Marah Woolf: Angelussaga 02: Der Zorn der Engel

Moon hat es nicht geschafft. Ihr Plan, ihre Geschwister aus Venedig zu schmuggeln, um sie vor den grausamen Engeln zu retten, ist fehlgeschlagen. Stattdessen wurde sie festgenommen und in den Kerker des Dogenpalastes gesperrt. Sie soll eine Schlüsselträgerin sein. Ihr ganzes Leben glaubte Moon, ihre Zwillingsschwester sei eine Schlüsselträgerin, nun wird sie selbst von den Engeln festgehalten, um die Prüfung zu durchlaufen, mit dem Ziel, den Engeln die Himmelstore wieder zu öffnen und die Menschen zu vernichten. Als ihr die Flucht aus den Kerkern gelingt, kann Moon ihr Glück kaum fassen – doch dann läuft sie ausgerechnet dem Engel in die Arme, vor dem sie ihr ganzes Leben lang gewarnt worden ist: Lucifer.

Moon ist davon überzeugt, dass es nicht schlimmer hätte kommen können, denn zu allem Überfluss lässt Lucifer sie nicht zurück in den Kerker werfen, sondern bringt sie in seine Privatgemächer, um jeden Fluchtversuch persönlich verhindern zu können. Dort muss Moon nun mit seinen Gefolgsleuten, den gefallenen Engeln leben und sich auf ihre Prüfung zur Schlüsselträgerin vorbereiten. Doch die gefallenen Engel sind ganz anders, als sie es von deren Geschwistern gewohnt ist. Sie sind nett und rücksichtsvoll und behandeln sie wie eine Freundin. Allen voran Lilith, Mutter aller Dämonen. Moon weiß nicht, wem sie vertrauen soll und diese Verwirrung ist das Letzte, was sie jetzt brauchen kann, denn die Prüfung ist härter und grausamer als alles, was sie bisher erfahren musste. Und wenn sie sie nicht besteht, muss sie sterben. Weiterlesen

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Jennifer Estep: Elemental Assassin 13: Spinnenblitz

Ashland hat eine neue Gangsterfürstin. Seitdem Gin Blanco ihre Nenemis Mab Monroe umgebracht hat, ist sie ungewollt an die Spitze des organisierten Verbrechens aufgestiegen. Doch statt rauschender Feste, statt in Saus und Braus zu schwelgen darf sie Streitigkeiten zwischen Gaunern und Verbrechern schlichten. Bei einer dieser Schlichtungsversuche wird ein Anschlag verübt. Ein Unbekannter lässt eine Bombe explodieren – und Gin nimmt so etwas sehr persönlich.

Die Suche nach dem Täter führt Gin tief in ihre eigene Vergangenheit. Noch als Teenager während ihrer Ausbildung bei ihrem Mentor wurde sie in einen Missbrauchsfall verwickelt. Ein despotischer Metallelementar schaffte mittels seines metallenen Streitkolbens und der kreativen Nutzung von Eisennägeln nicht nur seine Widersacher aus dem Weg, er misshandelte aus seine Frau und Tochter. Damals gelang es Gin in letzter Sekunde den Übeltäter zu stoppen und davon abzuhalten, nach seiner Frau auch seine Tochter zu Tode zu foltern. Jahre später ist die Tochter, inzwischen erwachsen unter fremden Namen als erfolgreiche Schmugglerin in Ashland ansässig. Der Attentäter hat es auf sie und Gin abgesehen – doch wo ist die Verbindung, wer steckt hinter den Anschlägen und wie nur kann man den scheinbar übermächtigen Metallelementar aufhalten? Weiterlesen

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Elizabeth Macneal: The Doll Factory

London, 1850: Die junge Iris arbeitet an der Seite ihrer durch Pockennarben entstellten Zwillingsschwester Rose in einer kleinen Puppenmanufaktur. Heimlich träumt Iris allerdings davon, malen zu können. Ihr kleines Taschengeld investiert sie deshalb in Farben und statt zu schlafen, malt sie nachts. Als sie den Maler Louis Frost kennenlernt, der sie als Modell für sich gewinnen will, scheinen Iris‘ Träume plötzlich ganz nah. Was wäre, wenn Louis sich bereiterklärt, sie im Malen zu unterrichten? Hals über Kopf will Iris ihr bisheriges Leben aufgeben. Doch das stößt auf Ablehnung seitens ihrer Eltern und der Schwester. Ist Iris bereits, alles für ihren Traum zu opfern?

Diese kurze Inhaltsangabe des Romans gibt beileibe nicht alles preis, was „The Doll Factory“ kann. Iris schwebt schon bald in einer großen Gefahr, während im Hyde Park die Weltausstellung zum allerersten Mal tagt. Elizabeth Mcneal ist eine toller Romanmischung gelungen. Historische Elemente, damit verbunden auch der Klassiker einer starken Frau in einer von Männern dominierten Gesellschaft, eine spannende Nebenhandlung, die sehr schnell starke Auswirkungen auf die Haupthandlung hat, interessante Figuren … was will man mehr? Weiterlesen

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Lesley Kara: Das Gerücht

Warnung: Sollten Sie dieses Buch vor dem Schlafengehen beginnen, dann wundern Sie sich nicht, wenn Sie nicht mehr in selbigen finden werden – zumindest nicht, bevor die letzte Seite dieses wendungsreichen Romans zu Ende gelesen ist. In ihrem literarischen Debüt „Das Gerücht“ schafft Autorin Lesley Kara haarsträubende Suspense auf zwei Ebenen. Erstens: Das klassische „Wer ist es“-Spiel? Zweitens: Die Faszination des Bösen, der wir alle bisweilen erliegen, auch wenn wir uns für Gutmenschen halten. Im konkreten Fall sind es Gerüchte, die uns verleiten, daran teilzunehmen. Selbst wenn die Folgen verheerend sein können. Es heißt nicht umsonst „Rufmord“. Der zweite Teil des Wortes wird zum Programm für diejenigen, die sich meist erst dann wehren und rechtfertigen können, wenn bereits alles zu spät ist. Oder wie Mark Twain sagte: „Eine Lüge ist um die halbe Welt gelaufen, während sich die Wahrheit noch die Schuhe anzieht.“

Dennoch können wir bisweilen alle nicht die Finger von diesem perfiden Spiel lassen. Warum auch immer. Um sich in den Mittelpunkt zu stellen, um von etwas Unangenehmen abzulenken, um der Gruppendynamik zu entsprechen oder weil von Unheilschwangerem durchaus eine gewisse Faszination ausgehen kann… die Gründe, warum die Protagonisten in diesem Roman zur Gerüchteküche beitragen, sind ganz unterschiedlich. Als Leser fühlen wir uns bisweilen ertappt, was für zusätzliche Gänsehaut sorgt. Zumal dieses Gerücht einen besonders ernsten Hintergrund hat: Eine ehemalige Kindermörderin soll sich in der Nachbarschaft niedergelassen haben! Weiterlesen

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Ilse Helbich: Diesseits

„Gebrauchsanweisung: Manche Geschichten sind wie Steine, die man aus dem Fluss fischt. Rund und glatt und schwer in der Hand.“  Diese Anleitung stellt die Autorin ihren gesammelten Erzählungen voran.

Ilse Helbich, geboren 1923 in Wien, hat im Alter von 80 Jahren ihren ersten Roman „Schwalbenschrift“ veröffentlicht. Darauf folgten mehrere Anthologien und Erzählbände. Und nun legt der Literaturverlag Droschl dieses Buch vor, das schon allein durch seine Gestaltung, seine Optik und seine Haptik Leserinnen erobern dürfte. Viele der in diesem Band gesammelten Erzählungen sind vorher noch nicht veröffentlicht worden. Leider, so im Info-Teil am Ende, lässt sich nicht mehr für alle Texte sagen, wann sie entstanden sind. Ich finde das auch nebensächlich, außer dass natürlich das eigene Leben der Autorin jeden Text immer beeinflusst.

Ilse Helbich hat einen ganz eigenen, faszinierenden Stil. In ihren Geschichten geht es um alltägliche Menschen, Frauen zumeist, in alltäglichen Situationen im alltäglichen Leben. Auffällig ist, dass die Autorin ihren Protagonistinnen kaum je einen Namen gibt. Manch eine Nebenfigur erhält einen Namen, aber in den meisten ihrer Texte bleibt die Protagonistin einfach „sie“. Das schafft gleichzeitig Nähe und Distanz, Empathie und Fremdheit. Weiterlesen

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Nuruddin Farah: Im Norden der Dämmerung

Der ehemalige somalische Botschafter Mugdi und seine Frau Gacalo haben in Oslo ihre zweite Heimat gefunden. Das beschauliche Leben des älteren Ehepaares könnte harmonisch verlaufen, wenn ihr Sohn sich nicht den Dschihadisten in Somalia angeschlossen hätte. Kurz vor seinem Selbstmordattentat bittet er Gacalo: ‚Falls mir etwas passiert, kümmert euch um meine Frau und die beiden Kinder.‘

Viel zu schnell stehen die trauernden Eltern einer strenggläubigen Witwe und ihren beiden Kindern aus erster Ehe gegenüber. Naciim ist zwölf Jahre alt und seine vierzehnjährige Schwester Saafi von einer Gruppenvergewaltigung traumatisiert. Verantwortung und widersprüchliche Gefühle prallen bei der unfreiwilligen Familienzusammenführung aufeinander.

Nuruddin Farah, geboren 1945 in Baidoa, zählt zu Afrikas bedeutendsten zeitgenössischen Schriftstellern. Seine Romane thematisieren sein unmittelbares Erleben im Bürgerkrieg, bei der Flucht sowie im Exil. Er plädiert für die Freiheit des Einzelnen und lehnt damit jegliche Form von totalitärer Herrschaft ab. Der kulturelle Hintergrund des Islams verlangt von dem zwölfjährigen Naciim, die Rolle des Familienvorstands für seinen verstorbenen Stiefvater zu übernehmen. Wenn er zum Beispiel nicht in der Wohnung ist, dürfen weibliche Familienmitglieder weder die Wohnungstür öffnen noch ein Telefonat annehmen. Weiterlesen

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Sofia Lundberg: Ein halbes Herz

Elin lebt mit ihrem Mann Sam in New York. Seit die gemeinsame Tochter Alice in ein Zimmer im College gezogen ist, leidet Sam verstärkt darunter, dass bei Elin der Beruf deutlich mehr als das halbe Leben einnimmt. Sie geht in ihrer Tätigkeit als Porträt-Fotografin auf und versteckt sich (und vor allem ihr Inneres, ihre Gefühle) hinter der Linse. So wahrt sie die Distanz zwischen sich und der Welt, die sie braucht, um einigermaßen stabil zu bleiben. Sie scheint nicht zu merken, dass ihre Beziehung zu Sam und Alice dicht am Zerbrechen ist. Selbst ein Essen mit den Schwiegereltern oder die Termine bei der Paartherapie verschwitzt sie oder lässt sie für einen dringenden Auftrag sausen.

Als sie von ihrem Jugendfreund Fredrik eine Karte aus ihrer Heimat Schweden bekommt, bricht ihre verdrängte Vergangenheit über sie herein. Lange hat es Elin geschafft, sich gegen die beängstigenden Erinnerungen zu wehren und sich ihren Verletzungen nicht zu stellen. Und auch jetzt kann sie oft einfach nicht aus ihrer Haut. Ihre Strategie gegen alles, wovor sie sich fürchtet, ist der Rückzug hinter die Kamera.

Doch langsam bricht ihr Panzer auf. Plötzlich erinnern sie Kleinigkeiten an ihre Kindheit, die sie in ärmlichen Verhältnissen auf Gotland verbracht hat, an ihren kriminellen Vater und die überforderte Mutter, aber auch an ihre Freundschaft mit Fredrik und der Ladenbesitzerin Gerd. Nicht einmal ihrer Familie hat sie davon erzählt. Weiterlesen

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Andrea Camilleri: Das Bild der Pyramide: Commissario Montalbano blickt hinter die Fassaden

Der italienische Autor und Regisseur Andrea Camilleri ist im letzten Jahr mit 93 Jahren verstorben. Vor allem seine Commissario – Montalbano – Krimis machten ihn in Deutschland bekannt. Der erste Band „Die Form des Wassers“ erschien 1995 in Italien. Nun legte Bastei Lübbe am 28. Februar 2020 den neuen Roman aus der Reihe vor. Er trägt den Titel „Das Bild der Pyramide – Commissario Montalbano blickt hinter die Fassaden“ und wurde von Rita Seuß und Walter Kögler aus dem Italienischen übersetzt. Die Originalausgabe „La piramide di fango“ wurde bereits im Jahre 2014 veröffentlicht.

In Italien regnet es seit zwei Wochen. Und auf einer Baustelle wird eine männliche Leiche entdeckt. Sofort machen sich Commissario Montalbano und sein Team an die Arbeit. Schnell ist klar, dass der junge Mann erschossen wurde. Mit dem Fahrrad hatte er es noch bis zur Baustelle geschafft und war dort gestorben.

Die Ermittlungen ergeben, dass es sich um Gerlando (Giugiù) Nicotra, den Buchhalter der Baufirma Rosaspina, handelt. Seine deutsche Frau Inge Schneider ist verschwunden. Außerdem gibt es Anzeichen für die Anwesenheit einer dritten Person im Haus der Nicotras. Weiterlesen

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Antti Tuomainen: Klein-Sibirien

Seit einem Jahr und sieben Monaten ist Joel Huhta Pfarrer in Hurmevaara, einer 1000 Seelen-Gemeinde im Osten Finnlands, nahe der russischen Grenze. Normalerweise ist dieser Ort für ein überschaubares Leben wie geschaffen, wenn nicht dieser Meteorit in den Wagen eines seiner Bewohner gerauscht wäre. Wie durch ein Wunder überlebt der Fahrer, ein ehemaliger Rennfahrer, der nun auf eine Belebung seiner Karriere hofft. Denn wer dieses seltene Gestein aus dem All verkauft, darf sich um eine Million reicher fühlen.

Sechs Tage wird im Ort über nichts anderes gesprochen. Bis der Meteorit in das Weltraumlabor nach Helsinki gebracht wird, bewacht ihn das Komitee des Dorfes im Militärmuseum. Denn die nächste Polizeiwache ist etwa 90 km von Hurmevaara entfernt, und einen professionellen Sicherheitsdienst gibt es ebenfalls nicht.

Bei seiner ersten Nachtwache wird Joel im Militärmuseum überfallen. Seit dieser Nacht sieht der Pfarrer die Dorfbewohner mit anderen Augen. Jeder von ihnen könnte zu den Einbrechern gehören. Ob aus Dummheit oder Unwissenheit, sie haben eine Handgranate gestohlen. Weiterlesen

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Jasmin Schreiber: Marianengraben

Paula ist ein Mensch, der sich eigentlich mit sehr wenig zufrieden gibt. Wenn ihr kleiner Bruder Tim um sie herum ist, ist sie glücklich. Doch Tim gibt es nicht mehr. Tim ist im Urlaub im Meer ertrunken. Ausgerechnet im Meer, das er so sehr geliebt hat! Der 10-jährige kleine Junge war neugierig ohne Ende und fragte Paula, die angehende Biologin ist, regelmäßig über alles aus. Denn Tim wollte einfach alles wissen. Und nun vermisst Paula ihn unendlich. Ihr Leben hat keinen Sinn mehr, keine Richtung, nach der sie streben könnte. Ihr Therapeut rät ihr, endlich das Grab ihres Bruders zu besuchen. Doch Paula traut sich nicht und will sich schließlich nachts dorthin schleichen. Dabei überrascht sie allerdings den rüstigen Helmut beim Urnendiebstahl seiner Exfrau. Er will ihre Asche nicht unter der Erde sehen, sondern überall verstreuen. Paula begibt sich kurzerhand mit ihm auf eine Reise.

Jasmin Schreiber (Jahrgang 1988) ist selbst studierte Biologin und arbeitet ehrenamtlich als Sterbebegleiterin, das heißt sie hat sich mit beiden Kernthemen ihres Romans schon intensiv auseinandergesetzt. Und das spürt man am Text: Er ist komplett aus der Ich-Perspektive von Paula geschrieben, sie richtet sich aber direkt an ihren verstorbenen kleinen Bruder Tim. Weiterlesen

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