Stuart Nadler: Die Unzertrennlichen

In der Werbung dieses Buches steht, dass das ein hochkomisch geschriebener Roman sei. Das wundert mich ein wenig, denn eine komische Seite habe ich bei dieser Geschichte über drei Frauen, Oma, Mutter und Tochter mit dem Hausnamen „Olyphant“ (erinnert mich irgendwie an Otto), eher nicht gefunden. Wenn überhaupt, ist es eine Tragikomödie mit den typischen Merkmalen unserer Zeit und insofern ist es ein Gesellschaftsroman:  Prüderie, Mobbing, Verklemmtheit, Betrug, etc…und deshalb ist klar, wir befinden uns in den Staaten. Genauer in Bosten!  Kurz zur Geschichte: „Oma“ Henrietta hat in den Siebzigern ein »Handbuch für Besucher des weiblichen Körpers« geschrieben, dass quasi wie eine Art Porno die Runde machte, hoch erfolgreich war und mit detailgetreuen Abbildungen der weiblichen Geschlechtsmerkmale glänzte.

Ihr Mann hat mit einem erfolglosen Restaurant das mit dem Roman verdiente Geld pulverisiert. Er hat seine Niederlage nicht verwunden und Henrietta ist nun Witwe. Weiterlesen

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Kat Howard: Schatten der Magie

Im New York, wie wir es kennen, existiert eine Parallelwelt, die Unsichtbare Welt. In ihr tummeln sich einige Magier, die ein kompliziertes Machtsystem zwischen sich aufrechterhalten. Etwa alle 20 Jahre kämpfen sie mit magischen Duellen um die Vorherrschaft über die Unsichtbare Welt. Diesmal hat auch die junge Frau Sydney einen Weg ins Duell gefunden und ihre Beweggründe sind nicht nur positiv. Ein Sieg von Sydney könnte die komplette Unsichtbare Welt in Erschütterungen versetzen. Keiner ahnt, dass Sydney im gefährlichen Haus der Schatten groß geworden ist.

Wer bei Kat Howard eine Geschichte à la Harry Potter erwartet, wird definitiv enttäuscht sein. „Schatten der Magie“ ist eine Art politisch angehauchtes Buch über Magie. Die Magier leben in der so genannten Unsichtbaren Welt, verborgen vor den Augen der normal sterblichen Menschen. Soweit die Gemeinsamkeit mit Harry Potter. Weiterlesen

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Hayley Long: Der nächstferne Ort

Der nächstferne Ort, das ist ein Ort, an den sich Dylan zurückzieht, um der Wirklichkeit zu entkommen. Es sind Erinnerungsorte, an denen er etwas Schönes erlebt hat: die sonderbare Abgeschiedenheit im Inneren eines riesigen hohlen Baums mitten in einem Park, der erste Kuss auf einer Treppe und Matilda, überhaupt immer wieder Matilda, in die er mächtig verliebt ist. Seit dem Autounfall flüchtet Dylan oft an den nächstfernen Ort. Er kann es nicht begreifen: In einem Moment ist die Welt noch in Ordnung, er und sein jüngerer Bruder Griff sind mit ihren Eltern im Auto unterwegs, es ist schrecklich heiß, ihre Mutter ist ihnen peinlich, weil sie einen Radiosong laut mitsingt und dazu auf dem Sitz tanzt – und im nächsten Moment ist alles anders. Vom vorausfahrenden Autotransporter löst sich ein Kleinwagen und kracht auf das Fahrzeug der Taylors. Ausgerechnet an Griffs dreizehntem Geburtstag.

Dylan verspricht Griff, ihm zu helfen, den Verlust seiner Familie zu verarbeiten. Er passt auf Griff auf und weicht nicht von seiner Seite, außer manchmal, um an den nächstfernen Ort zu gelangen. Weiterlesen

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Robert Jackson Bennett: Die Stadt der träumenden Kinder

„Es ist ungerecht, dass Menschen, die wir lieben sterben und uns allein zurücklassen. Aber noch ungerechter ist, dass sie niemals ganz von uns gehen.“ (Seite 401)

Einst, so lange ist es noch nicht her, stürzten sie ihre auf Erden wandelnden Götter. Die Rede ist vom Kaj und der Säuberung, wie der Göttermord inzwischen genannt wird. Schwarzes Blei, die einzige Waffe, die gegen Götter wirkt, war der Schlüssel zur Befreiung des Kontinents. Sigrud je Harkvaldsson hat damals daran ebensowenig teil, wie seine Freundin, Vorgesetzte und Politikerin Shara Komayd. Später aber wurden sie als Agenten in Dienst des Kontinents in die Auseinandersetzungen mit göttlichen Relikten und den wenigen, versteckten Göttern verwickelt – in einer sehr direkten Art und Weise. Damals sorgte Sigrud höchstselbst für das Ableben zweier der letzten verbliebenen Götter. Doch auch das ist lange her. Weiterlesen

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A.J. Finn: The Woman in the Window, gelesen von Nina Kunzendorf

Anna Fox lebt in New York. Allein. Ihre Familie ist „abwesend“. Sie fotografiert. Sie kann das Haus nicht verlassen. Aber nicht ein Beinbruch hindert sie daran, wie in dem nicht zufällig ähnlich klingenden Klassiker-Film, sondern ihre Angst. Sie hat sich eingerichtet, verbringt viel Zeit im Internet und geht dort sogar ihrem Beruf als Psychologin nach. Nachbarn kommen und gehen und sie lernt eine der neuen Nachbarinnen kennen. Man trifft sich, man unterhält sich, dann eines Nachts beobachtet Anna, wie die Nachbarin ermordet wird. Sie ruft die Polizei. Aber es gab keinen Mord, bloß sieht die neu Nachbarin überhaupt nicht so aus, wie Anna sie kennengelernt hat, es ist eine ganz andere Frau. Wer war bei Anna, oder hat sie sich den Besuch nur eingebildet. Niemand glaubt ihr, fast verliert sie den Glauben an sich selbst.

Was für ein Ritt durch die Psyche. Stück für Stück enthüllt sich die Wahrheit ebenso wie der Grund für Annas Angststörung. Von der ersten Minute an superspannend, entfaltet das Hörbuch einen Sog, dem man sich als Zuhörer kaum entziehen kann. Das liegt unter anderem an Nina Kunzendorf, die Anna eine tolle Stimme gibt. Mal ängstlich, mal trotzig, mal zweifelnd, aber immer Anna. Weiterlesen

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Sarah Schmidt: Seht, was ich getan habe

Massachusetts, 1892: „Vater ist tot!“ Mit diesen Worten rüttelt die Junggesellin Lizzie eine ganze Gemeinde wach. Ihr Vater liegt tot im Wohnzimmer, die Stiefmutter gleichfalls im Obergeschoss. Beide mit einer Axt umgebracht. Lizzie selbst hat nur diffuse Erinnerungen an den Morgen. Das ist natürlich nicht das beste Alibi. Doch auch ihr Onkel kann nicht nachweisen, wo er zum Tatzeitpunkt war. Und die Tür zum Haus, sonst immer abgeschlossen, war an diesem Morgen offen. Fragen über Fragen.

Gemeinsam mit vier wichtigen Figuren wird das Geschehen rund um den Fall der Familie Borden aufgearbeitet. Die Morde der Bordens zählen mit den zu den bekanntesten Morden Amerikas. Sarah Schmidt arbeitet das Geschehen unterhaltsam auf und hält sich dabei im Wesentlichen an die Fakten. Die Ereignisse sind sehr spannend zu lesen. Erzählt werden sie aus der Sicht der Schwestern Lizzie und Emma, beide in ihren Dreißigern, aber im Wesentlichen noch zu Hause lebend. Weiterlesen

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Donal Ryan: Die Lieben der Melody Shee

Melody Shee ist schwanger. Doch nicht von ihrem Mann Pat, sondern vom 17jährigen Martin Toppy, der zu den Travellern, zum fahrenden Volk, gehört und dem sie Lesen beibringen sollte. Eine Racheaktion, eine Trotzreaktion, ein weiterer Tiefschlag von Melody gegen Pat und gleichzeitig ein verzweifelter Versuch, geliebt zu werden und zu lieben.

Denn ihre Ehe ist zerrüttet, gegenseitige Verletzungen sind an der Tagesordnung. Nach zwei (eigentlich sogar drei) Fehlgeburten hat sich Pat ohne Melodys Wissen sterilisieren lassen, weil er verhindern möchte, dass sie durch sein Zutun noch einmal die Schmerzen einer Fehlgeburt erleidet. Für Pat ein notwendiger, logischer Schritt, für Melody ein schlimmer Verrat, auch weil sie weiß, dass er sie mit Prostituierten betrogen hat. Die Situation verschärft sich. Aus der fast symbiotischen Liebe, aus dem Aneinanderhängen seit der Teenagerzeit, das schon immer mit Sticheleien verbunden war, wird ein Krieg, der mit allen Mitteln geführt wird und der beide mit unzähligen Blessuren zurücklässt. Pat zieht zu seinen Eltern, nachdem ihm Melody weisgemacht hat, dass die Schwangerschaft die Folge eines One-Night-Stands mit einer Internetbekanntschaft ist. Es dauert nicht lange, bis im Ort die Gerüchteküche brodelt und Melody die Auswirkungen ihres Handelns zu spüren bekommt. Weiterlesen

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Jesper Juul: Leitwölfe sein: Liebevolle Führung in der Familie

Wieso Wölfe, werden Sie sich beim Lesen des Titels vermutlich fragen. Wölfe, das klingt zunächst nach Alphatier und Aggression. Doch Jesper Juul beantwortet die Frage direkt zu Beginn durchaus plausibel: „Es ist für sie eine Überlebensfrage, ihrer Gruppe gut funktionierende Anführer zu sein und sie zusammenzuhalten. Ich denke, der Schlüssel für erfolgreiche Familien heißt bei Menschen wie Wölfen: Beziehung und Vertrauen.“ (Seite 18) Eltern sollen ihre Kinder führen, sprich klar sagen was sie wollen und was nicht. Besonders Frauen tun sich, laut Jesper Juul, mit dieser Aufgabe als Leitwolf jedoch schwer – viel schwerer als die Männer. Er ermutigt sie, ihr „wahres Selbst“ (Seite 77) zu entdecken und dabei die Angst zu bewältigen, als egozentrisch abgestempelt zu werden. Nur wenn sie „ihre persönlichen Grenzen und Bedürfnisse definieren (…) werden sie in der Lage sein, gesunde Beziehungen zu ihren Kindern aufzubauen, die im Gegenzug ebenfalls wachsen und gedeihen können durch die zusätzliche Unabhängigkeit (die Jungen) und durch ein gutes, verlässliches Vorbild (die Mädchen).“ (Seite 83) Weiterlesen

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Eyal Megged: Oschralien

Der israelische Schriftsteller und Journalist Eyal Megged (Jahrgang 1948) schreibt Gedichte, Kolumnen und Romane. Auf Deutsch erschienen seine Romane „Sansibar, einfach“ (2005) und „Unter den Lebenden“ (2015). Im Mai 2018 veröffentlichte der Berlin Verlag den Roman „Oschralien“ in einer Übersetzung von Ruth Achlama.

Hillel, ein israelischer Musiker und Komponist, ist nach dreißig Jahren von seiner Ehefrau Alice, ebenfalls Musikerin, verlassen worden. Seit acht Jahren trauert er dieser Beziehung, oder sollte man besser sagen Obsession, nach. Unglücklich und depressiv geht er Affären mit anderen Frauen ein. Seine Gedanken und Gefühle kreisen jedoch unablässig um Alice, die mit einem jungen italienischen Dirigenten liiert ist. Einzig sein Kater Purcell scheint Hillel wichtig zu sein. Bei dem Besuch einer griechischen Insel lernt er Anat kennen. Sie beginnen eine leidenschaftliche Beziehung, Anat wird schwanger und trennt sich von Hillel, der weder Frau noch Kind will. Weiterlesen

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Hanna Kuhlmann: Nacht der Diebe

Das Leben, das Überleben in den Elendsvierteln der Stadt ist nicht einfach – zumal, wenn man wie der junge Shivari über wenig magisches Talent verfügt. Dennoch, oder gerade deshalb versucht Shivari es verzweifelt, von einer der Diebesgilden der Stadt aufgenommen zu werden. Dann geht, ausgerechnet bei seiner entscheidenden Prüfung als Dieb wirklich alles schief. Zwar gelingt es ihm, die magischen Schutzrunen auszuschalten und in das Gebäude einzudringen, dort aber wartet bereits ein dunkler Schatten mit einem scharfen Schwert auf ihn.

Zwar gelingt ihm die Flucht, doch er wurde schwer verwundet. Endlich, eigentlich wohl das erste Mal in seinem Leben, hat der Junge Glück. Ein Fremder hilft ihn, flickt ihn zusammen und päppelt ihn auf. Dass dieser ihm zunächst unbemerkt, weit mehr vermacht, als nur ein Bett und eine Heilung, wird erst später deutlich. Der Gott des Wassers höchstselbst sucht einen Nachfolger – und scheint in dem jungen Dieb fündig geworden zu sein. Mit seinen neuen Gaben, der nie verlöschenden Magie und der Zeit, die er spart, weil er nicht mehr schlafen muss, geht Shivari seinen Plan, ein erfolgreicher Dieb zu werden, erneut an. Weiterlesen

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