Bert Wagendorp: Ventoux

ventBert Wagendorp, niederländischer Journalist, Kolumnist, Radfahrer und Radrennsportfan, hat mit „Ventoux“ aus einem Drehbuch für einen Film einen Roman gemacht. Dieser erschien 2013 in den Niederlanden und wurde zum Bestseller.
Der btb Verlag liefert nun übersetzt von Andreas Ecke die deutsche Erstausgabe. Und obwohl der deutsche Untertitel „Ein Sommer, der das Fieber des Lebens in sich trug“ arg kitschig geraten ist, lohnt sich ein Blick ins Buch.
Denn in erster Linie erzählt der Roman die Geschichte einer Freundschaft von fünf Männern und einer Frau.

Die Geschichte beginnt 2010 mit einem Prolog: der Ich-Erzähler Bart Hoffmann – wie Wagendorp ebenfalls Journalist – kramt ein Foto hervor, das ihn und seine Freunde André, David, Joost, Peter und Laura auf einem Campingplatz in der Provence am Fuß des Mont Ventoux im Sommer 1982 zeigt.
Nach dreißig Jahren treffen die Freunde wieder aufeinander, nur einer fehlt. Weiterlesen →

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D. W. Wilson: Den Boden nicht berühren

wilsonDavid William Wilson, kurz D. W. Wilson, ist ein junger, 1985 in Kanada geborener Autor, der Erzählungen schreibt, für die er schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde. Mit „Den Boden nicht berühren“ (Originaltitel „Once you break a knuckle“) stand er auf der Shortlist des Dylan Thomas Prize 2013, der junge Autoren, die in englischer Sprache schreiben, ehrt und als Sprungbrett für eine literarische Karriere gilt. Und eine literarische Karriere ist D. W. Wilson durchaus zu wünschen, denn er schreibt gut. Bei dtv Premium ist nun nach dem Roman „Als alles begann“ (2014) der erste Erzählband des Autors mit dem Titel „Den Boden nicht berühren“ auf Deutsch erschienen.

Darin 12 „Jungs aus der Kleinstadt“ – Storys in der kanadischen Provinz: Da möchte Will seinem Vater, dem Polizisten John A. Crease, in „Bis einer umfällt“ lieber eine Verletzung beim Judo zufügen, als dass er ihn in den Krieg im fernen Kosovo ziehen lassen will. Weiterlesen →

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Arjen Lubach: Der fünfte Brief

brief„Der fünfte Brief – Ein Amsterdam-Krimi“ ist das Krimidebüt des Niederländers Arjen Lubach, das 2013 unter dem Originaltitel „IV“ in den Niederlanden erschien und mit dem Crimezone Debütpreis ausgezeichnet wurde. Auf dem Cover des auf Deutsch bei btb erschienenen Taschenbuchs, das ein Foto von Jon Arnold vom Oudeschans Kanal in Amsterdam zeigt, prangt der Hinweis „Der Bestseller aus den Niederlanden“. Arjen Lubach ist in seiner Heimat ein bekannter Autor, Moderator und Comedian. Nun, das lässt die Leseerwartung steigen.

Und dann diese Enttäuschung. Vielleicht hat der Autor (zu) viele James Bond Filme gesehen, jedenfalls hat er sich zunächst zwei bekannte Spielorte, Amsterdam und die Côte d’ Azur bzw. Provence, für seine Geschichte ausgesucht. Dann ist die Handlung auf einen Zeitraum von 24 Stunden begrenzt, was spannend und schnell sein könnte, würden nicht schon auf den ersten Seiten Ungereimtheiten auf der Zeitschiene auftauchen. Weiterlesen →

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Amy Sackville: Reise nach Orkney

Reise nach Orkney von Amy SackvilleDie junge britische Autorin Amy Sackville (Jahrgang 1981) wurde für ihre Romane „The Still Point“ von 2010 (in Deutsch unter dem Titel „Ruhepol“, 2012) und „Orkney“ von 2013 (in Deutsch unter dem Titel „Reise nach Orkney“, Luchterhand, 2016) in ihrer Heimat mit Preisen ausgezeichnet und unterrichtet Creative Writing an der Universität Kent.

In „Reise nach Orkney“ beschreibt Amy Sackville die Hochzeitsreise eines Paares auf eine kleine, einsame Orkney-Insel vor der schottischen Küste. Der sechzigjährige Richard, ein Literaturprofessor, ist dort auf Wunsch seiner jungen Frau, die seine ehemalige Studentin ist und namenlos bleibt. Sie will ihre Heimat besuchen, er möchte an seinem Buch schreiben, das seine universitäre Laufbahn abrunden soll. Weiterlesen →

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Richard Russo: Diese gottverdammten Träume

csm_9783832189051_frontcover_7eebb6ba1fUm es gleich vorweg zu nehmen: „Diese gottverdammten Träume“ von Richard Russo sind unschlagbar gut. Wurde das Buch mit dem Originaltitel „Empire Falls“ schon 2002 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und 2005 mit Starbesetzung verfilmt, ist es nun auf Deutsch erschienen. Damit bringt der DuMont-Buchverlag den für mich besten Roman des Jahres heraus.

Empire Falls am Knox River in Maine (USA) ist der fiktive Ort, in dem die Geschichte von Miles Roby spielt, die Russo so herrlich gelassen und präzise erzählt.

Doch zunächst erfährt der Lesende im Prolog, dass Empire Falls einst prosperierender Standort für die Textilindustrie war, der der Familie Whiting Wohlstand und den Einwohnern ein gutes Auskommen sicherte. Weiterlesen →

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Judith Hermann: Lettipark

letDas literarische Werk von Judith Hermann ist überschaubar, jedoch mitunter hoch gelobt. Der verstorbene Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki prophezeite ihr 1998 mit „Sommerhaus, später“ eine große Schriftstellerinnen-Zukunft, die sich zunächst nicht einstellte, fiel doch ihr zweiter, heiß ersehnter Erzählband „Nichts als Gespenster“ von 2003 deutlich gegen den ersten ab. Mit „Alice“ (erschienen 2009) und ihrem Roman „Aller Liebe Anfang“ (2014) versucht sie seitdem an ihren Debüt-Erfolg anzuknüpfen.

Nun also „Lettipark“, 17 Erzählungen kurz und knapp wie ihre Titel, erschienen im S. Fischer Verlag. Da werden in „Kohlen“ ebendiese geschippt als Requiem für eine tote Mutter, die an der Liebe gestorben ist und als Trost für ihren kleinen Sohn Vincent. Weiterlesen →

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Kit de Waal: Mein Name ist Leon

leonKit de Waal, britische Juristin mit irischer Mutter und karibischem Vater, legt mit „Mein Name ist Leon“ ihren ersten Roman vor. Für ihre Kurzgeschichten wurde sie zuvor mehrfach ausgezeichnet.

Das Debüt – erschienen bei Rowohlt POLARIS – verdient Aufmerksamkeit.
Leon, ein neunjähriger, dunkelhäutiger Junge, aus dessen Sicht Kit de Waal die Geschichte konsequent in Präsens schreibt, hat es richtig schwer: der Vater weg, die Mutter depressiv und der (Halb-) Bruder noch ein Baby. Leon kümmert sich so gut er kann um seine labile, kranke Mutter Carol und den gerade geborenen Jake, den er zunächst nur „das Baby“ nennt. Weiterlesen →

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Hugo Loetscher: Das Entdecken erfinden – Unterwegs in meinem Brasilien

entdHugo Loetscher, 2009 verstorbener Schweizer Schriftsteller und Journalist, verliebte sich 1965 auf seiner ersten Reise nach Rio de Janeiro in Brasilien. Danach besuchte er es im Laufe seines Lebens immer wieder. Und er schrieb darüber.

In „Das Entdecken erfinden“ aus dem Diogenes Verlag gibt nun Jeroen Dewulf die besten von Loetschers brasilianischen Reisereportagen heraus und verfasste das Nachwort dazu. Die Reportagen erschienen erstmals zwischen 1967 und 1992 in Schweizer Magazinen und Zeitungen.
Mit Hugo Loetscher folgt nun der Lesende seinen Reisen durch Brasilien, vornehmlich durch den Norden und Nordosten des Landes. Weiterlesen →

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Andrea Camilleri: Commissario Montalbano 18: Das Labyrinth der Spiegel

labyMit „Das Labyrinth der Spiegel“ erscheint nunmehr der 18. Fall des Commissario Montalbano von Andrea Camilleri.
Und dieser Fall hat es in sich: Bombenattentate, Mordversuche, Morde, Liebesaffären, Drogengeschäfte und die Mafia. Camilleri schöpft aus dem vollen Krimirepertoire. Er lässt seinen, wie gewohnt souveränen, zuweilen mit dem Alter hadernden, Macho-Commissario Salvo Montalbano lange im Dunkeln tappen über Täter und Motive. Am Ende fallen dem Verwirrspiel zwei Menschen zum Opfer. Weiterlesen →

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A. L. Kennedy: Gleißendes Glück

glück„Gleißendes Glück“ von A. L. Kennedy aus dem Jahr 1997 erschien 2000 erstmals in deutscher Sprache im Verlag Klaus Wagenbach, Berlin. Nun hat es dtv als Taschenbuch aufgelegt, und im Herbst 2016 kommt die Verfilmung des Buches unter der Regie von Sven Taddicken mit Martina Gedeck und Ulrich Tukur in den Hauptrollen in die deutschen Kinos.
Darauf darf man gespannt sein, denn „Gleißendes Glück“ ist ein 3-Personen-Stück am Rande des Wahnsinns: Mrs. Brindle ist eine von ihrem eifersüchtigen Ehemann Mr. Brindle misshandelte, ansonsten jedoch gelangweilte Hausfrau, die sich als fromme Katholikin in Gott verliebte, der sie nun verlassen hat. Weiterlesen →

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