Jennifer L. Armentrout: Und wenn es kein Morgen gibt

Die 17-jährige Lena ist unsterblich in den Nachbarsjungen Sebastian verliebt – und das schon seit vielen Jahren. Sebastian ahnt davon nichts und Lena will das eigentlich auch lieber so lassen. Dann allerdings verändert das Schicksal alles. Gerade als Lena mutig ist und Sebastian ihre Liebe gesteht, passiert ein schwerer Unfall. Alle Freunde von Lena, die im Wagen sitzen, sind tot. Nur Lena überlebt. Und das schlimmste daran: Lena hätte diesen Unfall verhindern können. Jetzt ist es wohl endlich aus zwischen ihr und Sebastian.

Dieser Jugendroman hat irgendwie ein Problem mit seinem Aufbau. Ein gutes Drittel ist alles in der Geschichte wunderbar und man fragt sich Kapitel über Kapitel, warum man die Geschichte eigentlich liest. Es passiert schlichtweg nichts Interessantes oder gar etwas von irgendeinem Belang. Die Freunde leben ihr Leben, gehen auf Partys, bilden Pärchen, gehen zur Schule. Eben das, was stinknormale Teenager tun. Erst als ein Großteil des Buches schon vorüber ist, passiert der Unfall. Weiterlesen

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Claire Douglas: Missing – Niemand sagt die ganze Wahrheit

Francesca und Sophie waren in ihrer Jugend unzertrennliche Freundinnen. Sie hatten keine Geheimnisse voreinander und genossen ihr Leben in vollen Zügen. Zum Bruch zwischen ihnen kam es erst, als Francesca das Küstenörtchen zum Studieren verließ. Danach war die Freundschaft den beiden nicht mehr dieselbe. Doch es keimte schwach wieder eine Verbindung zwischen ihnen auf, bis sich alles für immer veränderte: Sophie verschwand eines nachts und nur ein Schuh im Wasser blieb von ihr. Ist sie tatsächlich gesprungen, würde sie gestoßen? Was ist in der Nacht passiert? Auch fast zwanzig Jahre nach Sophies Verschwinden lässt dieses Francesca keine Ruhe. Haben die Ereignisse etwas mit dem furchtbaren Erlebnis zu tun, das die Mädchen viele Jahre vor Sophies Verschwinden hatten? Als Sophies Bruder Francesca erneut in das Küstenörtchen ruft, um eine angeschwemmte Leiche mit ihr zu identifizieren, muss sich Francesca der Vergangenheit stellen.

„Missing“ springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart und ist ein Psychothriller mit einigen spannenden Wendungen und eine Tätersuche bis zur letzten Seite. Der Roman ist zwar keinesfalls perfekt, kann aber für einige unterhaltsame Lesestunden sorgen, vor allem für diejenigen Leserinnen und Leser, die sonst nicht so oft zum Psychothriller oder Thriller im Allgemeinen greifen. Weiterlesen

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Francesca Zappia: Von der Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht gibt

Das Leben von Alex ist kompliziert und strengt sie an. Alex hat seit ihrem 13. Lebensjahr die Diagnose paranoide Schizophrenie. Sie sieht Dinge, hört Stimmen, redet mit Gegenständen und glaubt an Verschwörungstheorien – und das schon, seit sie ein kleines Mädchen ist. Spätestens seit sie mit dem kleinen blauäugigen Jungen die Hummer aus dem Aquarium befreite. Doch ihre Mutter hat ihr erzählt, dass es keine Hummer gab, Alex sich diese nur eingebildet hat. Dann allerdings steht sie beim Schulwechsel zum letzten Schuljahr einen jungen Mitschüler gegenüber, der dem Jungen mit den blauen Augen wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Kann es sein, dass Miles und sie vor vielen Jahren doch die Hummer befreit haben?

Die Geschichte ist aus Alex‘ Perspektive erzählt und das macht das Ganze schon in sich spannend. Denn Alex sieht Dinge und hört Stimmen, die gar nicht da sind. Einmal beispielsweise sieht sie auf der Schultoilette eine gefährliche Schlange am Lüftungsschacht. Klarer Fall, Einbildung, sagt man als Leser oder Leserin. Wenig später allerdings erfährt Alex, dass vor vielen Jahren einmal eine Schlange in der Schule entkommen ist. Spätestens da sollte man nichts mehr glauben und alles in Frage stellen. Das von Francesca Zappia gewählte Setting ist großartig. Was sie dann allerdings daraus macht, hat mir nicht ganz so gefallen. Weiterlesen

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Vera Buck: Das Buch der vergessenen Artisten

Berlin, 1935: Die Mittvierziger Mathis und Meta leben mit Metas Bruder Ernsti gemeinsam in einer Wohnwagensiedlung einiger Artisten. Hitler ist an der Macht und seine Rassengesetze erschweren den Artisten die Arbeit. Die wenigsten von ihnen dürfen überhaupt noch einer Tätigkeit nachgehen und viele sind bereits einfach verschwunden. Manche sind geflohen, andere wurden von der Polizei abgeholt und nie wiedergesehen. Als dieses Schicksal auch Metas geistig behindertem Bruder zustößt, will diese nicht einfach tatenlos zusehen. Und Mathis wäre nicht Mathis, wenn er seiner Freundin nicht helfen würde. Dabei würde er viel lieber an seinem geheimen Buch über die vergessenen Artisten, jene an deren Namen sich niemand mehr erinnert, weiterschreiben …

Vera Buck ist ein besonderer Roman gelungen. Auf gut 750 Seiten lässt sie in zwei zeitlich abgegrenzten Abschnitten die Welt der Artisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts und zur Zeit Hitlers lebendig werden. Der erste Handlungsstrang findet 1902 statt und begleitet den 15-jährigen Mathis auf seinem Weg von einem langweiligen Dörfchen und seinem Dasein als Bohnenbauerssohn hin zu einer Karriere auf der Straße. Weiterlesen

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Anca Sturm: Der Weltenexpress

Flinn ist 13 Jahre alt und trägt nicht nur einen geschlechtslosen Namen, auch sonst denkt niemand in ihrer Umgebung, dass sie ein Mädchen sein könnte. Sie ist so unscheinbar und traurig, denn vor zwei Jahren verschwand ihr älterer Bruder Jonte spurlos. Nur einige sonderbare Postkarten hat sie seitdem von ihm erhalten. Die Postkarten zeigen einen großen Passagierzug – zumindest für Flinn! Denn weder die Polizei noch ihre Mutter können den Zug sehen. Und dann eines Abends, als Flinn an dem uralten Bahnsteig abhängt, an dem auch Jonte verschwunden ist, hält genau dieser Zug vor ihren Augen an. Flinn nimmt allen Mut zusammen und geht an Bord. Vielleicht kann sie dort ja Jonte finden?

Schnell zeigt sich, dass der Zug etwas ganz Besonderes ist. Die Aneinanderreihung der Waggons stellt eine Schule für besonders begabte Kinder dar, die aus schwierigen Verhältnissen stammen und deren Potenzial deswegen nicht zur Geltung käme. Bekannte Persönlichkeiten wie Albert Einstein haben die Schule einst besucht! Doch Flinn muss auch feststellen, dass nicht jeder Schüler oder Schülerin im Weltenexpress sein kann. Weiterlesen

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Will McCallum: Wie wir Plastik vermeiden

„Plastiktüten sind auf der ganzen Welt zu einem Symbol der Plastikkrise geworden. Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von gerade einmal fünfzehn Minuten schätzen Wissenschafter, dass es zwischen 500 und 1000 Jahren dauert, bis sie sich zersetzt haben.“ (Zitat Kapitel „Plastiktütenverboten rund um den Globus“)

Allein dieses kurze Zitat zeigt eindringlich, welches Problem Plastik für die Umwelt und Tierwelt darstellt. Will McCallum hat in seinem Sachbuch zum Thema die wichtigsten Fakten rund um Kunststoffe versammelt. Dabei ist eine Dreiteilung zu erkennen: Im ersten Drittel widmet er sich allgemeinen Infos und stellt klar, dass noch vor 60 Jahren die Menschen sehr gut ohne Plastik gelebt haben. Dass sie auch irgendwie ihre Lebensmittel aus dem Supermarkt nach Hause transportiert haben, sich gewaschen haben, die Zähne geputzt haben – alles ohne Plastik. Heute allerdings ist es undenkbar auf die in sehr unterschiedlicher Form auftretenden Kunststoffe zu verzichten. Im zweiten Drittel des Buches gibt der Autor dann Tipps, wie man Plastik in den unterschiedlichen Räumen des Hauses oder im Job vermeiden kann. Im letzten Teil des Buches stellt er dann in den Mittelpunkt, wie man eine Plastikfrei-Kampagne aufziehen kann, an welchen Stellen man sich über Plastik beschweren kann und wie man das am Besten anstellt. Kurz: Wie man Menschen für die eigenen Ideen möglichst gut begeistern kann. Weiterlesen

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Ingrid O. Volden: Unendlich mal unendlich mal mehr

Petra ist zwölf Jahre alt und lebt mit ihrer alleinerziehenden schwedischen Mutter in Norwegen. Dort geht sie in die siebte Klasse und hat zwei beste Freunde, den stotternden Chris, der immer mal wieder etwas absichtlich kaputt macht, und Melika, ein Flüchtlingsmädchen, das sehnsüchtig darauf wartet, dass auch ihr Bruder es bis nach Norwegen schafft. Doch auch Petra selbst hat genügend Probleme: Sie hasst ungerade Zahlen, muss deshalb beim Frühstück immer zwei, vier oder sechs Brote essen, tritt nicht auf Gullideckel und die Zahl Pi macht ihr ganz besonders Angst in ihrer Endlosigkeit. Als Petra sich im Klassenraum übergeben muss, wird der psychologische Dienst der Schule auf sie aufmerksam.

Ingrid O. Volden ist ein herrliches kleines Buch über Freundschaften gelungen. Petra ist nicht gerade die beliebteste Schülerin der Klasse, hat aber zwei Freunde, auf die sie sich verlassen kann. Chris rettete sie einst vor dem Ertrinken in einem eiskalten See – seitdem geht Petra nicht mehr ins Wasser. Weiterlesen

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Ulf Schiewe: Land im Sturm

Bayern, 995 n. Chr.: Arnulf ist ein junger Schmied, der mit beiden Beinen im Leben steht. Er wird die Schmiede von seinem Vater erben und es wird zudem Zeit, dass er dazu eine passende Frau findet. Als die Tochter des Vogtes ihm schöne Augen macht, ist Arnulf wie von Sinnen. Er lässt sich auf das gefährliche Spiel ein – denn entdeckt werden dürfen die beiden auf keinen Fall. Doch dann läuft alles aus dem Ruder und Arnulf muss die Flucht ergreifen. Auf seinem Weg nach Augsburg lernt er Hedi kennen, die bei einem Überfall durch die Ungarn ebenfalls von ihrer Familie getrennt wurde. Gemeinsam begeben sie sich in das Abenteuer der großen Stadt und suchen nach ihrem Glück.

Ulf Schiewe hat mit „Land im Sturm“ einen Roman geschrieben, dessen Handlung auf knapp über 900 Seiten auch fast 900 Jahre deutsche Geschichte umspannt. Die Hauptfiguren der einzelnen Epochen sind dabei meist miteinander verwandt, könnten also sagen, dass der Schmied Arnulf ihr Ur-(…)-Ur-Ur-Großvater war. Weiterlesen

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Jonas Winner: Die Party

Als die ehemaligen Schulfreunde in 2018 zu einer Halloween-Revival-Party eingeladen werden, ahnen Nick, Donna, Ashley, Terry, Louise, Kim, Ralph, Henry, Janet und Scott nichts Schlimmes. Der Gastgeber ist ihr alter Schulfreund Brandon, der in seiner Villa ihre letzte Party wiederaufleben lassen möchte. An Halloween 1986 waren sie alle in dieser Konstellation zuletzt vereint. Eine Party, die mehrere Leben für immer veränderte. Eine Party, auf der Schreckliches geschah. Doch was war es? Und wer war beteiligt? Schon nach wenigen Minuten ahnen die ehemaligen Schulfreunde, dass es etwas Zerstörerisches sein muss. Denn kaum hat die Party begonnen, stürzt der Gastgeber Brandon in die Tiefe und wird vom schweren Kronleuchter begraben. Gleich im Anschluss – alle sind noch geschockt – meldet er sich per Videobotschaft. Nur einer der Gäste wird die 24 Stunden der Party überleben und es gibt kein Entkommen …

Jonas Winners neuer Roman hat viele Protagonisten, die man alle ein wenig kennenlernt. Am Greifbarsten wird dabei wohl noch Nick, dem viele Kapitel des Romans gewidmet sind. Er lebt als mehr oder wenige erfolgreicher Autor von Thrillern in Brooklyn, New York. In seinem Heimatstädtchen New Jericho war er seit dem Schulabschluss nicht mehr, auch Kontakt zu den ehemaligen Freunden hatte er wenig. Weiterlesen

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Todd Lockwood: Die ewigen Gezeiten 01: Der Sommerdrache

Maia ist in einer Familie aufgewachsen, die einem sogenannten Aery Drachen hält und mit ihnen jährlich Junge heranzieht, die dann vom Kaiser jedes Jahr abgeholt werden, um sie für den Krieg anzulernen. Doch dieses Jahr haben Maia und ihr Bruder Darian Hoffnung, dass sie beide jeweils eins der Jungtiere behalten dürfen, um es aufzuziehen und später zur Zucht einzusetzen. Es zeichnet sich allerdings ab, dass in einem geburtenschwachen Jahr, in dem es auch Katastrophen für andere Aeries gab, alle Jungtiere an den Kaiser gehen. Als dann nur Darian einen Drachen behalten darf und Maia leer ausgeht, ist ihre Enttäuschung grenzenlos. Es muss doch einen Weg geben, einen Drachen zu bekommen!

Todd Lockwoods Romanhandlung in wenigen Sätzen gänzlich zu erfassen, ist schier unmöglich. Es geht um so viele verschiedene Themen und es passiert so viel, dass man sich da gar nicht kurzfassen kann. „Der Sommerdrache“ ist durchweg interessant und oft – auch mitten im Roman – sehr spannend. Weiterlesen

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