Hans Traxler: Die grünen Stiefel

„Als Johann eines Morgens erwacht, steht sein Zimmer unter Wasser.“ (Seite 5) So beginnt das neue Kinderbuch von Hans Traxler und damit auch das Abenteuer, das der kleine Johann dort mit den Auswirkungen des Klimawandels erlebt.

Johann wundert sich natürlich darüber, woher das viele Wasser auf einmal kommt. Also zieht er sich seine grünen Gummistiefel an und geht aus dem Haus, um zu schauen, was dort vor sich geht. Und das ist einiges. Die Wiesen sind überschwemmt und im Wasser treiben Eisschollen. Er trifft auf Eskimos, die wegen des Klimawandels ihre Heimat verlassen haben und auf in der Hitze schwitzende Eisbären. Was ist nur geschehen und wer hat das alles verursacht? Weiterlesen

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Thomas Meyer & Mehrdad Zaeri: Wie der kleine Stern auf die Welt kam

Ein kleiner Stern wartet schon eine Million Jahre darauf, auf die Erde zu kommen um ein Menschenkind zu werden. Nach langem Suchen findet der Stern endlich Eltern, bei denen er aufwachsen möchte. Eine Eule hilft ihm dabei.

Die großflächigen Bilder spiegeln die Geschichte aussagekräftig. So ganz nebenbei kann man darin nebensächliche Details wie zum Beispiel unterschiedliche Hautfarben der Eltern bemerken.

Hinter der Geschichte um den kleinen Stern, der mit Hilfe der weisen Eule zum Leben erweckt wird, steckt in doppelter Sicht –  vom Ursprung allen Entstehens bis hin zur Menschwerdung – eine aufklärende Botschaft. Das Fantastische entspringt der Wirklichkeit.

Die märchenhaft anmutende Illustration von Mehrdad Zaeri unterstreicht den kindgerecht verpackten Text von Thomas Meyer und lässt Platz für eigene Phantasien.

Thomas Meyer & Mehrdad Zaeri: Wie der kleine Stern auf die Welt kam.
Diogenes, Oktober 2020.
40 Seiten, Gebundene Ausgabe, 18,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Annegret Glock.

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Nicolas Gorny: Die schaurigen Fälle des Derek Schlotter – FRANKENfrosch lebt!

Was kann die Folge von einem Klassenbucheintrag zu viel sein? In Derek Schlotters Falls ist dies die Pausenaufsicht. Während der Hobby-Kriminalist eher missmutig diese Aufgabe erledigt, hört er plötzlich ein seltsames Geräusch aus dem Schulkeller. Dort hantiert der Hausmeister Frankenkiesel in einem Labor. Dereks Fragen beantwortet der Hausmeister seltsam ausweichend mit „einem geheimen Experiment“.

Dereks Neugier ist geweckt und so beschließt er zusammen mit seinem Freund Mesut und dem Detektivhund Rufus dem geheimen Labor im Keller der Schule einen nächtlichen Besuch abzustatten. Geplant, getan, die drei Freunde dringen dank dem Dietrich-Set von Vater in das Labor des Grauens vor. Hier finden sie unter anderem die seltsame Tinktur mit dem Namen „Wachstumssirup“. Was wohl geschieht, wenn man diese Tinktur auf einen Schokoriegel aufträgt? Weiterlesen

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Jonty Howley: Männer weinen

„Es ist Okay zu weinen, egal wie groß du bist.“

Levi hat vor seinem ersten Tag an der neuen Schule ein wenig Angst. Sein Vater fühlt sich hilflos und  gibt seinem Sohn schließlich nur eins mit auf den Weg : „Männer weinen nicht“. Aber stimmt das wirklich? Auf seinem Spaziergang zur Schule begegnet Levi vielen – ganz unterschiedlichen – Männern, die weinen.

Die Illustrationen haben mich sofort angesprochen: Sie sind großflächig, äußerst detailliert und in zurückhaltenden Pastellfarben gestaltet. Levis Schulweg führt ihn an Promenade und Hafen entlang, durch einen Park hindurch und da gibt es für die kleinen Leser viel zu entdecken. Der Text hingegen ist sparsam eingesetzt, aber man versteht sofort, worum es geht.

Leider findet man auch heute noch in vielen Kinderbüchern stereotypes Verhalten von Männern und Frauen bzw. Mädchen und Jungen. Das fängt mit der Kleider-/ Farbwahl an und hört mit Verhaltensmustern auf. Weiterlesen

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Mark-Uwe Kling: Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat

Oma und Opa sind wieder zum Aufpassen bei Luisa, Max und Tiffany. Wer hier auf wen aufpasst, ist den Kindern besser klar als ihren Großeltern. Denn diese können ganz schön schusselig sein. Bei ihrem letzten Besuch hat Oma bereits das Internet kaputt gemacht, jetzt ist Opa an der Reihe: Als er einen Tee kochen will, stellt er den Wasserkocher auf den Herd. Dort fängt das Plastik an zu schmelzen und natürlich stinkt die ganze Wohnung.

Die Familie muss den ganzen Tag im Garten verbringen, was aber eigentlich ganz lustig wird. Am Ende zelten sie sogar und das ist wie ein Ausflug zu Hause.

Opa ist das Ganze furchtbar unangenehm, vor allem als dann auch noch Mama und Papa nach Hause kommen. Doch wie sich herausstellt, ist dieser Wasserkocher nicht der erste gewesen, den die Familie hatte und jeder der Vorgänger hat eine ganz eigene Geschichte. Vor allem aber, hat jeder schon mal etwas Dummes gemacht, alle aus der Familie, Opa ist also nicht der einzige. Weiterlesen

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Nancy Vo: Ranger

Annie ist ein Ranger. Tagelang streift sie alleine durch die Wälder und kundschaftet die Gegend aus. Eines Tages kümmert sie sich um einen Fuchs, der in einem Fangeisen eingeklemmt ist. In der Regel bedeutet so eine brutale Falle das Todesurteil. Doch der Fuchs lebt. Noch. Für mehrere Tage kümmert sich Annie um ihn, bis es ihm wieder besser geht. Danach beschließt der Fuchs, Annie zu folgen. Und es zeigt sich, dass dies eine richtig gute Idee war.

Nancy Vo wuchs in der Prärie auf. Nach einem Studium in Kunst und Architektur wollte sie Kinderbücher schreiben und illustrieren, suchte und fand Gleichgesinnte. Heute arbeitet sie als Städteplanerin in Vancover BC in Kanada.

Die Autorin hat aus ihrem zweiten Kinderbuch wieder ein Kunstwerk geschaffen, in das sie Bildelemente auf das Wesentliche konzentriert. Tusche, Zeitungsmaterial, Stoffe und Holz verbindet sie zu einem dezenten Augenschmaus. Weniger ist bekanntlich mehr.

Der von Richard Rosenstein übersetzte Text integriert sich so angenehm in die liebevoll gestalteten Bilder, dass hieraus eine harmonische Einheit entstanden ist. In den Vordergrund drängeln sich die orangerote Farbe der Liebe im Halstuch und Fuchsfell sowie die Schattenbildung der helfenden Hand. Weiterlesen

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Marianne Kaurin: Irgendwo ist immer Süden

Das Leben ist kompliziert, wenn man elfeinhalb und erst seit einem Jahr in der Klasse ist. Wenn man in einem heruntergekommenen Block des Tyllebakken Bauvereins wohnt mit einer Mutter, die immer müde ist und nicht arbeitet.

Es ist der letzte Tag vor den Sommerferien. Ina ist noch immer ohne Freunde und wünscht sich sehnlichst, Teil der Gruppe um Mathilde und Regine zu sein. Sie sind die coolsten Mädchen. Doch Ina ist für sie entweder unsichtbar oder – viel schlimmer – ein Grund zur Belustigung. Alles andere als cool ist auch Vilmer, der ab dem nächsten Schuljahr in ihre Klasse gehen wird und sich schon mal vorstellen soll. Sein hässliches T-Shirt und die viel zu große Hose lassen ahnen, wo er neu hingezogen ist: Nach Tyllebakken. Güllebakken, spotten die anderen. Mathilde schlägt vor, dass alle in der Klasse erzählen sollen, was sie in den Sommerferien Tolles vorhaben. Eine geplante Reise klingt großartiger als die andere – Ina bleibt nichts anderes übrig als zu flunkern. Sie behauptet, in den Süden zu fahren. Dabei wird sie nirgendwohin reisen, sie kann froh sein, wenn die Mutter es schafft, jeden Morgen aufzustehen. Damit die Mutter sich keinen Kummer macht, weil Ina keine Freunde findet, hat Ina sich eine beste Freundin ausgedacht, Maria. Weiterlesen

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Nancy Vo: Der Outlaw

Jahrelang wurde ein Ort in der Prärie von einem Fremden heimgesucht. Auch der Zug, der in die Richtung dieses Ortes fuhr, wurde von dem Fremden nicht verschont.

„… Alle kannten ihn durch die Spur seiner Missetaten.“ (Zweiter Satz)

Der fremde Gesetzlose fand sogar seinen Platz in den Redewendungen der Eltern, wenn sie ihren Kindern sagten: Wer nicht artig ist, wird von dem Gesetzlosen geholt.

Und dann, eines Tages, kam der Gesetzlose nicht mehr. Sogar die Spuren seiner Missetaten waren nicht mehr zu sehen. Eigentlich hätte jeder aufatmen können. Das erstarrte Leben hätte sich von der Angst befreien können. Es begann jedoch erst, als ein Fremder erschien und ungefragt Dinge reparierte.

Nancy Vo wuchs in der Prärie, im Wilden Westen der USA, auf. Nach einem Studium in Kunst und Architektur wollte sie Kinderbücher schreiben und illustrieren. Heute arbeitet sie als Städteplanerin in Vancover BC in Kanada. Weiterlesen

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Bettina Rakowitz: König Pups

Sein Geruch eilt ihm voraus: Die Hauptfigur dieses witzigen Kinderbuches schämt sich sehr. Ständig muss er pupsen und verbreitet in seinem Königreich einen fürchterlichen Gestank. Alle Versuche, dieses Leiden loszuwerden, scheitern kläglich. Aber, wie es sich für ein Kinderbuch mit gutem Ausgang gehört, verhilft ihm dieses furchtbare Leiden am Ende zu Ruhm und Ehre.

Das Tabuthema Pupsen wird in diesem liebevoll illustrierten Buch von Bettina Rakowitz auf humorvolle Weise behandelt. Die ansprechenden Zeichnungen und lustigen Reime laden ein, mit seinen Kindern über dieses oft peinlich vermiedene Thema zu sprechen und herzhaft zu lachen. Besonders gelungen finde ich die Idee, dass es sich bei dem Leidenden um einen Erwachsenen, und dann auch noch einen König (!) handelt. Da können die Kleinen sich einmal über die Missgeschicke der Großen amüsieren.

Auch das Format finde ich äußerst ansprechend. Es gibt den Zeichnungen ausreichend Raum zu wirken, ohne dass die Seiten gleich überladen sind.

Ein Lesevergnügen für Groß und Klein!

Bettina Rakowitz: König Pups.
Kampenwand Verlag, April 2020.
28 Seiten, Gebundene Ausgabe, 9,85 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Nadine Roggow.

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Ingo Siegner: Alles klar! Der kleine Drache Kokosnuss erforscht die Piraten

Der kleine Drache Kokosnuss, Oskar der Fressdrache und das Stachelschwein Matilda erforschen in diesem Sach-Hörbuch das aufregende Leben der Piraten. In welchem Jahrhundert fuhren Piratenschiffe über die Weltmeere? Warum wurde man überhaupt Seeräuber? Was wollten die Piraten auf ihren Kaperfahrten erbeuten? Wie verteilte man die Schätze?

Dieses Wissen kommt natürlich nicht staubtrocken daher, sondern ist mit einer kindgerechten Geschichte um die drei Freunde verknüpft, die vielen Kindern ja bereits ans Herz gewachsen sind. Gespickt wird das ganze mit ein paar eingängigen Piratenliedern, von denen es – wenn es nach meinem Sohn gegangen wäre – ruhig noch mehr auf der CD hätte geben können. Weiterlesen

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