Clay arbeitet in der Nachtschicht einer besonderen, irgendwie schrägen Buchhandlung. Allein schon die Tatsache, dass Mr. Penumbras Buchhandlung 24 Stunden am Tag geöffnet hat, ist sonderbar genug. Dass nachts sogar Kunden kommen, unterstreicht dies noch mehr. Und diese Kunden selbst sind auch komisch. Clay hat die Anweisung, zu jedem Kunden eine Art Logbuch zu führen, in dem er Aussehen, Stimmung und Besonderheiten festhalten soll. Und niemals, niemals soll er in eines der Bücher im hinteren Teil des Ladens schauen. Eines der Bücher, die die seltsamen Männer des Nachts ausleihen. Doch die Versuchung ist zu groß und Clay kommt einem Geheimnis auf die Spur. Weiterlesen
Autor: Leselust Team
Jessi Kirby: Dein eines, wildes, kostbares Leben
„Sag mir, was hast du vor mit deinem einen, wilden und kostbaren Leben?“ Diese Frage stellt der Englischlehrer jedes Jahr seiner Abschlussklasse und verteilt im Anschluss leere Tagebücher, die dann die einzige Hausaufgabe für den Rest des Jahres darstellen. Die jungen Erwachsenen werden gebeten, ihre persönliche Zukunftsvision aufzuschreiben. Was wollen sie mit ihrem Leben anfangen? Wo wollen sie in zehn Jahren stehen? Denn genau so lange behält er die Tagebücher, bis er sie an die mittlerweile erwachsen gewordenen Mittzwanziger verschickt. Die 17-jährige Parker ist zwar nicht in seinem Kurs, hilft ihm aber beim Versand der diesjährigen Tagebücher. Dabei stolpert sie ausgerechnet über das Tagebuch von Julianna Farnetti, für deren Ehrenstipendium sie sich soeben beworben hat. Denn Julianna ist berühmt in dem kleinen Städtchen. Nur wenige Tage nach der Abgabe des Tagebuches ist das junge Mädchen verstorben. Parker brennt darauf, zu wissen, ob das Tagebuch etwas zu ihrem Tod verrät. Weiterlesen
Paul S. Kemp: Pakt des Blutes
Sie sind die erfolgreichsten und erfahrensten Grabräuber ihrer Welt. Der flinke Nix und Egil mit seinem Streithammer haben sich als Diebe einen tadellosen Ruf erarbeitet, haben Mausoleen und bestens gesicherte Grabmäler geplündert und dabei Schätze ergattert, die es ihnen erlauben würden, bis ans Lebensende in Saus und Braus zu leben.
Nun wollen sie es ein wenig geruhsamer angehen lassen, erwerben eine heruntergekommene Kaschemme und müssen doch feststellen, dass ihr Renommee durchaus auch seine negativen Seiten hat. Ausgerechnet der Hexer des Stadtbürgermeisters, ein Mann aus einer der besten, einflussreichsten Familien hat es auf sie und ihre Kenntnisse abgesehen. Weiterlesen
Arthur Schnitzler: Später Ruhm (1895)
Jeder Mensch hat in seinem Leben mindestens einen großen Traum: Manche streben einen besonderen Beruf an, sehnen sich nach der großen Liebe oder Reichtum …
Eduard Saxberger träumte von einem Leben als Dichter. Den ersten Schritt hatte er geschafft, als sein Gedichtband „Wanderungen“ veröffentlicht worden ist. Und danach das lange Hoffen auf den Durchbruch, auf Aufmerksamkeit, Anerkennung. Irgendwann wurde das Hoffen vergeblich, schmeckte schal und wurde schließlich ad acta gelegt.
Inzwischen ist Eduard Saxberger siebzigjährig, Beamter und lebt alleine in kleinen Räumlichkeiten. Mit dem Besuch seines ersten Fans, des Herrn Meier, Mitglied im Verein „Begeisterung“, scheint sich sein tristes Leben zu verändern. Auf einmal sitzt er im Kreis von hoffnungsfrohen Künstlern, die ihn bejubeln und mit ihm einen öffentlichen Auftritt planen. Weiterlesen
Laila el Omari: Schattenmädchen
Ceylon, 1895: Bisher war das Leben auf den Teeplantagen für die 16-jährige Maya von Langeweile geprägt. Doch in diesem Jahr hat nicht nur ihre Schwester Irene ein Geheimnis, auch der in der anderen Hälfte des Herrenhauses lebende Adrian taucht von seiner Schulausbildung im fernen London wieder auf. In der Zwischenzeit ist aus dem Lausbuben ein junger Mann geworden, der sofort Mayas Aufmerksamkeit in seinen Bann zieht. Und dann ist da noch das seltsame Kellerverlies, welches Maya mit Adrian gemeinsam entdeckt. Wer wurde dort gefangen gehalten? Und warum? Maya steht kurz davor, ein gut gehütetes Familiengeheimnis aufzudecken … Weiterlesen
Susanna Tamaro: Ein jeder Engel ist schrecklich
In „Ein jeder Engel ist schrecklich“ erzählt Susanna Tamaro davon wie sie aufgewachsen ist und wie sie zum Schreiben gekommen ist. Dabei gewährt sie den LeserInnen sehr intime Einblicke in ihre von widrigen Umständen geprägte Kindheit und Jugendzeit innerhalbs einer lieblosen Familienstruktur.
Susanna Tamaro ist ein von Ängsten getriebenes, entmutigtes, empfindsames Kind. Wie anders wäre mein Leben verlaufen, wenn ich in einer Gegend mit viel Sonne geboren wäre, fragt sie sich, denn Triest, wo sie aufwächst, ist klimatisch von der eiskalten Bora beeinträchtigt.
Wir lesen vom düsteren Dasein eines unglücklichen Mädchens mit unglücklichen Eltern, die sich abschotten und in eisiges Schweigen hüllen. Weiterlesen
David Levithan: Letztendlich sind wir dem Universum egal
Jeden Tag ein neues Leben. Jeden Tag ein neuer Körper. Seit 16 Jahren wacht „A“ jeden Morgen als jemand anderes auf. Immer sind es Jugendliche in seinem Alter, immer muss er für einen Tag deren Leben führen. So geht das seit 16 Jahren und er stört sich allmählich nicht mehr daran. Nur nichts zu nahe kommen lassen. Doch dieser Morgen wird alles für immer verändern. Er erwacht als Justin und macht mit dessen Freundin Rhiannon einen Ausflug ans Meer. Justin ist sonst eher der gemächliche Typ, zeigt keine Zuwendung und behandelt Rhiannon meist schlecht. Umso mehr ist sie über seinen Sinneswandel verwundert. Und dann passiert es: „A“ verliebt sich in Rhiannon. Doch auch diesmal kann er nicht bleiben. Am nächsten Morgen wacht er schonungslos als jemand anderes auf. Er weiß, dass er Rhiannon wiedersehen muss! Weiterlesen
Jessica Keener: Schwimmen in der Nacht
18 Jahre hat die Amerikanerin Jessica Keener an ihrem Debütroman geschrieben. Das hat sich gelohnt: „Schwimmen in der Nacht“ ist ein atmosphärisch dichtes Buch in einer sehr schönen Sprache.
Keener erzählt im Rückblick das Leben des Mädchens Sarah Kunitz. Dass sie eine Jüdin ist, die in einer reichen Familie mit Dienstmädchen in Boston lebt, ist für die Handlung nicht so wichtig. Der Roman ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden einer 15-Jährigen, die vom Verlust der Mutter nach einem Autounfall erzählt, vom Auszug des älteren Bruders, vom Leben mit zwei weiteren Geschwistern, vom ersten Freund, einer Abtreibung und der neuen Frau des Vaters. Musik, die die Mutter geliebt hat, wird schließlich zum Glücksbringer.
Jessica Keener: Schwimmen in der Nacht.
C.H. Beck, Januar 2014.
335 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.
Meagan Spooner: Skylark – Der eiserne Wald
Das Mädchen Lark wächst in einer nachapokalyptischen Welt auf. Unter einer mittels Magie erschaffenen Kuppel ist sie Teil einer Gemeinschaft, die viktorianisch anmutende Mechaniken mittels Magie betreibt. Die Machthaber in der Stadt sind die „Architekten“, die allen Kindern und Jugendlichen in jungen Jahren deren Magie abzapfen. Durch dieses selbstlose Opfer der Kinder soll die Kuppel aufrechterhalten und die gefährliche Welt außerhalb ausgesperrt werden. Draußen, so heißt es, werde die Welt von gefährlichen Geschöpfen und außer Kontrolle geratener Magie beherrscht. Weiterlesen
Iny Lorentz: Der weiße Stern
Gisela und Walther sind aus Preußen geflohen und wollten in Amerika ein neues Leben beginnen, wie so viele Auswanderer im 19. Jahrhundert. Doch ihr Schiff kenterte und statt in New Orleans strandeten sie in Mexiko, genauer gesagt in der Provinz Tejas.
Dort teilte der Alcalde von San Felipe de Guzman den Schiffbrüchigen Land zu.
Inzwischen haben die Einwanderer hart gearbeitet, um die Wildnis urbar zu machen und sich eine Existenz zu schaffen.
Das Dasein ist nicht einfach in diesem dünn besiedelten Teil Mexikos. Walther treibt Handel mit den Indianern, sogar mit Po’ha-bet’chy, der zum Stamm der gefürchteten Komantschen gehört. Seine vorurteilsfreie Haltung und seine Ehrlichkeit zahlen sich aus, als Gisela ihr Kind zur Welt bringt, und es nicht stillen kann. Weiterlesen