Joyce Maynard: Gute Töchter

gut1979: Im ländlichen Gebiet rund um San Francisco wachsen die 11- und 13-jährigen Geschwister Patty und Rachel auf. Ihr Vater hat die Familie vor ein paar Jahren wegen einer anderen Frau verlassen. Seitdem ist ihre Mutter depressiv und kommt kaum mehr aus ihrem Zimmer. Rachel und Patty sind deshalb schnell selbstständig geworden und wachsen in Freiheit auf dem nahegelegenen Berg auf. Doch dann erschüttert eine Mordserie die Gegend. Innerhalb kürzester Zeit werden am Berg mehrere vergewaltigte Frauenleichen aufgefunden. Der sogenannte Sunset Strangler wird gesucht. Federführend bei den Ermittlungen ist der Vater der Mädchen. Doch lange Zeit hinterlässt der Täter keine Spur. Zu spät wird klar, in welch großer Gefahr sich Patty und Rachel befinden. Weiterlesen

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C. J. Sansom: Die Schrift des Todes

todEs geht langsam zu Ende mit König Heinrich dem VIII. Der einzige Beau ist alt, fett und krank geworden. Da ist es wenig verwunderlich, dass er sich verwundbar fühlt und auf Verrat – oder das, was er dafür hält – unnachgiebig reagiert. Ausgerechnet die aktuelle Königin, ihre Vorgängerinnen haben nicht alle ein unblutiges Ende gefunden, verfasst in diesem von religiösen Kämpfen geschüttelten England ein Buch über – Religion. Nicht wirklich verräterisch, aber brisant genug, um sie in Angst und Schrecken zu versetzen, als es gestohlen wird. Weiterlesen

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Boris Vian: Der Schaum der Tage

schaumKann ein Buch fesseln, dessen Inhalt einem wie Schaum zwischen den Fingern zerfließt? Der Roman „Der Schaum der Tage“ vom Franzosen Boris Vian fasziniert und ist eine der poetischten Liebesromanzen, die man sich vorstellen kann. Und auch eine der surrealsten.
Geschrieben hat Vian diesen Dada-Roman schon 1946; die Erstausgabe in Frankreich verkaufte sich nicht, jetzt ist das Buch in einer neu überarbeiteten Fassung auf Deutsch erschienen – in einem Einband aus japanischem Seidenpapier.
Colin liebt Chloé, sie heiraten, dann wächst eine Seerose in Chloés Lunge. Sie stirbt. In der Krankheit verändern sich nicht nur die Figuren – Colin und seine Freunde –, sondern auch die Wohnung: Die Zimmer werden kleiner, der Boden modert.
Ein Buch wie ein Gemälde von Salvador Dali hat Boris Vian mit diesem Roman geschrieben: fantasievoll, verrückt, aber sehr berührend.

Boris Vian: Der Schaum der Tage.
Karl Rauch, November 2015.
220 Seiten, Gebundene Ausgabe, 20,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Friedrich Ani: Der einsame Engel

aniWie so oft in den Romanen von Ani, sind die Persönlichkeitsstudien bzw. Beschreibungen der Szenerien, in der diese Figuren leben, manchmal auch hausen, eindrucksvoller als der Fall selbst.
Dabei ist es egal, ob es sich um die „Ermittlerseite“ handelt oder um die Zeugen oder Täter selbst. Tabor Süden, Hauptperson, Detektiv, Ex- Polizist, brüchige Vita – so wie in fast allen modernen Krimis – hat eine ziemliche Strecke Leben und Erfahrungen hinter sich gebracht. Nun, mit Mitte fünfzig, ist er sich überhaupt nicht mehr schlüssig, was er vom Leben noch will, oder das Leben von ihm. Weiterlesen

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Robert Williams: Tief in den Wald hinein

waldAls Harriet geboren wird, schreit sie fast ununterbrochen. Ihre Eltern, Thomas und Ann, gehen vergeblich von Arzt zu Arzt. Schreien sei normal, hören sie als Erklärung. Ihre Verzweiflung führt zu dem Arrangement, abwechselnd die nächtliche Betreuung zu übernehmen, damit der Rest der Familie Schlaf findet. Eines Nachts entdeckt Thomas, dass Harriet im Wald von Abbeystead nicht mehr schreit. Mehrmalige Versuchen zeigen das gleiche Ergebnis. In diesem Wald fühlt sich die Tochter zum ersten Mal richtig wohl. Die Eltern beschließen, ihr Haus in der Stadt zu verkaufen und eine heruntergekommene Scheune im Wald zu sanieren. Das Leben in der Einsamkeit scheint für die gesamte Familie eine glückliche Entscheidung zu sein.
Die friedliche Idylle wird gestört, als Männer eines Abends in ihr Haus eindringen und die gesamte Familie in Geiselhaft nehmen. Am nächsten Morgen soll Thomas, der Direktor einer Bank ist, den Männern den Banktresor öffnen, während zwei von ihnen bei Ann, Harriet und ihrem Bruder Daniel bleiben. Das Gefühl der Sicherheit, Geborgenheit und dem kleinen Glück ist nun zerbrechlich geworden.
Robert Williams dritter Roman »Tief in den Wald hinein« ist nicht nur wunderschön geschrieben, sondern auch spannend zu lesen. Unweigerlich fühlt der Leser mit den liebevoll gezeichneten Protagonisten, als seien sie »reale Menschen«. Aus der Perspektive von vier grundverschiedenen Personen wird deren Sehnsucht nach einem friedvollen oder erfolgreichen Leben beschrieben. Der zu klein geratene Keith leidet unter einem Minderwertigkeitsgefühl. Jeden größeren Menschen betrachtet er automatisch als einen Akt der Häme. Deshalb will er um jeden Preis Erfolg haben. Thomas und Ann lieben einander, können aber nicht immer ihre unterschiedlichen Bedürfnisse miteinander verbinden. Und Raymond, hünenhaft und schüchtern zugleich, kämpft mit seiner tiefsitzenden Einsamkeit. Der Überfall verknüpft und verändert nachhaltig ihre Biografien.
Viel zu schnell ist die letzte Zeile erreicht. Romane wie diesen sollte es häufiger geben.

Robert Williams: Tief in den Wald hinein.
Berlin Verlag, Februar 2016.
304 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Bovenkerk-Müller.

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Ilja Albrecht: Kalter Zorn

Kalter Zorn von Ilja AlbrechtNach „Sibirischer Wind“ legt Ilja Albrecht die Fortsetzung „Kalter Zorn“ um das Ermittlerduo Kiran Mendelsohn und Bolko Blohm vor.
In der Nähe von Xanten wird eine Leiche gefunden, es ist die amerikanische Austauschschülerin Patricia Masterson. Sie wurde bestialisch gefoltert und dann ermordet.
Gemeinsam mit dem FBI ermitteln die Deutschen, zunächst wird der Täter in Amerika vermutet, später gibt es eine Spur in Deutschland.
Weitere, ähnliche Morde, die offenbar ritualisiert ausgeführt werden, folgen. Weiterlesen

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Meg Mitchell Moore: Eine fast perfekte Familie

mooBei den Hawthornes in Kalifornien läuft äußerlich vieles ziemlich rund: Mutter Nora und Vater Gabe haben Erfolg in ihren Jobs, Tochter eins – Angela – hat als Jahrgangsbeste ihrer Schule beste Chancen, in Harvard angenommen zu werden. Tochter zwei – Cecily – ist eine erfolgreiche Tänzerin und zugleich der Sonnenschein der Familie. Nur Tochter drei – Maya – bereitet etwas Kummer, weil sie einfach nicht lesen lernen will.

Doch mit wachsender Seitenzahl merkt der Leser, dass auch vieles von dem sonstigen Glück der Familie nur Fassade ist. Hinter den schönen Kulissen lauern jede Menge Stress und gleich mehrere düstere Geheimnisse. Weiterlesen

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Ildiko von Kürthy : Neuland: Wie ich mich selber suchte und jemand ganz anderen fand

neuIch kann sie so gut verstehen. Irgendwann kommt der Zeitpunkt im Leben, an dem man sich fragt: Und das war‘s? So geht das immer weiter? Ildiko von Kürthy hat sich ein Jahr Zeit genommen für den Versuch herauszufinden, was es denn noch geben könnte. Sie versucht es im Schweigekloster, beim Survival-Training in der Wildnis und sie versucht, ein ganz anderer Mensch zu werden. Das fand ich am krassesten. Von der normalen brünetten Frau wollte sie sich mit Hilfe fast all dessen, was die moderne Industrie zu bieten hat, in eine dünne, langhaarige Blondine verwandeln. Und sie hat es durchgezogen. Und dabei hat sie dann auch endlich sich selbst gefunden – und sie selbst ist nicht dünn und blond. Das war die wohl wichtigeste Erkenntnis dieses Jahres: Sein Leben lang wünscht man sich irgendwie zu sein und dann zieht man es durch und stellt fest: So hab ich mir das nicht vorgestellt. Weiterlesen

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Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit

wellsNach längerer Pause ist Benedict Wells neuer Roman „Vom Ende der Einsamkeit“ erschienen.
Dass er das Handwerk der Erzählkunst bestens beherrscht, hat der Autor bereits bewiesen.
Mit „Vom Ende der Einsamkeit“ ist ihm eine wunderbar einfühlsame Geschichte gelungen, die seine vorangegangenen Bücher noch toppt! Aus den Zeilen spricht so viel Lebensweisheit, die für einen so jungen Autor erstaunlich ist. Weiterlesen

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Daphne Niko: Der zehnte Heilige

heilSarah Weston stammt aus einer der alt-eingesessenen Adelsfamilien Englands. Statt ihr Leben aber in edlem Zwirn gekleidet auf Abendgesellschaften und in der Oper zu verbringen, hat sie sich entscheiden, den überkommenen Traditionen zu entsagen, und etwas Sinnvolles zu tun.

In Cambridge hat sie Archäologie studiert, jetzt gräbt sie im Auftrag und finanziert durch die Unesco in Äthiopien nach Relikten des Königreichs von Aksum.

Als sie einem Hinweis folgt und versteckt in den Bergen ein versiegeltes Grab findet ahnt sie nicht, dass sie damit einer weltweiten Verschwörung auf die Spur kommt. Weiterlesen

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