Chevy Stevens: Ich beobachte dich

Mehr als zehn Jahre ist es her, dass Lindsey und ihre damals noch 6-jährige Tochter dem gewalttätigen Ehemann Andrew entkamen. Er kam sogar wegen einer anderen Sache ins Gefängnis. Doch nun hat er seine Strafe abgesessen und ist wieder auf freiem Fuß. Und sofort merkt Lindsey, die mittlerweile die Mutter eines 17-jährigen Teenies ist, dass in ihrer Umgebung seltsame Dinge passieren. Im Haus sind Gegenstände verrückt und sie spürt, dass jemand in ihren Räumen war. Sie fühlt sich verfolgt. Und dann taucht auch noch Andrew in dem kleinen Städtchen auf. Wer sonst soll es also gewesen sein? Doch die Ereignisse entwickeln eine Eigendynamik und schon bald kann Lindsey niemandem mehr trauen.

Mittlerweile bin ich ein großer Fan der Romane der kanadischen Autorin Chevy Stevens. Sie stehen oft für Spannung pur, interessante und häufig unterwartete Wendungen innerhalb der Geschichten und prägnant gezeichnete Figuren. „Ich beobachte dich“ erfüllt allerdings nicht alle diese Kriterien in Gänze. Spannung pur habe ich hier zum Beispiel vermisst. Die Geschichte ist ohne Zweifel gekonnt erzählt, hat die passenden Wendungen, führt Leser und Leserinnen wie betroffene Figuren oftmals in die Irre, aber der Wow-Effekt, den ich bei ihren anderen Romanen, wie etwa „Those Girls – Was dich nicht tötet“ hatte, bleibt aus. Weiterlesen

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Tanja Voosen: My First Love

Die 17-jährige Cassidy hat an ihrer Schule einen besonderen Ruf. Sie führt heimlich einen sogenannten „Schlussmach-Service“, bei dem sie Mädchen wie Jungs hilft, ihre Partner zu verlassen. Manche Mitschüler und Mitschülerinnen bezahlen sogar für den Service, so dass Cassidy nebenher etwas Geld sparen und auch einige Rechnungen der Familie begleichen kann. Vor einiger Zeit half sie der Freundin von Mädchenschwarm Colton, sich von ihm los zu machen. Colton nahm ihr dies sehr übel und seitdem besteht eine Feindschaft zwischen den beiden. Doch Cassidys Freundin Lorn schwärmt ausgerechnet für Coltons Cousin Theo. Und selbst darüber hinaus laufen die beiden Feinde sich ständig über den Weg …

Tanja Voosen ist eine 1989 geborene deutsche Schriftstellerin. Sie hat bereits viele Kinder- und Jugendromane veröffentlicht. Die Handlung von „My First Love“ legt sie in die USA, ein kalifornisches Städtchen mit viel Sonnenschein. Alle Figuren sind irgendwie zwanghaft auf „cool“ gezeichnet. Einzig Cassidy ist in der Beliebtheitsskala ihrer Mitschüler und Mitschülerinnen nicht so weit oben angesiedelt. Auch die Lehrer sollen besser nichts von ihrem Schlussmach-Service wissen. Weiterlesen

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Niccolò Ammaniti: Anna

Seit vier Jahren bringt nun schon ein Virus alle Erwachsenen und Jugendlichen um, die die Pubertät erreicht haben. In Italien herrscht Chaos, die Kinder haben Banden gegründet, Hunde ziehen auf der Suche nach Essbarem herrenlos durchs Land und greifen jeden an, der auch nur einen Krümel Nahrung an sich trägt. Anna hat die Pubertät fast erreicht und weiß, dass es jeden Tag losgehen könnte mit ihrem schleichenden, aber sicheren Tod. Doch sie muss vorsorgen, denn seit dem Tod der Mutter kümmert sie sich um ihren kleinen Bruder Astor, der noch nichts von dem Unglück der Welt ahnt und sicher in den Mauern des Familiengutes lebt. Als Astor sich einer der Banden anschließt, ist Anna verzweifelt. In nur einem Moment hat man ihr alles genommen, was noch wichtig war.

„Anna“ ist vom ersten Satz an harte Kost, auch in der deutschen Übersetzung. In Italien war der Roman monatelang in den Bestsellerlisten zu finden und auch die Financial Times wählte ihn zu einem der besten Bücher des Jahres 2017. Anna beschreibt schonungslos, was in ihrer Umwelt los ist, ganz egal wie schwer die Ereignisse zu verarbeiten sein mögen. Weiterlesen

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Gill Sims: Mami braucht ’nen Drink

Es ist der erste Schultag nach den Sommerferien und Ellen ist gerade 39 Jahre alt geworden und Mutter von zwei Kindern im Grundschulalter. Dieses Jahr möchte sie alles richtig machen, ihren Kindern eine tolle Mutter, ihrem Mann eine tolle Ehefrau, ihrer Schwiegermutter … nein, das dann lieber doch nicht. Aber Ellen hat für dieses Jahr Ziele und Wünsche. Vielleicht wäre es sogar möglich, dass sie richtig viel Geld verdient? Denn sie denkt, dass man den Alltag als Mutter manchmal nur mit einem Glas Wein überstehen kann. Und da ihr in ihrem Teilzeitjob so schrecklich langweilig ist, hat sie genug Zeit, um dort eine App zu programmieren. Und dann geht „Mami braucht nen Drink“, wie die App treffenderweise heißt, viral. Doch während die App tausendfach runtergeladen wird, kündigt sich zu Weihnachten schon die nächste Katastrophe an: Die liebe Familie rückt Ellen auf die Pelle.

Anfangs war ich von diesem Roman nicht sehr überzeugt. Es wirkte gezwungen witzig, wollte irgendwie Klischees erfüllen und ich konnte mit der Handlung nicht so richtig etwas anfangen. Aber spätestens bei den Weihnachtskapiteln, als die liebe Familie anrückt, war’s um mich wirklich geschehen und ich war „drin“ im Buch. Weiterlesen

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John Ajvide Lindqvist: Die Bewegung

Stockholm, 1985: Als John mit 19 Jahren in das Hinterhaus eines Gebäudekomplexes in der Hauptstadt zieht, weiß er nicht, dass dies sein Leben für immer verändern wird. Er verdient sein Geld mehr schlecht als recht mit Zauberei, kommt gerade eben so über die Runden und weiß nicht, was er sonst mit seinem Leben anfangen soll. Weil er sich immer wieder daran erinnern muss, schreibt er eine gruselige Begebenheit aus seiner Jugend auf. Doch schon bald muss er feststellen, dass diese nicht das einzige ist, was ihn das Fürchten lehren soll. Auch seine Nachbarn scheinen im gemeinsamen Duschraum seltsamen Dingen nachzugehen. Johns Interesse ist geweckt und er versucht alles, um mehr über die Machenschaften im Duschraum herauszufinden.

Mit Titeln wie „Menschenhafen“ und „So finster die Nacht“ begeistert John Ajvide Lindqvist seit Jahren nicht nur das schwedische Publikum. Er ist aufgewachsen im Stockholmer Vorort Blackeberg, genau dort, wo auch die Geschichte von „Die Bewegung“ spielt. Dies ist aber nicht die einzige Parallele zur Hauptfigur des vorliegenden Romans. Weiterlesen

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Tamsyn Murray: Für immer und einen Herzschlag

Als beim Klettern im Familienurlaub Nias Zwillingsbruder Leo die Felswand hinabstürzt, ist er nur kurze Zeit später hirntot. Die Eltern entschließen sich zu einer Organspende und für Nia verändert sich alles auf der Welt. Ihr Fels in der Brandung, ihr Halt, er ist nicht mehr da. Nur schwer kann sie sich aufraffen, ohne Leo weiterzumachen.

Jonny lebt seit Wochen an ein Gerät gekoppelt. Sein Herz macht seinen Job nicht mehr und Jonny wartet dringend auf eine Organspende. Dann findet sich ein Herz, das passt, und alles geht ganz schnell. Nach der Operation fühlt sich wunderbar wie schon lange nicht mehr, doch es quält ihn auch eine Frage: Wer musste für ihn sterben? Wer gab ihm diese Chance und unter welchen Umständen? Heimlich begibt sich Jonny auf die Suche in den Medien.

Wohin diese Reise führen muss, ist wohl klar. Aber obwohl man den Verlauf von Tamsyn Murrays Roman vorhersehen mag, macht ihn das nicht weniger lesenswert. Die Geschichte ist locker, aber auch mit dem nötigen Ernst erzählt. Weiterlesen

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Jenny Blackhurst: Das Böse in deinen Augen

Die 11-jährige Ellie ist vielen Gleichaltrigen und Erwachsenen unheimlich. Ihre Eltern kamen bei einem Brand um, seitdem lebt die Vollwaise in einer Pflegefamilie in dem kleinen Städtchen Gaunt. Auch hier passieren allerdings seltsame Dinge, seitdem Ellie da ist. Mitschülerinnen werden angegriffen, eine Lehrerin stirbt gar! Imogen nimmt sich ihres neuen Jobs mit viel Elan an und hat sofort eine Verbindung zu Ellie. Sie findet, dass Ellie alles andere als unheimlich ist und die Liebe der Erwachsenen benötigt. Doch als sie selbst Ellie verärgert, passiert auch ihr ein Unglück. Kann es doch sein, dass Ellie irgendwie vom Bösen besessen ist oder über besondere Kräfte verfügt, mit denen sie anderen schaden kann?

Die Geschichte ist abwechselnd von Imogen und Ellie, selten auch von anderen Personen im Geschehen, beschrieben. Imogen und ihr Mann wagen in Imogens Geburtsstadt einen Neuanfang. Sie ziehen in das Haus von Imogens mittlerweile verstorbener Mutter und allein dadurch muss sich Imogen ständig mit ihrer nicht allzu rosigen Vergangenheit auseinandersetzen. Weiterlesen

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Dianne Touchell: Foster vergessen

Foster ist sieben Jahre alt, als sein Vater immer mehr Sachen vergisst. Erst ist es nur der Herd, der nicht ausgestellt ist, dann ein Geburtstag, hier etwas beim Einkaufen, den Nachhauseweg vom Supermarkt. Ja, es wird immer schlimmer. Und Foster weiß nicht, wie er seinem Vater helfen kann. Der war doch immer so fantasievoll und dachte sich mit Foster Geschichten über Drachen und andere Fantasiewesen aus. Foster versteht die Welt nicht mehr und seine Mutter sagt ihm nur, dass er sich darum keine Sorgen machen müsse. Was aber passiert, wenn Papa auch Foster vergisst und sich nicht mehr an ihn erinnern kann?

In Dianne Touchells neuer Geschichte liegen Lachen und Weinen nah beieinander. Die Geschichte wird aus den Augen des 7-jährigen Fosters erzählt, der natürlich nicht alle Zusammenhänge der Krankheit seines Vaters versteht und auch nicht recht weiß, was die Folgen sein können. Er macht sich auf kindliche Art und Weise seine Gedanken und die sind berührend und wundervoll. Das Buch geht ans Herz und ist weniger Jugendbuch, sondern ein Buch für Erwachsene, das sie dazu aufruft, ihren Umgang mit Kindern in solchen Extremsituationen zu hinterfragen. Weiterlesen

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Eric Bell: Dieses Leben gehört: Alan Cole

Als hätte man es als 12-Jähriger nicht schon schwer genug, muss sich Alan Cole auch noch mit seinem größeren Bruder rumschlagen. Der entwirft mal wieder eine Challenge zwischen den beiden Jungen. Schafft Alan es nicht, mehr Aufgaben zu erfüllen als sein Bruder Nathan, will der allen in der Schule verraten, dass sich Alan in seinen Mitschüler Connor verliebt hat. Das muss Alan unter allen Umständen vermeiden. Deswegen gibt er sich größte Mühe, Schwimmen zu lernen, jemanden zum Weinen zu bringen, seinen ersten Kuss zu bekommen … doch Alan wäre nicht Alan, wenn das Chaos sowieso vorprogrammiert wäre.

Eric Bell entwirft einen Jugendroman für Kids beider Geschlechter ab 12 Jahren. Dabei ist die Geschichte absolut nichts Besonderes und plätschert so vor sich hin. Was sie dann doch gut macht, ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Freundschaft – was natürlich im klassischen Jugendbuch auch nicht gerade selten vorkommt. Weiterlesen

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Titus Müller: Die Stimme des Schöpfers: Erzählungen aus dem Alten Testament

Wie schon im Vorgängerband „Der den Sturm stillt: Begegnungen mit Jesus“ befasst sich Titus Müller auf besondere Art und Weise näher mit Bibelgeschichten. Diesmal hat er sein Augenmerk auf das Alte Testament gelegt und bewegt sich hier bei weitem nicht nur innerhalb der Bücher Mose. Die beiden Titel können unabhängig voneinander gelesen werden und stehen nur in lockerem Zusammenhang. Gemeinsam ist ihnen der besondere Blick auf Bibelgeschichten.

Im neuen Band wirft Titus Müller natürlich einen genaueren Blick auf die Schöpfung, den Sünderfall, die Geschichte rund um Kain und Abel und auch klassische Figuren wie Abraham, Mose und Noah haben ihren Platz. Doch auch die Geschichten, die sonst eher weniger Beachtung finden, werden in „Die Stimme des Schöpfers“ erwähnt. Etwa die Erzählungen rund um Simson und die Philister, die Bundeslade, den heldenhaften David in seiner Zeit nach Goliath. Geschichten, denen man sonst in der typischen Bibelkunde nicht allzu viel Beachtung schenkt.

Gegenüber dem ersten Band voller Jesus Geschichten fehlt den hier anwesenden Erzählungen etwas der Zusammenhang. In allen spricht Gott zu den Menschen und sie handeln daraufhin auf eine bestimmte Weise. Weiterlesen

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