Mit dem Ermittlungsduo Tom Engelhardt und Mascha Krieger geht die erfolgreiche Thrillerautorin Karen Sander in die dritte Runde für eine weitere Serie an der Ostsee, die den Titel Die Tiefe trägt. Der erste Teil der neuen Serie mit dem Untertitel Versunken beginnt wieder in dem fiktiven Ort Sellnitz. Räumlich und zeitlich nah werden Menschen ermordet. Die Suche nach Motiven und Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Opfern beginnt. Und wieder treffen bekannte Charaktere aus den vorherigen Büchern aufeinander. Manche von ihnen sind untereinander verfeindet und intrigieren aus persönlichen Gründen. Tom, Mascha und ihre jeweiligen Ermittlungsteams stehen unter Zeitdruck und werden zum Spielball der Presse und vermutlich verschiedener Täter.
Für Mascha beginnen schwierige Zeiten. Dies liegt unter anderem an dem rachsüchtigen Stiefbruder Holger, ihrem neuen Ermittlungsleiter. Holger weiß offenbar, wer Maschas Mutter ist. Aber er schweigt und lügt in Absprache mit dem gemeinsamen Vater. Ohne den Grund zu wissen, entwickelt sich Maschas private Recherche nach ihrer unbekannten Mutter zu einem gefährlichen Unterfangen.
Der spannend zu lesende Auftakt, der zugleich auch die Einleitung der bald erscheinenden zwei Fortsetzungen ist, schafft schnell Lesehunger, der unbedingt gestillt werden will. Viel zu schnell sind die diversen Ermittlungen zu einer Schnitzeljagd geworden.
„Mascha tastete instinktiv nach ihrer Waffe. … Langsam betrat sie den Raum … Die Nachttischschublade war nicht ganz geschlossen, aber womöglich hatte sie selbst sie nicht richtig zugemacht … Sie öffnete den Schrank. Die Pullover lagen ordentlich auf einem Stapel. Zu ordentlich. Oder?“ (S. 193)
Karen Sander nutzt kurze Kapitel mit Cliffhangern und wechselnden Schauplätzen, um das Tempo zu erhöhen. Die Mörder haben ihre Fallen ausgelegt, um die Mordermittlungen nachhaltig zu stören. Eine vage Richtung wird bei der kurzweiligen Lektüre sichtbar, die sicherlich noch für einige Überraschungen sorgen wird.
Karen Sander: Die Tiefe: Versunken
Rowohlt Taschenbuch, November 2025
368 Seiten, Taschenbuch, 14,00 Euro
Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Bovenkerk-Müller.
