Die 16-jährige Sarah ist eine Schönheit. Sie lebt in den 90er Jahren im Armenviertel von Casablanca. Als Französin darf sie das Gymnasium besuchen, ohne Schulgeld bezahlen zu müssen. Sie träumt von einem Leben in Sorglosigkeit, ein reicher Ehemann wird ihr irgendwann dazu verhelfen. Schon jetzt lässt sie sich von Jungs bzw. jungen Männern aushalten. Als sie eines Tages von Driss hört, der reich wie ein König sein soll, steht ihr Entschluss fest: Sie wird ih
n erobern und heiraten, dann ist sie die Königin. Ihr Aussehen eröffnet ihr den Zugang zu besser gestellten Gruppen, sie verbirgt geschickt, aus welchen Verhältnissen sie kommt – keiner ihrer Mitschüler bzw. der Jungs, von denen sie sich anbaggern und abschleppen lässt, weiß, wo sie wohnt, lieber nimmt sie zwei Stunden Fußweg zur Schule auf sich.
Driss wiederum stammt aus einer reichen muslimischen Familie, er fährt Motorrad, trinkt Pfefferminzlimonade. Ist verklemmt und nicht unbedingt gutaussehend. Für Sarah ist das kein Hindernis. Seine thymiangrünen Augen erinnern sie an Rindertajine, sie sind ein Versprechen, eine Vorahnung der glücklichen Zukunft.
In ihrem Roman beschreibt Abigail Assor das Leben in der Millionenstadt Casablanca, im Roman nur „Casa“ genannt. Wenn Sarah auf ihren Wegen durch die Straßen der Stadt läuft – durch die Wohngebiete der Reichen ebenso wie durch die Armenviertel, bekomme ich einen Eindruck von vielfältigen Sinneseindrücken. Weiterlesen






Als die zehnjährige Smilli auf dem Flohmarkt ein altes, verrostetes Kästchen mit einem geheimnisvollen Blumensamen findet, weiß sie sofort, dass dieser etwas ganz Besonderes ist. Dafür hätte sie die mysteriöse Warnung des Verkäufers und die rätselhafte Inschrift gar nicht gebraucht. Ihr bester Freund Nick hingegen ist skeptisch – klar, er ist ja auch nicht so in Kräuter vernarrt wie Smilli. Als dann aber die Blume innerhalb eines einzigen Tages wächst und die schönste Blüte formt, die die beiden je gesehen haben, ist auch er überzeugt, dass ihr Fund mehr ist, als er zu sein scheint. Und damit nicht genug: Die schöne Blüte wechselt ständig die Farbe: Mal ist sie Violett, dann wieder Rosa und manchmal wird sie sogar schwarz und wirkt wie abgestorben. Smilli und Nick setzen alles daran, das Geheimnis der Blume zu lüften, denn vor allem Smilli ist sich sicher: Das könnte ihre Rettung sein. 
