Dani Atkins: Sag ihr, ich war bei den Sternen

Eine typische Dani Atkins: viel Herz und Schmerz, viel Liebe und Leid. Und sooo schön. Ja, ich gestehe, ich mag solche Bücher, die man herrlich an einem verregneten Sonntagnachmittag verschlingen kann. Sicher, mit „Literatur“ hat das nichts zu tun, es trieft von Schmalz und alle Handelnden sind schön und gut. Aber wenn ein Buch so gut geschrieben ist, dass man es schon nach fünf Seiten nicht mehr aus den Händen legen mag, solange, bis man zum Wort Ende auf der letzten Seite kommt, dann darf man das auch zugestehen.

In diesem Roman von Dani Atkins geht es um die junge, schwangere Maddie, die wenige Tage vor ihrer Hochzeit mit dem gutaussehenden und erfolgreichen Ryan einen schweren Unfall hat und ins Koma fällt. Als sie wie durch ein Wunder wieder erwacht, sind nicht, wie sie zuerst annimmt, wenige Wochen seit dem Unfall vergangen, sondern sechs Jahre. Und selbstverständlich ging in dieser Zeit das Leben aller weiter, das ihrer Eltern ebenso wie das von ihrem Verlobten Ryan und auch das von ihrer Tochter. Ja, Maddie hat tatsächlich trotz Koma eine gesunde Tochter zur Welt gebracht, die nun eben schon sechs Jahre alt ist, als Maddie sie kennenlernt. Und hier beginnen die Schwierigkeiten. Mehr soll an dieser Stelle nicht erzählt werden, um die Spannung nicht zu verderben. Weiterlesen

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William Peter Blatty: Der Exorzist (1971)

Der Exorzist gehört zu den Kassenschlagern der 70er Jahren, der überall auf der Welt die Kinokassen klingeln ließ. Kaum Jemand, der diesen Film nicht gesehen hat, die Zweitverwertung über Video mit Drittpublikation als DVD / Bluray spülte noch einmal einen Geldsegen in die Kassen der Beteiligten.

Beteiligt war auch der Verfasser des Romans, William Peter Blatty, der nicht nur das Werk selbst, sondern auch das Drehbuch für die Verfilmung beisteuerte (und für das er den Oskar bekam). Man kann getrost sagen, dass dieser mit diesem einen Buch sein finanzielles Auskommen gesichert hat. Neun Romane hat er bis zu seinem Tod 2017 publiziert, von denen allerdings nur zwei – neben dem Exorzisten erschien die Fortsetzung zu seinem Bestseller „Legion“ als „Das Zeichen“ (Goldmann TB) auf Deutsch – bei uns veröffentlicht wurden.

Der Roman erlebte bei uns diverse Auflagen. Neben der Publikation als Hardcover bei Moden und bei Area (zusammen mit „Das Omen“ und „Rosemaries Baby“), folgten Taschenbuchveröffentlichungen bei Ullstein und Bastei-Lübbe. Nun also legt der Festa Verlag den Klassiker in einer gewohnt mustergültigen Ausstattung in seiner Must Read Reihe neu auf. Weiterlesen

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Holger Wolandt (Hrsg): Tod am Fjord: Mörderische Geschichten aus Norwegen

Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse im Oktober, wo Norwegen 2019 Gastland war, ist im Piper-Verlag die Anthologie Tod am Fjord erschienen. Die sechzehn spannenden Geschichten aus Skandinavien, die Herausgeber Holger Wolandt hierfür ausgewählt hat, lesen sich mal humorig, mal unheilvoll. Die Autoren sind Ingvar Ambjørnsen mit der Erzählung Der Silberfjord, Jo Nesbø und seine Geschichte Serum, Lars Saabye Christensen (Schlachtung), Levi Henriksen (Julian Johnsen), Jonny Halberg (Persona) und weitere.

Finstere Abgründe finden sich in vielen Schattierungen.

So geht es zum Beispiel im Kurzkrimi Der Wolf und die Rotkäppchen von Unni Lindell um einen perfiden Handlungsablauf mit Telefonterror, in der der Wolf letztlich das Sinnbild von vererbtem Hass ist.

Anne B. Ragde thematisiert in Do not disturb das Verhältnis ihrer Protagonistin mit einem ihrem Arbeitskollegen, einem verheirateten Mann.

Von Roy Jacobsen lesen wir eine dramatische Geschichte über einen Kampf ums Überleben bei stürmischer See, wobei der Motor eines Bootes versagt. Außerdem geht es um die Menschen eines Dorfes, die scheinbar alle zusammenhalten. Weiterlesen

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Michaela Küpper: Der Kinderzug

Ein interessantes Thema hat sich die Autorin für ihr bisher erst zweites Buch vorgenommen. Ein Thema, das zumindest ich bislang noch kaum in Romanen verarbeitet gefunden habe. Es geht im Buch von Michaela Küpper um die sogenannte Kinderlandverschickung während des Zweiten Weltkriegs.

Im Rahmen dieser von oben angeordneten Maßnahmen wurden, erst auf freiwilliger Basis, später dann ohne Wahlfreiheit, die Kinder aus den großen Städten vor den Bombenangriffen in Sicherheit gebracht. Sie wurden, die ganz kleinen mit, die etwas Größeren ohne Mütter in Pflegefamilien auf dem mehr oder weniger sicheren Land untergebracht. Die älteren Kinder wurden klassen- bzw. schulweise „aufs Land verschickt“, dort kamen sie in Jugendherbergen, Zeltlagern oder in leerstehenden Hotels etc. unter, betreut von ihren Lehrern.

In ihrem Roman schildert Michaela Küpper eine solche, wenn auch fiktive, Kinderlandverschickung. Die Mädchenklasse kommt aus dem von Bomben schwer getroffenen Essen und reist, begleitet von ihrer Lehrerin und dem Schuldirektor mit seiner Familie nach Usedom. Dort treffen sie unter anderem auf eine Jungenklasse aus Berlin. Weiterlesen

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Raymond A. Villareal: Die Chronik vom Aufstand der Vampire

Es beginnt in einem kleinen Kaff an der Grenze zwischen Arizona und Mexiko. Die Leiche einer jungen Frau, deren Körper auffällig wenig Blut aufweist, verschwindet aus der Pathologie. Als die Fachärztin vom Center for Disease Control am Tatort eintrifft, ist gerade eine zweite Leiche, offensichtlich auf ihren eigenen Beinchen, aus dem Untersuchungszimmer entflohen. Die Spur führt die Forscherin an den Grenzzaun, und nur zu bald in den Kongress. Hier darf sie, zusammen mit anderen Spezialisten, die von den Vorgängen wie sie auch kaum eine Ahnung haben, zu einer neuen Spezies, die vom NOBI Virus geschaffen wurden, aussagen – den Gloamings.

Etwa die Hälfte derer, die gewandelt werden übersteht die Prozedur und wird mit einer Lebensdauer von 200 bis 300 Jahren, immerwährender Gesundheit und der Fähigkeit, Menschen zu beeinflussen belohnt. In die Sonne aber sollten sie nicht mehr gehen, die fügt ihnen dauerhaften, letalen Schaden zu. Pop-Stars, ein Bischof, Senatoren, selbst der Präsident lassen sich wandeln, ob und wie sie fürderhin Blut zu sich nehmen müssen, kann mangels Mithilfe der Infizierten nicht untersucht werden. Und diese wissen sich zu organisieren – Gesetzesvorhaben zum Schutz ihrer Rechte als neue Rasse werden eingebracht und beschlossen, die Gloamings sind in. Weiterlesen

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Ami Polonsky: Und mittendrin ich

Grayson ist 12 Jahre alt und ein unglücklicher Junge. Vor den Gleichaltrigen zieht er sich immer mehr zurück. Aber als Amelia in die Klasse kommt, ändert sich das zunehmend. Die beiden finden einen gemeinsamen Nenner und freunden sich miteinander an. Doch Grayson könnte ihr niemals sein Geheimnis verraten. Denn in Wirklichkeit fühlt er sich wie ein Mädchen. Möchte ein Mädchen sein, Kleider tragen und all die Dinge tun, die Mädchen tun. Und dann ist Grayson ganz mutig und bewirbt sich bei der Schultheater-Aufführung für die weibliche Hauptrolle!

Ami Polonsky bearbeitet in ihrem Jugendroman für Jugendliche ab 12 Jahren ein sensibles Thema. Schon seit der Kindheit ist Grayson gerne ein Mädchen. Er steckt im falschen Körper, das wusste sogar schon seine Mutter, die vor vielen Jahren verstorben ist. Seitdem lebt Grayson bei Onkel, Tante und deren Sohn. Und niemand weiß, wie es in ihm aussieht. Nur heimlich probiert er Kleider an, malt seine Träume und hofft, dass sie eines Tages wahr werden. Die Schulaufführung scheint ein Lichtblick. Was wäre, wenn er wirklich die weibliche Hauptrolle spielen dürfte? Als seine Tante und der Onkel davon erfahren, sind sie sie verunsichert. Grayson wäre damit dem Mobbing seiner Mitschüler ausgesetzt. Weiterlesen

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Anna Tell: Nächte des Zorns 02: Die Unterhändlerin

Amanda arbeitet in einem Team des schwedischen Sonderkommandos. Die Kommissarin wird bei Entführungen als Unterhändlerin eingesetzt. Ihr neuer Auftrag lautet, in den Kosovo zu reisen und zu untersuchen, ob ein dort stationierter schwedischer Polizist entführt worden ist. Recht schnell entwickelt sich der Vorfall zu einer Katastrophe. Abgesehen davon, dass möglicherweise die Mafia den Kollegen entführt haben könnte, sind sowohl der verschwundene Polizist als auch sein Vorgesetzter alles andere als harmlose Polizisten. Beim ersten Kontakt mit den möglichen Entführern zeigen sich weitere Ungereimtheiten. Eine davon ist die Ankündigung bei Nichtzahlung des Lösegeldes die in Schweden lebende Ehefrau des Polizisten zu verletzen.

Je mehr Amanda und ihre Kollegen über diesen Fall erfahren, um so undurchsichtiger werden Motive und Hintergründe.

Die Autorin Anna Tell ist in Schweden Kriminalkommissarin. Ihre über zwanzigjährige Erfahrung bei der Polizei, dem Militär und Auslandseinsätzen stehen für ihre Kompetenz. Der Leser darf nicht nur davon ausgehen, dass die Autorin weiss, wovon sie schreibt, auch die Einsätze ihrer fiktiven Amanda dürften sich an konkreten Erlebnissen orientieren. Weiterlesen

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Jussi Adler-Olsen: Opfer 2117: Der achte Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q

Der dänische Schriftsteller Jussi Adler-Olsen (Jahrgang 1950) schreibt schon seit mehr als zehn Jahren an seiner Reihe um Carl Mørck vom Sonderdezernat Q. Mit „Erbarmen“ aus dem Jahr 2008 startete die Erfolgsserie von Adler-Olsens Thriller. Nun erschien am 10. Oktober 2019 der achte Fall für Carl Mørck mit dem Titel „Opfer 2117“ in einer Übersetzung von Hannes Thiess.

Alles fängt damit an, dass der spanische Journalist Joan Aiguader am Strand von Ayia Napa auf Zypern Fotos von einer scheinbar ertrunkenen, älteren Frau und umstehenden Trauernden macht. Diese Fotos mit dem Opfer Nummer 2117 (ertrunkene Flüchtlinge im Mittelmeer) schickt Aiguader an seine Redaktion von „Hores del dia“ und von dort aus gehen sie durch die internationale Presse, weil die Frau nicht, wie angenommen, ertrunken ist, sondern erstochen wurde. Aiguader wird auf die Geschichte angesetzt.

Gleichzeitig sitzt irgendwo in Kopenhagen ein junger Mann, Alexander, vor dem Computer und spielt Tag und Nacht Ballerspiele. An seinen Zimmerwänden hängen der Zeitungsartikel mit dem Foto von Opfer Nummer 2117 und ein Samuraischwert. Weiterlesen

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Clara Paul (Hrsg.): Der schöne Augenblick – Lektüre zwischen den Jahren

Ein kleines, feines Buch für Liebhaber*innen von Lyrik und Kurzprosa; ein kleines feines Geschenk für alle, bei denen Sie sich vielleicht für etwas bedanken möchten. Und ein kleines feines Buch für Sie selbst, eben für die Zeit zwischen den Jahren, die Zeit, in der wir alle in der Regel ein wenig zur Ruhe kommen, innehalten.

Der schön gestaltete Band umfasst Gedichte und Texte vieler namhafter Autor*innen, so unter anderem Rainer Maria Rilke, Hans Magnus Enzensberger, Hermann Hesse, Max Frisch, Antoine de Saint-Exupéry, Elke Heidenreich oder von Tucholsky, Ringelnatz, Brecht usw..

Gemeinsam ist den Geschichten und Gedichten das Thema Augenblick. Es geht um entscheidende, kritische, unvergessene und unvergessliche, kurz um ganz besondere Augenblicke. Weiterlesen

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Samuel Selvon: Eine hellere Sonne (1952)

Wenige Monate vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erlebt die Insel Trinidad einen Ansturm von Menschen: Arbeitssuchende von den Nachbarinseln, jüdische Flüchtlinge aber auch Amerikaner und Engländer, die auf der Insel ihre Stützpunkte ausbauen. Der sechzehnjährige Tiger kennt bis dahin nur die Arbeit im Zuckerrohrfeld und abends das Spielen mit seinen Freunden, die ebenfalls Kinder armer indischer Bauern sind. 1940 wird Tiger mit der gleichaltrigen Urmilla verheiratet. Die beiden sehen sich auf dieser arrangierten Hochzeit zum ersten Mal. Und ebenfalls zum ersten Mal verlassen sie ihr Heimatdorf, um in das Dorf Barataria, vier Meilen östlich der Hauptstadt Port of Spain, zu ziehen. Ihr völlig auf sich selbst gestelltes Leben beginnt in einer baufälligen Lehmhütte, mit einer Kuh und einem Stück Acker. Das Einzige, worüber sich Tiger im Klaren ist: Ein Mann trägt Verantwortung, trinkt Rum und raucht. Schnell begreift er seine fehlende Bildung und Lebenserfahrung, aber auch, dass etwas Großartiges passieren wird. Weiterlesen

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