Robin Benway: Wir drei verzweigt

Grace ist 16 Jahre alt und eigentlich sollte sie beim Homecoming-Ball mit ihrem Freund Max strahlen. Stattdessen verbringt sie ihre Zeit in einem Kreißsaal, während Max den Abend genießt. Denn Grace ist schwanger und bringt ihre Tochter nur mit Hilfe ihrer Eltern zur Welt. Nur wenig Minuten danach gibt sie das Mädchen zur Adoption frei. War das die richtige Entscheidung? Grace besinnt sich auf ihre eigene Vergangenheit, denn sie wurde selbst nach der Geburt adoptiert. Nun erfährt sie, dass sie mit Maya (15) und Joaquin (17) zwei Geschwister hat, die sie nicht kennt. Grace ist neugierig und nimmt vorsichtig Kontakt auf. Aber auch die Frage nach ihrer leiblichen Mutter brennt ihr auf der Seele.

„Wir drei verzweigt“ entwickelt sich zu einem fantastischen Roman mit sehr ernstem, aber gut umgesetztem Thema. Aus der Sicht der drei sehr unterschiedlichen Jugendlichen wird die Geschichte beschrieben. Maya wurde ebenfalls nach der Geburt adoptiert, nur wenige Monate nach ihrer Aufnahme bekam die Familie dann allerdings doch noch eine leibliche Tochter. Mit ihrer Adoptivschwester Lauren muss Maya seitdem das Leben bestreiten. Ihre Adoptivmutter ist zudem alkoholabhängig, was das Leben nicht gerade leichter macht. Weiterlesen

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Neal Shusterman: Kompass ohne Norden

Caden ist eigentlich ein ganz normaler 15-jähriger Junge. Aber es gibt diese Momente in seinem Leben, da ist er Teil einer Schiffbesatzung auf einem Schiff mit besonderem Ziel. Die tiefste Stelle des Meeres im Marianengraben wollen sie messen und Caden, der wenig Ahnung von Navigation hat, soll sie führen. Dann wieder ist Caden ein ganz normaler Schüler und glaubt, ein Mitschüler wolle ihn umbringen. Und immer wieder das Schiff, das Schiff, der einäugige Kapitän, sein einäugiger Papagei. Als sowohl der Kapitän als auch der Papagei von ihm verlangen, den jeweils anderen zu töten, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und Caden muss erkennen, was seine Mitmenschen von der ganzen Sache halten: Schizophrenie lautet die Diagnose.

Auf Neal Shustermans Roman muss man sich sehr einlassen. Man wird in das Geschehen geworfen und weiß nicht recht, wo oben und unten sind. Die Zeit auf dem Schiff verläuft seitwärts wie eine Krabbe, die Mannschaft ist äußerst sonderbar und das Schiff scheint geradezu riesig. Und dann wieder ist Caden ein normaler Junge mit einer Schwester und Eltern, kein Schiff weit und breit. Weiterlesen

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Christina Dalcher: Vox

Die USA der Gegenwart. Frauen ist es pro Tag nur noch erlaubt 100 Worte zu sprechen, dann verstummen sie bis Mitternacht, da ein Armband an ihrem Handgelenk ihnen sonst unsagbare Schmerzen zufügen würde. Die Arbeitswelt hat sich dadurch maßgeblich verändert, ja, ist auf die Hälfte zusammengeschrumpft, denn keine Frau kann unter diesen Bedingungen arbeiten gehen. Sie sind dazu verdammt, sich um die Familie zu kümmern und Kinder zu bekommen. Auch Jean McClellan musste ihren Job als Wissenschaftlerin aufgeben und sieht nun mit Bangen, in welcher Welt ihre kleine Tochter, für die die Regeln gleichermaßen gelten, aufwachsen muss. Als sich ihr ältester Sohn auch noch einer der religiösen Bewegungen anschließt, weiß sie keinen Ausweg mehr. Doch sie erhält eine großartige Chance, denn Jean ist eine der wenigen Menschen in den USA, die dem Bruder des Präsidenten helfen können, der nach einem Unfall im Koma liegt. Jean darf unter ganz bestimmten Umständen wieder in ihrem Job arbeiten! Weiterlesen

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Katherine Rundell: Mitten im Dschungel

Irgendwo mitten am Amazonas stürzt eine kleine Propellermaschine ab. Der Pilot verstirbt bei der Bruchlandung, die vier jungen Kinder, die er als Passagiere an Bord hatte, überleben allerdings leicht verletzt. Und so müssen sich Lila, ihr 5-jähriger Bruder Max, Fred und Constantia, genannt Con, allein durch den Urwald schlagen. Dabei kommen sie alle aus Städten und haben von der Wildnis kaum eine Ahnung. Nur Lilas breit gefächertes Wissen über Tiere hilft ihnen wirklich. Können die vier es schaffen, im wilden Wald zu überleben?

Das Alter der jungen Menschen wird, mit Ausnahme des kleinen Max, nicht näher benannt. Müsste ich es tippen, wären sie wohl etwa 11 bis 12 Jahre alt. In dem Bereich liegt deshalb auch meine Altersempfehlung für dieses Kinder- und Jugendbuch. Es spricht vor allem Leserinnen und Leser beider Geschlechter zwischen 11 und 13 Jahren an. Die Geschichte ist mit einigen Abenteuern gespickt, die vor allem in der ersten Hälfte im Mittelpunkt stehen. Hier erfährt man so gut wie gar nichts von den Figuren und auch sie selbst hinterfragen ihre Situation kaum. Weiterlesen

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Chandler Baker: Das Ende ist erst der Anfang

Die 17-jährige Lake hat zwei beste Freunde, Will, mit dem sie auch fest zusammen ist, und Penny. Als die drei nach einem Ausflug einen Autounfall haben, sterben Will und Penny. Nun ist das in der Zukunft keine großartige Sache mehr. Menschen können wieder ins Leben gerufen werden. Doch da es zu wahren Bevölkerungsexplosionen kam, ist diese Möglichkeit nun limitiert. An ihrem 18. Geburtstag darf Lake einen Menschen aussuchen, den sie wiedererwecken möchte. Penny oder Will? Will oder Penny? Doch die Sache ist viel komplizierter, denn schon vor Jahren hat Lake ihren Eltern und ihrem Bruder Matt, der seit einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt ist, versprochen, dass sie ihre Auferstehung für Matt nutzen wird, der nur wenige Tage zuvor „überraschend“ zu Tode kommen wird.

Chandler Bakers Roman wirkt erstmal sehr befremdlich. Da erfährt man von dem Unfall und der tiefen Verbindung zwischen Lake, Will und Penny. Dann sind die beiden letzteren plötzlich tot und Lake noch lebendig. Statt zutiefst zu trauern und in ein schwarzes Loch zu fallen, steht Lake schon am nächsten Tag wieder auf und geht dem Alltagsgeschäft nach. Weiterlesen

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Emma Claire Sweeney: Beim Ruf der Eule

Maeve Maloney ist 79 Jahre alt und kann ein Ereignis, das fast 60 Jahre in der Vergangenheit liegt, dennoch nicht gedanklich abschließen. Als ihr Jugendfreund Vincent plötzlich vor der kleinen Pension steht, die sie immer noch leitet, schickt sie ihn wie paralysiert fort. Nur er weiß, dass Maeve einst eine Zwillingsschwester namens Edie hatte. Edie, die so wunderbar singen konnte und dazu noch etwas ganz Besonderes war. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an die Vergangenheit, doch Vincents Anwesenheit reißt alte Wunden auf und Maeve muss sich mit den Geschehnissen auseinandersetzen.

In „Beim Ruf der Eule“ laufen zwei Handlungsstränge parallel. In der Gegenwart ist Maeve Maloney alt, aber noch recht rüstig. Sie führt ein kleines Lodge, in dem sie Menschen mit Beeinträchtigungen aufnimmt. Auch unter ihrer Belegschaft sind zwei junge Menschen mit Down-Syndrom. Als die beiden sich ineinander verlieben und ein Paar sein wollen, wirft das für Maeve neue Probleme auf. Weiterlesen

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Anna Pfeffer: Unter uns nur Wolken

Tom weiß wirklich nicht mehr weiter. Sein Großvater Florian hat Alzheimer und er möchte alles tun, damit der Opa nicht ins Heim muss. Doch Tom hat eine Arbeit und Verpflichtungen und kann ganz sicher nicht den ganzen Tag zur Betreuung opfern. Alle Pflegekräfte, die er bisher eingestellt hat, sind innerhalb weniger Tage getürmt und wurden nie wiedergesehen. Denn Florian ist ein echtes Ekel und gibt sein Bestes, um alle zu vergraulen. Als die junge Ani plötzlich vor der Tür der beiden steht und sich sowohl für das Zimmer als auch die Stelle als Pflegekraft interessiert, fragt Tom deshalb nicht lange nach Reverenzen und stellt Ani ein. Ani selbst ist ebenfalls verzweifelt, hat nach der Trennung von ihrem Partner keine Wohnung und Perspektive mehr. In der Stelle bei Tom und Florian sieht sie einen letzten Hoffnungsschimmer.

Hinter Anna Pfeffer verbergen sich die Autorinnen Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit, die an diesem Werk nicht zum ersten Mal gemeinsam gearbeitet haben. Diesmal ist ihnen eine witzige, aber auch ein bisschen tiefgründige Geschichte gelungen, die abwechselnd aus den Perspektiven von Tom und Ani geschrieben ist. Natürlich versucht Witwer Florian auch Ani zu vergraulen. Weiterlesen

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Siri Pettersen: Die Rabenringe 01: Odinskind

Hirka ist 15 Jahre alt und lebt im Ymsland. Alle Gleichaltrigen und die Erwachsenen um sie herum haben einen buschigen, langen Schwanz. Nur Hirka wird von allen Hirka Schwanzlos genannt, da ein Wolf ihr als Baby den Schwanz abgerissen hat. Hirka ist auch sonst eher eine Außenseiterin, hält sich von Leuten fern und ist für sich. Nur mit dem drei Jahre älteren Rime konnte sie immer gut spielen. Er kehrt nach jahrelanger Abwesenheit ins Tal zurück und plötzlich gerät Hirkas Welt völlig aus den Fugen. Denn ihr geliebter Vater offenbart ihr, dass sie ihren Schwanz gar nicht verloren hat, sondern ohne geboren wurde. Sie ist ein Odinskind aus einer anderen Welt und gilt eigentlich als verflucht. Wenn die anderen Bewohner von ihr wüssten, würden sie Hirka töten. Als der Vater dann auch stirbt, weiß Hirka überhaupt nicht mehr, was sie tun soll. Sie flüchtet ins entfernte Ravenhov, das eine andauernde Feindschaft mit ihrem Reich pflegt.

„Odinskind“ ist der Auftakt einer Trilogie, die aus dem Norwegischen übersetzt wurde. In Norwegen wurden die Bücher zu einem wahren Bestseller und Siri Pettersen als neuer Star am Fantasyhimmel gefeiert. Dass man es mit einem besonderen Buch zu tun hat, merkt man schon auf den ersten Seiten, der Widmung. Gewidmet hat Siri Pettersen ihren Roman wie folgt: „… Und für dich und für alle, die immer Bücher gelesen haben, von denen noch nie jemand gehört hat. Für alle, die etwas anders waren und in der Klasse immer hinten saßen. Für alle, die in einem dunklen Keller aufgewachsen sind, wo die Würfel über euer Schicksal entschieden. (…) Das hier ist euer Buch.“ Weiterlesen

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T. S. Orgel: Terra

Der Planet Mars in der Zukunft. Die Erde ist so gut wie unbewohnbar geworden, deshalb suchen die Menschen im All nach neuen Lebensorten. Das Terraforming des Mars ist fast abgeschlossen, bald können auch hier viele Menschen leben und vom Mars aus kann der Mond ebenfalls weiter ausgebaut werden. Zu diesem Zweck werden Rohstoffe vom roten Planeten zu dem Erdtrabanten gebracht. Auch Jak ist an Bord eines der Raumfrachter für die Ladung zuständig. Als seine ihn unterstützende KI Nina eine Unregelmäßigkeit in der Ladung feststellt, entdecken die beiden einen verdächtigen Container im Laderaum. Die Vermutung legt nahe, dass er bis oben hin mit Bomben gefüllt ist. Woher kommen die Bomben und was bezwecken die Verantwortlichen mit ihnen? Jak und seiner Schwester Sal, die auf dem Mond stationiert ist, bleiben sechs Tage bis zu Jaks Ankunft auf dem Erdtrabanten. Dann könnte eine mögliche Explosion bei der Mondlandung ihr Leben und das aller anderen riskieren.

Unter dem Pseudonym T. S. Orgel schreiben die beiden Brüder Tom und Stephan Orgel gemeinsam Fantasy-Romane und mit „Terra“ ihren ersten Science-Fiction Roman. Sie haben sogar bereits den Deutschen Phantastik Preis gewonnen. Science-Fiction aus deutscher Feder gibt es zudem zurzeit nicht mehr allzu oft, umso größer war mein Interesse an diesem Roman. Und das Interesse wurde nicht enttäuscht: Die beiden Autoren liefern eine versiert geschriebene Geschichte, Weiterlesen

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Alice Peterson: Ein Song bleibt für immer

Alice ist Mitte 20 und das ist schon ein Wunder. Als sie Mitte der 70er geboren wurde, gaben ihr die Ärzte gerade einmal 10 Jahre. Sie leidet an Mukoviszidose, einer unheilbaren Erbkrankheit, die vor allem ihre Lungen befällt und das Atmen schwer macht. Doch Alice hat länger gelebt als nur 10 Jahre und auch jetzt hat sie noch Träume. Sie will singen und berühmt werden, das Modeln an den Nagel hängen. Und sie will mehr Zeit mit Tom verbringen, den sie eben erst kennengelernt hat. Doch wie kann man eine Beziehung aufbauen, wenn die Zukunft so unklar ist? Wenn schon übermorgen Schluss sein könnte?

Alice Peterson hat ihre Geschichte inspirieren lassen von Alice Martineau, die mit ihrer Krankheit ebenfalls den großen Traum des Singens hatte. Peterson empfindet in ihrem Roman deren Geschichte nach, bleibt nah an der Wirklichkeit, fügt aber auch wichtige Elemente für Spannung und Dramatik ein. Weiterlesen

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