Graeme Simsion: Der Mann, der zu träumen wagte

Wer die beiden Vorgänger-Romane des australischen Autors Graeme Simsion, „Das Rosie-Projekt“ und „Der Rosie-Effekt“, gelesen hat, könnte über Werk Nummer drei etwas enttäuscht sein.

„Der Mann, der zu träumen wagte“ ist anders: weniger lustig, insgesamt normaler als die beiden so originellen Rosie-Romane: Ein 49-jähriger Mann, der sich in seinem Leben leidlich gut eingerichtet hat, bekommt nach 22 Jahren eine E-Mail von seiner ehemaligen Geliebten Angelina. „Hi“ ist das einzige, was sie schreibt. Doch diese zwei Buchstaben setzt eine ganze Kettenreaktion in Gang. Soll er antworten? Wenn ja, was? Soll er sie womöglich sogar treffen? Was kann er seiner Frau Claire darüber sagen? Weiterlesen

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Rob McCarthy: Todeszeitpunkt, gelesen von Steffen Groth

Harry Kent ist Intensivmediziner mit Fronterfahrung. Viele seiner Nächte verbringt er im Dienste der Polizei. In einer solchen Nacht wird er in ein Take-away gerufen, in dem ein Jugendlicher Geiseln genommen hat. Der Jugendliche ist krank, und durcheinander führ Harry in eine Szene, die er lieber nicht kennengelernt hätte. Er merkt plötzlich, dass in seinem Umfeld, um engsten Kollegen- und Freundeskreis Dinge passieren, die niemand für möglich halten würde. Weiterlesen

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William H. Gass: Mittellage

An seinem letzten großen Erfolg, dem vielfach ausgezeichneten Roman „Der Tunnel“, hat der Amerikaner William H. Gass mehrere Jahrzehnte geschrieben.

Nach diesem Buch, das 2011 auf Deutsch erschien, hat es sich der 92-Jährige nun leichter gemacht und bereits veröffentlichte Kurzgeschichten zum Bildungsroman „Mittellage“ zusammengefügt. Das ist in dem 600 Seiten starken Epos nicht immer leicht zu durchschauen.

Es geht um den Pianisten Joseph, einen Hochstapler und Lügner, Weiterlesen

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Michel Bergmann: Weinhebers Koffer

Die Geschichte fängt ein wenig an wie Michael Endes Unendliche. Ein junger deutscher Jude, namens Elias, findet (in unserer Gegenwart) bei einem Berliner Trödelhändler einen interessanten alten Lederkoffer mit den Initialen L.W.. Neugierig geworden, ertastet  er in einer Ritze dieses Lederfossils einen Brief, der ihn auf die Spuren eines gewissen Leonard Weinhebers führt. Er recherchiert und findet heraus, dass dieser Weinheber ein Schriftsteller und Künstler war, der 1939 vor den Nazis, quasi im letzten Augenblick, fliehen konnte. Er wollte Palästina erreichen, wo seine junge Geliebte sehnsüchtig schon auf ihn wartet. Er erreichte also Marseille um nach Jaffa in Israel zu gelangen. Danach wird es rätselhaft auch für Elias Ehrenwerth, denn außer diesem Koffer, scheint es kein Lebenszeichen mehr von Weinheber zu geben. Weiterlesen

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E. S. Schmidt: Die zweite Finsternis

Ich liebe gute Endzeit-Geschichten, und E.S. Schmidts Roman beschreibt definitiv das Leben der Menschheit nach ihrem Ende als Beherrscher der Welt. Im Prolog kurz zusammengefasst die Ursache für die Zerstörung der menschlichen Zivilisation: Ein außerirdisches Raumschiff stürzt auf der Erde ab und drachenähnliche Reaper mit telepathischen Fähigkeiten, die große Teile der Menschheit und der Tierwelt ausrotten, werden freigelassen.

In den USA gibt es nur noch wenige menschliche Siedlungen, die mit den Möglichkeiten der untergegangenen Zivilisation gesichert sind. Weiterlesen

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Richard Dübell: Der Jahrhunderttraum

Im Jahrhundert der Industrialisierung schien plötzlich alles möglich. 1891 sind die ersten Flugpioniere unterwegs und Levin von Briest will unbedingt einer von ihnen werden. Sein älterer Bruder Otto strebt zwar ein Ingenieurstudium an, hat mit der neuen Technik aber nur wenig im Sinn. Ihn treibt es eher in das Detektivbüro von Edgar Trönicke, der den Tod seiner Großeltern aufklären soll. Die sind bei einem Zugunglück in der Schweiz umgekommen, aber war es wirklich ein Unglück oder war es Sabotage? Otto ist fasziniert von der Arbeit Edgars und von dessen Schreibkraft. Die jüngste der Geschwister, Amalie, scheint sich in ihr Leben zu fügen. Endlich hat sie eine Freundin gefunden, doch die große Liebe scheint auf sich warten zu lassen – oder hat sie sie doch schon gefunden. Weiterlesen

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Andreas Stichmann: Die Entführung des Optimisten Sydney Seapunk

Man fragt sich, worauf genau dieses Buch eigentlich hinauswill und steht am Ende der Lektüre ratlos da.

Ort des Geschehens ist ein früherer Hippie-Bauernhof namens Sonnenhof, auf dem heute noch einige wenige Behinderte wohnen. Sie werden von dem 39-jährigen Ramafelene, seiner pessimistischen Mutter Ingrid und der 17-jährigen Bianca betreut, die auf dem Hof Sozialstunden ableistet. Ramafelene verliebt sich in Bianca.

Soweit so dumpf, aber beschaulich. Man ist zwar nicht glücklich, kommt aber mehr schlecht als recht über die Runden.

Unruhe bringt ein schwerreicher Spinner namens David in den Laden. Er infiltriert die Sonnenhof-Bewohner nicht nur mit abstrusen Theorien zur Linderung des Hungers auf der Welt, sondern möchte seinem Bruder auch vier Millionen Euro durch seine eigene fingierte Entführung abpressen. Der Plan scheitert grandios und hat einige sehr unschöne Folgen. Weiterlesen

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Andrew Clover: Das große Glück tanzt auf den kleinen Wellen

Was wäre gewesen, wenn Lucy damals Hugh nicht im Stich gelassen und nicht Simon geheiratet hätte? Diese Fragen stellt Andrew Clover im Roman „Das große Glück tanzt auf den kleinen Wellen“. – Ein passender Titel, denn Simon ist Kitesurfer.

Lucy, Mutter von zwei kleinen Kindern, verunglückt bei einem Autounfall. Während sie halb tot, halb lebendig in dem Autowrack liegt, zieht ihr Leben vorbei: Szenen ihrer Kindheit und Jugend, der Liebe zu Hugh, der sich später das Leben nahm, und zu Simon. Weiterlesen

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Andrew Bannister: Die Spin-Trilogie 01: Die Maschine

Willkommen im Spin, einer künstlichen Region im All, den eine verschollene Superrasse einst geschaffen hat. Um 21 Sonnen kreisen nicht weniger als 89 bewohnbare Planeten, die jetzigen Bewohner des Spins sind fast schon verzweifelt auf der Suche nach Überbleibseln der legendären Erbauer – auch wenn sie diese, zumeist gar nicht verstehen. Dabei ist ihnen jedes Mittel recht – die technologisch ganz unterschiedlich weit entwickelten Reiche scheuen sich auch nicht davor, mit dreckigen Atombomben ganze Planeten umzugestalten.

Viklun Haas beherrscht nicht nur einen großen Teil des Spins, er hat auch weitreichende Pläne. Pläne, in denen seine aufmüpfige Tochter keine Rolle spielt. Fleare selbst hat sich lange von ihrem Vater losgesagt, hat sich anfänglich aus Trotz, später aus Überzeugung den Rebellen der Anderen Gesellschaft angeschlossen. Weiterlesen

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Shawn Vestal: Loretta

Loretta beschließt im Alter von vierzehn Jahren, dass sie mehr möchte als Bibelsprüche und Askese. Nachts fährt sie heimlich mit ihrer Freundin zu den einschlägig bekannten Treffpunkten, wo sie mit anderen Jugendlichen Alkohol trinkt, Musik hört und sich verliebt. Als sie von einem ihrer nächtlichen Ausflüge zurückkehrt, wartet ihr Vater in ihrem Zimmer auf sie. Natürlich ist der Ruf der streng gläubigen Mormonen-Familie in Gefahr und ein schnelles Handeln erforderlich.

Loretta wird die zweite Ehefrau von Dean, der bereits mit seiner ersten Frau Ruth Kinder hat. Ihr neues Leben entwickelt sich zu einem Alptraum und einer endlosen Strafe. Harte körperliche Arbeit, ein liebloses Zuhause, keine Schule, keine Ausbildung und nach ihrem sechzehnten Geburtstag regelmäßig Sex mit Dean, ihrem wesentlich älteren, dicken Ehemann. Weiterlesen

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