Richard Flanagan: Die unbekannte Terroristin

terrorDer australische Autor Richard Flanagan, der mit „Der schmale Pfad durchs Hinterland“ in Deutschland bereits im vorigen Jahr für Furore gesorgt hat, überzeugt auch mit dem Nachfolger: „Die unbekannte Terroristin“.

Darin gerät die vollkommenen unbescholtene Stripperin Gina in Sydney ins Fadenkreuz von Medien, Politik und Polizei, weil sie auf einem kurzen Video gemeinsam mit einem mutmaßlichen Terroristen zu sehen ist. Völlig verängstigt wendet sie sich nicht an die Polizei, sondern versucht unterzutauchen. Weiterlesen

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Friedrich Christian Delius: Die Liebesgeschichtenerzählerin

Sdeliuspät, aber nicht zu spät habe ich F.C. Delius entdeckt. Und zwar durch den Roman „Mein Jahr als Mörder“ Das Buch ist zugleich Geschichtsunterricht wie auch ein packendes persönliches Drama. Eine Michael Kohlhaas Story bei der man selbst heute noch so wütend wird, dass man schreien könnte. Das dritte Reich lebte noch 20-30 Jahre nach 1945 einfach in den Köpfen weiter und alle haben geschwiegen. Was ich an Delius bewundere ist sein Historikerwissen, gepaart mit einem profunden philosophischen Denken. In seinem letzten Roman, verwickelt er drei Liebesgeschichten aus völlig unterschiedlichen Zeiten, Kampfzonen und Gesellschaften. Weiterlesen

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Gustaaf Peek: Göttin und Held

Goettin und Held von Gustaaf PeekEine Liebesgeschichte in umgekehrter Reihenfolge erzählt der niederländische Schriftsteller Gustaaf Peek, geboren 1975. Sein Buch „Göttin und Held“ beginnt mit dem Tod Tessas als uralte Frau, um dann Kapitel für Kapitel immer weiter in der Zeit zurückzugehen. Das Ende ist zugleich der Anfang von Tessas und Marius‘ Liebe im Teenageralter. Konsequenterweise sind die Kapitel rückwärts nummeriert. Man könnte das Buch problemlos auch von hinten nach vorne lesen.

Es gibt zwei Probleme an diesem Roman: Durch das Rückwärtserzählen kann die Handlung nicht aufeinander aufbauen. Die einzelnen Kapitel haben kaum etwas miteinander zu tun. Der Roman liest sich eher wie eine Sammlung von Kurzgeschichten. Weiterlesen

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Bert Wagendorp: Ventoux

ventBert Wagendorp, niederländischer Journalist, Kolumnist, Radfahrer und Radrennsportfan, hat mit „Ventoux“ aus einem Drehbuch für einen Film einen Roman gemacht. Dieser erschien 2013 in den Niederlanden und wurde zum Bestseller.
Der btb Verlag liefert nun übersetzt von Andreas Ecke die deutsche Erstausgabe. Und obwohl der deutsche Untertitel „Ein Sommer, der das Fieber des Lebens in sich trug“ arg kitschig geraten ist, lohnt sich ein Blick ins Buch.
Denn in erster Linie erzählt der Roman die Geschichte einer Freundschaft von fünf Männern und einer Frau.

Die Geschichte beginnt 2010 mit einem Prolog: der Ich-Erzähler Bart Hoffmann – wie Wagendorp ebenfalls Journalist – kramt ein Foto hervor, das ihn und seine Freunde André, David, Joost, Peter und Laura auf einem Campingplatz in der Provence am Fuß des Mont Ventoux im Sommer 1982 zeigt.
Nach dreißig Jahren treffen die Freunde wieder aufeinander, nur einer fehlt. Weiterlesen

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Markus Berges: Die Köchin von Bob Dylan

dylanEin wirklich schönes Buch. Beschwingt, lehrreich, skurril, historisch, aktuell. So könnte  ich frohlockend weiter machen. Irgendwie bin ich ja auch mit Bob Dylan aufgewachsen, ach komm, ich gebe zu, mein Leben lang Songs von ihm zu spielen, einige seiner Kompositionen sogar mit meinen eigenen deutschen Texten versehen – und diese sogar aufgeführt zu haben –  und ich habe ihn sogar zwei Mal live gesehen. Gewohnt wortkarg, in sich gekehrt, ob beim rock n‘ roll oder bei einer seinen Balladen. Wenn überhaupt mal der Titel und ein genuscheltes thank ya. Kurz: er ist ein Genie. Und er hat sich einige Geheimnisse bewahrt, die jetzt endlich durch diesen verrückten Roman offen gelegt werden.  Egal ob das nun stimmt oder nicht: die Romanidee ist einfach spitze. Weiterlesen

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Catharina Junk: Auf Null

nullEs gibt unzählige Bücher über den Kampf gegen den Krebs. Aber was ist eigentlich, wenn man gewonnen hat? Wenn man als gesund entlassen wird und das Leben wieder wartet? Nina findet das überhaupt nicht so einfach, wie sich das anhört.

Als sie aus dem Krankenhaus entlassen wird – nach einem Jahr – kaufen ihre Eltern ihr ein Auto, damit sie trotz ihrer Schwäche mobil bleiben kann. Aber sie denkt: Lohnt sich das überhaupt? Was, wenn der Krebs wiederkommt? Durch das Auto lernt sie immerhin Erik kennen. Es kribbelt wieder. Aber kann sie ihm das antun? Er hat schon seine Mutter verloren, was, wenn der Krebs wiederkommt? Weiterlesen

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D. W. Wilson: Den Boden nicht berühren

wilsonDavid William Wilson, kurz D. W. Wilson, ist ein junger, 1985 in Kanada geborener Autor, der Erzählungen schreibt, für die er schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde. Mit „Den Boden nicht berühren“ (Originaltitel „Once you break a knuckle“) stand er auf der Shortlist des Dylan Thomas Prize 2013, der junge Autoren, die in englischer Sprache schreiben, ehrt und als Sprungbrett für eine literarische Karriere gilt. Und eine literarische Karriere ist D. W. Wilson durchaus zu wünschen, denn er schreibt gut. Bei dtv Premium ist nun nach dem Roman „Als alles begann“ (2014) der erste Erzählband des Autors mit dem Titel „Den Boden nicht berühren“ auf Deutsch erschienen.

Darin 12 „Jungs aus der Kleinstadt“ – Storys in der kanadischen Provinz: Da möchte Will seinem Vater, dem Polizisten John A. Crease, in „Bis einer umfällt“ lieber eine Verletzung beim Judo zufügen, als dass er ihn in den Krieg im fernen Kosovo ziehen lassen will. Weiterlesen

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Hendrik Groen: Eierlikörtage

tagDieses Buch sollte Pflichtlektüre in jedem Altenheim werden. Der niederländische Senior Hendrik Groen (83) beschreibt in einem auf ein Jahr angelegtes Tagebuch sein Leben in einem Altenheim in Amsterdam-Noord. In den Niederlanden steht dieses Buch seit zwei Jahren auf der Bestsellerliste, nun ist es endlich auch auf Deutsch erschienen.

 „Eierlikörtage“, so heißt das Werk, ist alles zugleich: lustig, ernst, traurig, unterhaltsam und vor allem wohl einfach wahr. Und es hat eine Botschaft an alle Senioren: Versucht, dem Leben noch ein wenig Freude abzutrotzen. Nur nörgeln und über die eigenen Gebrechen, das Wetter und das Essen klagen, bringt rein gar nichts. Weiterlesen

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Nick Hornby: Miss Blackpool

hornbyNick Hornby, Autor trendiger Pop-Romane der 90er-Jahre, reist in diesem Buch noch 30 weitere Jahre zurück– in die nicht minder trendige Ära der Swinging Sixties in London. Eine Zeit des Aufbruchs zwischen Althergebrachtem und Moderne. Homosexualität ist noch gesetzwidrig, Comedy eine reine Männerdomäne, die Bekanntschaft mit Farbigen eine exotische Angelegenheit.
Plötzlich werden Scheidungen gesellschaftsfähig, erobern Beatles und Stones die Hitparaden und auf Theaterbühnen werden Schamhaare beim Nacktmusical präsentiert.

Die bildhübsche 21-jährige Barbara bahnt sich ihren Weg durch diese Zeitenwende. Sie hat gerade die Wahl zur Miss Blackpool gewonnen, als sie die Krone hinwirft und nach London aufbricht. Weiterlesen

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Vendela Vida: Des Tauchers leere Kleider

Intaucher ihrem Reiseführer steht, sie solle Marrakesch direkt nach der Ankunft verlassen. Die Erzählerin beschließt, die erste Nacht in der Stadt zu bleiben. Kurz nach dem Einchecken im Hotel wird ihr Rucksack gestohlen. Mit der Übermüdung im Körper, ohne Bargeld, Kreditkarte und Pass scheinen ihre Fluchtpläne zu scheitern. Doch als die Polizei ihr am nächsten Tag den Rucksack einer anderen Frau präsentiert, greift sie nach ihm wie nach dem berühmten Strohhalm. Auch für ihre finanziellen Engpässe gibt es unerwartet Hilfe. Ein Job als Lichtdouble für einen amerikanischen Filmstar wird ihr angeboten. Durch ihre Ähnlichkeit mit dem Star stürzt sie viel zu schnell über neue Fallstricke. Weiterlesen

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