Was ich nicht bedacht hatte, als ich mir dieses Buch zur Rezension wünschte, war, dass es für mich als Weiße schwer wird, das Buch zu rezensieren. Nicht wegen des Buchs. Sondern weil das, was ich darüber schreibe, nicht losgelöst von meiner Hautfarbe zu betrachten ist. Kritisiere ich, mache ich mich dann des Rassismus verdächtig? Lobe ich, schmeichele ich mich dann ein und will doch nur von meinem eventuellen Rassismus ablenken?
Ich hatte geglaubt, als Mutter zweier farbiger Kinder hätte ich einen anderen Ansatz, wäre gegen Ras
sismus schon qua familiärer Beziehung gefeit. Doch dem ist möglicherweise gar nicht so.
Also werde ich meine Rezension erst einmal auf sachlicher Ebene beginnen und dann sehen wir weiter.
Alice Hasters‘ Buch ist flüssig geschrieben, ich konnte es flott an einem Abend lesen. Sie ist eine junge, in Köln geborene Journalistin. Das schlägt sich in ihrem Buch nieder in Form von Stil und in Form von offensichtlich umfangreicher Recherche. Ein Teil des Buches befasst sich mit ihrer eigenen Biographie. Sie schildert ihre Kindheit und Jugend als Tochter einer Schwarzen US-Amerikanerin und eines weißen Deutschen. (Die von mir hier verwendete Schreibweise Schwarz und weiß orientiert sich an der von der Autorin in ihrem Buch gewählten.) Dabei stehen natürlich ihre Erlebnisse im Vordergrund, die sich von denen weißer Kinder und Teenager unterscheiden. Als einzige nicht-weiße Schülerin fällt man auf, ob man will oder nicht. Als nicht-weiße Schülerin fällt ihr auf, wie sehr Unterricht in deutschen Schulen von Rassismus und blinden Flecken beeinflusst ist, wie weiß der Blick auf Geschichte und Geographie ist. Weiterlesen








