bienchen & Blümchen“ behandelt in altersgerechter Sprache Themen wie Emotionen, Scham, Doktorspiele und damit verbundene Körpergrenzen, die Entstehung eines Babys, Liebe oder die Pubertät. Auch den unterschiedlichen Familienmodellen ist eine Doppelseite gewidmet.

Ob man das Buch von vorne bis hinten durchliest, oder immer mal wieder eine Doppelseite anschaut, auf den farbenfrohen Seiten gibt es viel zu entdecken. So können schon die Fünfjährigen einfach durch das Buch blättern und entdecken sicher das ein oder andere Detail, über das sich ins Gespräch kommen lässt.

Die älteren LeserInnen – die schon eine gewisse Scham entwickelt haben (auch das wird ja im Buch thematisiert) – finden sich ebenfalls gut allein im Buch zurecht und können die vom erfahrenen Sexualtherapeuten und -pädagogen Carsten Müller anschaulich  aufbereiteten Texte für sich alleine lesen. Weiterlesen

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Reiner Zimnik: Der Bär auf dem Motorrad

Der dicke, braune Bär, um den sich in dieser Geschichte alles dreht, lebt hinter einem Käfig vom Zirkus Rumplrad. Er ist ein gutmütiger Bär, der die Ruhe am Tag genießt. Jeden Abend hat er seinen großen Auftritt im Zirkus. Dann nämlich fährt er vor dem staunenden Publikum auf einem Motorrad dreizehnmal im Kreis herum. Der Bär freut sich, dass die Zuschauer begeistert sind von ihm und genießt seine Rolle. Schließlich ist er der einzige Bär Europas, der dieses Kunststück vorführen kann. Nachdem eines Tages ein kleiner Junge aus dem Publikum laut ruft, dass der Bär dumm sei, weil der doch nur im Kreis herumfahren könne, ärgert sich der Bär so sehr, dass er nach seinem nächsten Auftritt einfach mit dem Motorrad aus dem Zirkuszelt hinausfährt. Kreuz und quer fährt er durch die Stadt. Die Menschen draußen staunen und sind begeistert. Andere versammeln sich in den Häusern an ihren Fenstern und schauen hinaus, denn alle wollen den Motorrad fahrenden Bären in ihren Straßen sehen. Währenddessen rennen alle Zirkusleute samt dem Publikum dem Bär auf dem Motorrad hinterher. Unbeirrt fährt der Bär einfach immer weiter, so lange, bis der Tank leer ist. Jetzt ist er zufrieden. Weiterlesen

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