Nicholas Sparks: Wenn du mich siehst

sparkDer amerikanische Bestseller-Autor Nicholas Sparks ist die männliche Antwort auf Rosamunde Pilcher. Im Kino läuft gerade die Verfilmung seines Buchs „The Choice – Bis zum letzten Tag“, und soeben ist sein neuer Roman erschienen: In „Wenn Du mich siehst“ betritt der 50-jährige Neuland.
Nach 17 Liebesromanen schreibt der Romantik-König einen Thriller. Zumindest teilweise, denn „Wenn Du mich siehst“ ist ein Zwitter: zur Hälfte eine Liebesgeschichte, zur anderen Hälfte ein Krimi. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Szczepan Twardoch: Drach

drachDer polnische Autor Szczepan Twardoch ist deutschen Lesern seit 2014 bekannt. Damals erschien sein wuchtig-düsteres Erstlingswerk „Morphin“, das mit den Themen Drogen, Sex, Gewalt und andere menschliche Abgründe einen faszinierenden Lesesog entwickelte.

Um menschliche Abgründe geht‘s auch in seinem neuen Werk „Drach“, aber diesmal macht es der 1979 geborene Autor seinen Lesern ungleich schwerer als im Erstling. Er erzählt keine lineare Geschichte, sondern springt – manchmal mehrmals auf einer Seite – wild durch die Zeiten. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

T. R. Richmond: Wer war Alice

Nach einer Kneipentour mit Freundinnen wird die 25jährige Alice Salmon tot im Fluss gefunden. Was man weiß: Sie war stark betrunken; sie muss von der nahegelegeWer war Alice von T R Richmondnen Brücke gestürzt sein; sie ist ertrunken. Aber was ist wirklich passiert?
Denn Alice befand sich gerade an einem ziemlichen Tiefpunkt: Trennung von ihrer großen Liebe, Bruch mit der Mutter, dazu die Aufarbeitung eines alten persönlichen Traumas, die sie tief aufwühlte. Auch Depressionen waren ihr nicht fremd. Also Suizid?
Nie im Leben, sagen ihre Freunde; sie hatte Pläne, sie war zuversichtlich, sie war genau wie immer. Also ein Unfall? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Joyce Maynard: Gute Töchter

gut1979: Im ländlichen Gebiet rund um San Francisco wachsen die 11- und 13-jährigen Geschwister Patty und Rachel auf. Ihr Vater hat die Familie vor ein paar Jahren wegen einer anderen Frau verlassen. Seitdem ist ihre Mutter depressiv und kommt kaum mehr aus ihrem Zimmer. Rachel und Patty sind deshalb schnell selbstständig geworden und wachsen in Freiheit auf dem nahegelegenen Berg auf. Doch dann erschüttert eine Mordserie die Gegend. Innerhalb kürzester Zeit werden am Berg mehrere vergewaltigte Frauenleichen aufgefunden. Der sogenannte Sunset Strangler wird gesucht. Federführend bei den Ermittlungen ist der Vater der Mädchen. Doch lange Zeit hinterlässt der Täter keine Spur. Zu spät wird klar, in welch großer Gefahr sich Patty und Rachel befinden. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Boris Vian: Der Schaum der Tage

schaumKann ein Buch fesseln, dessen Inhalt einem wie Schaum zwischen den Fingern zerfließt? Der Roman „Der Schaum der Tage“ vom Franzosen Boris Vian fasziniert und ist eine der poetischten Liebesromanzen, die man sich vorstellen kann. Und auch eine der surrealsten.
Geschrieben hat Vian diesen Dada-Roman schon 1946; die Erstausgabe in Frankreich verkaufte sich nicht, jetzt ist das Buch in einer neu überarbeiteten Fassung auf Deutsch erschienen – in einem Einband aus japanischem Seidenpapier.
Colin liebt Chloé, sie heiraten, dann wächst eine Seerose in Chloés Lunge. Sie stirbt. In der Krankheit verändern sich nicht nur die Figuren – Colin und seine Freunde –, sondern auch die Wohnung: Die Zimmer werden kleiner, der Boden modert.
Ein Buch wie ein Gemälde von Salvador Dali hat Boris Vian mit diesem Roman geschrieben: fantasievoll, verrückt, aber sehr berührend.

Boris Vian: Der Schaum der Tage.
Karl Rauch, November 2015.
220 Seiten, Gebundene Ausgabe, 20,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Robert Williams: Tief in den Wald hinein

waldAls Harriet geboren wird, schreit sie fast ununterbrochen. Ihre Eltern, Thomas und Ann, gehen vergeblich von Arzt zu Arzt. Schreien sei normal, hören sie als Erklärung. Ihre Verzweiflung führt zu dem Arrangement, abwechselnd die nächtliche Betreuung zu übernehmen, damit der Rest der Familie Schlaf findet. Eines Nachts entdeckt Thomas, dass Harriet im Wald von Abbeystead nicht mehr schreit. Mehrmalige Versuchen zeigen das gleiche Ergebnis. In diesem Wald fühlt sich die Tochter zum ersten Mal richtig wohl. Die Eltern beschließen, ihr Haus in der Stadt zu verkaufen und eine heruntergekommene Scheune im Wald zu sanieren. Das Leben in der Einsamkeit scheint für die gesamte Familie eine glückliche Entscheidung zu sein.
Die friedliche Idylle wird gestört, als Männer eines Abends in ihr Haus eindringen und die gesamte Familie in Geiselhaft nehmen. Am nächsten Morgen soll Thomas, der Direktor einer Bank ist, den Männern den Banktresor öffnen, während zwei von ihnen bei Ann, Harriet und ihrem Bruder Daniel bleiben. Das Gefühl der Sicherheit, Geborgenheit und dem kleinen Glück ist nun zerbrechlich geworden.
Robert Williams dritter Roman »Tief in den Wald hinein« ist nicht nur wunderschön geschrieben, sondern auch spannend zu lesen. Unweigerlich fühlt der Leser mit den liebevoll gezeichneten Protagonisten, als seien sie »reale Menschen«. Aus der Perspektive von vier grundverschiedenen Personen wird deren Sehnsucht nach einem friedvollen oder erfolgreichen Leben beschrieben. Der zu klein geratene Keith leidet unter einem Minderwertigkeitsgefühl. Jeden größeren Menschen betrachtet er automatisch als einen Akt der Häme. Deshalb will er um jeden Preis Erfolg haben. Thomas und Ann lieben einander, können aber nicht immer ihre unterschiedlichen Bedürfnisse miteinander verbinden. Und Raymond, hünenhaft und schüchtern zugleich, kämpft mit seiner tiefsitzenden Einsamkeit. Der Überfall verknüpft und verändert nachhaltig ihre Biografien.
Viel zu schnell ist die letzte Zeile erreicht. Romane wie diesen sollte es häufiger geben.

Robert Williams: Tief in den Wald hinein.
Berlin Verlag, Februar 2016.
304 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Bovenkerk-Müller.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Meg Mitchell Moore: Eine fast perfekte Familie

mooBei den Hawthornes in Kalifornien läuft äußerlich vieles ziemlich rund: Mutter Nora und Vater Gabe haben Erfolg in ihren Jobs, Tochter eins – Angela – hat als Jahrgangsbeste ihrer Schule beste Chancen, in Harvard angenommen zu werden. Tochter zwei – Cecily – ist eine erfolgreiche Tänzerin und zugleich der Sonnenschein der Familie. Nur Tochter drei – Maya – bereitet etwas Kummer, weil sie einfach nicht lesen lernen will.

Doch mit wachsender Seitenzahl merkt der Leser, dass auch vieles von dem sonstigen Glück der Familie nur Fassade ist. Hinter den schönen Kulissen lauern jede Menge Stress und gleich mehrere düstere Geheimnisse. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit

wellsNach längerer Pause ist Benedict Wells neuer Roman „Vom Ende der Einsamkeit“ erschienen.
Dass er das Handwerk der Erzählkunst bestens beherrscht, hat der Autor bereits bewiesen.
Mit „Vom Ende der Einsamkeit“ ist ihm eine wunderbar einfühlsame Geschichte gelungen, die seine vorangegangenen Bücher noch toppt! Aus den Zeilen spricht so viel Lebensweisheit, die für einen so jungen Autor erstaunlich ist. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Linda Zervakis: Königin der Bunten Tüte: Geschichten aus dem Kiosk

buntGerade recht zum Jahr des Kioskes kommt das Buch „Königin der bunten Tüte“ von Tagesschau-Sprecherin Linda Zervakis. Für eine Anekdotensammlung rund ums Büdchen ist es allerdings zu harmlos.
Die Moderatorin erzählt mehr von ihrer griechischen Familie, die in Hamburg-Harburg einen Kiosk betrieben hat. Aber die Menschen am Büdchen kommen zu kurz. So bleibt das Buch eine etwas andere Biografie von einer Kindheit in Armut und der Jugend in der 80er-Jahre, inklusive erster Liebe. Schade, denn zwischen Weingummi und Illustrierten hätte viel mehr Menschliches Platz gehabt, das nur am Rande vorkommt und vom Familienleben nach Feierabend verdrängt wird.

Linda Zervakis: Königin der Bunten Tüte: Geschichten aus dem Kiosk.
Rowohlt Polaris, September 2015.
224 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Pierre Jarawan: Am Ende bleiben die Zedern

endeDem 1985 geborenen Münchner Autor mit libanesischem Vater, Pierre Jarawan, gelingt in seinem Debütroman „Am Ende bleiben die Zedern“ gleiches Mehreres: eine spannende Familiengeschichte zu erzählen etwa oder ein Schlaglicht auf die historische und aktuelle politische
Situation im Libanon zu werfen. Außerdem dokumentiert das Buch die Zerrissenheit von Migranten in Deutschland zwischen alter und neuer
Heimat. Stellenweise verströmt es sogar einen Hauch von Tausend und einer Nacht. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: