Sabine Steck: Das Leuchten der kleinen Momente: Wie ich nach Italien reiste und mich selbst fand

Eine Reise nach Italien wird für Nina eine Reise zu sich selbst. Zum ersten Mal seit sie mit Martin verheiratet ist, steckt Nina nach einem Streit nicht zurück, sondern macht, was sie möchte. Nachdem Martin die gemeinsamen Pläne zu Ninas 50. Geburtstag eigenmächtig geändert hat, weil ihm eine Dienstreise wichtiger ist als ein paar Tage zusammen auf Madeira, setzt Nina sich kurzentschlossen ins Auto und fährt nach Italien. Ein Flyer, den sie im Briefkasten gefunden hat, hat sie auf die Idee gebracht, ein paar Tage in der „Villa Primaluna“ zu buchen. Nach einer langen und anstrengenden Fahrt kommt ihr die Gegend um die venetischen Hügel vor wie eine andere Welt. Die Uhren scheinen anders zu gehen, Stress und Hektik sind hier Fremdworte.

Consilia, die dieses kleine, verwunschene Hotel schon seit Jahrzehnten führt, nimmt Nina mit einer Herzlichkeit auf, der man nicht widerstehen kann. Überhaupt scheint Consilia immer genau zu wissen, was ihre Gäste grade brauchen. Sie drängt sich nicht auf, hat aber immer ein offenes Ohr, eine kleine Mahlzeit, einen Cappuccino …

Nina, die es gewohnt ist, zu funktionieren, immer einen Plan erfüllen zu müssen und ein Programm abzuarbeiten, lernt hier, sich treiben zu lassen, Dinge zu tun, auf die sie Lust hat, sich selbst in den Vordergrund zu stellen und nicht die Bedürfnisse anderer. Das alte Haus, der wunderschöne Garten, das geheimnisvolle Labyrinth, die Menschen, die sie trifft und die sie so annehmen, wie sie ist, das alles bewirkt in Nina eine Veränderung, die über die paar Urlaubstage hinausgeht.

Ein kleiner, leiser Roman, erzählt mit viel Herzenswärme und Lebensklugheit. Personen, denen man sich rasch verbunden fühlt, eine Gegend, in der man gerne Urlaub machen möchte und Erkenntnisse, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, erwarten uns hier am Sehnsuchtsort der Autorin.

Sabine Steck: Das Leuchten der kleinen Momente: Wie ich nach Italien reiste und mich selbst fand
Rowohlt, Juli 2026
266 Seiten, Taschenbuch, 14,00 Euro

Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.

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