Cecelia Ahern: Postscript – Was ich dir noch sagen möchte

Mit Postscript legt Cecelia Ahern das Sequel zu ihrem großen Besteller P.S. Ich liebe Dich vor. Die Fortsetzung der Geschichte von Holly, deren Mann ihr, als er an einer schweren Krankheit starb, Briefe hinterlassen hatte. Diese Briefe sollten sie auf ihrem Weg in ein Leben ohne ihn begleiten.

Seit den Geschehnissen in P.S. Ich liebe Dich sind sieben Jahre vergangen. Nachdem Holly mit ihrer Schwester einen Podcast aufgezeichnet hat, in dem sie von ihrem verstorbenen Mann und diesen Briefen erzählt, wenden sich andere Menschen an sie mit der Bitte, ihnen bei ähnlichen Briefen zu helfen. Diese Menschen sind todkrank und wissen, dass sie nicht mehr lange zu leben haben. Sie gründen den „P.S. Ich liebe Dich – Club“ und möchten, dass Holly sie dabei unterstützt, für ihre Verwandten und Freunde etwas zu hinterlassen, Briefe, Geschenke, Erinnerungen.

Holly verweigert sich dem, sie hat große Angst, dadurch in die Zeit kurz nach dem Tod ihres Mannes zurückkatapultiert zu werden, all den Schmerz und die Trauer erneut zu erleben. Sie hat inzwischen eine neue Beziehung und plant, mit diesem Mann zusammenzuziehen. Er und auch ihre Schwester raten ihr dringend davon ab, sich in diesen Club hineinziehen zu lassen. Weiterlesen

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Dorota Masłowska: Andere Leute

Wie der wahnwitzige und rasante 160 Seiten lange Text eines gigantischen Rap-Songs wirkt Dorota Masłowskas Roman „Andere Leute“. Das Ganze hat Rhythmus und Drive, und man kommt aus dem Staunen nicht heraus über soviel Sprachvirtuosität.

Der Warschauer Plattenbau-Loser und Kleinkriminelle Kamil sieht sich als Künstler und will unbedingt eine Rap-CD aufnehmen. Vorerst jedoch muss er sich mit seiner trinkfreudigen Mutter und der streitsüchtigen Schwester herumschlagen, mit denen er notgedrungen zusammenlebt.

Unerwartetes Geld: Als sich ihm bei einem Gelegenheitsjob als Klempner-Gehilfe die vom Ehemann gehörnte und gelangweilte Iwona an den Hals wirft, scheint zumindest Kamils momentaner Geld-Engpass behoben zu sein, denn Iwona hat nichts dagegen, Kamil für seine Liebes-Dienste zu entlohnen. Weiterlesen

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Seth Fried: Der Metropolist

Kann eine künstliche Intelligenz zum besten Freund des Menschen werden? Vor allem, wenn dieser Mensch ein sozial inkompatibler Nerd ist wie Henry Thompson, der einen Ruf als größten Korinthenkacker der Verkehrsbehörde genießt? Im Amerika der Zukunft haben sich Super-Citys wie Metropolis gebildet, in denen über 30 Millionen Menschen in futuristischen Wolkenkratzern leben und modernste Algorithmen den Verkehr samt Versorgungsfluss regeln. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Ein Anschlagsserie hat den Supercomputer der Behörde außer Kraft gesetzt und die Zentrale zum Einsturz gebracht. Zudem wurde die Tochter des Bürgermeisters von Metropolis entführt. Henry muss nun beweisen, dass mehr in ihm steckt, als nur ein gesetzestreuer Bürokrat. Er begibt sich in die Höhle des Löwen mit einem außergewöhnlichen Partner an seiner Seite. Der künstlichen Intelligenz OWEN.

Die stellt sich schon bald als menschlicher, egozentrischer und genusssüchtiger heraus, als eine Person aus Fleisch und Blut. OWEN – oder vielmehr seine Projektion – entwickelt eine Vorliebe für Alkohol, sinniert stundenlang über die perfekte Gentleman-Garderobe und reagiert äußert bockig, wenn seine Vorschläge kein Gehör finden. Kein Wunder, vollzog sich OWENs Sozialisierung über den Konsum von Filmklassikern aus den 50er und 60er Jahre. Weiterlesen

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Harry Bingham-Special

Fiona, Harry Binghams Heldin

© ‎Nuala Bingham

Fiona ist besonders. Eine Erkrankung in ihrer Jugend hat dazu geführt, dass sie sich für tot hielt. Die Chance, so eine Erkrankung zu überleben, ist nicht hoch.

Als sie ein Baby war, wurde sie in den offenen Wagen ihres späteren Ziehvaters gelegt, der sie adoptierte. Die Fragen, warum sie ausgesetzt wurde, wer ihre Eltern sind, begleiten Fiona wie ein dunkles Geheimnis, das sie im Laufe der Jahre in kleinen Schritten zu lösen glaubt. Leider schweigt sich ihr Ziehvater darüber aus, ob er etwas über ihre Herkunft weiß. Eine mögliche Antwort könnte mit einem Ereignis aus seiner kriminellen Vergangenheit zusammenhängen. Selbstverständlich war ihr Ziehvater mit Fionas Berufswunsch, zur Polizei zu gehen, nie einverstanden. Es braucht viel Überwindung und Zeit, bis das einst gute Verhältnis zwischen den beiden wieder funktioniert.

Die zierliche Fiona lernte bei einem Spezialisten effektive Selbstverteidigung. Diese Tricks retten ihr häufig das Leben, wenn sie bei ihren hartnäckigen Ermittlungen den Verbrechern zu Leibe rückt. Ihre Hartnäckigkeit kennt keine Grenzen, einmal festgebissen, lässt sie bis zur finalen Entscheidung nicht mehr los.

Fiona, die beste Ermittlerin der Waliser Polizei, lebt dort, wo es eigentlich beschaulich und ruhig ist, bis verschiedene Morde auf organisierte Verbrechen hinweisen. Fionas Feinde sind mächtig und sehr gut vernetzt.

Für die Ermittlerin, eine routinierte Einzelgängerin, sind Ermittlungen auf eigene Faust unumgänglich, gern auch heimlich und privat. Ihren Vorgesetzten kann dies nicht gefallen, und so bauen sich Konflikte auf. Sind die Chefs dumm oder borniert, riskiert Fiona die Kündigung, sind die Chefs klug und umsichtig, wird Fiona befördert. Im Laufe ihrer Arbeit hat sie sich den Ruf erarbeitet, jeden Fall zu lösen – mit oder ohne Chef.

Ihre Mission: Gerechtigkeit für die Opfer. Gerechtigkeit für die Toten.

Fionas Moral kennt keine Kompromisse. Weiterlesen

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Kate Roseland: Mr. Hicks feiert Weihnachten

Das perfekte Buch, um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Dazu trägt natürlich auch die Aufmachung bei, das Cover und die Gestaltung dieses kleinen Buches allein versetzen die Leserin schon in das vorweihnachtliche London.

Fast ein wenig wie ein Märchen wirkt die Geschichte von Mr. Mortimer Hicks, ein alter, etwas griesgrämiger Witwer, der mich ein bisschen an den Mann namens Ove erinnert hat. Mr. Hicks hat einen festen Tagesablauf, der vor allem dafür gut ist, dass er seine Tage irgendwie herumbekommt, ohne zu merken, wie einsam er ist. Seine Nachbarin auf der einen Seite ist eine aufdringliche Klatschbase, der er möglichst aus dem Weg geht. Auf der anderen Seite lebt eine alleinerziehende Mutter, die eines Tages seine Hilfe als Babysitter in Anspruch nehmen muss.

Als dann auch noch in der Wäscherei seines Vertrauens seine Hemden mit den quietschbunten Blusen einer ihm fremden Dame vertauscht werden und dazu noch eine streunende Katze bei ihm einzieht, ist es mit seiner Ruhe endgültig vorbei. Weiterlesen

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Jan Weiler: Kühn hat Hunger

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie man so eine Diät, noch dazu mit völlig bescheuerten Ansprachen und Direktiven, überhaupt überstehen kann. Um so etwas anzugehen, müssen die Dinge ziemlich schief laufen. Und das tun sie offensichtlich bei Kommissar Kühn. Er fühlt sich in seiner Haut nicht mehr wohl, und merkt auch, dass seine Frau Susanne sich distanzierter verhält, also ran an den Speck und die „Ferdie Caparacq Methode“ angewandt. Er will als Mann wieder attraktiver, begehrlicher sein. Seinen Platz zurück erobern, sozusagen. Nun kann man ja so eine Tortur einfach so angehen, wenn rings herum kein Stress ist. Aber wieder nix. Ein komplizierter Fall fordert das Gespür des ganzen Kommissars. Trotz ständigem Hunger. Eine junge Frau wird gefunden in einem Baustellenloch und in der Nähe ist ein Campingplatz. Bitter die Parallele zu Lügde, das wird ja grade erst gerichtlich aufgearbeitet und immer noch kommen schlimmste Nachrichten ans Tageslicht.

Parallel zu Kühns Hungerkur verfolgen wir die Psychopathologie zweier Gestalten, die versuchen unter dem Radar eines normalen Lebens klar zu kommen, obwohl sie beide schlimme Vorstellungen vom und mit dem Leben der Frauen haben. Sie beobachten lieber, setzen sich dann vor dem Screen. Weiterlesen

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Liane Moriarty: Neun Fremde

Zehn Tage mitten im Sommer in einem abgelegenen Wellness-Resort in Australien. Neun Menschen lassen sich auf dieses vielversprechende Abenteuer ein. Neun Fremde sind es allerdings nicht. Unter den Personen ist auch eine dreiköpfige Familie und ein Ehepaar. Die übrigen Personen kennen einander allerdings tatsächlich nicht. Und erstmal läuft alles ganz anders, als sie es erwartet hätten. Fünf Tage sollen sie zu Beginn des Aufenthalts in ständigem Schweigen verbringen.

Und ihre Taschen werden auch noch auf Schmuggelware in Form von Wein und Schokolade durchsucht. Denn hier herrschen strikte Diätvorschriften. Leiterin Masha hat sogar noch einen weitaus komplexeren Plan für die Neun.

Mich konnte „Neun Fremde“ irgendwie nicht komplett packen. Es gibt das ein oder andere interessante oder spannende Kapitel, aber bis dahin dauert es unheimlich lang. Die erste Hälfte ist in meinen Augen insgesamt sehr langweilig. Alle Personen werden knapp vorgestellt. Manche von ihnen, wie die Autorin Frances, werden dabei etwas mehr bedacht als andere, wie etwa die Alleinreisende Carmel. Weiterlesen

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Marc-Uwe Kling: Das NEINhorn

Im Schatten einer riesigen Lilie kommt im Herzwald ein kleines Einhorn zur Welt. Alle Einhörner sind begeistert – bis das Kleine anfängt zu sprechen. Egal, worum es geht, seine Antwort ist „Nein“. Es will nicht gemütlich auf Wolken liegen oder gezuckerten Glücksklee essen, Spaß haben, Sport machen oder zur Schule gehen. Seine Familie ist am Verzweifeln. Bald nennen sie es nur noch Neinhorn statt Einhorn.

Das Neinhorn hingegen ist seinerseits unglaublich genervt von der Art seiner Verwandten, immer glücklich zu sein, Kekse zu essen und in Reimen zu sprechen. Irgendwann beschließt es, seine Familie zu verlassen und macht sich auf nach Nirgends.

Auf dem Weg trifft es einen Waschbären, der schlecht hört und manchmal auch einfach nicht zuhören will, einen Hund, dem alles egal ist und eine launische Prinzessin, die allen widerspricht.

Schnell werden die vier Freunde und können nun zusammen ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Bockig sein. Denn selbst das macht mit Freunden mehr Spaß. Weiterlesen

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R.R. Sul: Das Erbe

Manchmal braucht der Mensch eine Weile, um sich mit seinem Schicksal und den eigenen Fehlern auszusöhnen. Manchmal ist die Wahrheit die Lüge, an die man glauben möchte.

Der Ich-Erzähler steht am Ende eines ereignisreichen Lebens. Er will seinem Enkel seine Lebensgeschichte, die Geschichte seiner Familie und somit von seinem Erbe erzählen:

Als der Ich-Erzähler geboren wurde, entschied seine psychisch erkrankte Mutter, ihr Junge leide an einer seltenen und gefährlichen Hautkrankheit. Um nicht zu sterben, dürfe er nie die Sonne sehen. Deshalb schlief der Ich-Erzähler immer am Tag und spielte nachts mit seiner Mutter. In dem Leben des Jungen gab es nur die Mutter und eine große Einsamkeit. Im Alter von sieben Jahren bekam er einen Helm und ging damit zur Schule. Sonst änderte sich wenig. Er blieb ohne Freunde. In seiner Freizeit hätte er noch lange in seinem abgedunkelten Zimmer bleiben müssen, wäre nicht Bob aus London aufgetaucht.

Seine Mutter und der Brite wurden ein Paar. Schon bald schien es im Haus des Erzählers aufwärtszugehen. Bob reparierte, renovierte, putzte und kümmerte sich auch um die darin wohnenden Menschen. Die Mutter blühte auf. Und eines Tages vertraute ihm auch der Ich-Erzähler. Bob durfte das vom Helm geschützte Gesicht genauer betrachten. Weiterlesen

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Ali Smith: Herbst

Ali Smith (Jahrgang 1962), geboren in Schottland, lebt und arbeitet im englischen Cambridge. Mit ihren Arbeiten stand sie schon mehrfach auf der Shortlist zum Man Booker Prize. Das letzte Mal 2017 mit ihrem Roman „Autumn“ aus dem Jahre 2016, der am 21. Oktober 2019 mit dem Titel „Herbst“ im Luchterhand Literaturverlag erschienen ist. Übersetzt wurde der Roman von Silvia Morawetz. „Herbst“ ist der erste Roman aus einem Jahreszeitenquartett, an dem Ali Smith aktuell arbeitet. Die Bücher „Winter“ und „Spring“ sind auf Englisch bereits veröffentlicht worden.

„Herbst“ ist der Herbst 2016 nach dem britischen Referendum zum Austritt aus der Europäischen Union. Leider erscheint die deutsche Übersetzung erst drei Jahre später und verhindert damit für den deutschsprachigen Leser bzw. Leserin den unmittelbaren Bezug zu den politischen Ereignissen 2016 und deren Brisanz:

„Im ganzen Land wurde Trübsal geblasen und gejubelt. Im ganzen Land schnellte das Geschehene hin und her, als wäre ein Stromkabel bei Sturm von einem Mast gerissen worden und schnellte nun über den Bäumen, den Hausdächern und dem Verkehr hin und her.“ (S. 67)

Auf zwei Seiten komprimiert beschreibt Ali Smith die Widersprüche von Land und Leuten nach dem Referendum. „Im ganzen Land fiel das Land in Stücke. Im ganzen Land trieben die Stücke voneinander fort.“ (S. 69) Weiterlesen

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