Irene Winters beschafft für die unsichtbare Bibliothek Bücher. Manchmal rettet sie die Bibliothek auch, gemeinsam mit ihrem Drachenlehrling Kai. Dabei kann sie sich trotz aller Bemühungen nicht immer ganz an die Regeln halten. Deswegen wird sie zwar für ihre Leistungen hoch geachtet, aber von den Mitarbeitern der Bibliothek auch mit Misstrauen beäugt. Das Verhältnis der Bibliothek zu Drachen (und Elfen) ist ohnehin ambivalent, die Beziehungen brüchig. Gerade da tritt ein Drachen an Irene heran und möchte von ihr ein Buch besorgt haben. Für einen Wettbewerb, bei dem es um nichts weniger als einen begehrten Posten und, als Trostpreis für den Zweiten, den Tod geht. Irene weiß, dass sie nicht mit Drachen zusammenarbeiten darf, aber sie kann einen so mächtigen Drachen auch nicht einfach vor den Kopf stoßen. Und ganz sicher weiß sie, dass sie ihren Lehrling Kai aus der Sache heraushalten muß, denn als Drache und angehender Bibliothekar wäre er zweifach in eine Sache verwickelt, in die er überhaupt nicht verwickelt sein darf. Weiterlesen
Horror & Fantasy
Ben Aaronovitch: Geister auf der Metropolitan Line
Die Pendler beschweren sich. Mehrfach. Lautstark. Die Londoner Metropolitan Line hat ein Problem. Pendler sind wichtig. Pendler sind regelmäßige Einnahmen. Pendler können dem Ruf der U-Bahn schaden. Pendler brauchen sich nicht von übergriffigen Geistern antatschen und anschreien zu lassen. Deswegen wird das Foley hinzugezogen und Peter Grant nimmt sich der Sache an.
Der neueste Aaronovitch hat nur einen Fehler: Er ist zu kurz. Verglichen mit den Vorgängern ist das Buch wirklich arg dünn. Darüber kann nur hinwegtrösten, dass im englischen Verlag bereits der Nachfolger für November 18 angekündigt ist, vielleicht ist dieser Roman deswegen so kurz geraten. „Geister auf der Metropolitan Line“ führt Peters Nichte Abigail tiefer ins Geschehen ein und bietet ansonsten den üblichen Aaronovitch/Grant Humor, ich konnte allerdings nicht erkennen, dass er die Gesamtgeschichte um die historischen Magier und den gesichtslosen Mann deutlich weitergebracht hat. Trotzdem war es ein lustiges Lesevergnügen und lohnt sich für Fans der Reihe auf alle Fälle. Weiterlesen
James Abbott: Höllenkönig
Die Sonnenkohorte des Königs war legendär. Nur sechs Krieger umfasst die Eliteeinheit, aber was für ehrenhafte Kämpfer sammelten sich dort. Mit magischen Klingen ausgestattet, konnten sie ganze Heere besiegen, brachten den Unterdrückten, den Verzweifelten und Geknechteten Hoffnung, Freiheit und Frieden. Dann griffen sie versehentlich eigene Truppen an, das Gemetzel führte dazu, dass fünf von ihnen am Strick baumelten, ihr Anführer, der gefeierte Xavir Argentum, der eigentlich der nächste König werden sollte, wurde in das dunkelste Verlies geworfen, das sich finden ließ – die Höllenfeste bekam einen weiteren Häftling. Fünf Jahre sind seitdem vergangen, Xavir hat seine Strafe längst angenommen und als gerechtfertigt erkannt, hat sich in dem auf einem kargen, ewig kalten Berggipfel gelegenen Gefängnis einen Namen gemacht – hier kennt man ihn einzig als Höllenkönig. Dann wird er von seiner Vergangenheit eingeholt. Der einstige Meisterspion des Königs schleicht sich auf der Höllenfeste ein und bringt Nachrichten, schlechte Nachrichten. Weiterlesen
Charlaine Harris: Midnight, Texas 02: Geisterstunde
Texas ist für Vieles bekannt – seine Weite, die Hitze, die Ölfelder und seine überaus stolzen Bewohner etwa. Doch es gibt auch eine andere Seite, abseits von Dallas oder Houston, einen kleinen Ort im Niemandsland, den kaum Jemand kennt, der gerne übersehen wird. Hier in Midnight finden besondere Menschen eine Heimat – Wesen mit außergewöhnlichen Gaben.
Eines Tages, ganz früh morgens, beginnt ein Trupp Arbeiter von Außerhalb das halb verfallene Hotel in der einen Straße der Ortschaft zur renovieren. Ein paar Monate später wird es eingeweiht. Neben den Saisonkräften des in der Nähe gelegenen Internet-Providers sollen hier betuchte Senioren ihre Wartezeit bis zum Freiwerden des gewünschten Pflegeplatzes in einer netten Umgebung verbringen. Hier, ausgerechnet in Midnight? Und dann Senioren, die für ihre Unterkunft gar nichts bezahlen müssen – das geht doch nicht mit rechten Dingen zu! Als der in Midnight ansässige Hellseher Manfred zu einem Außentermin nach Dallas reist, trifft er im Hotel zufällig die undurchsichtige Olivia. Kurz darauf ist das Paar, mit dem Olivia im Restaurant zusammensaß tot.
Dumm, dass auch Manfreds Klientin bei der Séance stirbt. Ihr Sohn bezichtigt den Hellseher, den Schmuck seiner Mutter gestohlen zu haben. Die Polizei und die Medien beginnen sich zunehmend für Midnight und dessen Bewohner zu interessieren. Weiterlesen
Kat Howard: Schatten der Magie
Im New York, wie wir es kennen, existiert eine Parallelwelt, die Unsichtbare Welt. In ihr tummeln sich einige Magier, die ein kompliziertes Machtsystem zwischen sich aufrechterhalten. Etwa alle 20 Jahre kämpfen sie mit magischen Duellen um die Vorherrschaft über die Unsichtbare Welt. Diesmal hat auch die junge Frau Sydney einen Weg ins Duell gefunden und ihre Beweggründe sind nicht nur positiv. Ein Sieg von Sydney könnte die komplette Unsichtbare Welt in Erschütterungen versetzen. Keiner ahnt, dass Sydney im gefährlichen Haus der Schatten groß geworden ist.
Wer bei Kat Howard eine Geschichte à la Harry Potter erwartet, wird definitiv enttäuscht sein. „Schatten der Magie“ ist eine Art politisch angehauchtes Buch über Magie. Die Magier leben in der so genannten Unsichtbaren Welt, verborgen vor den Augen der normal sterblichen Menschen. Soweit die Gemeinsamkeit mit Harry Potter. Weiterlesen
Robert Jackson Bennett: Die Stadt der träumenden Kinder
„Es ist ungerecht, dass Menschen, die wir lieben sterben und uns allein zurücklassen. Aber noch ungerechter ist, dass sie niemals ganz von uns gehen.“ (Seite 401)
Einst, so lange ist es noch nicht her, stürzten sie ihre auf Erden wandelnden Götter. Die Rede ist vom Kaj und der Säuberung, wie der Göttermord inzwischen genannt wird. Schwarzes Blei, die einzige Waffe, die gegen Götter wirkt, war der Schlüssel zur Befreiung des Kontinents. Sigrud je Harkvaldsson hat damals daran ebensowenig teil, wie seine Freundin, Vorgesetzte und Politikerin Shara Komayd. Später aber wurden sie als Agenten in Dienst des Kontinents in die Auseinandersetzungen mit göttlichen Relikten und den wenigen, versteckten Göttern verwickelt – in einer sehr direkten Art und Weise. Damals sorgte Sigrud höchstselbst für das Ableben zweier der letzten verbliebenen Götter. Doch auch das ist lange her. Weiterlesen
Hanna Kuhlmann: Nacht der Diebe
Das Leben, das Überleben in den Elendsvierteln der Stadt ist nicht einfach – zumal, wenn man wie der junge Shivari über wenig magisches Talent verfügt. Dennoch, oder gerade deshalb versucht Shivari es verzweifelt, von einer der Diebesgilden der Stadt aufgenommen zu werden. Dann geht, ausgerechnet bei seiner entscheidenden Prüfung als Dieb wirklich alles schief. Zwar gelingt es ihm, die magischen Schutzrunen auszuschalten und in das Gebäude einzudringen, dort aber wartet bereits ein dunkler Schatten mit einem scharfen Schwert auf ihn.
Zwar gelingt ihm die Flucht, doch er wurde schwer verwundet. Endlich, eigentlich wohl das erste Mal in seinem Leben, hat der Junge Glück. Ein Fremder hilft ihn, flickt ihn zusammen und päppelt ihn auf. Dass dieser ihm zunächst unbemerkt, weit mehr vermacht, als nur ein Bett und eine Heilung, wird erst später deutlich. Der Gott des Wassers höchstselbst sucht einen Nachfolger – und scheint in dem jungen Dieb fündig geworden zu sein. Mit seinen neuen Gaben, der nie verlöschenden Magie und der Zeit, die er spart, weil er nicht mehr schlafen muss, geht Shivari seinen Plan, ein erfolgreicher Dieb zu werden, erneut an. Weiterlesen
J. R. Ward: Black Dagger 30: Der Verstoßene
Er und seine Krieger kamen aus dem alten Land. Die Rede ist von Xcor – einem Mann, den seine traumatische Kindheit entscheidend geprägt hat. Vom Vater verlassen, von der Mutter verstoßen, von der Amme im Stich gelassen, vom Ziehvater missbraucht und zum sadistischen Krieger herangezogen kam er auf der Suche nach Lesser, die er töten könnte, in die neue Welt. Dann beschloss er, dass der König und seine Leibwächter, die Black Dagger verweichlicht wären, dass er selbst ein besserer König als Wrath wäre. Ein Anschlag auf das Leben Wraths misslingt, doch der König ist seitdem geblendet. Als die Bruderschaft Xcor gefangen nimmt, schließt er mit seinem Dasein ab. Dass er vor seinen gewaltsamen, sicherlich schmerzhaften Ende noch die Liebe einer Auserwählten erfahren durfte, gibt seinem Leben dennoch Sinn.
Doch dann verschont ihn der König, er findet in den Armen Laylas kurzzeitig Frieden. Dass diese gerade Zwillinge geboren hat, dass deren Vater ein bekennender homosexueller Vampir ist wäre nicht schlimm – wenn Qhuinn nicht Xcor und Layla mit unnachgiebigem Hass verfolgen würde. Weiterlesen
Christian von Aster: Der Orkfresser
Lieben Sie Fantasy? Zieht es sie auch gerne, an der Seite junger, entwicklungsfähiger Helden in Begleitung eines Zauberers mit spitzem Hut in die Weiten einer archaischen Landschaft? Genießen Sie es, bei einem vertrauten Lagerfeuerabend mit Barden, Elfen und Rittern zu parlieren und am nächsten Morgen gegen die wilden Horden der Zwerge, Vampire oder gar Orks zu Felde zu ziehen? Dann hören Sie sofort auf zu lesen, und fassen Sie das neueste Buch vom in Leipzig lebenden, den deutschen Sprachraum mit seinen darbietenden Lesungen bezaubernden von Aster nicht einmal mit der sprichwörtlichen Zange an. Denn dort stoßen Sie auf einen, der Sie mit ihrem liebsten Lesefutter versorgt – sprich einem Autor. Einem Fantasy-Autor, schlimmer noch einem erfolgreichen Fantasy-Schriftsteller, ganz, ganz schlimm, einem Bestsellerverfasser einer Serie!
Aaron Tristen hat mit seiner Fantasy-Serie „Engel gegen Zombies“ das erreicht, von dem ein jeder Autor träumt. Er ist berühmt, mehr noch wird umschwärmt und verdient sich eine goldene Nase. A pro pos Nase – ja auch das berühmte weiße Pulver kann er sich leisten, ebenso wie zwei großzügige Appartements in Metropolen unseres Landes, Geld hat er weit mehr zur Verfügung, wie Nerven. Die lassen in letzter Zeit gewaltig zu wünschen übrig, wenn er seinem andächtig lauschenden Publikum aus seinem neues literarischen Erguss vorliest und signiert, dass ihm die Griffel wehtun. Weiterlesen
Cornelius Zimmermann: Rocking the Forest: Ein Müützelwald-Roman
Das 237. Rocking the Forest Festival steht an – und just 10 Tage vor Beginn des prestigeträchtigen Events, verlassen die drei unfähigen, untalentierten und undankbaren Musiker, die der einst gefeierte Iggy, der Wolfmorf um sich und seine Band die Müützel Monotones gesammelt hat, selbige. Nun steht er da, er der gefeierte Star, der durchstarten wollte, der all den jungen Libellenpoppern noch einmal zeigen wollte, wie man richtige Forest Musik macht, wie man den Forest rockt .
Alleine, verlassen und deprimiert – doch Aufgeben ist keine Option. Er macht sich auf, sich Rat zu suchen bei einem, der einst das Festival, ja die Musik beherrscht hat – Blubb, die Pfütze. Schon auf dem Weg zu diesem begegnen ihm die aberwitzigsten Wesen, Musiker und Möchtegern-Stars. Und eine Wolfmorfin, die unseren Bandleader förmlich aus den Socken haut. Dann aber muss er erkennen, dass seine große Hoffnung von den Libellenpoppern entführt wurde – und schon macht er sich auf die Suche nach Blubb, die Pfütze … Weiterlesen