Unter den zahllosen Veröffentlichungen zur Zeitgeschichte findet sich allgemein viel Redundantes. Viele Themen wurden schon tausendfach beackert, und so finden sich oftmals nur kleine Ergänzungen, Mosaiksteinchen, die zwar interessant sind, den Blick auf die Vergangenheit jedoch kaum erweitern oder gar verändern. Im Falle des „Blockadebuchs Leningrad“ ist das anders.
Für die Deutschen ragt unter den großen und entscheidenden Schlachten des Zweiten Weltkriegs ohne Frage die um Stalingrad heraus, markiert sie doch die entscheidende Wende des Krieges, steht gleichsam für den Wahnsinn des Krieges und die deutsche Niederlage. Schon kurz nach der Schlacht wurden die Stalingradkämpfer mythologisch aufgeladen – die eingeschlossene 6. Armee, die schließlich in Gefangenschaft ging und von der so wenige zurück in die Heimat kehrten.
In der russischen Geschichte haben jedoch die Ereignisse rund um die Stadt Leningrad, früher und heute wieder St. Petersburg, eine wesentlich höhere Bedeutung. 872 Tage – das sollte man jetzt nicht zu schnell lesen – war die Stadt von deutschen Truppen eingeschlossen und sollte im wahrsten Wortsinne ausgehungert werden. Weiterlesen








