Kristin Hannah: Liebe und Verderben

Amerika, 1974: Als Leonoras Eltern wegen eines geerbten Grundstückes Hals über Kopf nach Alaska ziehen wollen, ist Leonora, genannt Leni, alles andere als begeistert. Doch ihr bleibt nichts anderes als alles, was ihr wichtig war, zurückzulassen. Alaska ist ein Abenteuer, das merkt die kleine Familie sehr schnell. Ein Abenteuer, auf das sie nicht im Geringsten vorbereitet sind. Viel zu schnell rückt der erbarmungslose Winter an und mit ihm kehren auch die Schatten auf der Seele ihres Vaters zurück. Als Kriegsveteran kämpft er ständig mit seinen eigenen Dämonen. Nur der Alkohol hält ihn manchmal noch irgendwie am Leben. Doch dann wird Leonora Zeugin eines Streits zwischen ihren Eltern und muss beobachten, wie der Vater die Mutter schlägt. Alles ist ab diesem Moment anders und doch kann Leni nichts unternehmen!

Kristin Hannahs Roman kann man schon fast als Familiensaga bezeichnen. Über mehrere Jahrzehnte folgt sie Lenis Familie durch deren Augen. Zu Beginn des Romans ist sie ein Teenager, später eine junge, dann erwachsenen Frau. Sie wächst einem in ihrer Einfachheit sehr schnell ans Herz, denn ihre Gefühle und Wünsche hat wohl jede junge Frau schon einmal gespürt. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Alexey Pehov: Das Siegel von Rapgar

Till er’Cartya ist der Nachfahre einer altehrwürdigen Magierfamilie, genießt in seinen Kreisen aber zurzeit keinen allzu guten Ruf. Er lebt in der Stadt Rapgar, die davon geprägt ist, dass viele verschiedenste Kreaturen unterschiedlicher Gestalt gemeinsam dort existieren. Alles ist irgendwie magisch angehaucht, es gibt Feind- und Freundschaften zwischen den Wesen. Dann beobachtet Till im Zug, wie eine junge Frau von mehreren Männern bedroht wird. Am Ende ist einer von ihnen tot und die Frau spurlos verschwunden. Für Till steht fest, dass er sie wiedersehen muss. Doch das wird gar nicht so einfach, da man ihm wenig später versucht, die Schuld an einer Mordserie in die Schuhe zu schieben. Auf seiner Suche nach der Wahrheit begegnet er der schönen Erin erneut.

An sich begegnet man in diesem Roman einer Vielzahl verschiedenster Wesen, die in der großen Stadt Rapgar vereint sich. Sie hat einen bestimmten Kult, dem manche der Kreaturen anhängen, manche nicht. Es prallen verschiedene Ideale aufeinander und Streit ist unweigerlich vorprogrammiert. Die Mordserie erschüttert zudem alle Bewohner und versetzt sie in Angst. Wer wird das nächste Opfer sein? Magier, seltsame Wesen, Brieföffner und Spazierstöcke, die mit ihrem Besitzer sprechen können – los geht’s ins Fantasyuniversum! Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Angelika Waldis: Ich komme mit

Einsam geworden ist es in Vitas Wohnung in der Torstraße 6. Erst ist ihr Sohn ausgezogen, dann ihr Mann verstorben. Nun ist Vita Maier 72 und hat sehr viel Zeit. Immer wieder läuft sie ihrem Nachbarn Lazar, genannt Lazy, über den Weg. Er ist das krasse Gegenteil von Vita: Zwanzig Jahre alt, Student – nur Zeit, Zeit hat er keine. Denn Lazy leidet an einer schweren Krankheit und Zeit bleibt nicht mehr viel, bis die Chemo endlich anschlagen muss. Vita nimmt sich seiner an, lädt ihn erst zum Frühstück, dann zum Mitwohnen ein. Und aus den beiden ungleichen Menschen wird ein Team, das nur allzu oft über das Leben philosophiert.

„Ich komme mit“ sprüht vor Wortgewaltigkeit, vor Tiefe zwischen den Zeilen. Lazy und Vita entwickeln mit der Zeit ein Ritual, in dem sie über das Leben philosophieren. Einer sagt ein Zitat über das Leben, der andere antwortet:

„‚Warum sagst du nichts?‘, ruft Maier vom Sofa aus.

‚Leben ist Wärme im Hundeohr‘, sag ich.

Maier scheint zu überlegen.

‚Leben ist Melodie erkennen im Summen des Kühlschranks‘, sagt sie dann.“ (Zitat Kapitel 9) Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Claudia Praxmayer: Bienenkönigin

Mel liebt Bienen und findet es furchtbar, dass die Menschen in den USA dem zunehmenden Bienensterben so gleichgültig begegnen. Glauben die denn wirklich, dass kleine Roboter jemals die Aufgabe der Bienen übernehmen können? Im Garten des Wohnhauses, das sie sich mit vier anderen Menschen teilt, hat Mel selbst einen Bienenstock und fühlt sich mit den Bienen verbunden. Als sie allerdings eines Tages am Bienenstock eine seltsam nachtschwarze Biene findet, die sich als hochtechnische Drohne entpuppt, ist Mel in hoher Aufruhr. Versucht jemand systematisch die Bienenvölker auszurotten?

Claudia Praxmayer ist ein fantastischer Öko-Thriller gelungen, der auch noch junge Leser und Leserinnen anspricht – anders kann man es nicht sagen! „Bienenkönigin“ ist ein ganz tolles Buch für Jugendliche ab 15 Jahren und alle, die sich dafür interessieren. Die Themen rund um das Bienensterben und seinen Effekt sind altersgerecht und spannend aufgearbeitet. Wie im Flug lernt man in diesem Roman eine Menge und wird dabei auch noch bestens unterhalten. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Nina Laurin: Escape – Wenn die Angst dich einholt

Dreizehn Jahre ist es her, dass Ella als 10-jähriges Mädchen einfach verschwand und das erstmal niemand über Wochen merkte. Erst als ihre Mutter ins Gefängnis kam, fiel das Fehlen des kleinen Mädchens auf. Drei Jahre später kann sie ihrem Entführer entkommen, bei der polizeilichen Vernehmung allerdings fast nichts über ihn zur Aussage geben. Doch etwas hat ihr ihr Vergewaltiger und Peiniger mitgegeben: Ella ist schwanger.

Mittlerweile ist Ella 23 Jahre alt, hat das Baby gleich nach der Geburt zur geschlossenen Adoption freigegeben und schlägt sich irgendwie so durchs Leben. Sie ist von Tabletten abhängig und hat mehrere Jobs, um sich über Wasser zu halten. Als sie eine Vermisstenanzeige in die Hände bekommt, glaubt sie schnell, dass ihr damaliger Peiniger wieder zugeschlagen haben könnte. Die 10-jährige Olivia passt genau in das Beuteschema ihres größten Albtraums.

Wer bei Nina Laurins Roman einen Thriller erwartet, bei dem man atemlos Seite um Seite liest und mitbangt, der wird zweifellos enttäuscht sein. So ein Buch ist „Escape – Wenn die Angst dich einholt“ nicht. Es arbeitet eher auf psychologischer Ebener, befasst sich mit Ella, die mittlerweile Laine heißt, und ihrer inneren Zerrissenheit, als sie auch noch entdeckt, dass Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Deb Spera: Alligatoren

1924 in South Carolina: Hier treffen drei Frauen aufeinander, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Annie ist Plantagenbesitzerin und als sie ein wohl gehütetes Geheimnis herausfindet, gerät ihre Welt aus den Fugen. Oretta ist ihre schwarze Haushälterin, die mit beiden Beinen im Leben steht, aber immer auch mit dem Rassismus der Mitmenschen zu kämpfen hat. Die dritte im Bunde ist Gertrude, eine junge Frau mit gewalttätigem Ehemann und vier Töchtern. Sie alle durchzubringen ist schwer und bringt sie an ihre Grenzen. Als das jüngste Mädchen krank wird, weiß Gertrude endgültig nicht mehr weiter. Sie bittet Annie um Arbeit in ihrer Nähfabrik und Oretta darum, sich um das Kind zu kümmern. Das Schicksal schweißt die drei Frauen zusammen und als ein Schuss im Sumpf fällt, ist nichts mehr wie bisher.

Deb Spera hat eine ganz besondere Geschichte geschrieben, die abwechselnd aus den Perspektiven der drei Frauen erzählt wird. Jede von ihnen steht für einen Teil der vorhandenen Gesellschaftsschichten. Oretta ist schwarz, muss für die Weißen arbeiten und hat nichts zu sagen in der Gesellschaft. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Matt Haig: Wie man die Zeit anhält

Wenn man Tom so ansieht, würde niemand vermuten, dass er schon 439 Jahre alt ist. Er sieht nämlich eher wie ein Mann von etwa 40 Jahren aus. Das liegt daran, dass Tom zu einer besonderen Menschengruppe gehört, die ab der Pubertät viel langsamer altert. Deswegen war Tom über die Jahre bei den wichtigsten geschichtlichen Ereignissen dabei und hat allerhand erlebt seit dem Mittelalter. Davon kann er aber niemandem erzählen, denn die Menschen um ihn herum dürfen niemals von seinem Geheimnis wissen. Etwa alle acht Jahre muss Tom umziehen, seinen Namen wechseln, seine Identität – damit niemand merkt, dass er keinen Deut älter aussieht als noch vor Jahren. Er gehört zu einer Organisation, die sich für ihn und seinesgleichen – denn einige wenige Menschen wie ihn gibt es sehr wohl – einsetzt. Sie hilft ihm beim Wechsel der Identitäten und gibt eine eiserne Regel aus: „Verliebe dich niemals!“ Und was wenn doch …?

Matt Haig hat mit „Wie man die Zeit anhält“ einen leicht übersinnlich angehauchten Roman geschrieben. Tom hat sich natürlich über die Jahre sehr wohl verliebt. In Rose. Das ist jetzt etwa 420 Jahre her, Rose hat deshalb verständlicherweise schon das Zeitliche gesegnet. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Ursula Poznanski: Thalamus, gelesen von Jens Wawrczek

Timo ist 17 Jahre alt, als er mit seinem Roller auf einer nassen Straße angefahren wird. Schädel-Hirn-Trauma, Koma – das ganze Programm. Doch er erwacht aus dem Koma und in der Rehabilitationseinrichtung des Markwaldhofes soll er nicht nur sprichwörtlich wieder auf die Beine kommen. Denn Timo muss alles neu lernen: Laufen, sprechen, essen. Vor allem das Sprechen wurmt ihn sehr, denn er kann sich nicht mit den anderen Menschen verständigen. Sein Zimmerpartner ist Magnus, ein junger Mann, der nicht mal aus dem Bett aufsteht, stumm und liegend seinen Tag verbringt. Doch nachts entdeckt Timo etwas Sonderbares: Magnus läuft und spricht ganz normal! Und er droht ihm, dies bloß nicht zu verraten. Naja, die Möglichkeit hat Timo nicht. Aber Gedanken machen kann er sich und schon bald muss Timo erkennen, dass nicht alles auf dem Markwaldhof mit rechten Dingen zugeht.

Gelesen wird das Hörbuch von Jens Wawrczeck, einem seit vielen Jahren beliebten Hörbuch-Sprecher von Kinder- und Jugendbüchern. Ursula Poznanski auf der anderen Seite ist bekannt für ihre Jugendbücher mit ernsten, zukunftsweisenden Themen. In diese Reihe fügt sich „Thalamus“ perfekt ein. Der Roman wirft einen Blick auf die aktuelle Hirnforschung, bleibt dabei aber seiner Zielgruppe treu. Die Themen sind für Jugendliche ab 14 Jahren leicht zu verstehen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Sabine Schoder: Liebe ist so scheißkompliziert

Nele ist für alle nur das Riesenmädchen. Mit ihren 17 Jahren überragt sie fast alle ihre Mitschüler. Nur einer scheint größer als sie: Basketballstar Jerome, der von allen Mädchen nur vergöttert wird. Dass ausgerechnet er sich auf einer Party für sie interessiert, kommt Nele nach Alkohl- und Drogenkonsum (versehentlich wohlgemerkt!) kaum mehr komisch vor. Doch am nächsten Tag kommt das böse Erwachen: Im Internet kursiert ein Video der halbnackten Nele in dem Bett, in dem sie mit Jerome lag. Hochgeladen von keinem geringeren als dem Basketballwunderkind! Da wird es fast zur Nebensache, dass Neles 13-jährige Schwester Lea auch Hals über Kopf in den jungen Mann verliebt ist.

Sabine Schoder erzählt eine Geschichte, die sich in ihrem Verlauf sehr wandelt. Am Anfang wirkt sie wie ein wahrgewordener Teenie-Traum, dann wie ein Teenie-Albtraum und läuft im letzten Drittel fast schon zu einer tiefgründigen Geschichte auf. Das hat mir am Roman sehr gut gefallen. Man erwartet erstmal etwas anderes, bekommt aber eine Story mit vielen Facetten. Mädchen ab 14 Jahren finden bestimmt etwas für jeden ihrer Geschmäcker! Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Gayle Forman: Irgendwas von dir

Cody und Meg sind seit Kindesbeinen an beste Freundinnen. Sie teilen alles miteinander, doch seitdem Meg zum Studieren weggezogen ist, hat sich etwas zwischen den jungen Frauen verändert. Der Kontakt ist weniger geworden, Cody hat Meg nur einmal besucht. Als Meg in einem Hotelzimmer tot aufgefunden wird, fällt sie deshalb aus allen Wolken. Und es ist nicht zu übersehen: Der Abschiedsbrief, die Vorbereitungen für die Zeit nach ihrem Tod – Meg hat sich umgebracht! Cody sucht verzweifelt nach den Gründen und begibt sich auf eine Reise, auf der sie auch ihre Freundschaft mit Meg unter die Lupe nehmen muss.

Cody befragt auf ihrer Reise die neuen Studienkommilitonen und Mitbewohner von Meg, ob ihnen etwas aufgefallen sei. Schon dort stellt Cody fest, dass es ihr vorkommt, als habe sie Meg überhaupt nicht gekannt. Denn bei diesen Menschen war Meg so anders als Cody sie kennt. Sie muss sich auch mit sich selbst auseinandersetzen: Hat Cody etwas übersehen, was wichtig gewesen sein könnte? Gab es Anzeichen, dass Meg einen Selbstmord plante? Auch sind sechs Wochen Emailverkehr auf Megs Laptop gelöscht. Was ist in der Zeit passiert? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: