Luisa Neubauer & Alexander Repenning: Vom Ende der Klimakrise: Eine Geschichte unserer Zukunft

Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.    Art 20a, Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Luisa Neubauer, 23, gilt als das deutsche Gesicht der Fridays for Future-Bewegung. Sie wird auch immer wieder als die deutsche Greta Thunberg bezeichnet. Luisa Neubauer studiert Geographie.

Alexander Repenning, 30, ist Soziologe und arbeitet u.a. für die Right Livelihood Foundation, den Alternativen Nobelpreis.

Die beiden haben, wie der Deutschlandfunk es nennt, das „Manifest der Fridays for Future-Bewegung“ geschrieben. Sie klagen an in diesem Buch, sie mahnen, sie sind wütend und sie finden deutliche Worte. Aber sie führen auch nüchterne, gut recherchierte, fundierte Fakten an. Und vor allem vermeiden sie übergroßen Pessimismus, allerdings ebenso den unangebrachten Optimismus. Sie bezeichnen sich selbst als Possibilisten. Ein Possibilist sieht Möglichkeiten. Es liegt an jedem selbst, ob sie verwirklicht werden.

Und daher erklärt sich auch der Titel ihres Buches. Sie sehen die Möglichkeiten, die wir noch haben, ein Ende der Klimakrise zu erreichen. Aber wir müssen handeln. Jetzt.

„Wir sind die Ersten, die die Klimakrise zu spüren bekommen und die Letzten, die noch etwas ändern können“, sagt Luisa Neubauer. Weiterlesen

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Martina Kempff: Messer, Gabel, Kehr und Mord

Die Eifel ist ganz offensichtlich ein ziemlich gefährliches Pflaster. Oder besser Waldboden. Wenn man es an den vielen Krimis misst, die in der Eifel angesiedelt sind. Als Tatort scheint sich die Region bestens zu eignen.

Martina Kempff legt mit diesem Buch ihren zehnten Eifelkrimi um die Hobbygastwirtin und Hobbyermittlerin Katja Klein vor. Für mich war es der erste Roman, den ich von dieser Autorin gelesen habe. Und ein bisschen war es, wie wenn man auf einer Party der einzige Gast ist, der niemanden der Anwesenden kennt, während alle anderen schon lange sehr gute Bekannte sind.

Katja Klein führt mit Unterstützung von einigen Mitarbeitern, die auch ihre Freunde sind, in dem winzigen Örtchen Kehr ihre Gaststätte. Diese liegt exakt an der Grenze zwischen Deutschland und Belgien an einer Bundesstraße. Die Wirtschaft liegt auf der deutschen, Katjas Wohnhaus auf der belgischen Seite der Straße.

An einem heißen Sommerabend sitzen Katja und ihre Freunde vor der Gaststätte, als ein Auto vor ihnen scharf bremst.  Ein in eine Decke gewickelter Körper wird aus dem Wagen geworfen, das Auto fährt mit quietschenden Reifen weiter. Bevor die Augenzeugen irgendetwas unternehmen können, wird der Körper von einem zweiten Wagen abtransportiert. Wenig später wird einer der Wagen zerstört im Straßengraben gefunden, im Auto ein Toter. Weiterlesen

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Valérie Perrin: Unter den hundertjährigen Linden

Eine Frau lebt auf einem Friedhof, sie ist dort Friedhofswärterin. Sie ist genügsam, schweigsam, einsam. Violette Toussaints kennt alle Gräber auf „ihrem“ Friedhof, sie besucht täglich „ihre“ Toten, sie versorgt sogar, wenn die Angehörigen verhindert sind, die Blumen auf den Gräbern. Und sie hört zu, sie hört den vielen Besuchern zu, die zu ihr kommen, mit ihr Tee trinken und ihre Geschichten erzählen.

Violette ist mittleren Alters und lebt allein, seit ihr Mann vor vielen Jahren spurlos verschwand. Er ging einfach fort und sie hat seither nie wieder von ihm gehört. Sie weint ihm keine Träne nach, er hat sie schlecht behandelt. Sie hat ihn kennengelernt, als sie noch minderjährig war. Violette wuchs in einem Waisenhaus auf und für sie war Philippe Toussaints nicht nur der Mann ihre Träume, sondern auch die Erlösung aus dem Waisenhaus. Als sie schwanger wurde, zogen sie auf ein winziges Dorf und wurden Schrankenwärter.

Und nun ist Violette Friedhofswärterin. Sie begegnet vielen Menschen, darunter auch dem Kommissar Julien Seul, dessen Mutter neben einem Mann, der auf Violettes Friedhof liegt und von dem Julien nie zuvor gehört hatte, begraben werden möchte. Im Laufe der Zeit, während Julien und Violette die Geschichte seiner Mutter in deren Tagebuch lesen, kommen die beiden sich näher. Weiterlesen

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Lea Streisand: Hufeland, Ecke Bötzow

Es war ganz eindeutig der Titel, der mich neugierig machte auf dieses Buch. Von der Autorin hatte ich vorher noch nicht gehört, geschweige denn, etwas gelesen.

Lea Streisand ist 1979 in Berlin zur Welt gekommen, in Ostberlin wohlgemerkt. Der Roman ist, so vermute ich mal, stark von ihren eigenen Erlebnissen beeinflusst, angereichert mit Erfundenem.

Sie erzählt von einer Kindheit in der DDR, vom Schulalltag, von Kinderspielen in dunklen Hinterhöfen und auf hohen Dächern, von Freundschaft und von Geheimnissen der Erwachsenen. Und selbstverständlich vom Mauerfall und dem Ende der DDR.

Die Handlung spannt sich von 1986, kurz vor der Einschulung der kleinen Franzi, der Ich-Erzählerin des Romans, bis zu ihrem Erwachsenwerden.

Die Autorin richtet den Blick nicht auf die großen Namen der Geschichte, stellt nicht die national bedeutenden Ereignisse in den Mittelpunkt. Die in ihrem Roman auftretenden Menschen haben mit ihrem eigenen, kleinen Alltag zu tun. Zuerst mit dem Mangel und den Verhältnissen in der DDR, später mit den Veränderungen, die sie nicht aufhalten können, aber verkraften müssen. Weiterlesen

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Cecelia Ahern: Postscript – Was ich dir noch sagen möchte

Mit Postscript legt Cecelia Ahern das Sequel zu ihrem großen Besteller P.S. Ich liebe Dich vor. Die Fortsetzung der Geschichte von Holly, deren Mann ihr, als er an einer schweren Krankheit starb, Briefe hinterlassen hatte. Diese Briefe sollten sie auf ihrem Weg in ein Leben ohne ihn begleiten.

Seit den Geschehnissen in P.S. Ich liebe Dich sind sieben Jahre vergangen. Nachdem Holly mit ihrer Schwester einen Podcast aufgezeichnet hat, in dem sie von ihrem verstorbenen Mann und diesen Briefen erzählt, wenden sich andere Menschen an sie mit der Bitte, ihnen bei ähnlichen Briefen zu helfen. Diese Menschen sind todkrank und wissen, dass sie nicht mehr lange zu leben haben. Sie gründen den „P.S. Ich liebe Dich – Club“ und möchten, dass Holly sie dabei unterstützt, für ihre Verwandten und Freunde etwas zu hinterlassen, Briefe, Geschenke, Erinnerungen.

Holly verweigert sich dem, sie hat große Angst, dadurch in die Zeit kurz nach dem Tod ihres Mannes zurückkatapultiert zu werden, all den Schmerz und die Trauer erneut zu erleben. Sie hat inzwischen eine neue Beziehung und plant, mit diesem Mann zusammenzuziehen. Er und auch ihre Schwester raten ihr dringend davon ab, sich in diesen Club hineinziehen zu lassen. Weiterlesen

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Kate Roseland: Mr. Hicks feiert Weihnachten

Das perfekte Buch, um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Dazu trägt natürlich auch die Aufmachung bei, das Cover und die Gestaltung dieses kleinen Buches allein versetzen die Leserin schon in das vorweihnachtliche London.

Fast ein wenig wie ein Märchen wirkt die Geschichte von Mr. Mortimer Hicks, ein alter, etwas griesgrämiger Witwer, der mich ein bisschen an den Mann namens Ove erinnert hat. Mr. Hicks hat einen festen Tagesablauf, der vor allem dafür gut ist, dass er seine Tage irgendwie herumbekommt, ohne zu merken, wie einsam er ist. Seine Nachbarin auf der einen Seite ist eine aufdringliche Klatschbase, der er möglichst aus dem Weg geht. Auf der anderen Seite lebt eine alleinerziehende Mutter, die eines Tages seine Hilfe als Babysitter in Anspruch nehmen muss.

Als dann auch noch in der Wäscherei seines Vertrauens seine Hemden mit den quietschbunten Blusen einer ihm fremden Dame vertauscht werden und dazu noch eine streunende Katze bei ihm einzieht, ist es mit seiner Ruhe endgültig vorbei. Weiterlesen

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Dani Atkins: Sag ihr, ich war bei den Sternen

Eine typische Dani Atkins: viel Herz und Schmerz, viel Liebe und Leid. Und sooo schön. Ja, ich gestehe, ich mag solche Bücher, die man herrlich an einem verregneten Sonntagnachmittag verschlingen kann. Sicher, mit „Literatur“ hat das nichts zu tun, es trieft von Schmalz und alle Handelnden sind schön und gut. Aber wenn ein Buch so gut geschrieben ist, dass man es schon nach fünf Seiten nicht mehr aus den Händen legen mag, solange, bis man zum Wort Ende auf der letzten Seite kommt, dann darf man das auch zugestehen.

In diesem Roman von Dani Atkins geht es um die junge, schwangere Maddie, die wenige Tage vor ihrer Hochzeit mit dem gutaussehenden und erfolgreichen Ryan einen schweren Unfall hat und ins Koma fällt. Als sie wie durch ein Wunder wieder erwacht, sind nicht, wie sie zuerst annimmt, wenige Wochen seit dem Unfall vergangen, sondern sechs Jahre. Und selbstverständlich ging in dieser Zeit das Leben aller weiter, das ihrer Eltern ebenso wie das von ihrem Verlobten Ryan und auch das von ihrer Tochter. Ja, Maddie hat tatsächlich trotz Koma eine gesunde Tochter zur Welt gebracht, die nun eben schon sechs Jahre alt ist, als Maddie sie kennenlernt. Und hier beginnen die Schwierigkeiten. Mehr soll an dieser Stelle nicht erzählt werden, um die Spannung nicht zu verderben. Weiterlesen

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Michaela Küpper: Der Kinderzug

Ein interessantes Thema hat sich die Autorin für ihr bisher erst zweites Buch vorgenommen. Ein Thema, das zumindest ich bislang noch kaum in Romanen verarbeitet gefunden habe. Es geht im Buch von Michaela Küpper um die sogenannte Kinderlandverschickung während des Zweiten Weltkriegs.

Im Rahmen dieser von oben angeordneten Maßnahmen wurden, erst auf freiwilliger Basis, später dann ohne Wahlfreiheit, die Kinder aus den großen Städten vor den Bombenangriffen in Sicherheit gebracht. Sie wurden, die ganz kleinen mit, die etwas Größeren ohne Mütter in Pflegefamilien auf dem mehr oder weniger sicheren Land untergebracht. Die älteren Kinder wurden klassen- bzw. schulweise „aufs Land verschickt“, dort kamen sie in Jugendherbergen, Zeltlagern oder in leerstehenden Hotels etc. unter, betreut von ihren Lehrern.

In ihrem Roman schildert Michaela Küpper eine solche, wenn auch fiktive, Kinderlandverschickung. Die Mädchenklasse kommt aus dem von Bomben schwer getroffenen Essen und reist, begleitet von ihrer Lehrerin und dem Schuldirektor mit seiner Familie nach Usedom. Dort treffen sie unter anderem auf eine Jungenklasse aus Berlin. Weiterlesen

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Clara Paul (Hrsg.): Der schöne Augenblick – Lektüre zwischen den Jahren

Ein kleines, feines Buch für Liebhaber*innen von Lyrik und Kurzprosa; ein kleines feines Geschenk für alle, bei denen Sie sich vielleicht für etwas bedanken möchten. Und ein kleines feines Buch für Sie selbst, eben für die Zeit zwischen den Jahren, die Zeit, in der wir alle in der Regel ein wenig zur Ruhe kommen, innehalten.

Der schön gestaltete Band umfasst Gedichte und Texte vieler namhafter Autor*innen, so unter anderem Rainer Maria Rilke, Hans Magnus Enzensberger, Hermann Hesse, Max Frisch, Antoine de Saint-Exupéry, Elke Heidenreich oder von Tucholsky, Ringelnatz, Brecht usw..

Gemeinsam ist den Geschichten und Gedichten das Thema Augenblick. Es geht um entscheidende, kritische, unvergessene und unvergessliche, kurz um ganz besondere Augenblicke. Weiterlesen

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Martin Suter: Allmen und der Koi

Wahrscheinlich ist es ein Sakrileg, so etwas zu sagen und wahrscheinlich liegt es einfach an mir. Doch der Roman von Martin Suter hat mich ziemlich gelangweilt. Es ist nicht der erste Allmen-Roman von ihm, den ich lese und andere habe ich in der Verfilmung mit Heino Ferch im Fernsehen gesehen. Was, nebenbei bemerkt, den unerwünschten Effekt hatte, dass ich beim Lesen permanent die Schauspieler aus den Filmen vor mir sah. Etwas, das natürlich nicht unüblich ist, wenn man ein Buch liest, welches verfilmt wurde, oder wie hier Teil einer verfilmten Reihe ist.

Wie auch immer, die Handlung ist schnell erzählt: Allmen, ein, man muss es so sagen, einigermaßen selbstverliebter, ehemals steinreicher Müßiggänger und Inhaber der Detektei Allmen International Inquiries, bekommt den Auftrag, den verschwundenen und immens wertvollen Koi eines auf Ibiza lebenden Musikmanagers zu finden. Mit Hilfe seines Adlatus Carlos gelingt es Allmen im Laufe der 215 Seiten natürlich, das Rätsel zu lösen und den Fisch seinem Besitzer wieder zu verschaffen. Mehr passiert nicht. Weiterlesen

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