Die moskitoverseuchte Kleinstadt Utina, Florida, hat ihre glanzvollen Zeiten hinter sich. Auch auf die Familie Bravo trifft das zu, genau wie die Stadt zerfällt sie in ihre Einzelteile. Alle scheinen sich mit ihrem abgefunden zu haben, auch mit schmerzvollen Verlusten. Vater Dean hat die Familie längst verlassen, der kleine Will ist tot, Tochter Sophia scheint ihre Sinne nicht ganz beisammen zu haben, Sohn Carson hält sich aus allem heraus und nur Sohn Frank kümmert sich um die Seinen. Er hat das Lokal seiner Mutter übernommen. Mutter Arla und Tochter Sofia, beide groß und rothaarig, verstehen einander nicht. Eigentlich träumt Frank von seiner Schwägerin Elisabeth und von den Bergen, aber beides scheint unerreichbar. Weiterlesen
corinna-griesbach
Ashley Elston: Spurlos
Sissi und ihre kleine Schwester Teeny Tiny dürfen sich nur bei ihren Spitznamen rufen, wenn sie alleine sind. Denn: „die Anzüge würden sonst ausflippen“.
„Spurlos“ beginnt damit, dass Sissi einen neuen Haarschnitt verpasst bekommt und ab sofort Kontaktlinsen tragen muss. Sie, ihre Schwester und ihre Eltern befinden sich im Zeugenschutzprogramm und müssen schon wieder eine neue „Station“ beziehen. Ihre Tarnung ist aufgeflogen. Von nun an heißen sie Megan Rose Jones und Mary Claire, laut ihrem neuen Pass sind sie 17 und 11 Jahre alt.
Zum ersten Mal seit ihrer Flucht wird ihr Vater nicht im Büro, sondern in einer Fabrik arbeiten, von Station zu Station werden die Häuser und Wohnungen, in denen die Familie sich verstecken muss, ungemütlicher und das Wohnviertel schlechter. Weiterlesen
Lisa O’Donnell: Bienensterben
„Heute habe ich Geburtstag. Heute werde ich Fünfzehn. Heute habe ich meine Eltern im Garten begraben.“
An ihrem fünfzehnten Geburtstag vergräbt Marnie gemeinsam mit ihrer kleinen Schwester Nelly ihre toten Eltern im Garten. Mutter Izzy findet sie im Schuppen erhängt, Stiefvater Gene liegt tot im Bett. Die Tode werden im Verlauf des Romans nicht aufgeklärt.
Marnie weiß, dass niemand erfahren darf, dass sie und ihre Schwester nun als Waisen alleine dastehen. Sie hat Angst vor dem Jugendamt, das sie und Nelly trennen und aus ihrer gewohnten Umgebung reißen würde. Ihr Entschluss steht schnell fest: Von nun an müssen sie alleine klar kommen, Marnie verdient ihr Geld als Gelegenheitsdealerin. Weiterlesen
Uwe Post: SchrottT
Was ist die Nigeria Connection? Wie ging es los mit der Cosa Nostra Deutschland GmbH? Ungefähr so: Im Jahr 2022 versteigert die Bundesregierung das Recht zur Ausübung von Polizeigewalt. Für jedes Bundesland. Die Staatsfinanzen sollen so saniert werden, die Mafia profitiert, andernorts der Vatikan mit seiner Schweizergarde oder auch die Nigeria-Connection.
In diesem Deutschland der Zukunft lebt Colin Free. Er liebt Drogen und tourt mit seiner Crap-Metal-Band, seinen Groupies, dem Band-Manager und einem Journalisten durch das Land und will Musik machen – keine Politik. Weiterlesen
Erich Hackl: Dieses Buch gehört meiner Mutter
Erich Hackl ist bekannt für seine politischen Bücher, über Verfolgte, Ausgestoßene der Gesellschaft, („Abschied von Sidonie“), denen er ein Denkmal setzt.
In diesem Buch für seine Mutter schreibt er über den Hund Lord. Und seine lebenskluge Mutter. Er bedient sich dabei ihres Wortschatzes, ihrer Syntax. Die Bauerntochter im Unteren Mühlviertel, dem Hügelland nördlich der Donau an der tschechischen Grenze, spricht eine einfache Sprache. Und Hackl schreibt das Buch über seine Mutter, für seine Mutter und mit ihr. Weiterlesen
Melanie Gideon: Die Eheprobe
Wer erinnert sich noch an die amerikanischen Klassiker der Hausfrauenliteratur, Erma Bombecks „Wenn meine Welt voll Kirschen wär …“ und „Nur der Pudding hört mein Seufzen“ ? Geschichten rund um Hausfrauen- und Karriereplanung in einem turbulenten Haushalt, Leid und Freud im Alltag der amerikanischen Familie.
In Melanie Gideons „Die Eheprobe“ ist die Familie nicht erwachsen geworden, die Probleme und deren Lösungen nicht geistreicher.
Auch wenn die NYT schreibt: „Was für ein wundervolles Buch“, ein Kommentar, mit dem der Verlag wirbt und den ich hier nicht vorenthalten will, der Roman ist langweilig. Weiterlesen
Yves Grevet: Méto. Die Insel
Die drei Bände „Méto. Das Haus“, „Méto. Die Insel“ und „Méto. Die Welt“ des französischen Autors Grevet sind in Frankreich bereits Bestseller. Nun ist der zweite Band der Dystopie in deutscher Sprache erschienen und dtv folgt damit dem Trend auf dem deutschen Jugendbuchmarkt. Fantastische Geschichten in dystopischem Setting, in denen Kinder und Jugendliche um die Freiheit und die erste Liebe kämpfen.
Im ersten Band rebellierten die Zöglinge, ihnen voran Méto, im „Haus“ gegen die bestehende Ordnung, die vom Regime nicht erklärt und von den Jungen nicht mehr anerkannt werden konnte. Weiterlesen
Barbara Kreißl: Unwörterbuch behördisch
Unkraut gibt es ja schon lange nicht mehr. Es musste dem freundlicheren und ein bisschen abenteuerlich klingenden „Wildkraut“ weichen.
Als solches ziert es jeden Straßengraben und verhindert Bauvorhaben.
Dass das Wildkraut nicht die letzte Mutation des Unkrauts ist, beweist das neue Langenscheidt-Unwörterbuch. Das Gestrüpps nennt sich nun –pfui- Spontanvegetation. (S. 131). Klingt irgendwie unerwünscht, wie eine kranke Wucherung in der ansonsten geliebten Natur. Weiterlesen
Wrath James White: Schänderblut
White erzählt die Geschichte von Joseph Miles. Joseph ist süchtig nach Sex, Blut und Gewalt. Im Laufe des Romans vergewaltigt und mordet er und wird zum Menschenfresser. Seine Perversion hat ihren Ursprung in seiner Kindheit: Er wurde als Kind entführt, gefangen gehalten und gefoltert.
Seine Hoffnung als erwachsener Mann ist es, „Heilung“ zu finden. Er glaubt, dass sein Leben als Serienmörder durch eine Infektion mit dem kranken Blut seines Peinigers verursacht wurde.
In einer Selbsthilfegruppe für Sexsüchtige versucht er, Hilfe zu finden, was ihm auf perverse Art auch gelingt: Er findet dort sein nächstes Opfer. Weiterlesen