Janine Barchas und Isabel Greenberg: Jane Austen: Ihr Leben als Graphic Novel

Einzelne Ausschnitte aus dem Leben der genialen Autorin in interessanten Zeichnungen

Nachdem ich gerade voller Vergnügen die Biografie über Jane Austen aus der Feder von Elsemarie Maletzke lesen durfte, musste ich natürlich auch nach dieser Graphic Novel greifen. Die mir einerseits durchaus auch gefiel, andererseits meiner Meinung nach auch ein paar Nachteile hat.

So hätte ich die in diesen Bildern erzählte Geschichte vermutlich weniger bis gar nicht verstanden, hätte ich eben nicht besagte Biografie kurz vorher gelesen. Das ermöglichte mir, die in den Dialogen genannten Personen zu erkennen und die jeweilige Einordnung.

Denn diese Graphic Novel, so nett die Idee ist, ein Leben auf diese Weise zu schildern, greift eben nur einzelne Episoden heraus. Sie konzentriert sich vor allem auf die Beziehung zwischen Jane und ihrer älteren Schwester Cassandra. Die beiden verband eine innige Liebe, ein immerwährendes Verständnis und ein großer Zusammenhalt. Der, im Falle von Cassandra, noch über Janes Tod hinaus Bestand hatte.

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Bernhard Aichner:  Man sieht nur mit der Schnauze gut

Herzige Geschichten um eine tierische Spürnase

Dieses schmale Büchlein habe ich unter ganz falschen Erwartungen zu lesen begonnen. Das kommt, wenn man sich nicht richtig informiert. Deswegen erwartete ich einen Roman, einen Hundekrimi, einen Kriminalroman mit einem vierbeinigen Schnüffler.

Bekommen habe ich hingegen eine Sammlung launiger Kurzgeschichten, kleine Episoden aus dem Leben eines Polizistinnen-Hundes. Aspro, so sein Name – in Anlehnung an ein in Österreich bekanntes Kopfschmerzmittel – kommt nach dem tödlichen Unfall seines bisherigen Besitzers zu der netten und tierlieben Polizistin und ihrem Mann. Letzterer ist erst so gar nicht angetan von dem neuen Familienmitglied, zumal ein weiteres sich ankündigt, denn besagte Polizistin ist hochschwanger.

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Alexandra Benedict:  Das tödliche Christmas Game

Seichter, unspannender Krimi voller Sentimentalität

Ein neuer Weihnachtskrimi aus der Feder der britischen Autorin. Deren ersten Weihnachtsroman „Mord im Christmas Express“ ich ganz wunderbar fand, da hatte alles gestimmt, Setting, Spannung, Plot, Figuren, Auflösung.

Leider hat das Ganze dann schon beim folgenden Band „Das mörderische Christmas Puzzle“ nicht mehr so hundertprozentig funktioniert, obwohl dort zumindest die Protagonistin wirklich gelungen gezeichnet war.

Nun also, pünktlich zur entsprechenden Jahreszeit, ein neuer Roman. Der mich allerdings so gar nicht erfreuen konnte. Dafür waren der Stil zu sentimental, die Figuren zu flach, die Spannung so gut wie nicht vorhanden und der Krimiplot mühsam und unnötig verwickelt konstruiert.

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Jojo Moyes: Ein ganz besonderer Ort

Eher enttäuschend – dröge und sentimentale Geschichte, neu aufgelegt

Es kommt immer wieder vor – und immer wieder zeigt sich, dass es nicht unbedingt eine gute Idee ist. Die Neuauflage älterer, wenig erfolgreicher Romane, sobald eine Autorin berühmt ist und alle ihre Bücher gekauft werden, ob gut oder schlecht.

Diese Neuerscheinung war zuerst 2004 unter dem Titel „Suzannas Coffee-Shop“ herausgekommen. Die damals titelgebende Suzanna soll, auch laut Klappentext, die Protagonistin des Romans sein. Leider – ein absolutes No Go in einem Roman – tritt die Figur erst auf Seite 85 (!) zum ersten Mal auf.

Vorher muss man sich durch etliche Seiten arbeiten, die aus verschiedenen Perspektiven geschrieben sind, ohne dass man erfährt, in welcher Beziehung die auftretenden Personen zu der angeblichen Protagonistin stehen.

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Hannah Lühmann: Heimat

Erschreckende und auch etwas anstrengende Geschichte um Mütter und Tradwives  

Eine junge Familie zieht aus der Stadt hinaus in eine beschauliche Wohnsiedlung. Jana, mit dem zweiten Kind schwanger, hat – ohne es mit ihrem Mann abzusprechen – unvermittelt ihre Stelle gekündigt und wird so zur „Nur“-Hausfrau und Mutter von Sohn Louis. Ehemann Noah, Lehrer, ist von ihrer Entscheidung nicht begeistert und das nicht nur aus finanziellen Gründen.

Jana ist so nicht ausgelastet, auch wenn sie beständig jammert, wie sehr die Mutterrolle sie belastet, was sie alles zu tun und zu besorgen hat, ohne dass ihr Mann ihr ausreichend helfen würde. Dennoch findet sie Zeit, im Café zu sitzen. Dort lernt sie Karolin kennen, eine Mutter aus der gleichen Siedlung.

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Jill Johnson : Nachtschattengewächse

Stilistisch ist an diesem Roman nicht wirklich etwas auszusetzen, er liest sich recht flüssig, die Beschreibungen sind bildhaft, die Figuren scharf profiliert und das Erzähltempo ziemlich hoch. Dennoch hatte ich Probleme mit der Geschichte, der Plot schien reichlich wirr, die Protagonistin arg überzeichnet und Auflösung sowie Ende nicht so ganz schlüssig.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Ich-Erzählerin Eustacia Amelia Rose, Professorin der Botanik. Momentan ist die Spezialistin für toxische Pflanzen allerdings beurlaubt oder entlassen, das wird nicht so ganz klar, wegen eines Vorfalls im Labor der Universität, für den sie verantwortlich gewesen sein soll. Dieser Vorfall wird immer wieder erwähnt im Laufe der Geschichte, allerdings erst ganz am Ende wird erklärt, was damals geschah.

Wie überhaupt die Handlung durchzogen ist von Andeutungen und Anspielungen auf Vergangenes, was aufgrund der gewählten Ich-Erzählform einigermaßen unrealistisch erscheint, da die Erzählerin die jeweiligen Vorkommnisse, ihre eigenen Erinnerungen und Erlebnisse ja am allerbesten kennt. Weiterlesen

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Elsemarie Maletzke: Jane Austen

Was für ein wunderbares, erfreuliches und erfreuendes Buch, eine Biografie, die sich genauso spannend und so leichtfüßig, aber doch gehaltvoll liest wie die unvergleichlichen Romane von Jane Austen.

Elsemarie Maletzke gelingt es, ein Sachbuch so zu schreiben, dass man meint, einen fesselnden Roman zu lesen. Einen Roman voller sympathischer, natürlicher und vor allem interessanter Figuren.

Nahezu chronologisch erzählt Maletzke von Austens Leben, ein Leben, das im 18. Jahrhundert beginnt und nach nur 42 Jahren im Jahr 1817 endet. In diesem Leben, welches sie nur in wenigen Bereichen selbstbestimmt leben durfte, waren die von ihr verfassten Romane sicher nicht nur Beschäftigung, nicht nur Beweis ihrer genialen schriftstellerischen Fähigkeiten, sondern möglicherweise auch eine Art Flucht aus eben diesem Leben.

Denn Frauen zu dieser Zeit, zumal unverheiratete, hatten wenig Möglichkeiten. Meist verbrachten sie ihr Leben als mehr oder weniger geduldete Tanten, die den Vätern, Brüdern, Schwägern auf der Tasche lagen. Jane Austen blieb ihr Leben lang unverheiratet, wohnte die meiste Zeit zusammen mit ihrer ebenfalls ledigen Schwester Cassandra und ihrer verwitweten Mutter, finanziell unterstützt von ihren älteren Brüdern. Weiterlesen

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Francesca Segal: Entscheidungen auf Tuga

Der erste Band dieser Trilogie über die Menschen auf der abgelegenen Insel Tuga hat mir große Freude bereitet, ich konnte ganz hineintauchen, bekam das Gefühl, Teil der Gemeinschaft zu sein. Die Figuren waren lebendig, liebenswert, voller Marotten, aber auch voller Mitgefühl, Zusammenhalt und Optimismus.

Der Folgeband, der nun erschienen ist, führt dieselben Figuren zusammen, immer noch finden wir auch Charlotte Walker, die Tierärztin wider Willen, dort. Sie war im ersten Band für Forschungen zu Goldmünzenschildkröten nach Tuga gekommen. So jedenfalls der offizielle Anlass. Insgeheim hatte sie nach ihrem Vater gesucht, den sie nie kennengelernt und um den ihre Mutter Lucinda immer ein Geheimnis gemacht hatte.

Das hatte sich im ersten Teil der Geschichte geklärt, die Freude über den gefundenen Vater hielt sich aber in Grenzen. Dennoch war Charlotte auf Tuga geblieben, glücklich verliebt in Levi. Nun aber naht der Schrecken in Gestalt ihrer Mutter, die Mittel und Wege findet, nach Tuga zu kommen, sogar in der Island-closed Zeit (wenn wegen Stürmen keine Schiffe die Insel erreichen können). Die Ankunft der kapriziösen Engländerin sorgt für viel Aufregung, nicht nur für Charlotte. Weiterlesen

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Thomas Montasser: Freitags um fünf

Es sind immer amüsante Romane, die reale Hintergründe mit fiktiven Personen verquicken. Wenn dann noch ein kleines Mädchen auf den waschechten Bundeskanzler trifft, verspricht das Ganze mindestens gute Unterhaltung.

So auch dieser kleine Roman, der davon erzählt, wie Ernst Meister, der Bundeskanzler der Bundesrepublik, gestresst, mit krankem Herz und schwerem Gemüt, sich durch die Tage voller Arbeit, Akten und Aufgaben quält. Bis er eines Tages, weil er an einer ausgeprägten Orientierungsschwäche leidet, versehentlich das Kanzleramt durch eine Seitentür verlässt und dabei einem kleinen Mädchen beim Murmelspiel begegnet.

Die beiden kommen ins Gespräch und verabreden sich für den folgenden Freitag um fünf. Doch Meister erkrankt und muss in die Klinik. Dort erreicht ihn eine Karte des Mädchens mit einer Murmel und Genesungswünschen.

Nun tut der Bundeskanzler, trotz der vielen Termine, Reisen und Debatten, was in seiner Macht steht, um immer freitags um fünf ein paar Minuten Zeit für ein Murmelspiel mit Emma zu haben. Aber immer mal wieder kommt doch etwas dazwischen und mal taucht auch das Kind nicht auf, sehr zu seiner Enttäuschung. Nach und nach erfährt er mehr über Emma, wobei sie viel nicht verrät, nur leise Andeutungen, aus denen er sich einiges zusammenreimt. Weiterlesen

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Claire Parker: Mister Welcome

Der Humor in diesem Roman ist so britisch, dass man meint, die Teetassen klirren und die Times rascheln zu hören. Man fliegt durch diese Geschichte – ich habe tatsächlich eine Nacht durchgelesen, weil ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte.

Dabei fängt es ganz harmlos damit an, dass die neunjährige Trish – die diese wunderbar abgedrehte Geschichte im Rückblick in Ich-Perspektive erzählt – sich ein paar Pence verdienen darf, indem sie der etwas verschrobenen Mrs Carter zur Hand geht. Dafür soll Trish regelmäßig für die ältere Dame deren geliebte Heftromane vom Buchhändler holen und die ausgelesenen zurückbringen. Während das Kind nun diese Aufgabe erfüllt, kommt sie Mrs Carter, die alles über alle in der Siedlung weiß und die von Zeit zu Zeit in ihrer Straße Cupcakes verteilt und dabei die neuesten Neuigkeiten erfährt, immer näher.

Neben vielen im Haus von Mrs Carter lebenden Vögeln wohnt bei ihr auch ein Papagei. Sein richtiger Name tut nichts zu Sache, denn Trish nennt ihn nur Mr. Welcome, denn mit diesem Wort begrüßt er jeden, der das Haus betritt. Trotz all ihrer Bemühungen gelingt es Trish jedoch nicht, ihm weitere Worte beizubringen. Allerdings – und das wird noch eine große Rolle spielen – wiederholt er stets das letzte Wort, das man zu ihm spricht. Weiterlesen

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