Louis Greenberg: Die Bedrohung

Wir schreiben die nicht allzu ferne Zukunft. Die Welt hat sich von dem technischen Fortschritt abgewendet, das Internet, die Mobiltelefone, Überwachungskameras – das alles gibt es nicht mehr! Nur eine kleine Siedlung namens Green Valley hat sich gegen die so genannte Wende gestellt. Die Menschen hier sind mit ihren Avataren verkabelt und leben in einer virtuellen Realität. Die Polizistin Lucie Sterling ist verwundert, als sie (auf ihrem an der Wand befestigten Schnurtelefon) einen Anruf ihres Exmannes David erhält. Er berichtet ihr diffus, dass die gemeinsame Tochter Kira, die bei ihm lebt, verschwunden ist, ja, entführt wurde. Lucie ist sofort alarmiert, denn David und Kira leben nirgend anders als in Green Valley. Verbirgt das High Tech-Viertel vielleicht ein Geheimnis?

Luis Greenbergs Roman tut sich am Anfang schwer. Man lernt die Zukunftsvision kennen, die eigentlich in die Vergangenheit gehört. Weil die Menschen sich zu stark von IT-Unternehmen und Überwachungsstaaten kontrolliert gefühlt haben, haben sie jegliche elektronische Technik abgeschafft und sich rückbesinnt in eine Zeit etwa in den 1950er Jahren. Das verändert natürlich auch die Polizeiarbeit, der Lucie nachgeht, wieder maßgeblich. Green Valley wird mit misstrauischem Blick von allen beobachtet. Aber Genaueres weiß niemand. Denn der Zugang zu Green Valley ist streng limitiert und nicht jeder kann rein und raus wie er möchte. Als Lucie doch einen Einblick erhält und David besuchen kann, ist sie verwirrter als bisher. Weiterlesen

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Dennis E. Taylor: Bobiverse 01: Ich bin viele

Kaum hat Robert, genannt Bob, ein stinknormaler Mittdreißiger der Gegenwart, einen Vertrag unterzeichnet, der ihm nach seinem Ableben eine Wiedererweckung garantiert, da wird er überraschend von einem Auto überfahren und stirbt. Erst 2133 geschieht besagte Wiedererweckung und da die Dinge sich in der Zwischenzeit verändert haben, staunt Bob nicht schlecht. Er hat nicht etwa einen Menschenkörper ohne Gebrechen, sondern ist eine Künstliche Intelligenz, die rasend schnell denken und handeln kann. Nach einem ersten Schock nimmt Bob sein Schicksal an, vor allem als er hört, dass er nach gut gelaufenen Tests ins All geschickt werden soll!

Dennis E. Taylors „Ich bin viele“ hat viele innovative Ideen und Gedankengänge. Für Science-Fiction der Gegenwart halte ich persönlich das Buch fürs sehr intelligent und gut gemacht. Die Geschichte hat einen nicht zu verachtenden Science-Anteil, einen kleinen politischen Anteil, viel Humor und noch viel mehr Abwechslung. Weiterlesen

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David Pedreira: Killing Moon

Der Mond im Jahre 2072: Die großen Wirtschaftsnationen haben Stationen bezogen auf dem Erdtrabanten und bauen dort verschiedenste auf der Erde benötigte Rohstoffe und Materialien ab. Auch Caden Dechert, Leiter der amerikanischen Station, baut mit seiner Mannschaft dort Helium-3 ab. Doch in letzter Zeit häufen sich die seltsamen Vorkommnisse auf der Mission. Dinge gehen kaputt, obwohl sie es nicht sollten, und dann passiert sogar ein Mord. Der erste Mord auf dem Mond. Ausgerechnet an einem allseits beliebten Mitglied der Mannschaft. Die hinterlassenen Spuren geben Rätsel auf, doch Dechert will nicht aufgeben, bis er den Mörder gestellt hat.

Ein Mord auf dem Mond und zahlreiche verwirrende Spuren in einer allseits lebensfeindlichen Umgebung. Der Mond ist – man kann es kaum anders formulieren – ein Pulverfass geworden. Weiterlesen

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Sally Hepworth: Anna Forster erinnert sich an die Liebe

Anna ist 38 Jahre alt, als sie die niederschmetternde Diagnose erhält: Alzheimer. Wie schon ihre Mutter, die in vergleichbarem Alter von der Krankheit getroffen wurde, ist Anna dazu verdammt, immer weiter abzubauen und ihre Erinnerungen zu verlieren. Doch Anna will sich nicht geschlagen geben und vor allem keinem zur Last fallen. Sie setzt ihren Bruder als Vormund ein und zieht in ein Altersheim der besonderen Art, in dem auch ein weiterer junger Patient mit einer Gedächtnisstörung lebt. Luke geht mit seinem Handicap ganz anders um als Anna. Während sie sich eher zurückzieht, nimmt Luke am Leben teil. Kann das der richtige Weg sein? Anna ist neugierig auf Luke.

Sally Hapworths Geschichte ist etwas ganz Besonderes. Sie wird in zwei Erzählsträngen ausgebreitet. Anna erzählt, was vor 15 Monaten passiert ist, den Einzug in das Heim, ihr Ankommen dort, die zunehmenden Gedächtnislücken. Die Köchin Eve erzählt von ihrem eigenen Leben, wie sie im Heim anfing zu arbeiten, wie es Anna in der Gegenwart geht. Weiterlesen

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Stephan M. Rother: Die Königschroniken 03: Ein Reif von Silber und Gold

„Die Blätter der Esche welken, ein Thronwechsel steht bevor.“ Mit „Der Reif aus Silber und Gold“ neigt sich die epische Saga um die Königschroniken ihrem Ende zu. Das Kaiserreich der Esche hat sich seit Beginn der Geschichte sehr verändert, es sind Zeiten des Krieges angebrochen und die Figuren müssen die Seite wählen, auf der sie kämpfen. Im Mittelpunkt stehen diesmal besonders Sölva, die Tochter des Stammesfürsts Morwa, und Leyken, die junge Frau aus dem Oasenvolk, die durch die Suche nach ihrer Schwester Ildris auf der Esche gelandet ist und dort von den Herrschenden festgehalten wird. Beide Frauen haben das Schicksal des Kaiserreichs der Esche in ihrer Hand und können die entscheidenden Schachzüge in dem großen Krieg um das Fortbestehen der Welt machen.

Zur genauen Handlung möchte ich gar nicht so viel verraten, denn Neulingen der Trilogie soll auf keinen Fall die Spannung genommen werden. Auch ein Quereinstieg in diesen dritten Band sei niemandem zu empfehlen. Die Ereignisse aus dem ersten und zweiten Band werden zwar grob skizziert, aber man braucht diverse Hintergrundinformationen, um den Band wirklich genießen zu können. Die gelieferten Infos erleichtern aber den Wiedereinstieg, nachdem der zweite Band schon einige Monate zurückliegt. Weiterlesen

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A. J. Steiger: Jeder von uns ist ein Rätsel

Alvie hatte es im Leben noch nie leicht. Mittlerweile ist sie 17 Jahre alt und lebt in einer eigenen Wohnung, ist so gut wie eine auf sich ganz allein gestellte Erwachsene. Dann kann sie endlich tun und lassen, was sie will. Doch kann sie dann auch keine Hilfe mehr in Anspruch nehmen und muss das Leben allein meistern. Und das hat so seine Tücken. Mehrmals wollten Ärzte und Psychologen Alvie schon das Asperger-Syndrom diagnostizieren. Ja, mit Menschen zu kommunizieren fällt Alvie zugegeben schwer. Mit Tieren ist es viel einfacher und die junge Frau liebt ihren Job im Wildpark. Dann fordert ihr Sozialarbeiter Alvie dazu auf, sich Freunde und soziale Kontakte zu suchen. Alvie wählt den 19-jährigen Stanley als ihr „Opfer“ aus. Er soll mit ihr schlafen, die einfachste Sache auf der Welt. Das wird Alvie doch wohl noch hinbekommen …

J. Steigers Roman stellt zwei ganz besondere junge Menschen in den Mittelpunkt der Handlung. Alvie hat eine soziale Behinderung in Form des Asperger-Syndroms, eine Form des Autismus. Sie ist lieber für sich oder unter Tieren. Soziale Interaktion fällt ihr schwer und sei es nur im Supermarkt an der Kasse. Sex hat sie schon bei Tieren beobachtet und selbst die bekommen das hin. Weiterlesen

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Lucy Invision & Tom Ellen: Dance. Love. Learn. Repeat.

Für Phoebe beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Endlich hat sie die Schule hinter sich und geht auf die Universität studieren. Doch gleich am ersten Tag erfährt sie etwas, das sie völlig aus dem Konzept bringt. Ihr langjähriger Schwarm Luke, früher ihr Klassenkamerad, geht auf die gleiche Uni! Doch er scheint sich nicht zu erinnern, dass er und Phoebe jahrelang gemeinsam die Schulbank gedrückt haben. Das könnte daran liegen, dass Phoebe sich nie getraut hat, ihre Gefühle öffentlich zu machen. Oder daran, dass Luke eine Freundin hat. Phoebe stürzt sich unglücklich in die Erstsemester-Woche und lernt neue Menschen kennen. Wer braucht schon Luke?

Nach „Sannah & Ham“ und „Never Evers“ ist „Dance. Love. Learn. Repeat.“ bereits der dritte Roman von Tom Ellen und Lucy Invision, der auf Deutsch übersetzt wurde. Im Mittelpunkt steht eine locker-flockige Collegestory in England, die sehr viele überaus witzige Szenen enthält. Weiterlesen

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Kristin Hannah: Das Mädchen mit dem Schmetterling

Der Originaltitel dieses Romans lautet „Magic Hour“ und bereits 2008 erschien er unter dem Titel „Wohin das Herz uns trägt“ auf Deutsch. „Das Mädchen mit dem Schmetterling“ ist eine Neuauflage unter neuem Titel vom selben Roman.

In dem kleinen Örtchen Mystic Lake taucht plötzlich ein etwa sechs Jahre altes Mädchen mit einem Wolfsjungen unter dem Arm auf. Das Mädchen ist völlig verschreckt, spricht nicht, klettert lediglich auf einen Baum. Als es den Anwohnern gelingt, das Mädchen zu fangen, sind sie weiterhin ratlos. Die Polizistin Ellie möchte ihre Schwester Julia zu dem Fall hinzuziehen. Sie ist Kinderpsychologin, steht aber gerade wegen eines anderen Falls, bei dem eine ihrer Patientinnen mehrere Gleichaltrige getötet hat, in den Schlagzeilen. Da Julia nichts zu verlieren hat, lässt sie sich auf die Behandlung des traumatisieren Mädchens ein, das sie schon bald Alice nennt, um es überhaupt bei einem Namen nennen zu können. Ob die Schwestern wohl jemals die Familie des Kindes finden können? Weiterlesen

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Sabine Kornbichler: Der letzte Gast

Mia kennt die alte Frau Kiening schon seit vielen Jahren. Die Frau hat ALS und möchte in vier Wochen Sterbehilfe in der Schweiz in Anspruch nehmen. Bei ihrer Familie löst dies allerdings verschiedene Gefühle aus. Als Mia nach einem unguten Gefühl zu Frau Kienings Wohnung kommt, findet sie diese nur noch tot vor. Hat Frau Kiening ihren Tod vorgezogen oder ist etwas Schlimmes passiert? Die Polizei geht schnell von Mord aus und Mia wird zur wichtigsten Zeugin. Damit wird sie auch für den vermeintlichen Täter hochinteressant …

Dass der Täter vermeintlich zur Familie von Frau Kiening gehört, ist schnell klar. Doch innerhalb der Familie gibt es mehr als eine Person mit Motiv. Mia und die anderen jüngeren Mitglieder der Familie sind miteinander aufgewachsen und haben als Kinder gemeinsam gespielt, sich als Jugendliche ineinander verliebt. Weiterlesen

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Viola Shipman: Weil es dir Glück bringt

Sam ist Mitte 20 und hat den großen Schritt von Michigan nach New York gewagt. Hier arbeitet sie in einer hippen Patisserie für einen furchtbar unsympathischen Chef. Dann beschließt sie, den Job hinzuschmeißen und muss erstmal nach Hause, nach Michigan, auf den Obsthof, den ihre Familie seit fast 100 Jahren führt. Doch Sam ist sehr zwiegespalten, denn sie weiß, dass ihre Mutter und ihre Großmutter nichts lieber wollen, als dass Sam den Hof weiterführt. Doch Sam ist das zu wenig, sie will erfolgreich sein, das Großstadtleben um sich haben. Und an dem Lieferanten Angelo, der ebenfalls in New York lebt, liegt ihr auch mehr, als sie zugeben möchte.

Viola Shipmans neuer Roman hat eine ganze Familie im Mittelpunkt, in ihr besonders, aber nicht ausschließlich die Frauen. Jede von ihnen hat eine Geschichte zu erzählen, die mit dem Obsthof eng verbunden ist. Weiterlesen

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