Auch wenn man es in der Regel ja eher vermeidet, über „Kacke“ oder „Sch…“ zu reden, hier wird’s zum Thema. Es geht „um die Wurst“ und darum, dass dieser Abfall, den unser Körper täglich produziert, weil er ihn nicht braucht, durchaus nützliche Aspekte hat und in der Geschichte der Menschheit durchaus eine Rolle gespielt hat. Zum Beispiel, um Ofen oder Herd zu heizen, Häuser abzudichten oder auf andere Art weiterverwertet zu werden.
Insgesamt 24 Kapitel widmen sich dem, was „mehr ist als stinkender Abfall“. Der Blick in die Geschichte führt unter anderem von den Abortgruben, die oft neben den Brunnen lagen, weshalb das Wasser häufig verseucht war und es zu schlimmen Krankheiten und Epidemien gekommen ist, zur Geschichte der Kanalisation und damit der Verbesserung der Hygiene und Gesundheit bis zur Raumfahrt, zum Klimawandel und dem, was jeder Einzelne tun kann, um „jeden Tag ein bisschen die Welt zu retten“.
Ein liebevoll getextetes Kinder-Sachbuch, das mit sehr schön gestalteten Illustrationen veranschaulicht, worum es im jeweiligen Kapitel geht. Das macht es Kindern leichter, den kurz gehaltenen Texten zu folgen, aber auch den Erwachsenen einfacher, Kindern, die noch nicht selbst sicher lesen können, zu erklären, worum es jeweils geht. Das Buch richtet sich an Kinder ab 8 Jahren, ist aber durchaus auch für Erwachsene interessant. Vom Mittelalter bis zur Raumfahrt-Technologie werden die unterschiedlichsten Aspekte und Themen angesprochen und erklärt, Zusammenhänge verdeutlicht und erläutert. Begriffe, die sich vielleicht nicht gleich erschließen, werden am Ende des Buches in einem ausführlichen Glossar noch einmal aufgegriffen.
Humorvoll, interessant, sachlich und sehr anschaulich, nicht nur durch die Illustrationen.
Christine Paxmann, Cornelis Jettke: Was Kacke alles kann: Warum ein Häufchen mehr ist als stinkender Abfall
Loewe, März 2026
80 Seiten, Hardcover, 16,95 Euro
Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.
