Vor ein paar Jahren trieb der Hunger die Armen auf die Straßen von Paris. Das, was später einmal unter der Bezeichnung „Französische Revolution“ bekannt sein würde, der Sturm auf die Bastille und den Herrschersitz scheiterten damals Dank des militärischen Eingreifens eines Verwandten des Roi. Seitdem geht das Leben weiter wie bisher – sprich, die Reichen leben in Saus und Braus, die Armen vegetieren hungrig vor sich hin.
Neun kriminelle Gilden haben die Stadt unter sich aufgeteilt. An der Hohen Tafel des Hofs der Wunder wurden Gesetze beschlossen, die auch heute noch, 1823 gelten. Kein Krieg unter den Gilden, niemand darf eine der anderen Gilden angreifen oder bestehlen. Dumm, dass Kaplan, der Führer der Gilde des Fleisches und damit Herr über die Sklaven und Prostituierten sich nicht an die Gesetze hält. Dass die anderen Herren und Herrinnen der Gilden dem Treiben tatenlos zusehen liegt auch daran, dass der Herr der Fleisches, der sich selbst als Tiger bezeichnet starke, unüberwindbar scheinende Verbündete besitzt.
Nina hat schon ihre ältere Schwester Azelma an die Gilde des Fleischs verloren. Als Schwarze Katze ist sie in der Diebesgilde aufgestiegen, hat sich mit spektakulären Diebeszügen einen Namen gemacht. Als der Tiger ihr Mündel Ettie entführt ist das Mass überschritten. Nina nutzt den Hunger der Stadt und die Unzufriedenheit der Studenten um deren Aufstand als Ablenkungsmanöver für ihren Angriff auf das Haus des Fleisches zu nutzen – eine Unternehmung, die kaum Aussicht auf Erfolg hat, konnte doch noch niemand dem Tiger seine Beute entreißen … Weiterlesen








