Anne Sanders: Mein Herz ist eine Insel

Da das Buch im Rahmen der „Hello Sunhsine“-Kampagne von Blanvalet als kostenloses eBook zur Verfügung gestellt wurde und im Zusammenhang mit einer Gewinnmöglichkeit steht, muss dieser Beitrag als #Werbung gekennzeichnet werden. Dies beeinflusst aber nicht die ehrliche Meinung zu dem rezensierten Buch.

Vor Jahren hat Isla Grant die Insel mit weit gespreizten Federn verlassen, jetzt kehrt sie mit empfindlich gestutzten Flügeln zurück. Der Mann, dem sie 10 Jahre lang vertraute,hat sie offensichtlich nur betrogen und ausgenutzt. Für ihre Familie ist ihre Rückkehr nicht ganz einfach, denn schon ihrer Mutter wurde die Insel zu klein, sie verließ die Familie und kehrte nie zurück. Und da ist noch Finn, die beiden waren ein Paar, ehe Isla der Insel so sang- und klanglos den Rücken kehrte. Aber die Insel ist klein, man kennt sich und so mancher hat immer wieder die Hände im Spiel, um die beiden zusammenzubringen. Weiterlesen

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Hannah Rothschild: Die Launenhaftigkeit der Liebe

Der Scheich und die Sheikha von Alwabbi haben ein riesiges Luxusmuseum erbaut, ohne ein einziges Kunstwerk darin. Die russischen Zinn- und Kaliummagnaten Wladimir Antipowski und Dimitri Woldakow befinden sich in einem Wettstreit. Mrs. Appledore, eine achtzigjährige Grande Dame der Park Avenue, plant einen letzten Coup. Die französische Regierung will es zurück, doch die britische Regierung will es nicht hergeben. Sie alle finden in London zusammen, um sich bei einer Auktion „Die Launenhaftigkeit der Liebe“ zu sichern. Dieses lange verschollene Gemälde hat die Köchin Annie McDee in einem Trödelladen gefunden – nichts ahnend, dass sie damit in das Abenteuer ihres Lebens gerät. Hannah Rothschild ist ein amüsantes, spannendes Stück Literatur über die Kunst gelungen. Kein Wunder, entstammt sie doch der berühmten jüdischen Bankiersfamilie Rothschild, die auch durch ihre Kunstsammlungen zu Ruhm und Reichtum gelangte. Weiterlesen

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Eduardo Rabasa: Der schwarze Gürtel

Für Fernando bedeutet der Schwarze Gürtel einfach alles. Er steht für den erfolgreichen Abschluss einer langen Bewährungsprobe und den Beginn einer machtvollen Karriere. Diese Auszeichnung verleiht der Chef der Beratungsfirma ‚Soluciones‘, der über Lautsprecher unverständliche Anweisungen gibt.

Jeden Tag erfahren Fernando und seine Kollegen über die elektronische Anzeigetafel ihren aktuellen Platz in der Hierarchie und wo sie arbeiten sollen. Diesem Konkurrenzdruck hält Fernando nur stand, in dem er seine Nerven mit Tabletten und Alkohol beruhigt. Eine weitere Unterstützung findet er bei dem Hausmeister Dromundo. Egal, wie seltsam Fernandos Befehle anmuten, Dromundo springt, riskiert mal seine Gesundheit oder sein Leben und trägt auf diese Weise Fernando von einem Erfolg zum nächsten. Trotzdem wird Fernando plötzlich entlassen. Weiterlesen

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Arno Geiger: Unter der Drachenwand

Der Soldat Veit Kolbe hat mit seinen knapp 24 Jahren schon vier Kriegsjahre auf dem Buckel, als er Ende 1943 an der Ostfront verwundet wird. Nach einem Aufenthalt in einem Lazarett reist er zum Genesungsurlaub zu seinen Eltern in Wien. Veits Wünsche auf dem Heimweg sind bescheiden: Alleine in einem Zimmer schlafen, nicht mehr mit erfrorenen Finger unter dem LKW im Schnee liegen oder alle vier Wochen eine neue Zahnbürste bekommen. All das hat ihm im Krieg gefehlt und auch, wenn sich diese Wünsche in Wien erfüllen, kehrt er in ein ihm fremdes Zuhause zurück. Die Eltern gehen ihm auf die Nerven, er gibt vor allem seinem Vater die Schuld an einer verdorbenen Kindheit, in der die Schlagworte „Standhaftigkeit“ und „Konsequenz“ die Hauptrolle spielten.

„Was die Familie an Persönlichkeitszerstörung anfängt, setzt der Krieg fort“, notiert Veit in seinem Tagebuch. Als er es nicht mehr aushält, besorgt ihm sein Onkel Johann, Gendarmeriepostenführer in Mondsee, ein Zimmer, in dem er sich weitab der Großstadt erholen kann. Johann ist ein Opportunist, wie er im Buche steht. Davon profitiert auch Veit, der durch den Onkel zu einem funktionierenden Ofen und mancherlei anderen Vergünstigungen kommt, ihn aber dennoch für seine Haltung verachtet. Weiterlesen

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David Szalay: Was ein Mann ist

Der britische Schriftsteller David Szalay geht in seinem Buch „Was ein Mann ist“ der Frage nach, was eigentlich die typischen Wesensmerkmale und Charaktereigenschaften von Männern sind. Dazu reiht er neun kürzere Erzählungen aneinander, in denen ganz unterschiedliche Männer im Alter zwischen 17 und 73 Jahren im Mittelpunkt stehen. Manche sind arm, manche reich, einige haben einen höheren, andere einen niedrigen Bildungsgrad.

Oft – und wie sollte es anders sein – stehen in diesen Geschichten die Beziehungen zu Frauen im Fokus. Aber während der 17-Jährige Simon Tag und Nacht an seine Angebetete denkt, obwohl er noch nie mit ihr gesprochen hat, geht es später um Streit in Beziehungen oder sogar gescheiterte Ehen. Weiterlesen

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Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore 01: Eine Idee erscheint

Der weltberühmte, japanische Schriftsteller Haruki Murakami (Jahrgang 1949) hat mit seinem neuen Roman „Die Ermordung des Commendatore I – Eine Idee erscheint“ wieder einmal die Bestseller-Listen gestürmt. Das Buch erschien am 22. Januar 2018 in einer Übersetzung von Ursula Gräfe beim DuMont Verlag.

In dem Roman, dessen zweiter Teil im April 2018 in Deutschland erscheinen wird, begibt sich ein sechsunddreißigjähriger, japanischer Porträtmaler nach der Trennung von seiner Ehefrau Yuzu, mit der er beinahe sechs Jahre verheiratet war, zunächst auf eine ziellose Autofahrt durch Japan. Schließlich kommt er in einem alten Haus in den Bergen („…eine Art Cottage im westlichen Stil.“) unter, das ihm sein Freund Masahiko Amada vermietet. Masahiko ist der Sohn des Malers Tomohiko Amada, der nun unter Demenz leidend in einer Seniorenresidenz lebt. In dem leer stehenden Haus bei Odawara hatte Masahikos berühmter Vater Bilder im klassischen japanischen Nihonga gemalt („…Bilder…, die vornehmlich unter Verwendung von Leim, Farbpigmenten und Blattgold entstehen.“). Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, gibt der Porträtmaler Kunstunterricht in einem Kulturzentrum,  außerdem beginnt er eine Affäre mit einer seiner erwachsenen Schülerinnen. Weiterlesen

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Sonja Heiss: Rimini

Der Roman erinnert mich an die großen amerikanischen Gesellschaftsromane von John Updike oder Jonathan Frantzen. Sonja Heiss zerpflückt eine vermeintlich normale Familienstruktur, d.h., gutbürgerliche Mittelschicht, wo man vordergründig denkt, jau, kenn ich – so weit so gut! Doch nach und nach kommen die Abgründe. Alexander und Barbara als Großeltern, wie man sie nie selbst werden wollen würde!

Der angeschlagene Alexander und die depressive Barbara haben zwei Kinder, Hans und Masha, die dabei sind, ihre Träume und Sicherheiten zu zertrümmern, weil die Brüchigkeit ihrer Lebensläufe, eine relativ gelassen Art von Glück einfach nicht vorgesehen hat. Masha ist jetzt um die vierzig und verspürt den Kinderwunsch in sich, mit all den biologischen Uhren und Bremsen, an Haut, Sexualität und Seele. Weiterlesen

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Silvia Bovenschen: Lug und Trug und Rat und Streben

Agnes Lupinski hat Kopfschmerzen. Sie ist müde und erlebt gerade einen merkwürdigen Tag. Diverse elektrische Geräte von der Zahnbürste über den Computer bis zur Spülmaschine und dem Staubsauger geben ihren Geist auf. „Ein beschissener, verschlissener Tag“, denkt sie und kommt ins Grübeln, ob nur bei Maschinen Schwächen eingebaut werden, um sie nach einer bestimmten Zeit unbrauchbar zu machen oder ob es diese „Sollbruchstellen“ auch bei Menschen gibt. „Eine künstlich verknappte Lebenszeit…?“

Und dann kündigen sich auch noch ihr Schwager Ulli und ihr Neffe Max an und ihr Freund Frederic schleppt sie in ein Küchenstudio, in dem sie sich fragt, ob moderne Küchen jetzt so aussehen wie Weltraumoperationssäle oder Geheimlaboratorien.

So beginnt Silvia Bovenschens letzter Roman über die Bewohnerinnen und Bewohner eines unscheinbaren, etwas altmodischen Hauses. Außer Agnes, die das Erdgeschoss bewohnt wären da im 1. Stock ihre Tante Alma Lupinski und deren Schwager Herr von Bärentrost, Bruder ihres lange verschollenen Ehemannes, der im Keller residiert. Weiterlesen

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Elena Ferrante: Die Geschichte des verlorenen Kindes

Auf mehr als 2200 Buchseiten hat Elena Ferrante (ein Pseudonym) die Geschichte der mehr als 60 Jahre dauernden Freundschaft zwischen Lila und Elena erzählt. Jetzt ist der vierte und letzte Band der neapolitanischen Tetralogie erschienen. Eigentlich besteht „Die Geschichte des verlorenen Kindes“ sogar aus zwei Bänden; die letzten 200 Seiten sind mit „Geschichte vom bösen Blut“ überschrieben.

Elena, eine erfolgreiche Schriftstellerin, ist mit ihren beiden Mädchen wieder zurück nach Neapel gezogen. Nach der Trennung von Nico wohnt sie wieder im Rione, dem verwahrlosten Viertel von Neapel und sogar im selben Haus wie Lila. Die Bindung zwischen den Freundinnen, die sich zwischendurch aus den Augen verloren hatten, wird wieder enger. Und beide Frauen sind sogar zur selben Zeit wieder schwanger, bringen jede ein Mädchen zur Welt. Tina, die Tochter von Lila, ist „das verlorene Kind“, das mit vier Jahren plötzlich spurlos verschwindet. Weiterlesen

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Sophie Chen Keller: Die unzähligen Wunder der Carmine Street

Die Patisserie der kleinen Dinge der Lavenders ist ein Ort voller Magie. Hier posieren Cremetörtchen vor den Spiegeln der Vitrine, knusprige Puffreisecken räkeln sich genüsslich wie Katzen, gefüllte Vol-au-Vent-Mäuse hüpfen durcheinander. Die Kunden lieben diesen Laden, den Duft, die Kreationen von Lucy Lavender, und sie wissen, wie wichtig das ledergebundene Buch in der Vitrine am Fenster ist. Lucy bekam es einst von einer Unbekannten geschenkt, der sie eine freundliche Geste erwiesen hatte, und mit dem Buch erwachte der Laden zum Leben. Er ist das Zuhause von Lucy, ihrem Sohn Walter Lavender jr. und Golden Retriever Milton. Hier fühlt sich der zwölfjährige Ich-Erzähler Walter geborgen und verstanden, obwohl er kaum spricht. Er hat eine motorische Sprechstörung, es gelingt ihm nicht, Worte mit Lippen und Zunge zu formen, obwohl sie in seinem Kopf sind. In der Schule steht er im Abseits, er hat sich daran gewöhnt, immer übersehen zu werden. Er ist ein guter Beobachter und bemerkt Dinge, die anderen niemals auffallen würden, wie „Schrammen oder Schnörkel auf der Wirklichkeit“ oder „das enttäuschte Zischen, wenn man etwas im Keim erstickt, bevor es ausgesprochen werden kann“ (Zitat S. 8.). Weiterlesen

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