Claudius Reimann: Ist das Jazz oder kann das aus?: Die kurzen Briefe des Hugo Buriem

zazz23 Jahre hat Jule Kleba mit ihrem Vater nicht mehr gesprochen. Zuletzt hat sie ihn gesehen, als ihre Mutter bei einem Autounfall starb. Nun ist der Vater tot, und Jule betritt nach über zwei Jahrzehnten wieder ihr Elternhaus.
Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte erzählt Claudius Reimann in seinem Briefroman „Ist das Jazz oder kann das aus?“. Denn Jules Elternhaus ist vollgestopft mit Briefen von ihrem Jugendfreund Hugo, einem Jazz-Saxophonisten, der ihr in den 23 Jahren nach jedem Konzert einen Brief geschrieben hat. Jules Vater hat die Briefe aufgehoben – irgendwann wird Jule sie schon finden. Sie findet auch Hugo, reist ihm zum Konzert in Gelsenkirchen hinterher. Und schreibt ihm eine Postkarte. „Ist das Jazz oder kann das aus?“ steht darauf und noch mehr Dinge, die Jule beim Aufarbeiten ihres Lebens entdeckt hat.

Claudius Reimann: Ist das Jazz oder kann das aus?: Die kurzen Briefe des Hugo Buriem.
Ventura Verlag, September 2015.
170 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Markus Heitz: Drachengift

gift„Drachengift“ ist die Fortsetzung von „Die Mächte des Feuers“ und „Drachenkaiser“.

Markus Heitz‘ Drachenbücher führen in die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts, in eine Welt, die weitgehend unserer tatsächlichen Vergangenheit entspricht – mit einem Unterschied: Drachen gibt es wirklich. Sie sind einerseits Monster und ständige Bedrohung für die Menschen. Andererseits lenken die ältesten Exemplare, die sogenannten Altvorderen, das Schicksal der Menschheit und ihrer Herrscher geschickt und durchtrieben unbemerkt aus dem Hintergrund. Weiterlesen

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Hans Fallada: Der Alpdruck (1947)

fallKurz vor Kriegsende leben der Berliner Schriftsteller Dr. Doll und seine Frau wie Außenseiter in einem kleinen Ort. Als die Russen die Bewohner von der Naziherrschaft befreien, gehen die Drangsalierungen weiter, denn für die Russen ist jeder Deutscher ein verhasster Feind. Beim Aufbau der neuen Verwaltung wird ausgerechnet Doll zum Bürgermeister gemacht. Ihm obliegt unter anderem die Aufgabe, die heimlich angelegten Vorräte der ehemaligen Nazis zu konfiszieren. Mit Fleiß und Akribie geht Doll an seine Arbeit. Schließlich kennt er die Kriegsgewinnler und die Nazis viel zu gut. Weiterlesen

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Angelika Waldis: Marktplatz der Heimlichkeiten

marktWenn jemand im Bett neben sich jemanden hat, der gerne vorliest, dann Augen zu und zugehört. Kurz vor dem Einschlafen wandert man durch dieses Schweizer Verlagshaus wie in einem Film oder in einer Live Doku. Vorsichtig öffnet sich eine Tür und ein neues kleines Lebensdrama entwickelt sich. in 26 Teilen. Alles aber wie ein Puzzle – und es passt wie selbstverständlich. Manchmal schön, manchmal traurig. Die kleinen, personenbezogenen Stories sind liebevoll gezeichnet, Charakterstudien, wie man sie selbst oft formuliert hat aber selbst nie niederschrieb. Es sind die Kolleginnen und Kollegen, die kurz ein Eigenleben entwickeln um sich dann wieder im Verlag zu treffen. Mit all den Niederträchtigkeiten eines Großraumbüros, voller Neider aber auch netten Menschen. Fast könnte man sagen, wie im richtigen Leben. Es gibt oben und unten, es gibt Karrieregeile und Gelassenheit. Frech verbunden sind die kleinen Schmankerl durch eine Volontärin, die sich zu all dem, was in diesem Haus geschiegt, ihre frechen und manchmal ins Schwarze treffenden Gedanken macht. Genuss ohne Reue!

Angelika Waldis: Marktplatz der Heimlichkeiten.
Europa Verlag, Juli 2015.
250 Seiten, Gebundene Ausgabe, 21,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Fred Ape.

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Peter Buwalda: Bonita Avenue

boniGroßartig! So was habe ich lange nicht mehr gelesen. Ich bin ja ein großer Freund von Gesellschaftsromanen der amerikanischen Beobachter und Autoren, die „Aufstieg und Fall“ von vermeintlichen Helden und/oder Familien beklemmend formulieren können. Meisterhaft wie John Updike in seinen vier Rabbit Romanen, oder Tom Wolfe mit „Fegefeuer der Eitelkeiten“ oder „Ein ganzer Kerl“. Jonathan Franzen versucht in diese großen Fußstapfen zu treten mit „Die Korrekturen“. In Europa kommt dieses klassische Sozialdrama von dieser Qualität seltener daher. Vor Jahren las ich van der Heijdens „Anwalt der Hähne“ oder „Fallende Eltern“. Ein Holländer. Weiterlesen

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Marc Cameron: National Security 01: Eindringlinge

nat9/11 war schlimm, ein Trauma für die Nation, die sich selbst als gotterwählt und für unbesiegbar hält.

Als aber am School Sunday Sale in einer Shopping Mall in Colorado drei LKWs mit je über 1,5 Tonnen Sprengstoff hochgehen, ist es viel traumatischer!
Über 3000 Menschen, zumeist Frauen und Kinder, sterben im Inferno der Explosion.

Der Drahtzieher, der sunnitische Scheich Husseini al Faruk aber plant noch weit Gravierenderes – eine biologische Waffe, die Ebola-ähnliche Symptome hervorruft und sich über die Luft verbreitet, soll den verhassten US-Amerikanern den Garaus machen. Weiterlesen

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Astrid Lindgren: Die Menschheit hat den Verstand verloren, gelesen von Eva Mattes

astridAstrid Lindgren hat sich mit ihren Kinderbüchern in die Herzen von Groß und Klein geschrieben. Wie haben wir Pippi um ihre Stärke beneidet, wollten mit Karlsson um die Häuser fliegen und was haben wir gelacht, als es Michel gelungen ist, mit seinem dicken Kopf schon wieder in der Suppenschüssel stecken zu bleiben. Die Schriftstellerin selbst kennen die meisten nur vom Schwarz-weiß-Bild auf dem Umschlag der Bücher – milde lächelnd, mit weisen Augen. Weiterlesen

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Stefan Moster: Neringa: oder Die andere Art der Heimkehr

neriStefan Mosters Protagonist, ein fünfzigjähriger erfolgreicher Software-Entwickler, der Erfinder der Cloud, begibt sich auf Spurensuche in die Vergangenheit. Das Leben seines Großvaters Jakob Flieder, der Pflasterer in seiner Heimatstadt Mainz gewesen war, beschäftigt ihn. Vor dem elterlichen Haus hatte er einen kunstvoll gemusterten Weg mit kleinformatigen Steinen gestaltet, über den der Erzähler als Kind immer gelaufen war. Auch das Holzpflaster in der Großen Bleiche in seiner Heimatstadt, das später, während der Bombardierungen im Krieg in Flammen aufgegangen war und vielen Menschen das Leben gekostet hatte, soll er gelegt haben. Aus Erzählungen seiner Mutter hat er weiter erfahren, dass der Großvater sehr jähzornig gewesen sein soll und nur durch einen glücklichen Umstand seine Frau nicht getötet hatte. Weiterlesen

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Robert Kraft & Johannes Jühling: Loke Klingsor 01: Der Mann mit den Teufelsaugen

likeDreißig Jahre reiste Samuel Philipp, Milliardärssohn aus New York, durch die Welt. Auf seinen Reisen hat er nicht nur abgelegenste Landstriche, unbekannte Völker und Reichtümer gefunden, er hat auch die Bekanntschaft eines Mannes gemacht, der über wundersam erscheinende Kräfte zu gebieten schien.

Die Sprache ist von Loke Klingsor, Sohn eines Wikingernachfahren und einer Indischen Weisen, erzogen in tibetanischen Klostern und mit besonderen Geisteskräften ausgestattet.

Einst war Philipp dem Geheimnisvollen freundschaftlich verbunden, jetzt aber setzt er sein riesiges Vermögen dazu ein, dem Mann, besser gesagt, der Tätowierung, die dieser auf seinem Rücken trägt, auf die Spur zu kommen. Weiterlesen

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Michael Punke: Der Totgeglaubte: Eine wahre Geschichte

totSouth Dakota, 1823: Der Trapper Hugh Glass hat sich der Rocky Mountain Fur Company angeschlossen und lagert mit ihnen unweit des Grand River. Bei der Jagd wird er von einem Grizzlybären angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Seine Kameraden versuchen anfangs noch, ihn auf einer Trage mit sich zu nehmen, doch so ist ihr Vorankommen mühsam. Glass‘ Lage scheint aussichtslos und alle rechnen damit, dass er am nächsten oder übernächsten Tag sterben wird. Deshalb wird er mit zwei Kameraden zurückgelassen, die ihm ein ordentliches Begräbnis geben und dann zur Gruppe aufschließen sollen. Doch Fitzgerald und Bridger verraten Glass und er schwört im Todeskampf Rache. Weiterlesen

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