„Alles über Heather“ von Matthew Weiner ist ein dünnes Romänchen, das man an einem Nachmittag durchlesen kann. In seiner stilistisch hervorragend geschriebenen Geschichte beschränkt sich der Autor auf die allernötigsten Informationen, und dennoch (oder gerade deswegen?) gelingt es ihm, ein Werk vorzulegen, das eine große Intensität entfaltet.
Es geht um die unterschiedlichen Lebensweisen einer sozial hochstehenden Familie mit viel Geld und einem Mann aus schwierigsten sozialen Verhältnissen. Weiterlesen



Mit dem Nahen Osten befasst sich die Geschichten-Sammlung „Hotel Istanbul“ des Journalisten Fritz Schaap. Und diesen journalistischen Ansatz spürt man. Die Storys, die von Drogenhändlern in Damaskus, Kriegstouristen an der türkischen Grenze zu Syrien oder Rekrutierungsschulen für die Kämpfer des Islamischen Staates handeln, sind gut recherchierte Reiseberichte – mit einigen (wenigen) fiktiven Elementen.
Der 1955 geborene schottische Autor John Burnside ist ein Vielschreiber. Nach „Wie alle anderen“ aus dem vorigen Jahr ist nun schon sein nächstes Werk erschienen: „Ashland & Vine“. Darin trifft die junge Kate die viel ältere Jean, die der Jüngeren nach und nach ihre Lebensgeschichte erzählt. Die ist geprägt durch den frühen Tod des Vaters, eines Gegners der Rassentrennung, der quasi auf offener Straße ermordet worden ist. Eine dramatische, unerfüllte homosexuelle Liebe kommt genauso vor wie die Beziehung Jeans zu ihrer Nichte, die in den Terrorismus abgetaucht ist.


