Tracy Wolff: Aftermyth: Penelope und die Prüfung der Götter

Penelope Weaver entstammt einer alteingesessenen, ehrwürdigen Familie. Seit Generationen besuchen die Weavers die Anaximander-Akademie und stehen unter dem Schutz der Göttin Athena. Dass Penelope und ihr Zwillingsbruder diesen Weg fortsetzen würden, galt als ausgemacht – ebenso wie die Gewissheit, von der Göttin selbst willkommen geheißen zu werden. Schließlich ist man ja wer!

Doch am Tag der Einschulung gerät für Penelope alles aus den Fugen – und zwar gründlich.

Während ihr Bruder und die übrigen Eleven scheinbar mühelos die Brücke überqueren, um sich im Amphitheater zur feierlichen Einführung einzufinden, wird Penelope in ein Geschehen verwickelt, das sich jeder Ordnung entzieht: Die kunstvoll geschnitzten Ranken der Brücke verwandeln sich plötzlich in Schlangen – igitt –, der Boden gerät in Bewegung, und sie findet sich schließlich, orientierungslos im Wald, einem ziemlich rätselhaften, gut aussehenden Mitschüler aus dem Haus Hades gegenüber.

Verspätet und außer Atem erreicht sie doch noch die Zeremonie – nur um wenig später, durchnässt (ganz lange Story), nicht etwa Athena, sondern Aphrodite zugeteilt zu werden. Statt Disziplin und Ernsthaftigkeit erwarten sie nun Lebenslust, Chaos – und eine Handvoll überraschend loyaler, warmherziger Gefährten.

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Stacia Strak: Empire of Blood 01: We Who Will Die

Willkommen in einer archaisch anmutenden Welt, die unverkennbar Anleihen beim römischen Imperium nimmt. An der Spitze thront ein – in diesem Fall unsterblicher – Imperator, während Bauern und Tagelöhner die unterste Stufe der Machtpyramide bilden.

Einst zählte Arvelle zu den gefeiertsten Gladiatorinnen des Reiches. Seite an Seite mit ihrer engsten Vertrauten Kassia bestritt sie die blutigen Spiele der Arena – bis diese im Wettkampf ihr Leben verliert.

Zwar ging Arvelle damals als Siegerin hervor, doch der Preis war zu hoch. Seither hat sie der grausamen Unterhaltung den Rücken gekehrt. Hinzu kommt ein nie vollständig verheilter Knöchel, der sie dauerhaft zeichnet. Um dennoch ihren Lebensunterhalt zu sichern – und vor allem, um das kostspielige Elixier für ihren lungenkranken Bruder aufzubringen –, verdingt sie sich als Leibwächterin.

Eines Abends jedoch steht ein Vampir vor ihrer Tür und unterbreitet ihr ein ebenso verlockendes wie perfides Angebot. Heilung und ein neues Leben für ihre beiden jüngeren Brüder – im Austausch gegen ihre Teilnahme an der Auslese, ihren Sieg in den Spielen, den Eintritt in die Reihen der imperialen Garde und schließlich den Mord am ersten der Vampire – dem Imperator selbst.

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Michael Scott: Der Dunkle Magier: Die Geheimnisse des Nicholas Flamel Band 2

Was haben eine gut zweitausend Jahre alte Vampirin, ein unsterblicher Alchemist, ein weiterer unsterblicher Musiker, der nebenbei Feuermagier ist, eine französische Nationalheldin aus dem 15. Jahrhundert, das Schwert, das König Artus tötete, und ein 15-jähriges Zwillingspaar aus den USA miteinander zu tun?

Sie alle spielen eine wichtige Rolle im zweiten Band der „Geheimnisse des Nicholas Flamel“.

Doch beginnen wir am Anfang.

Als die 15-jährigen Zwillinge Sophie und Josh den Antiquar Nick Fleming und seine Frau Perenelle in San Francisco kennenlernen, ahnen sie noch nicht, dass ihr Leben danach nie wieder so ruhig sein wird wie zuvor.

Die dramatischen Ereignisse kommen ins Rollen, als ein gediegen gekleideter Herr namens Dr. John Dee das Antiquariat betritt. Seit langer, wirklich sehr langer Zeit ist er auf der Suche nach zwei Dingen – einem alten Buch, genannt der Codex oder auch das Buch Abrahams, und nach Nick Fleming alias Nicholas Flamel, einem Alchemisten aus dem 14. Jahrhundert. Und Dee ist bereit, viel zu investieren, um beides in seine Hände zu bekommen.

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Michael Scott: Der unsterbliche Alchemyst: Die Geheimnisse des Nicholas Flamel Band 1

Mit Der unsterbliche Alchemyst, dem Auftakt zur Reihe „Die Geheimnisse des unsterblichen Nicholas Flamel“, eröffnet der irische Autor Michael Scott ein modernes Fantasy-Epos, das historische Mythen, Alchemie und Urban Fantasy miteinander verschränkt.

Die 15-jährigen Zwillinge Sophie und Josh verbringen ihre Sommerferien bei der Grossmutter in San Francisco, während ihre Eltern als erfolgreiche Archäologen Ausgrabungen in Utah leiten. Sophie jobbt in einem Café, Josh arbeitet in einem kleinen Antiquariat auf der gegenüberliegenden Strassenseite – ein scheinbar alltägliches Setting, das sich jedoch schlagartig verändert.

Eines Tages hält eine Luxuslimousine vor dem Laden. Ein kleiner, vornehm gekleideter Mann steigt mit mehreren Begleitern aus, die trotz sommerlicher Hitze Hüte und Handschuhe tragen. Ein beissender Geruch nach faulen Eiern liegt in der Luft. Als Josh aus dem Keller kommt, platzt er mitten in einen Kampf zwischen seinem Chef Nick Fleming und dem Besucher Dr. John Dee. Spätestens als riesenhafte Golems eingreifen, ist klar – Magie ist keine Legende.

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Oliver Plaschka: Die Geister von La Spezia

Oliver Plaschka entführt uns nach Genua. Wir befinden uns im Jahr 1822. Hier lebt die junge Schriftstellerin Mary Shelley in der Nähe des Anwesens, das Lord Byron bewohnt. Ihr Mann, der Dichter Percy Bysshe Shelley, ist bei einem rätselhaften Schiffsunglück ums Leben gekommen.

Während sie noch tief um ihren Mann trauert, tritt die geheimnisvolle Ermittlerin Pat Colombari, angeblich beauftragt von Shelleys Vater, um die Umstände des Todes zu untersuchen in ihr Leben. Pat ist beileibe keine gewöhnliche Detektivin. Mithilfe einer eigentümlichen Apparatur ist sie in der Lage, in die Erinnerungen anderer Menschen einzutauchen – nicht nur in Marys, sondern auch in jene ihres berühmten Umfelds; –  Lord Byron, John Polidori, Claire Clairmont und weitere Figuren des literarischen Zirkels. Auf diese Weise entfaltet sich die Handlung als eine vielschichtige Spurensuche durch subjektive Erinnerungsräume, die zunehmend erkennen lässt, dass hinter Percys Tod und der Entstehung von „Frankenstein“ weit mehr steckt, als bloße biografische Zufälle. Je tiefer Pat vordringt, desto deutlicher wird, dass Mary selbst ein Geheimnis verbirgt – und dass die Grenze zwischen Erinnerung, Einbildung und etwas Übernatürlichem gefährlich durchlässig ist …

Man  begegnet nicht allzu häufig Romanen, die sich mit einer solcher Ambition zwischen historischer Rekonstruktion, spekulativer Fantastik und erkenntnistheoretischem Spiel ansiedeln wie Oliver Plaschkas vorliegender Einzelroman „Die Geister von La Spezia“. Der Stoff ist ebenso verheißungsvoll wie anspruchsvoll –  Mary Shelley im Jahr 1822, kurz nach dem Tod ihres Mannes Percy Bysshe Shelley, wird zur zentralen Figur einer Erzählung, die nicht weniger unternimmt, als die Entstehungsbedingungen von „Frankenstein“ neu zu deuten – und dies mittels einer fiktiven Technik, die Reisen durch Erinnerungen erlaubt.

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Allison King: Die Manufaktur der magischen Worte

Allison Kings Debütroman „Die Manufaktur der magischen Wortelässt sich als vielschichtige, ambitionierte Verbindung von historischem Roman, magischem Realismus und Familienepos verstehen, dessen Kern sich um die Weitergabe von Erinnerungen, die Verarbeitung von Trauma und die Vererbung der kulturellen Identität über Generationen hinweg dreht.

Im Zentrum stehen zwei Handlungsstränge. Einerseits begleiten wir die Informatikstudentin Monica Tsai im Jahr 2018, die mit digitaler Hilfe versucht, ihre Großmutter Yun mit deren ihr entfremdeten Cousine Meng wieder in Kontakt zu bringen.

Der zweite Handlungsstrang beschäftigt sich mit Yuns Vergangenheit im Shanghai der 1930er- und 40er-Jahre während der damaligen japanischen Besatzung. Diese parallel laufenden Handlungsstränge bürgen nicht nur für Spannung, sondern verknüpfen dabei zwei ganz unterschiedliche Formen des Erinnerns. Zum einen das objektive, digitale Archivieren der Fakten und dann das fragile, durch das Erlebte veränderte geistige Erinnern an die Vergangenheit.

Als Aufhänger dient der Verfasserin das magische Konzept über speziell behandelte Bleistifte, um auf die Erinnerungen früherer Nutzerinnen zuzugreifen. Dies fungiert als Metapher für die Weitergabe von Geschichten, Traumata und kulturellem Wissen. Gleichzeitig wird die Magie bewusst körperlich und schmerzhaft dargestellt – sie kostet Blut, wirkt verletzlich und belastet psychisch immens. Diese „Kosten“ verleihen ihr ihre Bedeutung, muss für die so erhaltenen Erinnerungen doch schmerzlich bezahlt werden. Besonders in den Kriegskapiteln zeigt sich, wie diese Fähigkeit nicht nur persönliches Erinnern ermöglicht, sondern auch politisch instrumentalisiert wird (Spionage und Widerstand).

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Jessi Cole Jackson: Ruinous Creatures: Der Kuss des Phoenix

In „Ruinous Creatures“ entführt Amy Goldsmith ihre Lesende in eine Welt, in der magische Kreaturen nicht nur verehrt, sondern nach ihrem Tod über ihre Schädel Macht an Menschen weitergeben.

Im abgeschiedenen Tal, in dem Adela lebt, besteht ihre Aufgabe darin, diese Schädel zu pflegen und den Novizen des herrschenden religiösen Ordens zuzuweisen. Als bei einer Zeremonie sowohl Adela als auch der Novize Kian unerwartet mit zwei ausgestorbenen Phönix-Schädeln verbunden werden, entsteht zwischen ihnen eine magische Bindung, die ihr Leben unwiderruflich verändert. Während sie versuchen, dieses unerklärliche Band zu verstehen, geraten sie mitten in politische Intrigen, uralte Geheimnisse und einen aufkommenden Widerstand gegen ein zutiefst korruptes System.

„Ruinous Creatures“ ist eine eigenständige Romantasy mit Dualem Point of View, die vor allem durch ihr originelles Magiesystem, die starke Chemie zwischen Adela und Kian sowie spannende Themen wie Machtmissbrauch, Revolution und Naturverbundenheit überzeugt. Die Geschichte verbindet dabei bekannte Tropes wie „fated mates“, „Insta-Love“ mit dem Kampf gegen ein korruptes Herrschaftssystem und frischen Ideen, insbesondere rund um die magischen Kreaturen und die Schädelmagie, deren Kräfte von Priestern genutzt werden.

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Benedict Jacka: Eine Frage der Magie: Haus Ashford Band 3

Stephen Oakwood ist kein Held, wie man ihn sich gemeinhin vorstellt. Er schlägt sich – begleitet von seinem Kater – eher schlecht als recht durch ein London, das nur auf den ersten Blick gewöhnlich wirkt. Die Mutter, Abkömmling eines wohlhabenden Hauses, verschwand früh aus seinem Leben, der Vater folgte ihr auf andere Weise und hinterließ nichts als einen Brief und jede Menge offener Fragen.

Diese Fragen führen Stephen unweigerlich zu seiner Herkunft – dem Haus Ashford, einem alten, schwerreichen Magieradel, der mit ihm nichts zu tun haben will – was umgekehrt genauso gilt. Dass Stephen dennoch über magische Fähigkeiten verfügt, ja, dass er die sogenannte Drucraft nicht nur instinktiv beherrscht, sondern sogar sehen kann, macht ihn zu einer Anomalie in einer Welt, die klare Hierarchien und geregelte Zugänge zur Macht kennt.

Jacka entfaltet aus dieser Konstellation ein Szenario, das sich zwischen klassischer Urban Fantasy und sozialer Allegorie bewegt. Stephen arbeitet als Leibwächter für seinen Stiefbruder, führt Gespräche mit einem Priester, der mehr weiß, als er sollte, und gerät ins Fadenkreuz der „Geflügelten“, einer von zwei Mächten, die im Verborgenen um die Vorherrschaft ringen. Es ist ein Leben im Provisorium, im Improvisierten – und genau darin liegt sein Reiz. Denn wo Institutionen versagen oder ausschließen, beginnt Stephens eigentliche Stärke: Er eignet sich die Mittel seiner Welt selbst an, erschafft Sigils, beschafft Essentia, überschreitet Grenzen.

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Sam Hughes: Wir haben keine Antimemetik Abteilung

Was wäre, wenn … – eine Frage, die die Menschheit beschäftigt, seit der erste Primat begann, Intelligenz zu entwickeln.

Was wäre, wenn es da draußen anderes, intelligentes Leben gäbe?

Was wäre, wenn es auf der Erde einst Hochzivilisationen gegeben hätte?

Was wäre, wenn das, was wir wahrnehmen, nur einen Bruchteil einer viel größeren Vielfalt auf unserem Heimatplaneten darstellte?

Doch all diese durchaus vorstellbaren Fragen reichen nicht weit genug – sonst gäbe es keine Antimemetik-Abteilungen. Denn zwischen Himmel und Erde existiert weit mehr, als wir wahrnehmen können oder wollen.

Dinge, Ideen, Konzepte von solcher Größe und Fremdheit, dass sie dem menschlichen Begreifen grundsätzlich entzogen bleiben. Vergessene Kriege gegen andere Wesenheiten. Niederlagen, an die sich niemand erinnern kann.

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Anne Herzel: Schlammlerche

Anne Herzel entführt erneut in die geheimnisvollen Katakomben unter London und erzählt diesmal die Vorgeschichte von Phoebe Ellis, einer Figur, die Leserinnen und Leser aus der Dilogie bereits kennen, nun jedoch aus völlig neuer Perspektive erleben.

Inhaltlich beginnt der Roman mit einer siebzehnjährigen Protagonistin, die sich nach familiären Enttäuschungen und weitgehend auf sich allein gestellt ihren Lebensunterhalt verdient, indem sie illegal in die Tiefen unter London hinabsteigt, Artefakte und andere Fundstücke birgt und an der Oberfläche verkauft. Schon dieser Einstieg verbindet Abenteuer und soziale Härte miteinander.

Ein Wendepunkt wird erreicht, als Phoebe bei einem ihrer Streifzüge nicht nur entdeckt wird, sondern nach einem folgenschweren Zwischenfall in Kontakt mit den sogenannten Mudlarks kommt. Unter deren Gründer und Anführer Greyson Evans hat sie die Wahl zwischen Strafe und einem Platz innerhalb dieser Gemeinschaft – und wird damit zur ersten weiblichen Mudlark. Von hier an entfaltet sich eine Geschichte, die Ausbildung, Überlebenskampf, Entdeckungsreise und Machtgeschichte zugleich ist.

Ein großer Reiz des Romans liegt in der fortschreitenden Erkundung der Unterwelt. Die Katakomben werden nicht nur als labyrinthartiges Höhlensystem beschrieben, sondern als eigenständige, fremdartige Welt mit unbekannten Lebensformen, einem komplexen Ökosystem und einem verborgenen Volk, das tief unter London existiert. Im Verlauf treten albtraumhafte Kreaturen, politische Spannungen und zunehmende Konflikte zwischen den Bewohnern dieser Welt und den Eingriffen der Menschen in den Vordergrund. Aus einer anfänglichen Entdeckungsgeschichte entwickelt sich so zunehmend ein Roman über Macht, Eroberung, Verrat und Zerstörung.

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