David G. Haskell: Der Gesang der Bäume

Haskell betrachtet alles Leben als Teil einer großen Lebensgemeinschaft, in der die Bäume eine ganz spezielle Rolle spielen.
So beschreibt er im Besonderen ein Beziehungsnetzwerk der Bäume und stellt gleichermaßen weitreichende Zusammenhänge über die Verbundenheit allen Lebens her.

Haskell hat seine ureigene Sichtweise, ja Beziehung zu den Bäumen entwickelt. Für ihn sind sie mit unserem vergangenen und zukünftigen Leben verwoben.

Die ersten Kapitel handeln von Bäumen in menschenleeren Gegenden.
Die mittleren Kapitel beziehen sich auf Überreste von Bäumen wie Baumfossilien oder Holzkohle, die noch von den Eiszeitmenschen stammt. Hier greift Haskell den Zusammenhang von Biologie und Geologie auf.
Am Ende befasst der Autor sich mit den Bäumen, die inmitten menschlicher Zivilisation stehen. Weiterlesen

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Yaa Gyasi: Heimkehren

Ein Buch, das den Begriff „Pageturner“ wirklich verdient hat, ist das vielfach ausgezeichnete Erstlingswerk der Autorin Yaa Gyasi. Es beginnt an der afrikanischen Goldküste, Ende des 18. Jahrhunderts: Sie sind schwarz, stehen jedoch auf unterschiedlichen Seiten. Mal als Sklaven, mal als Sklavenhändler für die Weißen. Die Schicksale zweier Familien werden über Jahrhunderte hinweg in Ghana und den USA miteinander verflochten. Diskriminierung, Hass und Hoffnung auf ein Stück Heimat gibt es auf beiden Seiten des Atlantiks. Diese afroamerikanische Literatur trifft wahrhaftig in Schwarze – mitten ins Herz der Leser. Erschütternd, emotional, episch!

Effia und Esi sind Halbschwestern, die von der Existenz der anderen nichts wissen. Ihr Leben könnte kaum unterschiedlicher verlaufen. Effia wächst bei den Fante auf, einem Stamm, der mit den britischen Kolonialmächten Handel betreibt und zu Wohlstand gelangt. Weiterlesen

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George Watsky: Wie man es vermasselt

Der 1986 geborene amerikanische Rap-Musiker George Watsy kann auch richtig gut schreiben, wie er mit seiner ersten Buchveröffentlichung „Wie man es vermasselt“ beweist. Auf enorm witzige und unterhaltsame Weise erzählt er darin in mehreren kürzeren Erzählungen aus seinem Leben. Es geht um Watskys Erfahrungen beim Baseball, mit den Frauen, als WG-Mitbewohner, beim Schmuggeln eines Narwal-Stoßzahns von Kanada in die USA oder auch um eine Band-Tour mit einem klapprigen Bus durch die Staaten.

Was dieses Buch so unglaublich sympathisch macht, ist die schonungslose Selbstironie, Offenheit und Ehrlichkeit, mit der Watsky zu Werke geht. So schreckt er auch nicht vor allerlei Peinlichkeiten zurück, die ihn keineswegs in einem guten Licht dastehen lassen. Weiterlesen

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Frl. Krise & Frau Freitag: Hurra, Hurra, die Schule brennt

Sie brennt wirklich. Ausgerechnet in Frau Freitags Kunstraum. Hoffentlich hat sie da mal nicht eine Kippe vergessen…

Da taucht auch noch eine Leiche auf, eine junge Reinigungskraft ist bei dem Brand ums Leben gekommen und das ruft die beiden Lehrerinnen-Ermittlerinnen auf den Plan. Der Reihe nach wird mancher Kollege verdächtigt oder auch die Besitzerin des neuen Cafés. Oder ob nicht doch Frau Freitag ihre Zigarette …

Dabei hat man doch gerade alle Hände voll zu tun. Der Unterricht muss weitergehen. Aber nicht in den alten Räumlichkeiten, kann ja nicht, ist ja klar. Eine Grundschule und ein Gymnasium bieten Asyl. Weiterlesen

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Thomas Lehr: Schlafende Sonne

Ich lege ein Buch nur sehr selten vor dem Ende aus der Hand – besonders natürlich, wenn ich es für diese Buchseite lese, um anschließend eine Besprechung darüber zu schreiben. Im Fall von Thomas Lehrs „Schlafende Sonne“ ist mir das Weiterlesen jedoch schlicht nicht möglich. Der Roman fängt so an: „Dein Stern, Jonas, nähert sich als fahles Licht, das in die Straßen fällt wie Staub aus einer anderen Welt. Dort liegt es nun mit sich verstärkendem Glanz. Bald wird etwas sichtbar werden, in der Mitte der Stadt. Das Ereignis (aber auch deine kleinen Schweinereien!). Die von obskuren Handzetteln versprochene Offenbarung. Ankündigung der Göttin der Kernfusion, die es mit atomaren Lichtblitzen an den Tag bringt.“ Weiterlesen

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Elizabeth Heathcote: In der Tiefe

Seit gut zwei Jahren ist Carmen mit Tom verheiratet. Aus seiner früheren Ehe hat er drei Kinder, zu denen sie ein gutes Verhältnis hat. Doch in der Zeit zwischen dieser Ehe und ihrer eigenen Beziehung hatte Tom noch eine weitere Beziehung, die zur Beendigung seiner ersten Ehe führte. Er lernte Zena kennen und lieben und verließ für die 10 Jahre jüngere Frau seine Familie. Die Verbindung endete jedoch tragisch. Zena ertrank im Meer und wurde erst zwei Tage später gefunden. Als Carmen von dem Gerücht hört, dass Tom direkt etwas mit Zenas Tod zu tun haben soll, bekommt sie Zweifel an ihrem Ehemann und beginnt zu recherchieren.

Elizabeth Heathcote stellt das Leben ihrer Protagonistin gründlich auf den Kopf. Es wird bis in seine Grundfesten erschüttert. Denn Carmen muss alles, woran sie bisher geglaubt hatte, in Frage stellen. Kann sie Tom vertrauen? Weiterlesen

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Anthony Doerr: Die Tiefe

In seinem neuen Buch „Die Tiefe“ legt Anthony Doerr sechs Geschichten mit einem Umfang zwischen 14 und 80 Seiten vor. Alles dreht sich um Erinnerungen in diesen Storys. „Denn die Erinnerungen sind es, die unserem Leben Sinn und Zusammenhang verleihen“, lässt der Autor verlauten.

In der Titelgeschichte „Die Tiefe“ lernen wir den herzkranken Tom kennen. Gäbe es nicht die rothaarige Ruby, hätte Tom nie erfahren, wie es sich anfühlt wirklich zu leben. Weiter erzählt Doerr in der Geschichte „Die Memel“ von einem  elternlosen Mädchen, das bei seinem Großvater in Litauen in eine sagenumwobene Welt eintaucht. Eine andere Erzählung dreht sich um die Samenhüterin, die die Geschichte ihres chinesischen Dorfs in sich trägt, das wegen eines Staudamms bald überflutet werden soll. Weiterlesen

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Grégoire Hervier: Vintage

Rock- und Bluesfans sei hiermit ein Roman des französischen Autors Gégoire Hervier ans Herz gelegt: „Vintage“ heißt er. Darin erhält ein junger Musiker und Journalist den Auftrag, Beweise für die Existenz einer E-Gitarre zu finden, die in Kennerkreisen Kult- und Legendenstatus genießt: die Gibson Moderne von 1957. Es ist nicht sicher – sowohl in diesem Roman, als auch in der Wirklichkeit –, ob diese Gitarre wirklich existiert oder zumindest existiert hat oder ob die Gitarrenbaufirma Gibson damals lediglich Pläne davon angefertigt hat, das gute Stück aber nicht gebaut hat. Der Heilige Gral der E-Gitarren sozusagen und heute von unschätzbarem Wert, sollte wirklich ein Exemplar davon auftauchen. Weiterlesen

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Hilary Mantel: Der Hilfsprediger

Hilary Mantel, Meisterin des bösen britischen Humors, hat sich einem Thema gewidmet, bei dem sie aus dem Vollen schöpfen kann: die katholische Kirche. Genauer: Abstruse Klosterereignisse im ländlichen England der 50er Jahre. Ein Pfarrer, der nicht mehr an Gott glaubt, eine sexuell frustrierte Oberin und debile, dem Aberglauben zugetane Dorfbewohner. Dazu ein übereifriger Bischof, welcher die Kirche modernisieren möchte. Mit dem Auftauchen von Vikar Fludd mehren sich wundersame Vorkommnisse:  Warzen wandern, Whisky vermehrt sich. Wer ist der geheimnisvolle Fremde? Weiterlesen

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Ernest Cline: Ready Player One, gelesen von David Nathan

2044, die Menschheit tummelt sich hauptsächlich in der OASIS, einer virtuellen Ersatzwelt. Muss sie auch, denn auf der Erde selbst sieht es eher düster aus. Der Erfinder der OASIS ist längst tot, aber er hat als Erbe ein Easer-Egg hinterlassen. Den Hinweis, dass es im Spiel, das aus einem ganzen Universum besteht, drei Tore und drei Aufgaben zu finden gibt. Dem Gewinner winkt ewiger Reichtum.

„Jäger“ ist eine Lebensaufgabe geworden, aber bis 2044 hat niemand auch nur einen Hinweis gefunden. Dann findet Parzival das erste Tor. Im folgenden führt uns Ernest Cline rasant durch das ganze Universum. Der Autor ist ganz eindeutig ein Kind der 80er Jahre, sogar ich kenne die Spiele, Filme und Bücher, auf die er anspielt in den meisten Fällen. Das macht einen großen Teil des Reizes des Hörbuches aus. Weiterlesen

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