Sigri Sandberg & Anders Bache: Polarliebe: Leidenschaftliche Briefe und Geschichten aus dem ewigen Eis

Was haben Robert Peary, Roald Amundsen, Fridtjof Nansen, Peder Pedersen, Lord Hugh Cecil Lowther, Nils Strindberg, Iver Iversen, Ewald Schmutzler und Robert Falcon Scott gemeinsam? Sie alle teilen ihre Leidenschaft für Entdeckungen und Eroberungen, ihre Jagd nach Ruhm und Ehre im ewigen Eis der Polarregionen mit der Liebe zu einer Frau. Manchmal auch zu mehr als einer.

Zugegeben, die meisten der Frauen, mit denen die eingangs genannten Polarforscher und Eisjäger liiert waren, waren mir vor der Lektüre von Sandbergs und Baches Buch nicht bekannt. Wer nun glaubt, es handelt sich bei den Ehefrauen und Geliebten der berühmten Männer um Frauen, die zu Hause sehnsüchtig auf die Rückkehr ihrer Männer warteten, sieht sich getäuscht. Einige von ihnen begleiten die Expeditionen, hielten die Motivation der Gesellschaft hoch, gebaren Kinder in der Polarregion oder zeichneten sich durch eigene herausragende Leistungen aus.

So rückt dieses Buch die Sicht auf die Geschichte gerade und schildert die Polarliebenden als das, was sie waren: gleichberechtigt in jeder Hinsicht. Die Frauen treten aus den Schatten ihrer Männer heraus und erobern sich den Platz an ihrer Seite. Auf der anderen Seite zeigt „Polarliebe“, dass die berühmten Männer keine Heiligen waren.

Jede der insgesamt neun Liebesgeschichten ist in Kapitel eingeteilt und schließt mit einem Epilog. Auszüge aus den (Liebes-)Briefen der Partner, historische Fotografien und Karten illustrieren dieses kurzweilige Sachbuch. Im Anhang finden sich Quellenverzeichnis und Bildnachweis. Die Sachbuchautorin und Journalistin Sigri Sandberg wird bei diesem Buch von Polarexperte Anders Bach unterstützt.

„Polarliebe“ wirft ein realistisches Licht auf die Beziehungen bekannter Polarforscher und weiß mit guter Recherche zu unterhalten.

Sigri Sandberg & Anders Bache: Polarliebe: Leidenschaftliche Briefe und Geschichten aus dem ewigen Eis.
mare Verlag, Oktober 2020.
208 Seiten, Gebundene Ausgabe, 28,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Michael Pick.

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