J. Courtney Sullivan: Die Verlobungen

silViel besser, als es das etwas kitschige Cover erwarten lässt, ist der Gesellschaftsroman „Die Verlobungen“ von Julie Courtney Sullivan.

Die 1982 geborene amerikanische Autorin, die Anfang 2013 mit ihrem Erstling „Sommer in Maine“ auch in Deutschland bekannt geworden ist, beweist, dass sie mit gleicher Glaubwürdigkeit über fünf vollkommen unterschiedliche Milieus schreiben kann. Eine akribische Recherche macht‘s möglich. Weiterlesen

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Ralf Heimann: Die tote Kuh kommt morgen rein

kuhWer schon einmal in der Lokalredaktion einer Zeitung gearbeitet hat, wird viel Spaß an Ralf Heimanns Roman „Die tote Kuh kommt morgen rein“ haben. Der 1977 geborene Redakteur der Münsterschen Zeitung beschreibt mit viel Humor und Fachkenntnis, wie es bei der Zeitung auf dem Dorf so zugeht. Da gibt’s den Taubenzuchtverein, der seine Meldung immer an gleicher Stelle veröffentlicht sehen will – und das auch durchsetzt –, das Foto mit dem sternhagelvollen Schützenkönig, die unvermeidlichen Straßenumfragen zum Wetter oder den freien Mitarbeiter, der schon seit 30 Jahren nicht gut schreibt. Über allem droht die ständige Themenflaute, die die Redaktion oft mit weniger spannenden Vorschlägen zu stopfen sucht. Weiterlesen

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Nora Gantenbrink: Verficktes Herz

noraDie 1986 geborene Stern-Journalistin Nora Gantenbrink erweist sich in ihrer Kurzgeschichten-Sammlung „Verficktes Herz“ als Meisterin des Liebeskummers.

In allen Variationen beleuchtet sie sehr glaubhaft und mit einer frechen, witzigen und jugendlich-frisch wirkenden Sprache das Gefühl, das entsteht, wenn einen der Liebste oder die Liebste verlässt.

Das nur knapp 160 Seiten dicke, aber aufwendig mit einem schönen Lesezeichen ausgestattete Büchlein eignet sich prima, um es auf den Nachttisch zu legen und immer mal wieder eine Geschichte zu genießen. Liest man die Storys an einem Stück, besteht vielleicht ein bisschen die Gefahr des emotionalen Overkills.

Nora Gantenbrink: Verficktes Herz.
rororo, Oktober 2013 .
160 Seiten, Taschenbuch, 12,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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Frank Goosen: Raketenmänner

rakRundum sympathisch und warmherzig wirken die 16 Storys in der Geschichtensammlung „Raketenmänner“ des 1966 geborenen Bochumer Autors Frank Goosen.

Die analog zum Titel durchweg männlichen Hauptfiguren sind dabei allerdings kaum auf dem steilen Weg nach oben wie eine Rakete – im Gegenteil: Sie stehen oft an einem Scheideweg, finden sich in den Realitäten, in denen sie leben, nicht zurecht. Goosens Helden sind Jedermänner und wirken gerade deswegen so lebensecht. Weiterlesen

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Charles Bukowski: Noch mehr Aufzeichnungen eines Dirty Old Man (1967)

charZwischen den 60er und 80er Jahren hat der berühmt-berüchtigte amerikanische Kultautor Charles Bukowski oft wöchentlich für verschiedene Zeitschriften seine „Notes of a Dirty Old Man“ geschrieben. Kein Wunder also, dass es auch 20 Jahre nach seinem Tod noch immer Texte von ihm gibt, die noch nie ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht worden sind.

Einen Teil dieser Lücke schließt nun eine neue Geschichtensammlung, die unter dem Titel „Noch mehr Aufzeichnungen eines Dirty Old Man“ bei Fischer Klassik erschienen ist. Weiterlesen

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Zadie Smith: London NW

zadZadie Smith hat einen Roman über ihre Heimat geschrieben: den multikulturellen Nordwesten Londons, in dem die weniger Begüterten, die sozial Schwächeren wohnen.

Doch ein solches Milieu gibt‘s nicht nur in London, sondern in jeder größeren Stadt, und deshalb ist das Buch nicht nur für Leser interessant, die sich für die englische Hauptstadt interessieren.

Die 1975 geborene Autorin zieht ihre Geschichte an vier Hauptfiguren auf, die exemplarisch für die Menschen in solchen Vororten stehen können: Da ist die haltlose Leah, die sich ihrem dominanten Freund Michel unterordnet, der mittellose Junkie Nathan oder Felix, der einfach das Pech hat, an jugendliche Straßenräuber zu geraten. Weiterlesen

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Aharon Appelfeld: Auf der Lichtung

ahaVon einer jüdischen Partisanen-Gruppe, die sich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in den karpatischen Wäldern verschanzt hat, handelt der neue Roman von Aharon Appelfeld. „Auf der Lichtung“ heißt er.

Dem 1932 geborenen israelischen Schriftsteller geht es dabei nicht darum, Spannung zu erzeugen, was bei dem Thema naheliegend und möglich gewesen wäre.

Vielmehr zeigt Appelfeld, der für dieses Buch auf selbst Erlebtes zurückgreifen kann, wie es der Gruppe durch einen charismatischen Anführer und durch starken inneren Zusammenhalt gelingt, den dunklen Zeiten zu trotzen und nicht in Verzweiflung zu verfallen. Weiterlesen

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Paolo Giordano: Der menschliche Körper

peoDer italienische Schriftsteller Paolo Giordano, geboren 1982, ist 2008 mit seinem Erstling „Die Einsamkeit der Primzahlen“ bekannt geworden. Unter dem etwas irreführenden Titel „Der menschliche Körper“ lässt er nun ein Werk folgen, in dem er eine Gruppe Soldaten in Afghanistan auf eine heikle Mission schickt.

Und schon nach wenigen Seiten ist der Leser ganz nah bei diesen Soldaten, spürt ihre Langeweile, ihre Sehnsucht nach den Freundinnen zu Hause und ihre Angst, als sie einmal aus der Ferne beschossen werden. Man findet den egoistischen Stabsgefreiten Cederna unsympathisch, leidet mit dem Muttersöhnchen Ietri, und hofft, dass die einzige Soldatin Zampieri bald besser schießen lernt – um nur einige zu nennen. Weiterlesen

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Graeme Simsion: Das Rosie-Projekt

simEin Mensch mit Asperger-Syndrom hat Schwierigkeiten, Gefühle zu empfinden. Alles Zwischenmenschliche ist ihm ein Gräuel. Wenn so jemand – wie in Graeme Simsions Roman „Das Rosie-Projekt“ – versucht, etwas so Emotionales zu tun wie auf Brautschau zu gehen, dann ist die Situationskomik vorbestimmt. Und so geschieht’s im höchst unterhaltsamen, lesenswerten und witzigen Buch des australischen Autors.

Don Tillman ist Genforscher, leidet unwissentlich am Asperger-Syndrom und sucht die Frau fürs Leben. Letzteres tut er mit einem gut ausgeklügelten 17-seitigen Fragebogen. Doch dann trifft er Rosie, die bei fast allen Fragen durchfällt. Weiterlesen

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Herman Koch: Odessa Star

odeVon dem 1953 geborenen niederländischen Autor Herman Koch sind in Deutschland bisher zwei Romane erschienen: „Angerichtet“ und „Sommerhaus mit Swimmingpool“. Nun hat der Kiepenheuer-&-Witsch-Verlag ein drittes Werk Kochs übersetzen lassen, das im Original bereits 2003 erschienen ist, also vor den beiden erstgenannten – „Odessa Star“.

Es handelt von einem 47-jährigen Mann namens Fred, der mitten in seiner Midlife-Crisis einen alten Schulfreund wiedertrifft und sich fortan magisch von ihm angezogen fühlt. Doch die Coolness, die den Wiedergefundenen umgibt, hat ihren Preis … Weiterlesen

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