Daniel Suarez: Delta-V

Die Erde im Jahr 2032: der Milliardär Nathan Joyce ist einer der Männer, die ihre Unternehmungen über die Erde hinaus in den Weltraum ausweiten möchten. Sein Ziel ist es, die Ressourcen auszuschöpfen, die der Asteroid Ryugu beherbergt. Doch die für ein solches Unternehmen erforderlichen Technologien sind noch neu und unerprobt. Daher sucht er im Rahmen eines harten Auswahlprozesses ein Team von Wissenschaftlern und Abenteurern aus, die mit einem Raumschiff zum Ryugu fliegen und dort Rohstoffe abbauen sollen.

Einer der Auserwählten ist der Höhlenforscher James Tighe, der sich schließlich zusammen mit sieben anderen auf die Reise zu dem über 100 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Asteroiden macht. Sie fliegen mit einem extra für diese Mission neu entwickelten Raumschiff und begeben sich auf eine Mission, wie sie die Menschheit bis dahin noch nicht unternommen hat: über einen Zeitraum von vier Jahren sollen die acht Personen beim Ryugu bleiben, dort Rohstoffe abbauen und diese zur Erde schicken.

Das Ganze ist keine leichte Mission, denn vor Ort treten immer wieder Problem auf, die Tighe und seine Gefährten lösen müssen. Die Zweifel, ob sie tatsächlich vier Jahre so fern der Erde werden überleben können, wachsen beständig. Als eines Tages dann auch noch der lebenswichtige Funkkontakt zur Erde abbricht, ist die Verzweiflung groß. Was ist geschehen? Und wie sollen sie jemals wieder zur Erde zurückkehren? Weiterlesen

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Christopher Paolini: Die Gabel, die Hexe und der Wurm: Geschichten aus Alagaësia

Es ist schon einige Zeit her, dass wir Christopher Poalini ins High-Fntasy-Abenteuer folgen durften. Ich erinnere mich noch gut an den Hype, den der Verlag auf der Buchmesse anlässlich der Publikation des ersten Bandes auslöste. Begleitende Merchandise-Artikel, großformatige Werbeplakate, man traute dem Text und Autor zu, an die Erfolge einer J. K. Rowling anzuknüpfen. Wenig verwunderlich, dass auch Hollywood auf den fahrenden Zug aufsprang und den ersten Band verfilmte – auf die weiteren cineastischen Fortsetzungen wartet man aber nach wie vor vergebens.

Anders, als auf der großen Leinwand ging das Kalkül der Herausgeber im Printbereich auf. Paolini eroberte mit den vier Eragon Bänden weltweit die Bestsellerlisten, die Fans waren begeistert und stürmten die Buchhandlungen. Nach vier voluminösen Bänden war die Geschichte um einen Helden, seinen Drachen, um Zwerge und Elfen in sich rund erzählt und zu einem befriedigenden Abschluss gebracht.

Danach blieb es lange ruhig um Christopher Paolini. Man hörte, bis zur Publikation des vorliegenden Buches, nichts mehr von dem Autor was bedauerlich war, denn erzählen konnte und kann er. Nun also entführt er einmal mehr in seine bekannte Welt. Weiterlesen

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Jan Weiler: Kühn hat Hunger, gelesen vom Autor

Kühn hat Hunger. Dieser Titel ist wörtlich zu nehmen, denn Kommissar Martin Kühn macht eine Diät. Und nicht nur irgendeine Diät, sondern die derzeit bei Männern voll im Trend liegende des belgischen Autors Ferdie Caparacq: „Weck die Bestie, du Sau“. Doch die Diät, die ihn bis an seine Belastungsgrenze bringt, ist nicht sein einziges Problem. Sein ehemals bester Freund und Kollege Thomas Steierer will ihm die Aussicht auf eine Beförderung erschweren. Und dann ist da ja schließlich auch noch ein Mord zu klären: Die junge Tänzerin „Nicky“ wird in einer Baugrube in der Nähe eines Campingplatzes aufgefunden.

Das große Thema des dritten Falls von Martin Kühn ist die (unerwiderte) Liebe und (überkommene) Männlichkeitsideale. Aber anders als in den Fällen zuvor, nimmt die polizeiliche Ermittlung einen größeren Raum ein. Was nicht zuletzt der Tatsache geschuldet zu sein scheint, dass einer der Täter selbst Polizist ist. Weiterlesen

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Sophia von Dahlwitz: Die Kunst und das Glück eines Sommers: Ein Paula-Modersohn-Becker-Roman

Ich mag die Bilder von Paula Modersohn-Becker und ich liebe Worpswede. Daher hatte ich mich auf dieses Buch von Sophia von Dahlwitz gefreut. Der Klappentext kündigt es an als „faszinierenden Roman über das Spannungsverhältnis von Kunst und Leben“.

Sophia von Dahlwitz ist das Pseudonym einer, laut Verlagsinfo, erfolgreichen deutschen Autorin. Mir erschließt sich allerdings nicht, warum man einen Roman über eine historische Persönlichkeit unter einem Pseudonym veröffentlicht, warum man als Autorin sich also nicht zu diesem Buch bekennen kann/möchte. Aber sie hatte vermutlich ihre Gründe…

Der Roman greift nur ein kleines Stück aus dem Leben der Malerin heraus, er erzählt von Begebenheiten im Sommer 1900, als sich etliche Kunstschaffende in Worpswede versammeln, darunter eben auch die junge Paula Becker. Zwischen ihr und dem frisch verwitweten Otto Modersohn bahnt sich eine enger werdende Beziehung an, was jedoch mehr von ihm als von ihr ausgeht. Paula selbst wäre auch den Annährungsversuchen des Dichters Rainer Maria Rilke nicht abgeneigt, der sie gleichfalls umwirbt.

Paula Becker kämpft um diese Zeit mit großen finanziellen Schwierigkeiten, ihr Vater kann und will sie nicht mehr unterstützen und drängt sie, einen „vernünftigen“ Beruf zu ergreifen. Gleichzeitig sehnt sich Paula danach, wieder nach Paris zu gehen, um dort zu malen und zu lernen. Weiterlesen

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Dr. Jürgen Todenhöfer: Die große Heuchelei: Wie Politik und Medien unsere Werte verraten

„Die Außenpolitik des Westens beruht auf einer zentralen Lüge: Seine oft terroristischen Militärinterventionen dienen nie der Freiheit und Demokratie, sondern stets ökonomischen und geostrategischen Interessen.“ Das ist die Kernaussage des Buchs „Die große Heuchelei“ von Jürgen Todenhöfer. Und das ist wirklich keine angenehme Botschaft.

Zusammen mit seinem Sohn hat Todenhöfer weltweit Krisengebiete besucht, unbeschreibliche Gräuel gesehen und weit mehr Hintergründe in Erfahrung gebracht, als den meisten von uns bekannt sind. Insbesondere die USA stehen bei ihm in der Kritik als intrigante Machtstrategen, deren brutale militärische Vorgehensweise oft genug nicht zum gewünschten Ziel führt, sondern destabilisierend wirkt und den Terrorismus gar erst hervorgebracht hat. So erklärt Todenhöfer, dass die USA Israel helfen wollten, mit dem Iran und seinem Nuklearprogramm fertig zu werden. Dazu sollten die Syrer dabei unterstützt werden, das Assad-Regime zu stürzen. Tatsächlich aber führte dies dazu, den Iran zu stärken und Russlands Position im Nahen Osten zu verbessern.

In Deutschland ist man nach dem Krieg mit dem sicheren Glauben aufgewachsen, die USA seien „die Guten“ in der Welt. Daran zweifelt wohl so mancher schon seit längerem. Und je mehr man im Buch liest, desto eindeutiger wird, dass es in dieser Welt nicht um Gut oder Böse geht. Weiterlesen

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Leena Lander: Die Gesichter des Meeres

Vor der Küste Irlands spielt sich an Heiligabend im Jahr 1895 eine Tragödie ab: Die finnische Fregatte Palme läuft bei stürmischer See auf eine Sandbank auf und erleidet Schiffbruch. Fünfzehn Männer aus der nahegelegenen Stadt Kingstown (heute Dún Laoghaire) kommen bei der Seenotrettungsaktion ums Leben.

Erzählt wird aus Sicht einer finnischen Schriftstellerin, die für einen Roman Recherchen über das Schiffsunglück der Palme anstellt. Sie kann sich an Erzählungen aus ihrer Kindheit von ihrem Großvater erinnern, der sich zum Zeitpunkt der Havarie auf der Fregatte befand. Außerdem hat sie im Nachlass ihrer Eltern einen Ordner des Großvaters mit Unterlagen des Seeunglücks gefunden, über das in der Familie nie gesprochen wurde. Viele Fragen, die sie dem Verstorbenen nicht mehr stellen kann, stehen nun im Raum. Ihr Ehemann Mikko, ein vor kurzem in Ruhestand getretener Marineoffizier, will sie bei den Recherchen unterstützen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, sichtet die Autorin unter anderem Dokumente in Museen, Aufzeichnungen aus Büchern und alte Zeitungsberichte. Zusätzlich befasst sie sich mit Tagebüchern und Reisebriefen von Kapitänsfrauen aus vergangenen Zeiten. Immer wieder finden sich Einschübe verschiedenster historischer Belege wie einstige Schiffsmeldungen, Auszüge aus dem Lehrbuch der Seefahrt, dem Finnischen Seerecht oder alten Berichten der Irish Times in ihrem Romanprojekt. So ganz nebenbei erfährt man auch von einem  prominenten Zeitzeugen der Havarie, welcher kein anderer als der damals zwölfjährige James Joyce war, der sich später in seinem Roman Ulysses an das Geschehen zurückerinnert. Weiterlesen

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David Ignatius: Quantum Spy: Der Feind im System

… Lassen Sie uns damit anfangen, worum es eigentlich geht, wenn wir über Quanteninformatik sprechen … ein Quantencomputer, falls wir es schaffen, ihn zu konstruieren,“ kann „…Zahlen wesentlich schneller faktorisieren … als ein klassischer Computer. …“ Der „… würde für das Faktorisieren einer fünfzigstelligen Zahl mehr als zehn Millionen Jahre brauchen. Der Quantencomputer dagegen würde das Problem in weniger als einer Sekunde lösen.“ (S. 252)

John Vandel und Li Zian arbeiten in führender Position beim amerikanischen beziehungsweise chinesischen Geheimdienst. Beide haben schon einige Konkurrenzkämpfe innerhalb ihrer Behörden überstanden und glauben an ihre eigene Klugheit und Überlegenheit. Als ein amerikanisches Start-up-Unternehmen glaubt, die nächste Computergeneration, den Quantencomputer, in absehbarer Zeit bauen zu können, befindet sich der chinesische Geheimdienst im Alarmzustand. Zum Glück berichtet ihr Maulwurf beim CIA regelmäßig über den aktuellen Stand der Forschung.

Aber auch John Vandels Abteilung ist besorgt, nachdem sie über einen chinesischen Wissenschaftler von dem Leck in den eigenen Reihen erfährt. Weiterlesen

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Volker Klüpfel & Michael Kobr: DRAUSSEN

Cayenne und Joshua sind Teenager und doch unterscheidet sich ihr Leben maßgeblich von dem anderer Jugendlicher. Von einem Smartphone können sie nur träumen, Fernseher und Spielekonsolen gibt es in ihrer Welt auch nicht. Dafür Eichhörnchen vom Feuer, ständige Wachsamkeit und den täglichen Kampf ums Überleben. Die beiden hausen mit einem Mann namens Stephan in den Wäldern und ziehen regelmäßig von einem Ort zum anderen, um nicht aufzufallen. Zurzeit hat es sie nach Brandenburg in Deutschland verschlagen. Doch eine brenzlige Situation, bei der Cayenne so stark verletzt wird, dass sie ins Krankenhaus muss, zwingt sie auch hier wieder, den liebgewonnenen Wohnwagen auf einem Campingplatz aufzugeben und weiterzuziehen.

„DRAUSSEN“ spielt auf verschiedenen Erzählebenen und an verschiedenen Orten. Man lernt Cayenne, Joshua und Stephan kennen, aber auch einige Politiker und ihre Handlanger, die einen großen Blackout in Deutschland fürchten. Wie das alles zusammenpasst, findet man erst später raus. Weiterlesen

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Daniel O’Malley: Codename Blade – Die übernatürlichen Fälle der Agentin Clements

Das Empire ist in Gefahr. Nun könnte man ja meinen, dass das Britische Weltreich in seiner langen, wechselvollen Historie schon so manches überstanden hat – den Verlust der Kolonien, das Frauenwahlrecht, den Terror der IRA, die EU und die Eiserne Lady – doch seit Jahrhunderten wartet eine größere Gefahr darauf, die Bollwerke des Empires zu stürzen. Übernatürliche Wesen, Bedrohungen und Gefahren suchen die große Insel in der Nordsee heim und bedrohen die Kultur, die ihren Bürgern die Pubs, das Pferde- und Windhundrennen, Kricket und die Clubs beschert hat.

Zum Glück gibt es da eine natürlich höchst geheime Regierungsgesellschaft, Checquy genannt, die sich um die Gefahren kümmert. Seit ihrer Gründung requirieren sie Kinder, die besondere, man könnte getrost übernatürliche Talente offenbaren für sich und schulen sie im Kampf gegen das Böse.

Schon einmal, 1677, mussten diese mit letztem Einsatz auf der Isle of Wight einen Angriff der Belgier zurückgeschlagen. Belgien ist, wie man weiß, ein kleine Nation, die uns Kalorienbomben in Form von Pralinen und Pommes Frittes beschert hat. Was kaum Jemand ahnt ist, dass ausgerechnet in Belgien die Züchter, sie selbst bezeichnen sich als Broederschap, gegründet wurden. Eigentlich forschten die Wissenschaftler nur am ewigen körperlichen Leben – das Ziel haben sie, wie das Meiste, was sie sich vornehmen erreicht – inzwischen rüsten sie Menschen mittels Operationen so auf, dass aus diesen unbezwingbare Krieger werden. Die Chacquy rekrutiert sich aus übernatürlich Begabten, die Broederschap aus Menschen, die technisch-operativ verändert wurden – so kann man das getrost und knapp zusammenfassen. Weiterlesen

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Raymond Chandler: Der große Schlaf (1939)

Es gibt Bücher, die definieren ein Genre neu. Zu ebensolchen gehört der 1939 erstmals veröffentlichte Roman „Der große Schlaf“ des amerikanischen Autors Raymond Chandler. Denn jene „Noir“-Elemente, die uns heute so selbstverständlich in Literatur und Kino begegnen – korrupte Cops, abgebrannte Ermittler, kriminelle Strukturen, die sich auch nach Aufklärung des Falles nicht ausmerzen lassen – wurden durch Autoren wie Chandler erst salonfähig gemacht. Bis dahin ging es im Krimigenre eher übersichtlich zu: In Agatha Christies Landhauskrimis wurden die Guten belohnt, die Bösen bestraft, Ende gut alles gut. Die einsamen Detektive, die im Verbrechersumpf der Großstädte ums harte Überleben kämpfen, kamen in den 20er Jahren in Form von Groschenromanen auf und schafften es nach und nach in die Mainstream-Krimiliteratur. Damit kann man die Verdienste von Chandler gar nicht hoch genug anrechnen. Denn er fügte dem Schwarz-Weiß-Denken von Gut und Böse etliche neue Facetten hinzu. Zudem führte er den lakonischen Witz ein, der noch heute den Ermittlern so selbstverständlich über die Lippen geht.

Zur Story:  Der reiche General Sternwood, durch Öl zu Vermögen gekommen, wird erpresst. Seine beiden Töchter geben dazu reichlich Anlass, schließlich sind sie ständig in Ärger verstrickt. Diesmal sorgen kompromittierende Fotos der jüngeren Carmen für Ärger. Zudem ist der Ehemann der älteren Schwester Vivian auf ungeklärte Weise verschwunden. Privatdetektiv Philip Marlowe soll weiterhelfen. Bald muss sich der gewiefte Schnüffler mit Pornografie, Spielschulden, der Unterwelt von Los Angeles und ebenso verführerischen wie zwielichtigen Frauen auseinandersetzen. Weiterlesen

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