Rick Riordan: Tochter der Tiefe

Ihr ganzes bisheriges Leben – immerhin 17 Jahre – hat Ana auf diesen Tag hingefiebert. Seit ihrer frühesten Jugend besucht sie, wie ihre Eltern, Großeltern und so weiter bis tief in die Vergangenheit vor ihr die Harding-Pencroft Academy. Jetzt in der neunten Klasse steht ihre Jahrgangsprüfung an. Wenn sie diese besteht, dann werden ihr, wie ihren Kassenkameraden und Kameradinnen, die Geheimnisse der Academy offenbart. Wer von der HP-Academy abgeht, der hat das Rüstzeug, in allen Zweigen, die auch nur entfernt mit dem Meer zu tun haben, Top-Positionen einzunehmen. Dabei sind die Zöglinge von der HP sogar noch einen Tick besser als ihre Konkurrenten von dem konkurrierenden Land Institute. Dumm, dass, kaum dass die Jahrgangsstufe zum Schiff aufgebrochen ist, das sie zu ihrer Prüfung bringen soll, ein Torpedo die Academy mit all ihren Bewohnern vernichtet. Das Stück Land an der Küste Kaliforniens verschwindet in einem Feuerball, das Land Institute hat den Kampf auf ein neues, ein ultimatives Level gehoben.

Nur mehr die 9. Klasse und ihr vom Krebs gezeichneter Lehrer sind übrig. An Bord des Schiffes fliehen sie zunächst aufs offene Meer. Hier offenbart ihnen ihr Professor das Geheimnis hinter der Academy.

HP schützt das Wissen und die Erfindungen Kapitän Nemos. Weiterlesen

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H.S. Eglund: Nomaden von Laetoli

Der Wissenschaftler Martin Anderson hat in Grönland den Hafen des Wikingers Eirik gefunden. Eine Sensation in der Fachwelt. Anderson hat eine glänzende Wissenschaftskarriere vor sich. Dann wird er  überraschend vom renommierten Professor Aaron Miller nach Tansania eingeladen. Dort befindet sich die Fundstätte von Laetoli, wo die Fußabdrücke der Frühmenschenart Australopithecus afarensis gefunden wurden. Dorthin hatte Miller sich geflüchtet, als er seiner Wissenschaftskarriere müde wurde. Und dort meint Miller die Frühmenschen selbst gesehen zu haben.

Anderson steht dem skeptisch gegenüber aber weitere Erfahrungen auf seinem Lebensweg, der ihn auch nach Äthiopien und schließlich nach Sansibar führt, lassen ihn immer mehr an der etablierten Wissenschaft zweifeln und nach einem anderen Sinn suchen.

Und diese Sinnsuche ist es, die das Buch tatsächlich auch ausmacht. Wer einen archäologischen oder paläontologischen Abenteuerroman á la Indiana Jones erwartet, wird weitgehend enttäuscht. Viel mehr begleiten wir Anderson auf einer Sinnsuche, die sein eigenes Leben und die Bedeutung der modernen Wissenschaft betrifft. Weiterlesen

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Katharina Adler: Iglhaut

Die deutsche Autorin Katharina Adler (Jahrgang 1980) lebt und arbeitet in München. 2018 veröffentlichte sie in ihrem ersten Roman mit dem Titel „Ida“ die Geschichte ihrer Urgroßmutter. Nun erschien am 12. April 2022 ihr zweiter Roman „Iglhaut“ im Rowohlt Verlag.

„Iglhaut“, deren Vornamen die Lesenden nicht erfahren, ist Schreinerin und wohnt in einem Mietshaus in München. Ihr Handwerk betreibt sie in einer Garage im Hinterhof des Hauses. Die Nachbarn aus Vorder- und Gartenhaus kommen täglich an ihrer Werkstatt vorbei und fast immer ergibt sich die Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch. Da erzählt ihr Uli Reizberg von dem Hauptgewinn in einem Kreuzworträtsel, einer Reise nach Ägypten. Oder Frau Ivanović beklagt die Wohnungsnot ihres Neffen. Das Ehepaar Zenker von oben streitet die ganze Zeit lautstark, und die Schriftstellerin im Dachgeschoss sieht man nie. Da gibt es noch Jasmina aus der betreuten Wohngemeinschaft und Tildi Rolff, die alte Sozialdemokratin, die inzwischen von Ronnie L. gepflegt  und mit Cannabis versorgt wird. Außerdem wohnt Valeria, Iglhauts Freundin, mit ihrer Tochter Thea im Haus. Es ist Valeria, die auf die Idee kommt, dass die Iglhaut mit Uli nach Hurghada reisen soll. Iglhauts Eltern haben sich getrennt. Der Vater bekocht die Tochter und der Mutter spendete die Iglhaut einst eine ihrer Nieren. Iglhauts Ex, der Anwalt Dori, übernachtet trotz Frau und Kindern hin und wieder bei ihr. Die Kanzlerin ist Vegetarierin und weicht nicht von Iglhauts Seite. Ums Eck kehrt die Nachbarschaft im Imbiss von Herakles und seiner Mama ein. Und für einen Blick in die Zukunft gab es Handlesen in Nurjas Hexenladen. Weiterlesen

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Mikael Bergstrand: Zusammen ist es Freundschaft

Zwei ganz besondere Figuren prägen diesen Roman, zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Und dennoch werden sie Freunde.

Vor allem der einsame Ingemar Modig ist eine Figur, die man einfach mögen muss. Ja, man möchte ihn in den Arm nehmen, trösten und beschützen vor der Welt, die ihm so grausam vorkommt. Und da ist Dalia, das fußballverrückte Mädchen aus Syrien, mutig ohne Rücksicht auf Verluste, beladen mit leidvollen Erinnerungen.

Diese Beiden begegnen sich durch einen Zufall. Ingemar, seit einem tragischen Ereignis psychisch schwer gestört, zählt alles, in der Hoffnung und dem Wunsch, das Ergebnis möge sich durch Drei teilen lassen. Er zählt die Autos auf einem Parkplatz ebenso wie die Bäume auf der Tapete in seinem Wohnzimmer. Ingemar, über 60 Jahre alt und früher erfahrener Fußballtrainer, erkennt sofort das unglaubliche Talent der kleinen Dalia. Sie ist die Wildeste auf dem Spielfeld zwischen all den älteren Jungs, zumindest so lange, bis ihr Vater sie für alt genug befindet, ab jetzt das vorgeschriebene Kopftuch zu tragen. Weiterlesen

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Christoph Zachariae: Projekt DreamWalker – Die Schatten

Dr. Jakob Lem ist Traumforscher und verbringt seine Arbeitszeit in den Schlaflaboren der Berliner Charité. Zu seinen größten Erfolgen zählt das Projekt DreamWalker, welches ihm erlaubt im Schlaf die Träume anderer Menschen zu besuchen. So erhofft er sich, Komapatienten beim Aufwachen helfen zu können.

Auch seine Tochter Isabella verfügt über die Gabe in den Träumen ihrer Mitmenschen wandeln zu können, denn auch sie träumt luzid. Als hochsensibles Mädchen fühlt sie sich fehl am Platz und kann nur in ihren Träumen wirklich frei sein.

Als Lem nach einem Verkehrsunfall im Koma liegt, ist es an seiner Tochter dem Projekt DreamWalker zum Erfolg zu verhelfen und ihren Vater zu retten. Wird sie es schaffen? Oder ist alles zum Scheitern verurteilt?

Der Roman Dream Walker – Die Schatten entstammt der Feder von Christoph Zachariae und hat mir im Gesamteindruck gut gefallen. Die Charaktere wirkten ausgereift und ich konnte mich in einigen ihrer Macken und Charaktereigenschaften durchaus wiederfinden. Weiterlesen

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Diane Hielscher: Liebe neu denken

Wir begleiten die Journalistin und Podcasterin Diane Hielscher in „Liebe neu denken“ auf einer Reise durch die Wissenschaften. Antworten auf ihre Fragen zum Thema glückliche Beziehungen findet sie in der Psychologie, Physik, Chemie, in der Wirtschaftswissenschaft, Neurologie und sogar in der Politikwissenschaft. Das Buch legt sie allen unglücklichen Singles, leidenschaftslosen Eltern, Menschen in kräftezehrenden Beziehungen mit Streit, Machtkämpfen, Affären, Trennungen und Rosenkrieg ans Herz.

Wir erfahren u. a., dass unser Gehirn tatsächlich kein Interesse daran hat, dass wir glücklich sind. Denn Veränderungen wirken bedrohlich. Destruktive Glaubenssätze, unterdrückte Gefühle und Gedanken blockieren uns. Daher sollten wir uns besser überlegen, woran wir denn stattdessen denken und glauben wollen in unserem Leben. Die Autorin erklärt ihre Ausführungen absolut nachvollziehbar und verflechtet diese mit eigenen Erfahrungen. Weiterlesen

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C.J. Tudor: Das Gotteshaus

Wenn ich an Dan Brown denke, machen Hetze und Metropolen als Schauplätze einen Thriller aus. Nicht aber bei „Das Gotteshaus“ von C.J. Tudor. Die Handlung entwickelt sich langsam und spielt am „Arsch der Welt“. Der Roman ist in erfrischender Umgangssprache geschrieben – einschließlich der Kraftausdrücke – und erzählt aus den Perspektiven dreier Figuren. Und er ist spannend vom ersten Satz an.

Als Pfarrerin Jack Brooks mit ihrer 15jährigen Tochter Flo in das gottverlassene Nest Chapel Croft (was nichts mit dem gleichnamigen Waldstück südöstlich von London zu tun hat) einzieht, lässt jeder Moment in der verwahrlosten Kirche und im heruntergekommenen Pfarrhaus Unheil erwarten. Scheinbar will jeder in der zwei Dutzend Häuser großen, aber weitläufigen Gemeinde sein Geheimnis hüten, während Reverend Brooks unter ihrem eigenen leidet und gezwungenermaßen die Geheimnisse ihrer klein- bis spießbürgerlichen Schäfchen lüften muss. Das ist unumgänglich, um den vermeintlichen Spuk der „brennenden Mägdelein“ in ihrer Kirche sowie das Verschwinden zweier Mädchen aufzuklären. Nur so kann sie die befürchtete Gefahr von Flo abwenden. Doch dadurch begibt sie sich in einen Strudel aus Märtyrersage, Tradition, Glaube und Weltlichkeit, der letztendlich für sie und Flo lebensbedrohend wird … Weiterlesen

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Martina Parker: Hamdraht

„Hamdraht“ heißt auf gut Österreichisch so viel wie abgemurkst. Das kurz vorneweg zum Titel dieses „Gartenkrimis“.  Im beschaulichen Burgenland soll demnächst ein exklusives Resort in Betrieb gehen. Es gehört dem Coach und Motivationstrainer Arno Radeschnig und seiner ätherisch schönen Gattin Ophelia. Um der PR ein bisschen auf die Sprünge zu helfen, wird eine Abordnung der Presse dazu eingeladen, ein paar Tage gratis im Retreat zu verbringen, um sich von dessen Vorzügen zu überzeugen.

Vera Horvath vom „Burgenländischen Boten“ ist ebenso dabei wie ein Herr vom „Kärntner Blatt“, drei weitere Gäste sind anwesend und die berühmte Influencerin und Bloggerin Sky Dujmovits mit Gatten Karel. Eben diese Sky Dujmovits wird plötzlich tot aufgefunden. Sie war im Begriff gewesen, ein Bad in Rotwein zu testen, liegt aber mit aufgeschnittenen Pulsadern in der Wanne. Jemand hat ihr mehrere Flaschen Grappa ins Rotwein-Wasser gekippt.  Davon wurde sie vermutlich ohnmächtig und dann hat ihr dieser Jemand die Adern geöffnet.

Vera Horvath und ihre umtriebige Mutter recherchieren ohne polizeiliche Genehmigung und sind den Kommissaren oft eine Nasenlänge voraus, was diese ziemlich ärgert.  Weiterlesen

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Dhonielle Clayton: Die Marveller 01: Magie aus Licht und Dunkelheit

Ella Durand aus New Orleans gehört zu der Fabulierer-Familie, die die Grenze zu den Dunkelreichen bewacht. An ihnen ist es, die Seelen ins Jenseits weiterzuleiten, dafür zu sorgen, dass der Frieden gewahrt wird. Dabei nutzen sie ihre eigene Magie des Fabulierens, werden aber vom Rest der magischen Welt verachtet, ja ausgegrenzt. Ella wird als erste aus den Reihen der Fabulierer ausgewählt, die in luftiger Höhe schwebende Schule der Marveller zu besuchen. Es geht um nichts weniger, als die Diskriminierung abzuschaffen, Vorurteile zu überwinden und die Gemeinschaft der magisch Begabten ein klein wenig gerechter zu machen.

Dass es unsere Ella nicht leicht haben würde an der Eliteschule der Marveller, war allen, auch ihr, von vorne herein klar. Dass sie aber auf derart fiese, neidische Mitschülerinnen treffen würde, verletzt sie. Auch wenn sie sich nach außen hin nicht anmerken lässt, gehen ihr die Bosheiten ganz schön an die Nieren. Dabei versucht sie es wirklich, ihr Temperament zu zügeln, offen und freundlich zu sein, allein, die Abkömmlinge der angesehenen Marveller-Clans dissen sie, wo es nur geht. Weiterlesen

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Alba De Céspedes: Das verbotene Notizbuch

Aus einem Impuls heraus kauft Valeria, als sie für ihren Mann Zigaretten holen geht, ein Notizbuch mit schwarzem Einband. Um in Ruhe ihre ersten Eintragungen vornehmen zu können, spendiert sie Mann und Kindern Karten zu einem Fußballspiel. In den darauffolgenden Wochen und Monaten findet sie nur nachts, wenn alle anderen schlafen, Gelegenheit, ihre Erlebnisse und Überlegungen zu notieren und führt fortan führt sie ein Doppelleben. Niemand darf erfahren, dass sie ein Tagebuch führt.

Valeria lebt mit ihrem Mann Michele und ihren zwei fast erwachsenen Kindern in einer kleinen Wohnung im Rom der Nachkriegsjahre. Die Familie hat sich einen bescheidenen Wohlstand erarbeitet, und um den Kindern Schule und Universität zu ermöglichen, hat auch Valeria eine Arbeit in einem Büro angenommen.

Die Aufzeichnungen verhelfen ihr zu einem klaren Blick auf ihr Leben. Sie beginnt, über ihr Verhältnis zu ihrem Mann nachzudenken, erforscht, wie es dazu kam, dass sie in der Familie schon lange nicht mehr mit ihrem Namen – Valeria – angesprochen wird, sondern nur noch mit „Mama“. Sie realisiert, dass sie nicht mehr als Frau gesehen, sondern auf ihre Rolle als Mutter und Hausfrau reduziert wird. Das gängige Klischee, dass der Mann das Sagen und die Frau sich unterzuordnen hat, trägt sie wie einen Schutzschild vor sich her. Weiterlesen

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