Thomas Schweres: Die Abbieger

Alle Achtung vor der Rechercheleistung. Aber doch wohl geboren aus der unmittelbaren Wut oder auch Hilflosigkeit, was die Verkehrssituation im Ruhrgebiet, speziell auf unserem Ruhrschleichweg, die B1, oder später die A40, angeht. Jeder kann davon ein Lied singen. Grad vor einer Woche komme ich am Samstagmittag aus Krefeld und will zurück nach Dortmund. Der Klassiker. Dabei kein pöhlen angesagt, weder die Blauen noch die Schwarz- Gelben. Ich habe ja, wenn es geht, das Navi aus, aber man hofft ja, dass man irgendwie durch dieses Chaos relativ zügig geleitet wird. Am Arsch. Erst fragt mich die freundliche Stimme mit, ob ich wegen der zu erwartenden Verkehrshindernisse nicht umschwenken wolle, um fünf Minuten eher zu Hause zu sein. Ich sag ok, mach mal. So, auf geht’s zur A 42 – um dort eine Stunde zu stehen. Fehlte nur noch, dass sich das Navi noch entschuldigt. Das wäre schon absurd gewesen, aber lustig. So wie der vorliegende Krimi. Weiterlesen

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Jan Costin Wagner: Sonnenspiegelung

Ein plötzlich verstorbener Familienvater, ein geplanter Selbstmord, ein fehl geschlagener Einbruch. Jan Costin Wagners acht faszinierende Geschichten aus „Sonnenspiegelung“ befassen sich mit den Schattenseiten der menschlichen Existenz. Mal bricht das Dunkel scheinbar plötzlich in eine sommerliche Idylle hinein, mal wartet ein schwarzes Loch aus der Vergangenheit darauf, die Gegenwart für sich zu vereinnahmen. Fassaden brechen, Masken fallen.

Jede Story gleicht einer emotionalen Tour de Force mit ungewissen Ausgang. Dank atemberaubend eingebauter Wendungen können wir uns nie sicher sein, was der mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnete Autor uns hier literarisch vorspiegelt. Weiterlesen

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Jenny Offill: Amt für Mutmaßungen

Vom Verlieben, Entlieben und Wiederlieben beschreibt Jenny Offill die Stationen einer Beziehung in New York. Dabei beherrscht Jenny Offill die seltene Kunst, in wenigen Worten alles zu sagen. Sie reiht Momentaufnahmen, Gedanken und Dialoge aneinander. Jede dieser literarischen Szenen gleicht einem emotionalen Durchschuss. So hat schon lange niemand mehr über die Liebe in modernen Zeiten geschrieben.

Er macht Musik und arbeitet beim Radio, sie schreibt und arbeitet als Lehrerin und Ghostwriterin. Es scheint, als wären sie füreinander geschaffen. Sie sind verliebt, heiraten, bekommen ein Kind. Dann bricht das Leben über sie herein. Weiterlesen

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James Lee Burke: Vater und Sohn

Der ehemalige Texas Ranger Hackberry Holland lebt nach seinen eigenen Regeln. Er erschießt nur die Männer, die besser tot als lebendig sind. Eines Tages soll er beim Überfall eines Zuges helfen, in dem sich angeblich bewaffnete Soldaten aufhalten. Als der Rauch verfliegt, hat Hackberry erstmalig auf Kinder und Frauen geschossen. Er gerät ins Grübeln und zieht eine Bilanz über sein Leben. Eine gescheiterte Ehe und eine misslungene Beziehung wollen ihm nicht mehr aus dem Kopf gehen. Mit seiner letzten Frau Ruby hat er einen gemeinsamen Sohn. Beide hat er aufgrund von Missverständnissen und Intrigen aus den Augen verloren. Inzwischen ist Ishmael Soldat und von Granatsplittern schwer verwundet. Auf der Suche nach ihm kommt Hackberry einem skrupellosen Waffenhändler in die Quere. Seine Einmischung hat weitreichende Folgen. Weiterlesen

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Jussi Adler-Olsen: Selfies

Der dänische Autor Jussi Adler-Olsen (Jahrgang 1950) hat mit seiner Thriller-Reihe um das Sonderdezernat Q in Kopenhagen international Erfolg. Der erste Band „Erbarmen“ von 2008 verkaufte sich millionenfach. Dieser und die nachfolgenden Bände „Schändung“ und „Erbarmen“ wurden verfilmt. In Deutschland haben Jussi Adler-Olsen und sein Ermittlungsteam eine große und treue Fangemeinde. So wundert es auch nicht, dass der siebte Fall für Kommissar Carl Mørck und seine Assistenten Assad und Rose die Bestseller-Listen stürmt. „Selfies“ (in einer Übersetzung von Hannes Thies) erschien am 10. März 2017 bei dtv.

Und es gibt viel zu tun für das Sonderdezernat Q im Keller der Kopenhagener Polizei. Da ist der alte, ungelöste Fall einer jungen Lehrerin, die erschlagen wurde, der auch den pensionierten Kollegen von der Mordkommission Marcus Jacobsen  beschäftigt. Weiterlesen

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Charlie N. Holmberg: Die Papiermagier 02: Der Glasmagier

Die junge Ceony ist auch weiterhin Zauberlehrling bei Papiermagier Emery Thane. Doch seit sie vor drei Monaten sein Leben gerettet und sein Herz auf magische Weise betreten hat, ist nichts mehr, wie es einmal war. Sie fühlt sich zu dem Magier mehr und mehr hingezogen und weiß nicht, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen soll. Unterdessen schreiten auch ihre Studien mit dem Papier weiter und sie freundet sich mit der angehenden Glasmagierin Delilah an. Als sie dem fertig ausgebildeten Magier Grath gegenübersteht, weiß sie sich dennoch nicht zu helfen. Was führt dieser Mann im Schilde und über welche dunklen Mächte kann er gebieten. Ceony denkt mit Schrecken daran zurück, wie sie die mächtige Lira vor drei Monaten verzaubert hat. Weiterlesen

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Adriana Altaras: Das Meer und ich waren im besten Alter

Adriana Altaras behandelt in ihrem neuen Buch private Begebenheiten wie auch aktuell politisches und vergangenes Zeitgeschehen. In smartem und zugleich profundem Plauderton macht sie uns mit ihrer Sicht auf die Welt und das Leben in 32 kurzen Episoden vertraut. Diese bereits in verschiedenen Medien veröffentlichten Beiträge entspringen zum einen Adriana Altaras‘ ureigenem Blickwinkel einer reifen Frau, zum anderen sind die Geschichten immer wieder mit ihren jüdischen Wurzeln verankert, was ihrem Erzählton eine besondere Nuance verleiht.

Der Buchtitel ist ein Satz aus dem Beitrag „Septembermeer“, in dem die Autorin mit ihren Füßen im Sand feststellt, dass auch sie sich, wie das Meer im Herbst, im dritten Quartal ihres Lebens befindet. – „Na und? Das Meer und ich waren im besten Alter. Weise, dabei herrlich entspannt.“ Weiterlesen

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T. M. Frazier: King 03: Lawless

Thia ist noch ein kleines Mädchen, als sie Bear – fast schon ein Mann – das erste Mal trifft. Sie passt auf den Laden ihrer Tante auf, als eine Gruppe Rocker „einkaufen“ möchte. Auch Bear ist dabei, beschützt sie und schenkt ihr einen Anhänger und das Versprechen, wenn sie jemals in Schwierigkeiten wäre, wäre er für sie da. Viele Jahre später ist Thia ein Teenager und ihre ganze Familie ist tot. Sie hat niemanden mehr, sie hat Angst vor dem was geschehen ist und sie versucht sich an Bear zu wenden. Der ist aber inzwischen nicht mehr Mitglied bei den Rockern, aus ziemlich genau dem Grund, warum Thia gerade jetzt auch nicht dorthin gehen sollte.

Lawless ist der dritte Band einer Reihe von T.M. Frazier, die sich offenbar nicht nur um Bear dreht. Weiterlesen

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Dan Vyleta: Smoke

„Smoke“ von Dan Vyleta ist ein Roman, der sehr stark beginnt, dann aber leider auch stark nachlässt. Grundannahme bei dieser Geschichte, die im England des ausgehenden 19. Jahrhunderts spielt, ist, dass die bösen Gedanken der Menschen in Form von Rauch sichtbar werden. Zwei Freunde, Thomas und Charlie, entdecken jedoch, dass es Ausnahmen gibt und machen sich auf, das Geheimnis zu ergründen.

Zuerst gelingt es dem 1974 geborenen kanadischen Autor mit Wurzeln im Ruhrgebiet, den Leser in die faszinierende Atmosphäre des viktorianischen Zeitalters zu tauchen. Man denkt an Bücher von Charles Dickens, enge Londoner Gassen und skurrile Typen. Weiterlesen

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Matthew Gallaway: Die Sache Metropolis

Was für ein tolles Debüt! Der New Yorker Autor Matthew Gallaway erzählt in seinem Romanerstling „Die Sache Metropolis“ eine Liebesgeschichte an die Musik und die Entstehungsgeschichte von Wagners Oper „Tristan und Isolde“. – Zwar etwas ausschweifend und mit vielen Zeitsprüngen, aber spannend. Und Gallaway verknüpft die Handlungsstränge am Schluss geschickt zu einem großen Panorama über die Musik in drei Akten.

Zu den Protagonisten gehören zwei Opernsänger: Lucien, der in der Uraufführung des „Tristan“ singt, und Maria, deren Durchbruch die Isolde an der Met ist. Weiterlesen

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