Ein hochaktuelles Thema in einem Roman verpackt. John von Düffel präsentiert hier eine ruhige Geschichte mit wenig plakativer, aktionsreicher Handlung. Er konzentriert sich wesentlich mehr auf die inneren Befindlichkeiten der Protagonistin, über die die Leserin wenig zu Aussehen, Alter oder Beruf erfährt.
Hannah kommt in die Stadt ihrer Kindheit zurück. Ihr Vater ist vor kurzem gestorben, die Beerdigung war schon und nun will sie seinen Haushalt auflösen und ihre Erbschaft antreten. In der leeren Wohnung ihres Vaters findet sie ein Foto einer ihr unbekannten jungen Frau. Hannah hält sie für eine Mitarbeiterin des Pflegedienstes, der am Ende ihren Vater, einen mehr oder weniger erfolgreichen Schriftsteller, versorgt hat. Als ihr wenig später dieselbe Frau am See, in dem Hannah ein Bad nimmt, das Fahrrad klaut, das Hannah kurz vorher im Keller ihres Vaters gefunden hatte, ist sie immer mehr verwirrt. Nachdem sie danach auch noch von ihrem Anwalt erfährt, dass ihr Vater sie enterbt hat und über das Wenige, das er besaß, anderweitige Verfügungen getroffen hat, ist sie gekränkt und möchte nur noch schnellstens wieder abreisen und in ihren Alltag zurück. Doch dann trifft sie eine Freundin aus Schultagen wieder, die sie zu sich einlädt. Im Haus der Freundin Vivien und ihres Mannes Matthias begegnet Hannah der Frau von dem Foto.
Julia, Viviens Tochter, ist eine Umweltaktivistin und stand, so scheint es, Hannahs Vater näher als seine eigene Tochter. Weiterlesen








