Dave Eggers: Die Mitternachtstür

Als seine Familie mit ihm in das kleine verschlafene Städtchen Carousel zieht, ist der 12-jährige Gran alles andere als begeistert. Er muss seine Freunde und Hobbys hinter sich lassen und in dem seltsamen Ort von Neuem beginnen. Niemand scheint ihn wahrzunehmen, kein Lehrer oder Mitschüler Notiz von ihm zu nehmen. Nur die etwas seltsame Catalina schenkt ihm zumindest ein bisschen Beachtung. Aber auch sie tut seltsame Dinge und verschwindet wie weggezaubert. Als es dann noch zu Erdbeben und Rissen mitten im Ort kommt, weiß Gran gar nicht mehr, was er glauben soll. Hat das kleine Städtchen Carousel ein düsteres Geheimnis?

Mit „Die Mitternachtstür“ legt Dave Eggers seinen ersten Kinderroman vor. Die Geschichte eignet sich etwa für Kinder ab 10 Jahren. Sie ist sehr geheimnisvoll und abenteuerlich, aber die Herleitungen und Erklärungen sind nur bedingt zufriedenstellend. Es kommt einem so vor, als ginge es um ganz viel, am Ende aber fällt alles in sich zusammen wie ein Luftballon, aus dem man die Luft gelassen hat. Weiterlesen

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AJ Pearce: Liebe Mrs. Bird

London, 1941: Die 22-jährige, junge Emmeline Lake hat einen großen Traum. Sie möchte Kriegsreporterin für eine große Zeitung werden. Dafür, das hat sie schon gelernt, muss man allerdings kleine Brötchen backen. Erstmal fängt sie bei einer Zeitung an, die immerhin zu einer großen Verlagsgruppe zu gehören scheint. Doch beim Vorstellungsgespräch vergisst Emmeline die wichtigsten Fragen und findet sich deshalb wenig später in einer Redaktion wieder, die Leserbriefe von Frauen beantwortet. Naja, zumindest ein paar. Denn die Redakteurin Mrs. Bird sortiert gnadenlos alles aus, in dem beispielsweise Affären, sexuelle Gedanken, Orientierungen und andere vermeintlich anstößige Dinge vorkommen. Übrig bleiben dann belanglose Briefe, die belanglose Antworten in einem belanglosen Magazin erhalten. Emmeline beschließt, heimlich auf die aussortierten Briefe zu antworten – und sie unterschreibt sogar mit Mrs. Birds Namen! Das kann ja nicht lange gutgehen … Weiterlesen

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Paula Brackston: Die Tochter der Hexe

England, 1627: Für Bess bricht eine Welt zusammen, als die Pest einen Großteil ihrer Familie dahinrafft. Sie selbst überlebt die Krankheit auf wundersame Weise. Von ihrer Familie ist nur ihre Mutter noch an Bess Seite geblieben und die beiden schlagen sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Doch dann taucht ein Hexenjäger in der Stadt auf und Bess‘ Mutter wird mit einer älteren Frau zusammen als Hexe angeklagt. Sie ist chancenlos und scheint tatsächlich einen Pakt mit dem Teufel eingegangen zu sein. In ihren letzten Minuten schickt sie die Tochter zu dem geheimnisvollen Gideon Masters, der ihr angeblich weiterhelfen kann.

England, 2007: Elizabeth lebt abgeschieden von einem kleinen Örtchen am Waldrand. Die Menschen scheut sie so gut es geht. Nur für das Allernötigste mischt sie sich unter die Bewohner. Als die Teenagerin Tegan sich für sie zu interessieren beginnt, ist das Elizabeth nicht gerade recht. Wie wird man lästige Beobachter und neugierige Mädchen los? Doch schon bald merkt Elizabeth, dass sie ihr bestgehütetes Geheimnis vielleicht vor Tegan nicht zu verstecken braucht. Weiterlesen

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Julya Rabinowich: Hinter Glas

Alice hatte es bisher nicht leicht im Leben. In der Schule wird sie gehänselt von ihren Mitschülern, die sie nur noch abfällig Queen Bazilla nennen, weil sie so oft krank ist. Freunde hat sie gar keine. Da scheint es echter Lichtblick, als Niko neu in der Klasse auftaucht. Er gibt nichts auf die Schikanen der Mitschüler und beteiligt sich nicht an ihrem Mobbing. Im Gegenteil: Niko steht für Alice ein und interessiert sich für sie. Bald entwickelt sich zwischen den beiden Jugendlichen mehr. Doch Alice kann Niko nicht die ganze Wahrheit sagen. Niemals wird sie darüber sprechen können, was bei ihr zu Hause los ist, wie der Großvater die kleine Familie tyrannisiert …

Julya Rabinowichs Geschichte ist kurz, aber knackig. Sie entwirft rund um ihre Protagonistin Alice, die die Geschichte ausschließlich erzählt, ein Familienkonstrukt zum Weglaufen. Der Großvater, der nebenan wohnt, beherrscht das ganze Familientreiben und ängstigt Alice über allen Maßen.  Sie ist zudem eine kränkliche Person und in der Schule wenig beliebt. Da auch ihre Eltern sich nicht für Alice interessieren, hat sie niemanden, mit dem sie sprechen kann. Niko ist wie ein Lichtblick, auch wenn es Alice anfangs schwerfällt, sich ihm zu öffnen. Weiterlesen

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Victoria Schwab: Monsters of Verity – Dieses wilde, wilde Lied

Die Welt der Zukunft hat sich maßgeblich verändert. Die Stadt Verity ist zweigeteilt, zwei Männer sind in den beiden Stadtteilen an der Macht und sie können sich nicht leiden. Flynns Sohn August wird in eine Schule eingeschleust und soll dort Kontakt aufnehmen zu Harkers Tochter Kate. Denn in einem möglichen Krieg könnte Kate ein wertvolles Pfand werden. Doch das ist nicht das einzige Problem von Verity. Immer dort, wo Verbrechen geschehen und Gewalt herrscht, werden Monster ins Leben gerufen, die dann allen Menschen gefährlich werden. Deswegen leben die Bewohner der Stadt in ständiger Angst und trauen sich im Dunkeln gar nicht mehr auf die Straße.

Victoria Schwabs Roman aus einer Dilogie ist wirklich überraschend. Angelegt für ein Publikum ab etwa 15 Jahren, nebst interessierten erwachsenen Lesern, ist die Geschichte wirklich nicht schlecht. Das liegt noch gar nicht mal so sehr an der Handlung, sondern an dem Setting. Verity ist ein gefährliches Pflaster. Drei Arten von Monstern treiben in der Stadt ihr Unheil. Die Corsai, Malchai und Sunai. Sie sind unterschiedlich häufig anzutreffen. Weiterlesen

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Leah Konen: Nächster Halt Liebe

Ammy fährt im Schneegestöber eines Januaranfangs zu ihrem Vater, um an dessen Hochzeitszeremonie teilzunehmen. Die vermeintliche Braut ist allerdings nicht Ammys Mutter und das ist nur die erste Katastrophe des Tages. Allein schon deshalb glaubt Ammy schon lange nicht mehr an die Liebe. Als sie im Zug auf den gleichaltrigen Noah trifft, ist sie ihm gegenüber abweisend. Doch als der Zug um Stehen kommt und es passieren kann, dass Ammy zur Zeremonie komplett zu spät kommt, scheint Noah ihre einzige Hoffnung. Die beiden machen sich auf eigene Faust auf den Weg.

Noah selbst hat auch eine Mission. Er will seine Exfreundin Rina zurückgewinnen. Zu diesem Zweck hat er sogar ein Gedicht geschrieben und den ganzen Tag durchgeplant. Zu spät kommen wäre fatal. Deswegen setzt er alles daran, die Reise hinter sich zu bringen.

Leah Konen ist ein netter Jugendroman für Mädchen ab 14 Jahren gelungen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Noah und Ammy erzählt. Und diese beiden könnten nicht unterschiedlicher sein. Weiterlesen

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Snorri Kristjánsson: Blut und Gold

Irgendwo in Skandinavien, 970 n. Chr.: Die junge Helga Finnsdottir lebt als Ziehtochter beim Clan des Wikingers Unnthor Reginsson. Er hat seine vier Kinder zu sich gerufen und sie erscheinen mit ihren kompletten Familien. Karl, der Geldsorgen hat, der kräftige Bjorn, der schlaue aber zurückhaltende Aslak und die einzige Tochter, Jorunn, die nicht weniger stark als die Herren ist. Als alle zusammengekommen sind, wird schnell klar, dass sie mehrere Konflikte miteinander haben. Nach einer feuchtfröhlichen Nacht liegt dann eins von Unnthors Kindern tot in seinem Bett. Helga ist misstrauisch und versucht, herauszufinden, was in der vermeintlichen Mordnacht geschehen ist.

Snorri Kristjánsson versucht sich in „Blut und Gold“ an einer Art Detektivgeschichte zur Zeit der Wikinger mit weiblicher Protagonistin. Leider hat die Geschichte so gar nichts Spannendes an sich und plätschert komplett vor sich hin. Der einzige Grund, sie wirklich zu Ende zu lesen, ist die Suche nach dem Täter. Weiterlesen

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Adam Silvera: Am Ende sterben wir sowieso

Am 5. September kurz nach Mitternacht klingelt Matteos Telefon. Er weiß schon, bevor er drangeht, welche Nachricht er erhalten wird. Heute wirst du sterben. Heute ist der Tag. Die so genannte „Death Cast“ warnt die Menschen mittlerweile vor. Gegen Mitternacht an ihrem Todestag erhalten sie eine telefonische Nachricht und können so ihren letzten Tag voll genießen und besondere Dinge tun. Gesetzt den Fall, sie fallen nicht direkt nach der Nachricht tot um. Denn das weiß man dennoch nicht. Man weiß nicht, wie man stirbt und wann. Nur, dass es vor Mitternacht des nächsten Tages passieren wird. Matteo beschließt, die Chance zu nutzen und sucht sich über eine der zahlreichen Apps, die existieren einen letzten Freund, mit dem er den Tag verbringen kann. Seine Wege kreuzen die von Rufus, der sich auf der Flucht vor der Polizei befindet und der ebenfalls eine Nachricht von Death Cast erhielt. Am Ende des Tages werden beide tot sein. Weiterlesen

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Sam Carrington: Saving Sophie – Ihr letzter Moment könnte auch Deiner sein

Die 17-jährige Sophie wird nach einer Partynacht von der Polizei nach Hause gebracht. Sie ist seltsam verwirrt, spricht sinnlose Sätze über ihre Freundin Amy und man bekommt nichts aus ihr heraus, was passiert sein könnte. Am nächsten Morgen dann der Schock: Amy ist nach der Nacht gar nicht nach Hause gekommen. Bange Stunden des Wartens beginnen für Amys Eltern und auch Sophies Eltern Karen und Mike machen sich Sorgen um den Verbleib der Freundin ihrer Tochter. Weiß Sophie mehr als sie vorgibt?

Sam Carrington entwirft mit „Saving Sophie“ eine spannende Geschichte, die aber stellenweise etwas langatmig gehalten ist. Manchmal passiert Kapitel für Kapitel nicht wirklich nennenswertes. Ein paar gute Kapitelenden gibt es und man möchte dennoch immer wieder erfahren, was nun wirklich passiert ist. Bald wird eine Leiche gefunden und es stellt sich heraus, dass es sich dabei nicht um Amy, sondern um Erin, Sophies allerbeste Freundin, handelt. Zeitgleich erhält Sophie verstörende Nachrichten auf ihrem Computer, verpixelte Bilder, Andeutungen. Doch das behält sie lieber für sich. Weiterlesen

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Gabriel Tallent: Mein Ein und Alles

Julia ist 14 Jahre alt und so gar kein typischer Teenager. Sie läuft in weiten Armeeklamotten umher, lässt sich Turtle nennen und kann bestens mit allen Waffen ihres Vaters umgehen. Die beiden leben nach dem Tod der Mutter seit vielen Jahren allein im Wald. Nur der Großvater väterlicherseits lebt noch in einem Wohnwagen in der Nähe. Doch als auch er stirbt, hat Turtle kaum mehr Kontakte zur Außenwelt. In der Schule ist sie Außenseiterin und schon durch ihr seltsames Verhalten aufgefallen. Und das möchte ihr Vater Martin auf keinen Fall. Auffallen muss um jeden Preis vermieden werden.

Gabriel Tallent hat mit „Mein Ein und Alles“ eine besondere Geschichte über sexuellen Missbrauch geschrieben. Die komplette Geschichte wird aus Turtles Sicht beschrieben. Sie ist auf den ersten Blick sehr sonderbares Mädchen. Umgibt sich mit Waffen, interessiert sich nicht für Themen von Gleichaltrigen und für Jungs. Erst als sie dem ein Jahr älteren Jacob über den Weg läuft, scheint es eine kleine Wendung zu geben. Aber Kontakt zu einem Jungen würde ihr Vater Martin ihr niemals erlauben. Für ihn gibt es nur sich und Turtle. Die beiden gehören zusammen. Für immer. Komme, was da wolle. Weiterlesen

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