Jochen Rausch: Im Taxi: Eine Deutschlandreise

Jochen Rausch (Jahrgang 1956) ist Journalist, Autor und Musiker. Seit 2000 ist er Programmchef von 1LIVE und seit 2015 zusätzlich von WDR 2 und WDR 4. Rausch hat seit 2008 mehrere Bücher geschrieben, darunter Erzählungen und Romane. Der Grimme-Preisträger lebt in Wuppertal und bezeichnet sich selbst als „notorischen Taxinutzer“. Nun hat er seine über Jahre gesammelten Taxi-Gespräche in einem Buch vereint. Das Taschenbuch erschien am 12. Januar 2017 im Berlin Verlag.

Darin 120 Mini-Monologe von Taxifahrerinnen und –fahrern in Deutschland, die eindrücklicher nicht sein könnten. Auf je einer Taschenbuchseite erzählen die Männer und (wenige) Frauen aus Berlin, Hamburg, Bochum, Köln, Chemnitz oder München über sich: wer sie sind, woher sie kommen, was sie denken. Weiterlesen →

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Richard Ford: Rock Springs: Short Storys

Richard Ford, amerikanischer Schriftsteller (Jahrgang 1944), erhielt  den Pulitzerpreis und PEN/Faulkner Award für seinen 1995 erschienenen Roman „Unabhängigkeitstag“. Ich-Erzähler und Protagonist Frank Bascombe aus diesem und den Romanen „Der Sportreporter“, „Die Lage des Landes“ und „Frank“ steht für den „American Everyman“. Und den Durchschnittsamerikaner treffen die Lesenden auch in den Kurzgeschichten „Rock Springs“ aus dem Jahre 1987, die dtv im November 2016 kurz nach den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen in einer Taschenbuchausgabe (übersetzt von Harald Goland) herausgegeben hat.

Darin zehn Short Storys, in denen Richard Ford über Menschen in ihren Alltagsleben erzählt. In einem Leben, das wenig mit dem amerikanischen Traum vom Tellerwäscher zum Millionär gemein hat. Die Menschen in Fords Kurzgeschichten bleiben, wenn sie Glück haben, Tellerwäscher. Weiterlesen →

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Margaret Atwood: Die steinerne Matratze

Margaret Atwood gehört zu den großen Erzählerinnen unserer Zeit. Die 77-jährige Kanadierin erhielt für ihre Romane, Erzählungen und Gedichte  viele Auszeichnungen und Preise, u.a. 2009 den Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund für ihr Gesamtwerk. Ihre Science Fiction liegt in der Tradition von George Orwell und Aldous Huxley. In ihren Texten nimmt sie politische Themen auf und gesellschaftliche Entwicklungen vorweg. Es geht um Macht, Religion, Feminismus, Umwelt und wie nun in dem im November im Berlin Verlag erschienenen Erzählband „Die steinerne Matratze“ um das Alter.

Da sind in der letzten Erzählung „Fackelt die Alten ab“ Wilma und Tobias gezwungen, vor einem tobenden Mob junger Menschen aus ihrer in Flammen stehenden Seniorenresidenz zu fliehen. Weiterlesen →

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Navid Kermani: Sozusagen Paris

parisNavid Kermani wurde 1967 in Siegen als Kind iranischer Eltern geboren und lebt heute in Köln. Er schreibt Romane und Sachbücher, Essays und Reportagen. 2015 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Sein Roman „Große Liebe“ aus dem Jahr 2014 und in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts spielend verknüpfte das titelgebende Thema mit Erzählungen aus der arabisch-persischen Mystik. Mit „Sozusagen Paris“, 2016 im Carl Hanser Verlag erschienen, hält der Lesende eine Art Fortsetzung in der Hand. Inzwischen sind 30 Jahre vergangen.

Ein Schriftsteller liest in einem Provinzstädtchen aus seinem Buch („Große Liebe“), das von seiner Jugendliebe handelt. Beim anschließenden Signieren tritt genau diese Frau an seinen Buchtisch, bittet ihn, das Buch „Aber nicht für Jutta“ zu signieren  und der Schriftsteller ist mehr als erstaunt und irritiert. Ist sie es wirklich? Noch immer attraktiv, anziehend, jedoch ohne die Zahnlücke aus seiner Erinnerung. Weiterlesen →

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A. F. Th. van der Heijden: Das Biest

biestDer niederländische Schriftsteller Adrianus (Adri) Franciscus Theodorus van der Heijden, geboren 1951, ist in der Nähe von Eindhoven aufgewachsen und lebt heute in Amsterdam. Zuletzt erschien 2011 bei Suhrkamp „Tonio – Ein Requiemroman“, den der Autor nach dem plötzlichen Unfalltod seines einzigen Sohnes Tonio verfasste. Bekannt geworden ist Adri van der Heijden hierzulande vor allem durch seinen mit Preisen ausgezeichneten Romanzyklus „Die zahnlose Zeit“, in dem er ein Porträt der Nachkriegsgeschichte in den Niederlanden zeichnet. Auf die Figur Albert Egberts aus diesem Zyklus stößt der Lesende nun auch in dem neuen Roman „Das Biest“, der im September aus dem Suhrkamp Verlag in die Buchläden kam. Weiterlesen →

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Yrsa Sigurdardóttir: DNA

dnaYrsa Sigurdardóttir (Jahrgang 1963) ist Ingenieurin und Schriftstellerin. Sie lebt bei Reykjavik in Island. Zunächst schrieb sie in den 1990er Jahren Kinderbücher, 2006 erschien ihr erster Krimi in Deutschland unter dem Titel „Das letzte Ritual“.

Mit „DNA“  aus dem btb Verlag startet die Autorin nun eine Serie mit Kommissar Huldar von der Kriminalpolizei Reykjavik und der Psychologin Freya.

Der Prolog des Buches, datiert auf das Jahr 1987, führt ein in eine typische Situation der Kindeswohlgefährdung in der Jugendhilfe. Drei kleine Geschwisterkinder, zwei Jungen und ein Mädchen wurden in Obhut genommen und warten darauf, bei Pflegeeltern untergebracht zu werden. Die familiären Umstände, unter denen es zu einer Gefährdung der Kinder gekommen ist, werden nur angedeutet, müssen aber schwerwiegend sein. Die Experten streiten eine Weile darüber, ob eine Trennung der Geschwister ratsam ist und beschließen, dass das das Beste für die Kleinen ist. Weiterlesen →

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Terézia Mora: Die Liebe unter Aliens

Die Liebe unter Aliens von Terezia MoraDie Ungarin Terézia Mora (Jahrgang 1971) lebt seit den 1990er Jahren in Berlin. Neben dem Schreiben arbeitet sie als Übersetzerin aus dem Ungarischen. Für ihre Romane und Erzählungen wurde sie u.a. mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

Nach ihrem Debüterfolg mit den Erzählungen „Seltsame Materie“ (1999) erschien Ende September im Luchterhand Literaturverlag ihr neuester Erzählband „Die Liebe unter Aliens“. In einem Interview sagte Terézia Mora einmal, dass das Schreiben von Erzählungen wie eine „Frischzellenkur“ zwischen den Romanen wirke. Und herausgekommen sind zehn wunderbare Erzählungen. Weiterlesen →

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Alex Capus: Das Leben ist gut

Capus Das Leben ist gut Final_MR3.inddAlex Capus (Jahrgang 1961) lebt und arbeitet in der schweizerischen  Stadt Olten im Kanton Solothurn. Dort schreibt er seine Romane und betreibt eine Bar mit dem Namen Galicia Musik Bar, in der sich einst die Einwanderer aus Galicien trafen und in der Capus heute einmal in der Woche selbst hinter der Theke steht. Und so kommt es, wie es kommen muss: Alex Capus schreibt ein Buch über einen Schriftsteller und Barbesitzer namens Max und seine Bar Sevilla.

Der Roman „Das Leben ist gut“ enthält unverkennbar Autobiografisches aus Capus‘ Leben.

Ich-Erzähler Max ist seit 25 Jahren mit Tina verheiratet, mit der er drei halberwachsene Söhne hat und die für eine Gastprofessur als Juristin für ein Jahr an die Pariser Sorbonne geht. Der Roman beginnt mit ihrer Abreise. Max ist nun zum ersten Mal seit vielen Jahren allein zu Hause und zweifelt (aber nur einen Moment lang), ob es richtig war, seine Frau ohne ihn reisen zu lassen. Weiterlesen →

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Elizabeth Strout: Die Unvollkommenheit der Liebe

liebeElizabeth Strout, in diesem Jahr sechzig gewordene amerikanische Schriftstellerin, hat Jura studiert und mehrere Romane geschrieben. Sie verbrachte ihre Kindheit in Maine und New Hampshire und lebt aktuell in New York. Für „Olive Kitteridge“ (Deutsch: Mit Blick aufs Meer, Luchterhand, 2010) erhielt sie 2009 den begehrten Pulitzer-Preis. Der Roman wurde mit Frances McDormand in der Titelrolle als hochgelobte Miniserie 2014 in Amerika ausgestrahlt und 2015 mit mehreren Emmys ausgezeichnet. Ihr erster Roman „Amy & Isabelle“ erschien 1998 und widmet sich einer Mutter-Tochter-Beziehung.

Und dies tut nun auch ihr neuester Roman „Die Unvollkommenheit der Liebe“ (Originaltitel: My Name is Lucy Barton), der im August im Luchterhand Literaturverlag erschienen ist. Sabine Roth hat ihn aus dem Amerikanischen übersetzt.

Da liegt die Schriftstellerin Lucy Barton nach einer Operation mit einer mysteriösen Infektion für neun Wochen im Krankenhaus in New York mit Blick auf das Chrysler Building und hat sehr viel Zeit, über ihr Leben nachzudenken. Nach einigen Wochen erhält sie völlig überraschend Besuch von ihrer Mutter, die sie seit vielen Jahren nicht gesehen hat. Weiterlesen →

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Henning Mankell: Die schwedischen Gummistiefel

gummiIm August veröffentlichte der Zsolnay Verlag nach „Die italienischen Schuhe“ von 2007 nun „Die schwedischen Gummistiefel“ als zweiten Teil der Geschichte um den Chirurgen Fredrik Welin. Dies ist Henning Mankells letzter Roman, der schwedische Autor der Wallander-Krimis starb 2015.

Der inzwischen siebzigjährige Fredrik Welin, der während seiner Arbeit als Chirurg einer jungen Frau versehentlich den falschen Arm amputierte und sich daraufhin auf eine Insel in den schwedischen Schären zurück zog, rettet sich in letzter Minute aus seinem brennenden Haus, das einst seine Großeltern auf der Insel bauten. Auch die maßgefertigten „ italienischen Schuhe“ des Schuhmachers Giaconelli werden Opfer der Flammen. Übrig bleiben ihm der schwarzverkohlte Schuhspanner der feinen Lederschuhe und zwei linke Gummistiefel, in die er bei der Flucht mitten in der Nacht aus dem Schlaf heraus hastig geschlüpft war. So zieht er in den Wohnwagen seiner Tochter Louise, richtet sich notdürftig ein und bestellt in der örtlichen Schiffshandlung ein Paar schwedischer Gummistiefel. Weiterlesen →

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