M.R.C. Kasasian: Gower Street Detective 04: Die Geheimnisse der Gaslight Lane

1872 lebte und starb die Familie Garstang in ihrem Anwesen in der Gaslight Lane.

„… Die Garstangs hatten allen Grund anzunehmen, dass ihnen noch ein langes und gesundes Leben bevorstand. Sie hatten keinen Grund zu glauben, dass man sie wie Schweine abschlachten würde.“ (S. 9 E-Book) Mit ihnen starben drei ihrer Bediensteten sowie ihr Patensohn.

1883 geschieht im Haus der Garstangs erneut ein Mord. Dieses Mal trifft es wieder den Hausherrn, allerdings bleiben die Diener verschont. Dies erfahren March Middleton und ihr Patenonkel Sidney Grice, als sie von der Tochter und Erbin des Getöteten aufgesucht werden. Cherry Goodsmile glaubt nicht an die Ermittlungskünste der Polizei. Grice, der als persönlicher Ermittler berühmt ist, erhält von ihr den Auftrag, den Mörder ihres Vaters zu finden. Sidney Grice betrachtet das Besondere an diesem Mord als Herausforderung an seine Intelligenz. Zusammen mit seiner Assistentin March gehen sie den Fragen nach, wie konnte der Mörder in ein abgeschlossenes Gebäude und in ein verriegeltes Schlafzimmer eindringen, um den Hausherrn zu töten? Und wie war es ihm möglich, den Tatort bei abgeschlossenen Fenstern und mit von innen verriegelten Türen zu verlassen? Weiterlesen

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Ava Reed: Die Stille meiner Worte

Seit Hannahs Zwillingsschwester Izzy gestorben ist, schweigt Hannah beharrlich. Sie hat einfach keine Worte für diese Tragödie und kommt sich vor wie ein Fahrrad mit nur einem Reifen. Izzy war immer ihr Halt und ihr Mut. Sie ist für die beiden eingestanden. Jetzt ergreift niemand mehr Partei für Hannah. Ihre Eltern haben noch immer einander, doch Hannah hat niemanden. Ratlos beschließen die Eltern, Hannah auf das Sankt Anna-Internat zu geben, einem Ort, an dem Jugendliche mit traumatischen Erfahrungen in der Natur zur Ruhe kommen können. Hannah kommt sich vor den Kopf gestoßen vor. Jetzt schicken sie sie sogar noch weg!

Ava Reed (ihres Zeichens deutsche Autorin und Jahrgang 1987) ist eine dieser Autorinnen mit Sätzen, die einem im Gedächtnis bleiben. Auch bezüglich Hannah trifft sie den Nagel mehr als einmal auf den Kopf. Bezüglich der Situation mit ihren Eltern konstatiert Hannah: „Ich bin das dritte Rad, das zu viel ist an einem Fahrrad und zu wenig hergibt für ein Auto. Ich bin das Eis in der Antarktis, der Sand in der Wüste […] Ich bin etwas, das schon da ist. Sie brauchen mich nicht.“ (Zitat Kapitel 3) Weiterlesen

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Barbara Kunrath: Geteilt durch zwei

Als die 40-jährige Nadja in einer Radiosendung die Stimme einer Steuerberaterin hört, kann sie ihren Ohren kaum trauen: Die Frau klingt haargenau wie sie und ihre Tochter Lena! Nadja meldet sich bei dem Sender und darf zu Pia Kontakt aufnehmen und tatsächlich stellt sich Pia als ihre Zwillingsschwester heraus. Bei wurde von verschiedenen Familien adoptiert und um ihre leiblichen Eltern ranken sich viele Geheimnisse. Gemeinsam begeben sich die beiden Frauen auf die Suche nach ihren Wurzeln und stellen bald fest, dass es um viel mehr geht als um diese.

Zu Beginn des Romans lernt man eine Nadja kennen, der ein Stück ihrer eigenen Persönlichkeit fehlt. Schon immer fühlte sie sich seltsam leer und auf der Suche nach etwas, ohne genau zu wissen, worum es sich dabei handelt. „Ich war ein Zwilling.“, stellt sie dann bald nach Beginn des Romans fest, „Etwas Halbes. Ein Teil von einem Ganzen. Ich allein war so unvollständig, wie ich mich immer gefühlt hatte.“ (Zitat 2. Kapitel) Man spürt ihre Erleichterung, dass die Suche nach dem Unbekannten mit dem Auftauchen von Pia ein Ende hat. Wobei mir das Finden von Pia fast zu leicht ging. Nadja hört Pia in einer Radiosendung, ruft beim Sender an und darf sie schließlich kontaktieren. Und schwupps, da ist Pia! Weiterlesen

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Susanne Bohne: Das schräge Haus

Sind wir nicht alle ein wenig schräg? Und wäre es nicht schön, wenn es tatsächlich solch liebenswerte und sympathisch versponnene Menschen wie Ella, die Protagonistin dieses märchenhaften Romans, und ihre tief ins Herz blickende Oma gäbe?

Susanne Bohne erzählt uns die Geschichte von Ella, die, während ihre Mutter zu einer Dörrpflaume vertrocknet und ihr Vater zwischen den Stühlen sitzt, meist bei ihrer Großmutter Mina aufwächst. Den größten Teil ihrer Kindheit verbringt sie im Ruhrpott-typischen Schrebergarten von Mina, bis, als Ella acht Jahre alt ist, ein einschneidendes Erlebnis alles verändert.

26 Jahre später arbeitet Ella als psychologische Psychotherapeutin mit den absonderlichsten Patienten. Als da ist zum Beispiel der Herr Holdschick, der sich nicht in seinen Sessel setzen mag, weil er nicht darin sterben will. Herr Holdschick ist 45 Jahre alt. Oder Frau Flädle, die Ella für sich Frau Papillon nennt. Frau Papillon meint, Ella sei von einem Dämon besetzt. Und da ist Herr Oebing, der an Es-geht-mir-gut-Tagen ein Krümelmonster-T-Shirt trägt, To-Do-Listen schreibt und die bei ihm lebende Frau Traurigkeit pflegt und hegt.

Ella ist jetzt 34 und fühlt sich sehr einsam. Ihre Mutter lebt in Symbiose mit Ellas jüngerem Bruder, ihr Vater lebt in Spanien fern von allen Stühlen. Ellas wichtigste Bezugsperson ist immer noch Mina, die inzwischen sehr alt, sehr winzig und sehr durchscheinend geworden ist. Und Ellas beste und einzige Freundin seit Kindertagen Yvonne. Wie Susanne Bohne diese Freundschaft schildert, ist absolut bezaubernd und macht neidisch. Auf diese Schreibkunst und auf solch eine Freundschaft: „Yvonne half so gut wie gegen alles: gegen bockige Campingtische, gegen Läuse und Halsschmerzen, gegen Schlechtwetterfronten, gegen Engelbert und eine Fünf im Sport…“ (S.36) Weiterlesen

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Jeanette Winterson: Frankissstein: Eine Liebesgeschichte

Sommer 1816 am Genfer See: Die Gegend versinkt seit Tagen in anhaltendem Regen. Der Dichter Percy Shelley, seine Frau Mary und deren Stiefschwester verbringen dort gemeinsam mit dem Dichter Lord Byron und dessen Arzt Polidori ihre Zeit. Doch bald beginnt sich die illustre Runde trotz ihrer gelehrten Dispute und geistreichen Unterhaltungen zu langweilen. Nach draußen kann man sich kaum wagen, ohne fortgespült zu werden oder im Matsch zu stecken zu bleiben. So vereinbaren sie, dass jeder eine Geschichte schreibt, die das Übernatürliche zum Inhalt hat, um sich selbst und die anderen damit zu unterhalten. Die meisten nehmen diese Aufgabe weniger ernst, doch Mary Shelley lässt das Thema nicht mehr los. In dieser Situation entsteht ihr Meisterwerk „Frankenstein – Oder: Der moderne Prometheus“, dessen Faszination wir uns bis heute nicht entziehen können. (Wenn Sie nur die Verfilmungen kennen und nicht das Original, kann ich nur sehr empfehlen, es zu lesen.)

Rund zweihundert Jahre später lernt der Arzt Ry Shelley den Wissenschaftler Victor Stein kennen und lieben. Ry ist transgender, hat aber den Schritt von der Frau zum Mann noch nicht komplett vollzogen. In diesem „Sowohl-als-auch“ fühlt er sich gut und Victor, der eigentlich auf Frauen steht, wird auch von Rys diversem „Zustand“ angezogen. Doch manchmal zweifelt Ry an dessen Liebe. Braucht ihn Victor vielleicht nur, weil er ihm als Arzt menschliche Gliedmaßen und andere Teile für seine Forschung über künstliche Intelligenz liefern kann? Weiterlesen

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Cassandra Clare: Die Geheimnisse des Schattenmarktes: Erzählungen

Auf dem Schattenmarkt treffen sich Schattenwelter aller Art – Werwölfe, Feen, Hexenwesen und Vampire – um Zaubertränke, Süßigkeiten, Waffen und geheimnisvolle Gegenstände zu verkaufen. In jeder Stadt gibt es einen Ort, an dem sie nach Anbruch der Dunkelheit ihre Stände aufbauen, Verträge abschließen und sich Geschichten erzählen. Ein Ort, an dem sie sicher sein können. Und um für diese Sicherheit zu garantieren, gilt vor allem eine Regel: Keine Nephilim.

Doch ein ganz bestimmter Nephilim wird trotzdem immer wieder gesehen, auf Schattenmärkten in aller Welt, über eine sehr, sehr lange Zeitspanne hinweg: Bruder Zachariah, ehemals James Carstairs. Im Namen seines längst verstorbenen Parabatai Will Herondale sucht er nach der Lösung eines Rätsels, das ihn seit langer Zeit beschäftigt: Der verschollene Herondale.

Sein Weg wird immer wieder von den größten Legenden der Schattenwelt und der Nephilim begleitet: Magnus Bane, Alec Lightwood, Jace Herondale, Clary Fairchild, die Blackthorn-Familie und viele weitere. Denn auch wenn es den Schattenjägern verboten ist: Irgendwann betritt jeder einmal den Schattenmarkt.

Das Buch ist unterhaltsam und schön, die einzelnen Kurzgeschichten fügen sich durch das Motiv des Schattenmarktes sehr gut aneinander. Weiterlesen

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Kester Grant: Der Hof der Wunder, gelesen von Marie Bierstedt

Paris, 1829: Nina hilft mit ihrer Schwester Azelma in der Taverne ihres Vaters. Sie hat sich an das beschwerliche Leben mit viel Arbeit und wenig Geld gewöhnt. Doch dann verkauft der Vater ihre Schwester an den Tiger, einen einflussreichen Gildenmann, der mit Menschen handelt und sie in Bordells steckt. Für Nina bricht eine Welt zusammen und unter Tränen kommt sie Azelmas Abschiedswunsch nach: Auch sie verlässt den Vater, taucht in der Stadt unter und wird bei der Gilde der Diebe vorstellig. Doch Nina schwört Rache und sinnt darauf, dem mächtigen Tiger zu schaden. Sie will alle Hebel setzen, um ihre Schwester zu retten. Wenn sie sich dafür mit dem mächtigsten Mann der Stadt anlegen muss, dann wird sie dies tun …

Kester Grant beschreibt in ihrem Debütroman ein alternatives Paris, in dem sich mächtige Menschen in Gilden formiert haben. So halten sie die Armen unter sich, rauben, brandschatzen und betreiben Menschenhandel. Nina macht sich durch ihre Schnelligkeit und ihr Talent schnell einen Namen als Katze in der Gilde der Diebe. Das Gildenleben folgt sehr vielen Regeln, die man zu Beginn der Geschichte gemeinsam mit Nina ergründet. Ein wenig schwirrt einem davon schon der Kopf, aber es hält sich noch in Grenzen. Deutlich mehr Probleme hatte ich dann mit dem Lauf der Handlung. Obwohl es sich bei dem im RandomHouse Audio-Verlag um eine gekürzte Ausgabe handelt, hatte die Handlung in meinen Augen immer mal wieder Längen. Weiterlesen

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Claire Adam: Goldkind

Peter und Paul sind 13 Jahre alt und Zwillinge. Mit ihren Eltern Clyde und Joy leben sie auf Trinidad und Tobago. Es ist nicht die allerbeste Wohngegend und vor kurzem wurde bei der Familie bereits eingebrochen. Seitdem herrscht zwischen Clyde und seinem Sohn Paul eine angespannte Stimmung. Denn Paul stellte sich vor den Angreifer und wollte sich zur Wehr setzen und somit alle in Lebensgefahr bringen. Wenige Tage später kommt Paul abends nicht nach Hause. Im Busch ist man zur Dunkelheit in den sicheren eigenen vier Wänden, doch auch um Mitternacht fehlt von dem Jungen jede Spur. Wütend geht Clyde auf die Suche nach seinem Sohn. Doch auch am Morgen ist Paul nicht wiederaufgetaucht.

„Goldkind“ ist die Geschichte einer Familie, die ganz besonderen Prüfungen ausgesetzt ist. Als Joy die Zwillinge zur Welt bringt, geht etwas schief. Peter kommt ohne Problem auf die Welt, bei Paul kommt es zu Komplikationen. Das Kind sei möglicherweise nun geistig behindert, so die Ärzte. Und es zeigt sich mit den Jahren tatsächlich, dass Paul besondere Aufmerksamkeit braucht. Er ist langsamer, schreit manchmal unvermittelt und kann nicht so einfach erzogen werden. Peter dagegen ist ein wahres Goldkind. Er bringt vom ersten Tag an die besten Noten mit nach Hause und scheint überdurchschnittlich klug. Die Welt steht ihm offen. Er könnte an jede Universität gehen. Wenn da nicht Paul wäre. Denn Paul braucht Peter, deswegen werden sie in dieselbe Klasse eingeschult, verbringen viel Zeit zusammen. Weiterlesen

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P.M. Freestone: Shadowscent 01: Die Blume der Finsternis

Die 17-jährige Rakel befindet sich zu einem Tauschhandel in Aphorai, der Hauptstadt Aramteschs, als der Kronprinz Nisai vergiftet wird. Nur ein schnell beschafftes Gegengift wäre seine Rettung. Doch der im Sterben liegende Kaiser verbietet es, dass eine Dufthüterin am Hof arbeitet, die sich mit Düften, Giften und anderen Gerüchen bestens auskennt. Rakel hat seit ihrer Geburt eine sehr feine Nase und nimmt verschiedenste Düfte mit Leichtigkeit wahr, gemeinsam mit Ash, dem Leibwächter des Ersten Prinzen Nisai, muss sie nach einem Gegengift suchen.

P.M. Freestone entwirft eine spannende Fantasy-Welt, in der diejenigen die Macht haben, die eine feine Nase besitzen. Nur ein Schluck kann töten oder das Paradies der Sinne bedeuten. Die Grenze zwischen Gut und Böse ist deshalb fast fließend und eine feine Nase kann das eigene Leben retten. Rakel ist sich ihrer Macht durchaus bewusst, in das Abenteuer mit Ash stolpert sie aber unversehens. Die beiden verbinden bis zu dem Anschlag auf Nisai nichts. Im Gegenteil: Ihre Lebenswelten könnten unterschiedlicher kaum sein. Ash ist schon immer dazu bestimmt, sein Leben für das des Ersten Prinzen zu geben. Es steht als Tattoo in ewiger Tinte auf seiner Haut und er sieht es als seine Berufung an. Rakel lebt eigentlich mit ihrem Vater außerhalb der Großstadt und ist nur manchmal in der Stadt. Ihre Mutter ist seit langem tot und nun geht es auch dem Vater nicht gut. Rakel würde alles tun, um ihn zu retten. Weiterlesen

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Dagmar Hansen: Alle Tage, die wir leben

Matilde, die lieber Tilda genannt wird, fürchtet sich vor ihrem bevorstehenden sechzigsten Geburtstag. Daher sieht sie derzeit ihr gesamtes Leben rabenschwarz. Hinzu kommt, dass sie von ihrem Freund verlassen wird und einen lukrativen Auftraggeber ihres Schreibbüros verliert. Tilda hat weder Mann noch Kinder oder Haustier und offensichtlich auch keinerlei andere Verwandtschaft. Dafür aber zwei herzensgute Freundinnen, mit denen sie sich regelmäßig zum gemeinsamen Kochen trifft.

Tilda, wie gesagt knapp Sechzig, ist seit fast vierzig Jahren Witwe, hat immer noch ihr Hochzeitsfoto an der Wand hängen und redet mit ihrem nach nur dreijähriger Ehe verstorbenen Mann, der ihr in Kölscher Mundart Ratschläge erteilt.

Wegen des Verlusts der einträglichen Aufträge muss sie sich eine neue Einnahmequelle suchen. Sie findet eine Stelle bei einer rüstigen alten Dame, die ihr Leben aufräumen will nach der schwedischen Döstädning-Methode. Das heißt, sich von Ballast trennen, Unerledigtes erledigen, alte Streitigkeiten beilegen und so weiter. Weiterlesen

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