Celeste Ng: Kleine Feuer überall

Die US-Amerikanerin Celeste Ng (Jahrgang 1980) schrieb 2016 mit „Was ich euch nicht erzählte“ einen Bestseller. Nun ist bei dtv am 20. April 2018 ihr neuester Roman „Kleine Feuer überall“ in einer Übersetzung von Brigitte Jakobeit erschienen. Auch in diesem Buch geht es um das Thema Familie.

Das Haus der Richardsons brennt.

Familie Richardson lebt in Shaker Heights, Ohio (Ng ist selber dort aufgewachsen). Elena und Bill Richardson mit ihren vier Kindern Trip, Lexie, Moody und Izzy sind die perfekte Familie. Elena arbeitet als Journalistin, Bill ist Jurist. Elena lebt schon ihr ganzes Leben in Shaker Heights. Ihre Kinder gehen dort zur Schule und sie schreibt für die „Sun Press“. Sie sind wohlhabend und selbstbewusst.

Mr und Mrs Richardson vermieten eine Wohnung an Mia Warren und ihre Tochter Pearl. Mia ist Fotokünstlerin und alleinerziehend. Sie verdient zusätzlich Geld mit Kellnern oder Putzen. Mia und Pearl führen ein Nomadenleben. Weiterlesen

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C. E. Bernard: Palace of Glass 01: Die Wächterin

Wir schreiben das Jahr 2054. Seit mittlerweile 26 Jahren hat das britische Königreich strenge Gesetzte zum Schutz der Menschen erlassen. Romane und Theaterstücke wurden verboten, ein Jeder, gleich ob Mann oder Frau hat verhüllt zu gehen, Handschuhe sind Pflicht, das gegenseitige Berühren ist verpönt. Grund für die restriktive Gesetzgebung sind die Magdalenen, Menschen mit der Gabe bei Hautkontakt in den Geist einzugreifen, Gedanken und Erinnerungen zu lesen und sogar manipulieren zu können. Die überall spürbare Panik vor diesen Menschen, die einst geachtete Mitglieder der Gesellschaft waren, die als Heiler vor allem bei psychischen Leiden eingesetzt wurden, hat das Land und seine Bewohner verändert. Am Deutlichsten wird dies neben der überall grassierenden Furcht und Verfolgung wohl durch die viktorianisch wirkende, streng formelle Kleidung und die getrennten Gehspuren auf den Gehwegen.

Rea Emris und ihre Bruder sind, nach einer noch nicht näher benannten Familientragödie, von den USA nach London geflüchtet. Während der Bruder sich, um die Zeit, bis er in Paris endlich seinen Traum Musik zu studieren wahr machen kann, als Straßenmusiker versucht, verdient Rea ihr Geld als Schneiderin. Dass sie daneben einer anderen, einer gefährlichen, ja tödlichen Sucht frönt, darf niemand wissen. Sie tritt als Mann verkleidet, in illegalen Boxkämpfen an. Dass sie diese nur überstehen, ja siegreich aus den gnadenlos geführten Kämpfen hervorgehen kann, weil sie ihre Magadalenen-Gabe einsetzt, darf niemand wissen, sonst ist sie des Todes. Weiterlesen

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Wlada Kolosowa: Fliegende Hunde

Kann eine, die zu Hause geblieben ist, im eigenen Bett vor Heimweh sterben? Oksana hat das Gefühl, dass genau das passieren wird, denn Lena ist gegangen. Weg aus Krylatowo, dem trostlosen Vorort von Sankt Petersburg, weg von der Schule, weg von Oksana. Die blasse, dürre Lena wurde von Model Scouts entdeckt und hat jetzt einen Vertrag mit einer Agentur in Shanghai. Oksana hingegen hat ein nichtssagendes Gesicht und einen fetten Hintern, findet sie. Dank der Schwerkraft ihres Körpers hängt sie in der Armut Krylatowos fest. Allein. Sie vermisst Lena so sehr, dass es weh tut. Ihre Familien wohnen Wand an Wand, die Mädchen gingen in der jeweils anderen Wohnung ein und aus. Oksana und Lena haben fast jede Minute ihres wachen Lebens zusammen verbracht – und unendlich viele Schlafminuten, zusammengekuschelt und mit verschlungenen Beinen in Oksanas Bett.

Oksana will dringend abnehmen. Im Internet stößt sie auf die Leningrad-Diät: Man darf nur so viel essen wie die Menschen während der Belagerung von Leningrad im zweiten Weltkrieg und nimmt genauso heftig ab. Weiterlesen

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Herbert Dutzler: Am Ende bist du still

Mit Mitte zwanzig dachte Sabine eigentlich, dass sie sich von ihrer Mutter losgeeist hätte. Dass ihre Mutter nicht mehr über Sabines Leben bestimmen würde. Dass sie ganz allein alle Hindernisse meisten würde. Doch auch heute ruft ihre Mutter noch mehrmals täglich an, lässt sich nicht ignorieren, mischt sich ständig ein und gibt auch gerne ungefragt ihre Meinung preis. Sabine hält es einfach nicht mehr aus – diesen Terror seit Jahren! Und dann passiert etwas Überraschendes. An Weihnachten entfacht in ihrem Elternhaus ein Brand und die Mutter kommt dabei zu Tode. Hat ihre so auf Sicherheit bedachte Mutter wirklich vergessen, die Kerzen am Adventskranz zu löschen?

Herbert Dutzler hat mit „Am Ende bist du still“ eine Mischung aus Kriminalroman und Psychothriller geschrieben. Weiterlesen

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J. R. Ward: Black Dagger 29: Die Auserwählte

Er kam aus dem Alten Land. Die Rede ist von Xcor, einem der wildesten und brutalsten Vampire, der auf Erden wandelt. Sein Vater hat ihn schon als entstellten Säugling verstoßen, seine Maman im Stich gelassen, nie wurde ihm etwas geschenkt. Mit Gewalt nahm er sich, was ihm verweigert wurde und errichtete eine Schreckensherrschaft.

Als die Leser im Alten Land ausgingen, die Konflikte mangels Gegnern einschliefen und die Langeweile drohte, reisten er und seine Krieger in die Neue Welt. Statt sich einzufügen, brach er einen neuen Konflikt vom Zaum. Er kannte es nicht anders – nur der Starke überlebt, der Schwache wird ausradiert. Sein Krieg gegen die Black Dagger führte dazu, dass der König geblendet wurde, und die Glymera in Aufregung geriet. Dann wurde alles anders – lernte Xcor doch die Auserwählte Layla und band sich an sie. Dass Layla Zwillinge von einem Black Dagger austrug, war ihm egal – dass sie ihn, als erste Frau überhaupt, akzeptierte und wertschätzte zerbrach den Panzer um sein Herz. Weiterlesen

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John Boyne: Cyril Avery

Der irische Autor John Boyne ist in Deutschland vor allem mit seinem Holocaust-Roman „der Junge mit dem gestreiften Pyjama“ (2007) bekannt geworden. Nun hat er sich im 730-Seiten-Wälzer „Cyril Avery“ auf die Suche nach seinen irischen Wurzeln begeben. Er beschreibt darin das Leben Cyrils, der schon früh seine homosexuellen Neigungen erkennt, von der Geburt bis ins Alter.

Doppelmoral, religiöser Eifer, Rückständigkeit und Homophobie sind Themen, die sich durch den gesamten Roman ziehen – aber auch Liebe und familiärer Zusammenhalt.

Alles beginnt damit, dass im ländlichen Irland im Jahr 1945 Cyrils Mutter, Catherine, im Gottesdienst vor versammelter Gemeinde an den Pranger gestellt wird, weil sie sich als 16-Jährige hat schwängern lassen. Weiterlesen

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Janet Lewis: Die Frau, die liebte (1941)

1539 in Artigues, einem Dorf in der Gascogne im Süden Frankreichs: Die 11jährige Bertrande de Rols wird mit dem gleichaltrigen Martin Guerre verheiratet. Unter den reichen, altehrwürdigen, feudalen Großbauern dieser Gegend ist das zu dieser Zeit nichts Besonderes.

Noch in der Hochzeitsnacht muss sich Bertrande gefallen lassen, dass ihr junger Ehemann sie ohrfeigt, ihr Gesicht zerkratzt und an ihren Haaren zieht. Er nutzt die Macht, die ihm die neue Stellung verleiht. Darin ist er seinem Vater sehr ähnlich, der hart und stolz den Hof führt. Sein Wort gilt, niemand hat zu widersprechen. Das muss auch Martin lernen, dem er einmal zwei Zähne ausschlägt, weil er ohne sich abzumelden einen Tag bei der Bärenjagt verbracht und seine Aufgaben vernachlässigt hat. Doch Bertrande ist in dieser archaischen Gesellschaft am Rande der Pyrenäen aufgewachsen und in den Traditionen verhaftet. Sie stört sich nicht daran, ihrem Schwiegervater oder ihrem Mann zu gehorchen. Ihre Aufgaben erfüllt sie zuverlässig, ihre Pflichten selbstverständlich. Weiterlesen

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Allen Frances: Amerika auf der Couch: Ein Psychiater analysiert das Trump-Zeitalter

„Nicht Trump ist verrückt, die Amerikaner sind es, weil sie ihn gewählt haben. Er ist das Symptom, nicht die Krankheit“ (Quelle). Dieses Statement des Autors Allen Frances aus einem in der letzten Woche erschienen Interview, beschreibt auf den Punkt um was es geht: Trump ist nur die Fratze einer Gesellschaft auf  einem gefährlichen psychopathologischen Trip. Das Buch ist so gut, dass ich mir wünschen würde, dies zur Pflichtlektüre eines jeden angehenden Lehrers, jedes Mandatsträgers, jedes BWL – Studenten, etc., oder was auch immer zu machen,  um all diesen Menschen die Augen zu öffnen, um was es heute geht: Demokratie nicht nur zu retten, sondern zu verstehen. Nationalismus als Gefahr zu erkennen, kapitalistische Gier als System einordnen zu können und nicht zuletzt für die Zukunft dieses Planeten zu kämpfen.

Wahnsinn als Methode. Wird oft lapidar so dahin gesagt, aber es ist längst Realität. Trump ist so ein Clown, dass er Stephen Kings Pennywise aus „Es“ wie ein Kindergartenspaßmacher aussehen lässt. Weiterlesen

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Nele Pollatscheck: Das Unglück anderer Leute

Erscheint ihre Mutter, sieht Thene rot! Dies liegt nicht nur an der stets signalfarbenroten, viel zu engen Garderobe ihrer Mutter. „Als wollte Mama nicht nur alle Menschen ihrem Willen unterwerfen, sondern auch alle Augen zwingen, sich immer nur auf sie zu richten“. Die 25jährige Thene, welche gerade in Oxford ihren Abschluss macht, stammt aus einer durchgeknallten Familie. Ein schwuler Vater, eine nudistisch veranlagte Oma, ein zaubernder Bruder. Der Roman liest sich wie eine einzige Aneinanderreihung skurriler Situationen und pointierter Streitgespräche! Für dieses makabre, irrwitzige Debüt wurde Nele Pollatschek mit dem Hölderlin Förderpreis ausgezeichnet.

Eigentlich freut sich Thene darauf, ihren Masterabschluss an der renommierten Oxford-Universität zu feiern. Leider hat ihre Mutter beschlossen, diesem Event beizuwohnen. Was bedeutet, dass sich wieder alles nur um sie drehen wird. Thenes Mutter ist Punkerin, Weltretterin, betreibt einen investigativen Blog, verliebt sich grundsätzlich in Looser und stellt ihre eigenen Belange über die ihrer Kinder. Sie macht Dinge einfach deshalb, weil andere sagen, dass sie nicht funktionieren werden. Höchst manipulativ versucht sie, ihr Umfeld nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen. Notfalls mit Gebrüll oder Geheul. Ein Streit um bunte Socken endet schnell in einem Grundsatzdialog. So schafft es ihre Mutter auch diesmal, allerdings unfreiwillig, Thenes Ehrentag zu überschatten. Weiterlesen

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Emily Fridlund: Eine Geschichte der Wölfe

Emily Fridlund ist eine US-amerikanische Autorin, die bisher überwiegend Kurzgeschichten, Erzählungen und Gedichte geschrieben hat. Ihr Debüt-Roman „Eine Geschichte der Wölfe“ ist am 19. März 2018 in einer Übersetzung von Stephan Johann Kleiner im Berlin Verlag erschienen. Die amerikanische Ausgabe „History of Wolves“ war für den Man Booker Prize 2017 nominiert.

„Eine Geschichte der Wölfe“ erzählt von der 14jährigen Linda, die bei ihren Eltern, zwei ehemaligen Hippies, in Minnesota aufwächst. In der Schule gilt Linda aus Außenseiterin. Sie wird „Freak“ genannt. Mit den Hockeyspielern, Cheerleadern, den „begabten und talentierten Kinder“ kann Linda nichts anfangen und die anderen nichts mit ihr. Linda fährt im Kanu über die Seen, fängt Barsche und nimmt sie aus, sie spaziert durch die Wälder, sie kümmert sich um die Hunde. Bis Mr Grierson, der neue Geschichtslehrer, an die Schule kommt, als Ersatz für den verstorbenen Mr Adler, der immer nur von den russischen Zaren erzählte. Mr Grierson bittet Linda, als Vertreterin der Schule an einer Geschichtsodyssee teilzunehmen. Linda bekommt den Originalitätspreis für ihre „Geschichte der Wölfe“. Linda beobachtet Mr Grierson und ihre Mitschülerin Lily Holburn genau. Später wird Mr Grierson gefeuert und Lily verschwindet. Weiterlesen

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