Dana Spiotta: Glorreiche Tage

danaDie US-amerikanische Autorin Dana Spiotta hat einen wunderschönen Roman über die unzertrennlichen Bande der Familie, über den Rock‘n‘Roll und über die Lust an der Phantasie geschrieben, die bisweilen der Realität ein Schnippchen schlagen kann.

Nik schreibt alles über sein Leben als Rockstar auf. Es geht um Platten, die reihenweise Platinstatus und erste Chart-Plätze erreichen, um Konzerte, Fans, Interviews und um Musikrezensenten, von denen ihn manche verehren und einige verdammen. Nik gestaltet aufwendige Plattencover und spielt sogar ganze CD-Zyklen ein. Weiterlesen

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Philip Teir: Winterkrieg

winterWeil Finnland in diesem Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse ist, erscheinen jetzt einige Bücher von finnischen Autoren auch auf Deutsch. Eines von ihnen ist „Winterkrieg“ von Philip Teir, geboren 1980. Im Mittelpunkt dieses Debütromans, der im gehobenen Akademikermilieu spielt, steht die Ehekrise von Max, einem 60-jährigen Soziologen, und seiner fünf Jahre jüngeren Frau Katriina. Die ohnehin schon belastete Beziehung wird nicht besser, als Max eine Affäre mit einer jungen Journalistin beginnt. Auch im Leben der beiden Töchter Helen und Eva ist nicht alles nur schön. Die eine schlägt sich im Familienalltag mit zwei kleinen Kindern durch, die andere verzweifelt an ihrem Kunststudium in London und verschiedenen Liebhabern. Weiterlesen

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B.J. Novak: Cornflakes mit Johnny Depp

deppDer Amerikaner B.J. Novak, geboren 1979, scheint ein Alleskönner zu sein. Er hat nicht nur in den Hollywoodfilmen „Inglourious Basterds“, „Saving Mr. Banks“ und „The Amazing Spider-Man 2“ mitgespielt, sondern schreibt auch noch hervorragende Bücher. Die Geschichten in seiner Sammlung „Cornflakes mit Johnny Depp“ sind oft witzig, meist tiefsinnig, immer lesenswert.

In einer Geschichte wird Elvis Presley erst nach seinem vermeintlichen Tod glücklich. Statt wirklich zu sterben, verdingt er sich fortan als erfolgreiches Elvis-Double. Der Vorteil: Er ist den Druck los, der wirkliche Elvis sein zu müssen. Weiterlesen

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Kerstin Preiwuß: Restwärme

rstEin eindringlicher Roman über etwas so Schwieriges und Widersprüchliches wie Heimatverbundenheit und Familienzugehörigkeit ist Kerstin Preiwuß mit „Restwärme“ gelungen.

Die Autorin, die 1980 selbst in einem kleinen Kaff in der mecklenburgischen Provinz geboren wurde, beschreibt aus der Ich-Perspektive eine junge Frau, die nach Jahren in ein solches Dorf zurückkehrt. Ihr Vater ist gestorben und sie verbringt einige Tage mit ihrem Bruder und ihrer Mutter im Haus ihrer Kindheit. Man ahnt, dass Kerstin Preiwuß vieles aus ihrer eigenen Vergangenheit für diese Geschichte verwendet hat. Weiterlesen

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William Faulkner: Schall und Wahn (1929)

willWas macht man, wenn man eben einen anerkannten Klassiker der Weltliteratur gelesen hat und – beschämt – feststellen muss, dass man damit rein gar nichts anfangen kann? So geht’s mir mit dem von Frank Heibert neu übersetzten „Schall und Wahn“ von William Faulkner aus dem Jahre 1929. Das erste Kapitel ist aus der Sicht eines geistig Behinderten geschrieben. Die Handlung springt wild durch Zeiten und Räume, und es wird gleich auf den ersten Seiten eine derartige Vielzahl von Namen präsentiert, dass ich schlicht keine Chance sah, auch nur zu erahnen, wer wer ist und worum es wohl gehen könnte (um den Niedergang einer Südstaaten-Familie).

Das zweite Kapitel ist eine Art Bewusstseinsstrom aus der Sicht einer anderen Figur, Auch hier konnte ich nicht folgen.

Wenn Bücherlesen zum Hochleistungs-Denksport ausartet, um auch nur einen winzigen Bruchteil des Inhalts zu erfassen, dann ist das nicht mein Ding.

William Faulkner: Schall und Wahn (1929).
Rowohlt, Juli 2014.
384 Seiten, Gebundene Ausgabe, 24,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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Hila Blum: Der Besuch

hilaDer Debüt-Roman der israelischen Schriftstellerin Hila Blum, geboren 1969, hat eine interessante Grundhandlung: Der Multimillionär Duclos, der einem jungen Paar vor Jahren in einem Pariser Nobelrestaurant aus der Patsche geholfen hat, kündigt überraschend seinen Besuch in Jerusalem bei eben diesem Paar an. Es ist inzwischen verheiratet und hat Kinder. Was Nataniel, der Mann, nicht weiß: Zwischen seiner Frau Nili und dem Millionär ist damals etwas vorgefallen – nein, kein Sex –, von dem Nili ihrem Mann nie etwas erzählt hat. Weiterlesen

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Karine Tuil: Die Gierigen

dieEin richtig gutes Buch kommt aus Frankreich: „Die Gierigen“ von Karine Tuil, einer 1972 geborenen Autorin, die in Paris lebt. Es handelt von der Dreiecksgeschichte um Nina, Samuel und Samir: In Studienzeiten sind die Drei unzertrennliche Freunde. Nina und Samuel sind ein Paar – doch dann beginnt Samir eine leidenschaftliche Affäre mit Nina, und die Freundschaft zerbricht.

20 Jahre später – Nina und Samuel haben sich mittlerweile versöhnt – sehen die beiden Samir im Fernsehen wieder, zu dem sie Jahrzehnte keinen Kontakt hatten: Er ist Staranwalt in New York geworden. Die beiden können sich eines gewissen Neides nicht erwehren, denn sie selbst leben immer noch in Armut. Weiterlesen

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Guillaume Musso: Vielleicht morgen

mussoDer französische Autor Guillaume Musso steht ein wenig im Verdacht, allzu zuckersüße Liebesgeschichten zu schreiben – ähnlich wie Cecilia Ahern, Jojo Moyes oder Nicholas Sparks.

Doch wer mit dieser möglicherweise bangen Erwartungshaltung an seinen neuen Roman „Vielleicht morgen“ geht, wird angenehm überrascht.

Das Buch entpuppt sich als durchaus spannender Thriller mit Science-Fiction-Elementen, den man auch dann gut lesen kann, wenn man mit schnulzigen Liebesgeschichten nicht viel am Hut hat. Weiterlesen

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Phil Hogan: Die seltsame Berufung des Mr Heming

mrMr Heming hat ein ungewöhnliches Hobby. Er liebt es, in der Wohnung anderer Leute herumzuschnüffeln, wenn die nicht zu Hause sind.

Als Immobilienmakler hat er dafür beste Voraussetzungen. Er findet immer wieder Gelegenheiten, die Schlüssel der Häuser nachzumachen, die er gerade verkauft. Im Lauf der Jahre hat sich so ein ganzes Schlüsselarsenal angesammelt, dessen Schätze er immer wieder benutzt.

Doch Mr Heming hat noch ein paar andere Eigenschaften, die nicht unbedingt mit gängigen Moralvorstellungen übereinstimmen. So hat er keinerlei Skrupel, unliebsame Zeitgenossen einfach per gezieltem Schlag mit dem Golfschläger oder anderweitig aus dem Weg zu räumen … Weiterlesen

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Eiríkur Örn Norðdahl: Böse

boseDer isländische Autor Eiríkur Örn Norðdahl macht es den Lesern seines 650-Seiten-Mammutwerks „Böse“ nicht leicht. Ständig springt er – manchmal mehrmals auf einer Seite – zwischen der erzählten Handlung und Fakten oder philosophischen Überlegungen zum Nationalsozialismus hin und her. Das erfordert Konzentration und viel Willen zum Durchhalten, weil sich kein rechter Lesefluss einstellen will. Folgt man dem Autor bei einem Gedankengang, unterbricht er ihn sogleich wieder und fängt von etwas Neuem an. Das ist auf Dauer anstrengend. Weiterlesen

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