Isabell May: The Chosen One 01: Die Ausersehene

Skadi ist eine der Glücklichen in ihrem Land, denn sie ist eine Ausersehene – eine Ausersehene, keine Auserwählte, denn es war die Natur selbst, die sie befähigte, als eine der wenigen Frauen Kinder gebären zu können. Vor Jahrzehnten hat eine geheimnisvolle Krankheit die Zahl der Bewohner merklich dezimiert und als die Seuche vorbei war, waren die meisten Frauen unfruchtbar. Aber Skadi ist nicht wirklich glücklich mit ihrem Leben im goldenen Käfig und bricht eines Tages aus.

Die Geschichte ist spannend erzählt und auch die Erlebnisse nach Skadis Flucht aus der Burg haben mir gefallen. Was mir allerdings weniger gefallen hat, ist die Unausgegorenheit des Settings. Das Land und seine Herrscherin sind unverzichtbarer Teil der Geschichte, umso ärgerlicher, dass gerade hier die Entwicklung so viele Lücken aufweist. Weiterlesen

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Jodi Picoult: Kleine große Schritte

Wieder einmal ist es Jodi Picoult gelungen, aus einem allgegenwärtigen Thema noch eine Nuance herauszukitzeln. Ruth ist Hebamme und sie ist schwarz. Sie ist die einzige Schwarze auf ihrer Station. Ihre Hautfarbe war schon ihr ganzes Leben lang ein Thema, denn sie wuchs unter Weißen auf. Weil ihre Mutter Nanny und Haushälterin bei einer reichen weißen Familie war, gelang es ihr in die privilegierte Schule Dalton aufgenommen zu werden und sie ging auch auf ein eher weißes College. Ihr war das gelungen, wovon so viele Träumen: ihre Hautfarbe hinter sich zu lassen. Einfach ein Mensch unter Menschen zu sein. Aber im Amerika der heutigen Zeit kann das nur ein Irrtum sein, wie sie feststellen muß, als der Rechtsradikale Turk ihr verweigert, sich um sein Baby zu kümmern, den nächsten, wie er selbst später vor Gericht sagen wird, „arischen Krieger“. Denn der kleine Davis stirbt und Turk gibt Ruth die Schuld daran. Weiterlesen

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Ernest Cline: Armada: Nur du kannst die Erde retten

Ich muss ja zugeben, dass die Begeisterung über das Wiedererkennen von Kindheitserinnerungen bei mir beim zweiten Buch deutlich nachgelassen hat. Trotzdem war „Armada“ noch witzig zu lesen, ich muss aber zugeben, dass mir das Thema jetzt für’s Erste reicht. In Ernest Clines zweitem Roman werden wieder alte Erinnerungen an die Jugend wach. Diesmal ist es jedoch nicht ein toter Spielewelterfinder, der die Menschen dazu bringt, sich damit zu beschäftigen, sondern für Zack Lightman haben Spiele, insbesondere Ego-Shooter schon immer zum Leben zugehört. Sein toter Vater war ein echter Freak und auch seine Mutter spielt immerhin regelmäßig. Insbesondere das Spiel „Armada“ hat es Zack angetan und er ist richtig gut darin. Weiterlesen

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Jutta Profijt: Unter Fremden, gelesen von Eva Meckbach

Was für ein Hörbuch! Lange habe ich nichts mehr so eindringliches gehört, die Geschichte von Madiha bleibt noch lange im Ohr und wirkt nach. Das liegt zum Einen an der tollen Lesung von Eva Meckbach, die einfach Madiha IST. Das liegt zum anderen aber auch an der unaufdringlichen Beschreibung von Jutta Profjit, die sich wirklich in Madiha eingedacht hat. Keine Beschreibung von furchbaren Gräueln, die Madiha aus ihrer Heimat vertrieben haben, sondern eine spannende Geschichte, die eben jemandem passiert, der aus seiner Heimat fliehen musste. Dabei gibt sie sehr sanft Einblick in das Leben, wie es für Madiha in Deutschland aussieht. Weiterlesen

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Monika Feth: Blutrosen

Romy hat ihren Traumjob gefunden und wie es aussieht auch ihren Traummann. Und sie hat eine Geschichte für die Zeitung, für die sie arbeitet, im Kopf. Es soll eine Story über Frauenhäuser und die Frauen werden, die sich dorthin flüchten. Dabei ist Romy doch gerade selbst frisch verliebt. Sie lässt sich tief auf das Thema ein, freundet sich mit der jungen Fleur an, die schon mehrfach vor ihrem dominierenden Freund Mikael geflohen ist. Bislang hat er sie immer gefunden, aber Köln ist immerhin eine Großstadt, da dürfte es nicht so einfach sein. Zudem bleiben die Anschriften der Frauenhäuser gut geschützt. Fleur erzählt Romy nach und nach ihre Geschichte und eines wird immer klarer: wirklich sicher fühlt sie sich nie. Weiterlesen

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Margit Ruile: Dark Noise

Das ist wieder mal ein Buch, bei dem ich zweigeteilt bin. Ich habe es nicht ungern gelesen, fand das Thema auch enorm wichtig, aber die Ich-steh-im-Nebel-über-den-Dingen-Protagonisten war schon sehr nervend, zumindest am Anfang. Am Anfang lernen wir sie nämlich nur als in der Ecke stehend und Zafer beobachtendes seltsames Wesen kennen. Ich dachte erst, ich wäre in einem Fantasy-Roman. Aber es handelt sich tatsächlich um einen waschechten Wirtschafts-/Polit-/Internet-Thriller.

Zafer ist eher menschenscheu und verdient seinen Unterhalt damit, Videos zu retuschieren. Hier eine unliebsame Produktplatzierung aus einer Serie entfernen, dort nachbessern. Und dabei ist er richtig, richtig gut. Weiterlesen

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Joy Fielding: Solange Du atmest

Robin glaubt ihre verkorkste Familiengeschichte hinter sich gelassen zu haben. Sie ist dem ungeliebten Elternhaus längst entronnen und arbeitet als Psychotherapeutin. Sicherlich kein Zufall, ging sie doch, als ihre beste Freundin ihren Vater heiratete. Und auch das Verhältnis zu ihrer Schwester war noch nie problemlos. Da erhält sie von eben jener Schwester einen Anruf: Ihr gemeinsamer Vater, seine Frau (Robins ehemalige beste Freundin) und deren gemeinsame Tochter wurden bei einem Raubüberfall schwer verletzt. Noch bevor Robin in ihrer Heimatstadt eintrifft, stirbt ihre Freundin, ihr Vater liegt im Sterben, einzig die Tochter hat noch eine Überlebenschance.

Dass Joy Fielding schreiben kann, hat sie ja bereits mit etlichen Vorgängerromanen bewiesen. Gut und flüssig zu lesen also. Was mich aber an diesem Roman wirklich fasziniert hat, war die Art und Weise, wie Robin sich Stück für Stück in ihre eigene Vergangenheit verfängt, kaum dass sie ihr Heimatdorf wieder betreten hat. Weiterlesen

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Paula Hawkins: Into the Water, gelesen von Britta Steffenhagen u.a.

Beckford hat eine seltene Attraktion: Den Drowning Pool. Angefangen bei Hexenproben sind hier immer wieder Frauen ertrunken – mehr oder weniger freiwillig. Julia hatte die Stadt schon längst hinter sich gelassen, wollte alles vergessen, als sie erst einen Anruf auf der Mailbox erhält („Ruf mich zurück. Es ist dringend.“) und dann die Nachricht, dass ihre Schwester Nel ebenfalls zu den Opfern des Drowning Pool gehört. Aber Nel kann doch nicht gesprungen sein? Sie lässt doch eine Tochter zurück und außerdem hat sie ihr halbes Leben den Ertrunkenen Frauen gewidmet. Wollte ein Buch darüber schreiben und hat sich dabei nicht eben beliebt gemacht.

Das Hörbuch wird von drei Vollprofis gelesen, deswegen ist es durchaus angenehm, zuzuhören. Die Geschichte an sich ist auch nicht wirklich schlecht, nur für meinen Geschmack deutlich zu lang. Weiterlesen

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Carmen Korn: Zeiten des Aufbruchs

Die vier Freundinnen Henny, Käthe, Ida und Lina haben den Krieg überstanden. Nur Käthe glauben sie verloren zu haben, da diese sich von Hennys Mann denunziert meinte und nach dem Krieg jeden Kontakt vermeidet. Hamburg ist völlig zerstört, aber sie haben noch sich. Als Käthes Mann Rudi auftaucht, findet auch Käthe zurück in den Kreis der Freundinnen.

Im Wirtschaftswunder geht es langsam aufwärts. Die Söhne werden zu Männern, die Töchter ergreifen Berufe, von denen die Mütter nur träumen konnten. Aber das Deutschland der 50er Jahre ist nicht ohne Probleme. Schwule müssen sich verstecken, mancher Traumberuf gilt noch als verrufen.

Carmen Korn nimmt uns mit auf eine Zeitreise. Wie auch im ersten Band „Töchter einer neuen Zeit“ taucht der Leser tief ein in die so nahe und doch so fremde Zeit. Weiterlesen

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Ruth Hogan: Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge

Ein viktorianisches Haus. Manche würden sagen, es ist voller Gerümpel. Aber für Anthony Peardew haben alle diese Fundstücke eine Bedeutung. Sie haben nicht nur eine Bedeutung, er hat für die meisten von ihnen auch eine Geschichte geschrieben. Irgendwie hofft er, dass er durch das retten von verlorenen Dingen das zurückbekommen kann, was er einst verloren hat. Dann stirbt er und vererbt seiner Assistentin Laura die Aufgabe, die Besitzer der Dinge wiederzufinden. Laura wächst über sich hinaus, schließt neue Freundschaften und vielleicht findet sie sogar die große Liebe.

Ruth Hogan hat ein im wahrsten Sinne des Wortes magisches Buch geschrieben. Es gibt manche magische Wendung in der Geschichte, aber die wahre Magie liegt in ihrer Erzählkunst. Weiterlesen

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