Matthew Reilly: Das Turnier

Wir schreiben das Jahr des Herren 1546. Das Osmanische Reich unter Sultan Süleyman dem Prächtigen weitet seinen Einfluss immer weiter aus. Die moslemischen Truppen halten Buda besetzt, es wird lautstark über eine erneute Belagerung Wiens nachgedacht. Von Konstantinopel aus ergehen rote Sendschreiben an die königlichen Höfe Europas. In diesen lädt der Sultan zu einem Turnier. Ein jeder Monarch soll den besten Schachspieler seine Landes entsenden um in der Hagia Sofia den Meister des Spiels zu ermitteln. Daneben enthalten die Briefe eine Drohung. Die Monarchen Europas können wählen – Gold für ihre Sicherheit, oder eine drohende Invasion.

Auch Heinrich VIII entsendet einen Vertreter. Begleitet wird dieser von dem Lehrer und Gelehrten Roger Ascham und Heinrichs Tochter aus der Ehe mit Anne Boleyns der 13-jährigen Elisabeth. Kaum in der Stadt am Bosporus angekommen, und noch bevor das Turnier beginnt, wird ein Abgesandter des Papstes im Topcapi Palast ermordet aufgefunden. Weiterlesen

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Volker Lilienthal & Irene Neverla (Hg.): Lügenpresse

Dieses Buch hat sich aus einer Ringvorlesung an der Uni Hamburg, die von den beiden Medienwissenschaftlern Volker Lilienthal und Irene Neverla organisiert wurde, entwickelt.

Wissenschaftler wie auch Journalisten vertreten darin in vielen verschiedenen Beiträgen ihre durchaus auch kritischen Standpunkte zum Thema „Lügenpresse“, einem Begriff, der bei den Montagsdemonstrationen der Pegida in Dresden wortgewaltig auftauchte, sich auf weiteren Demos und im Internet zum gängigen Unwort entwickelt und Eingang in die breite Öffentlichkeit gefunden hat.

Was ist dran, am Begriff Lügenpresse und hat er eine Berechtigung? Warum hat sich der Begriff „Lügenpresse“ so rasant verbreitet und erscheint nicht mehr nur als Kampfbegriff sondern als akzeptiertes Stichwort für eine Medienkritik in der Bevölkerung? Weiterlesen

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Lucas Vogelsang: Heimaterde

Egal, wie das Buch allgemein gewertet, gemocht oder zerredet wird – wir haben hier eine literarisch – sprachliche Meisterleistung vorliegen. Lucas Vogelsang gelingen Satzgemälde, die ich lange nicht mehr so gelesen habe. Wenn ich das mit der angloamerikanischen modernen Belletristik vergleiche, könnte er glatt für einen deutschen Richard Ford durchgehen, der auch in großartiger Lakonie beschreiben kann. Eben Emotionen, Haltungen, Gedanken. Vogelsang nimmt uns mit auf eine Reise, nein, eher eine Suche danach, was „Heimat“ bedeutet oder vielmehr: nicht mehr. Wir treffen auf die unterschiedlichsten Verjagten, Geflohenen, Verratenen, Abgehängten, Entwurzelten.

Wir lernen ganz nebenbei die aktuellen und die schon länger zurückliegenden Krisenherde der Welt, die für diese permanenten Völkerwanderungen (wenn man es positiv ausdrückt) und Fluchten verantwortlich sind. Weiterlesen

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Torsten Seifert: Wer ist B. Traven?

Ein schöner Abenteuer-Unterhaltungsroman ist dem 1966 geborenen Potsdamer Autor Torsten Seifert mit „Wer ist B. Traven?“ gelungen. Darin schickt er seinen Helden Leon in der Nachkriegszeit auf die Suche nach dem legendären Autor mit dem Pseudonym B. Traven. Den gab‘s wirklich, und um seine wahre Identität ranken sich noch immer Rätsel – auch wenn die Literaturwissenschaft heute zumindest annimmt, dass es sich um einen Deutschen namens Otto Feige gehandelt hat.

Von Traven stammen immerhin so berühmte Romane wie „Der Schatz der Sierra Madre“, der später von John Huston mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle verfilmt worden ist. Der Film hat mehrere Oskars eingeheimst. Weiterlesen

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Leїla Slimani: Dann schlaf auch du, gelesen von Constanze Becker

Es ist schon unheimlich. Myriam, zweifache Mutter und studierte Rechtsanwältin aus Paris, und ihr Mann Paul haben sich wirklich Mühe bei der Auswahl des Kindermädchens gegeben. Nach einem sorgfältigen Auswahlverfahren fällt die Wahl auf Louise und in den ersten Wochen glaubt Myriam das große Los gezogen zu haben. Louise liebt nicht nur die Kinder – und die Kinder sie, sondern sie ist auch zeitlich problemlos flexibel und macht viel im Haushalt und sie kocht, sogar für Besuch. Trotzdem fängt das Hörbuch damit an, dass die Kinder tot sind. Umgebracht von der Nanny.

Leila Slimanis Roman geht der Frage nach dem Warum nach. Hat es Anzeichen gegeben, hätte man es ahnen können und immer wieder die Frage nach Louises Zustand. Louise zeigt in Rückblenden, was hinter dem Bild der propreren Nanny steckt. Weiterlesen

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Kathy Hepinstall: Bittersüß wie Pecannüsse

Kathy Hepinstall ist eine US-amerikanische Autorin, die bereits mehrere Bücher geschrieben hat. Sie lebt und arbeitet in Portland. Bei Rowohlt Polaris erschien am 17. November 2017 ihr neuestes Buch „Bittersüß wie Pecannüsse“ in einer Übersetzung von Gertrud Wittich. Die Geschichte ist autobiografisch geprägt, die Hauptfigur ist Kathy Hepingstalls Mutter Polly nachempfunden.

Willow, zu Beginn der Geschichte zehn Jahre alt, wächst bei ihrer verwitweten Mutter Polly auf. Polly ist eine alte Mutter. Willows Geschwister, Lisa und Shel, sind erwachsen und aus dem Haus der Familie ausgezogen. Polly ist eine schroffe, aber verantwortungsvolle Mutter, die mit ihren Nachbarn im Dauerstreit liegt, ihren Garten pflegt und in einem Drogeriemarkt arbeitet. Eines Tages erkrankt Polly an Krebs (von ihr „Bär“ genannt). Willow ist in tiefer Sorge um ihre Mutter, fürchtet sie nichts mehr als deren Tod. Und Polly hat ein Geheimnis. Weiterlesen

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Juli Zeh: Leere Herzen

Juli Zeh hat sich das wohl furchterregendste aller Szenarien herausgesucht – jenes der nahen Zukunft. Wo hört die Dystopie auf, wo fängt die mögliche Realität an? „Leere Herzen“ spielt 2025 in Deutschland. Nach Angela Merkels Rücktritt hat die BBB (Besorgte Bürger Bewegung) die Regierung übernommen. Es gibt das Bedingungslose Grundeinkommen, Europa steht kurz vor der Auflösung, demokratische Grundrechte werden kaum merklich „vereinfacht“. Ehemalige Großstadthipster betreiben gepflegten Eskapismus und strömen in die überschaubaren Mittelstädte. Es sind zynische Nichtwähler wie Britta, jeglicher Illusion beraubt. Nur dass Britta daraus Kapital schlägt. Ihre Psychotherapiepraxis „Die Brücke“ filtert das Internet nach suizidgefährdeten Personen. Durchlaufen diese 12 Stadien ohne geheilt zu werden, werden sie an Organisationen vermittelt, die Selbstmordattentäter gebrauchen können – von Islamisten bis Umweltaktivisten. Weiterlesen

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Volker Heise: Außer Kontrolle

Volker Heises Roman „Außer Kontrolle“ ist womöglich nicht spektakulär genug, dass man sich noch in ein paar Jahren an ihn erinnern wird. Aber gute Unterhaltung bietet diese Mischung aus Drama und Thriller mit stetig steigender Eskalationskurve allemal.

Jan möchte seiner Angebeteten in einem Luxusrestaurant einen Heiratsantrag machen. Doch die Sache geht schief – und zwar so dermaßen, wie man es sich in seinen schlimmsten Alpträumen nicht ausmalen könnte. Schuld sind ein Restaurantchef vor dem finanziellen Ruin, der keine Kreditkarten akzeptiert, ein übereifriger, aber nicht allzu heller Polizist und Jan, der mit allem schlicht überfordert ist.

Autor Volker Heise ist Fernseh-Regisseur, Dramaturg und Produzent – und das merkt man seinem ersten Roman an. Weiterlesen

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Philip Pullman: His Dark Materials 0: Über den wilden Fluss

Der 11-jährige Malcolm lebt mit seinem Dæmon Asta und seinen Eltern in Oxford. Sie betreiben dort eine Gaststätte, in der er bereits häufig mithilft. Unterstützend tätig ist der Junge auch im Kloster auf der anderen Seite des Flusses. Deshalb entgeht es ihm nicht, als dort ein etwa 6 Monate altes Baby namens Lyra auftaucht. Er ist sofort hochinteressiert und versucht, alles über Lyras Geschichte herauszufinden. Schnell weiß er, dass Lyra die Tochter des hochgeachteten Lords Asriel und einer Frau namens Marisa Coulter ist. Doch Lyra befindet sich in großer Gefahr, verschiedene mächtige Menschen trachten nach ihrem Leben, denn eine Prophezeiung sagt Großes für das Kind voraus. Malcolm setzt alles daran, sie zu beschützen – auch wenn das heißt, sich mit der ihm unsympathischen Alice zusammenzutun.

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Sabine Kray: Freiheit von der Pille

Für die Zeit ONLINE Autorin Sabine Kray bedeutet die Freiheit von der Pille, ein Leben ohne Pille, also eine Verhütung ohne Hormone. Ihrer persönlichen und zugleich informativen Unabhängigkeitserklärung darf man Ehrlichkeit unterstellen, denn sie schreibt: »… Es ist ein einseitiges Buch, was nicht heißen soll, dass die zitierten medizinischen und historischen Fakten nicht sorgfältig recherchiert und belegt wären.« (S. 9) Die Leserin findet eine Fülle von Quellenhinweisen, die ein fundiertes Eintauchen in die Themen Verhütung und Selbstbestimmung der Frau zur eigenen Gesundheit bieten. Ist zum Beispiel der Zyklus durch die Einnahme der Pille gestoppt, wirken andere Konzentrationen der Botenstoffe auf die weibliche Psyche ein. Der veränderte Hormonhaushalt hat Folgen. »…, denn die Selbst- und Fremdwahrnehmung verändert sich … Mit der Pille wird das alles geglättet, ein wenig überspitzt ausgedrückt ist das wie ein Jahr ohne Jahreszeiten: gleichbleibende 19 Grad bei leichter Bewölkung, … » (S. 83, 84) Welche Frau möchte so leben? Weiterlesen

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