Jenn Lyons: Drachengesänge 01: Der Untergang der Könige

Höret die Mär von einem Jungen aus den Elendsvierteln Quurs, der auszog, die Götter zu prüfen und die Welt zu retten oder sie zu verdammen. Doch lassen wir doch den jungen, inzwischen zum Manne Gereiften selbst zu Wort kommen. Die Saga beginnt – mehr als passend – in einer Kerkerzelle. Kihrin, so heißt unser unfreiwilliger Erzähler, wartet hier auf seinen schmerzhaften Tod. Bewacht von Klaue, einem Seelenfresser, der dank seiner Fähigkeit, die Gedanken Kihrins zu lesen, all seine magischen Fähigkeiten blockieren kann, vertreiben sich die Beiden, der Eine neugierig, der Andere gezwungenermaßen, die Zeit damit, das Leben des Gefangenen Revue passieren zu lassen.

Abwechselnd berichtet Kihrin selbst, dann wieder sein Kerkermeister, der den Jungen seit Jahrzehnten in unterschiedlichsten Körpern – ja, auch verführerische Frauen waren darunter! – verfolgt hat, von und aus dessen Leben. Während Kihrin selbst seine Jugend unter den Tisch fallen lassen will, nutzt Klaue seine intime Kenntnis der Vorgänge, um uns hier einen so manches Mal nicht gerade vorteilshaften Einblick in das Leben des Jungen zu geben. Aufgewachsen in einem Bordell Quurs, aufgezogen von der Puffmutter und einem Sänger begibt sich der Junge schon bald auf Abwege – sprich, er stiehlt, wenn auch aus noblen Motiven. Dass er eines Tages ein scheinbar verlassenes Haus besucht, in dem gerade eine dunkle Beschwörung eines Dämons stattfindet, bringt die Geschehnisse erst so richtig ins Rollen. Verfolgt von dem Dämon, wird er als Sprössling eines der die Stadt beherrschenden Adelsgeschlechter erkannt und ins Anwesen geholt. Dass seine Freunde dabei von Klaue mitleidlos gemeuchelt werden, dass er sich seinem vorgeblichen sadistischen Vater ohne Freunde stellen muss, erschwert sein Dasein. Weiterlesen

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Cassandra Clare: Die Geheimnisse des Schattenmarktes: Erzählungen

Auf dem Schattenmarkt treffen sich Schattenwelter aller Art – Werwölfe, Feen, Hexenwesen und Vampire – um Zaubertränke, Süßigkeiten, Waffen und geheimnisvolle Gegenstände zu verkaufen. In jeder Stadt gibt es einen Ort, an dem sie nach Anbruch der Dunkelheit ihre Stände aufbauen, Verträge abschließen und sich Geschichten erzählen. Ein Ort, an dem sie sicher sein können. Und um für diese Sicherheit zu garantieren, gilt vor allem eine Regel: Keine Nephilim.

Doch ein ganz bestimmter Nephilim wird trotzdem immer wieder gesehen, auf Schattenmärkten in aller Welt, über eine sehr, sehr lange Zeitspanne hinweg: Bruder Zachariah, ehemals James Carstairs. Im Namen seines längst verstorbenen Parabatai Will Herondale sucht er nach der Lösung eines Rätsels, das ihn seit langer Zeit beschäftigt: Der verschollene Herondale.

Sein Weg wird immer wieder von den größten Legenden der Schattenwelt und der Nephilim begleitet: Magnus Bane, Alec Lightwood, Jace Herondale, Clary Fairchild, die Blackthorn-Familie und viele weitere. Denn auch wenn es den Schattenjägern verboten ist: Irgendwann betritt jeder einmal den Schattenmarkt.

Das Buch ist unterhaltsam und schön, die einzelnen Kurzgeschichten fügen sich durch das Motiv des Schattenmarktes sehr gut aneinander. Weiterlesen

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Tobias O. Meissner: Evil Miss Universe

Dominique ist schlau, einfallsreich, hinterhältig, grandios und hübsch; vor allem hat sie aber keine Skrupel, diese Fähigkeiten zu ihrem eigenen Vorteil einzusetzen. Ihre Ziele sind nicht immer nachvollziehbar, ihre Gedankengänge und logischen Verbindungen übersteigen die Vorstellungskraft eines einfachen Menschen – doch jedem sollte früher oder später bewusst werden, dass sie genial ist.

Superhelden kennt jeder und das immer gleiche Prinzip der Heuchelei um die Aufmerksamkeit der Masse langweilt Dominique. Was läge in ihrer Position also näher, als sich zu einer echten Superschurkin zu entwickeln? Ob sie es auf die britischen Kronjuwelen abgesehen hat, die amerikanischen Banken oder einfach die Wahlen zur Miss Universe gewinnen will – jeder Plan, den Dominique sich in den Kopf setzt, wird mit erschreckendem Einfallsreichtum und beeindruckender Präzision durchgeführt. Vom Tour Montparnasse in Paris aus inszeniert sie sich als Helferin, Retterin und wunderschöner Engel und erst eine Hinterhältigkeit ihres Widersachers Mr. Right – ein amerikanischer Superheld – lässt sie ihre Einstellung zur Welt grundsätzlich ändern. Weiterlesen

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Christopher Paolini: Die Gabel, die Hexe und der Wurm: Geschichten aus Alagaësia

Es ist schon einige Zeit her, dass wir Christopher Poalini ins High-Fntasy-Abenteuer folgen durften. Ich erinnere mich noch gut an den Hype, den der Verlag auf der Buchmesse anlässlich der Publikation des ersten Bandes auslöste. Begleitende Merchandise-Artikel, großformatige Werbeplakate, man traute dem Text und Autor zu, an die Erfolge einer J. K. Rowling anzuknüpfen. Wenig verwunderlich, dass auch Hollywood auf den fahrenden Zug aufsprang und den ersten Band verfilmte – auf die weiteren cineastischen Fortsetzungen wartet man aber nach wie vor vergebens.

Anders, als auf der großen Leinwand ging das Kalkül der Herausgeber im Printbereich auf. Paolini eroberte mit den vier Eragon Bänden weltweit die Bestsellerlisten, die Fans waren begeistert und stürmten die Buchhandlungen. Nach vier voluminösen Bänden war die Geschichte um einen Helden, seinen Drachen, um Zwerge und Elfen in sich rund erzählt und zu einem befriedigenden Abschluss gebracht.

Danach blieb es lange ruhig um Christopher Paolini. Man hörte, bis zur Publikation des vorliegenden Buches, nichts mehr von dem Autor was bedauerlich war, denn erzählen konnte und kann er. Nun also entführt er einmal mehr in seine bekannte Welt. Weiterlesen

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Daniel O’Malley: Codename Blade – Die übernatürlichen Fälle der Agentin Clements

Das Empire ist in Gefahr. Nun könnte man ja meinen, dass das Britische Weltreich in seiner langen, wechselvollen Historie schon so manches überstanden hat – den Verlust der Kolonien, das Frauenwahlrecht, den Terror der IRA, die EU und die Eiserne Lady – doch seit Jahrhunderten wartet eine größere Gefahr darauf, die Bollwerke des Empires zu stürzen. Übernatürliche Wesen, Bedrohungen und Gefahren suchen die große Insel in der Nordsee heim und bedrohen die Kultur, die ihren Bürgern die Pubs, das Pferde- und Windhundrennen, Kricket und die Clubs beschert hat.

Zum Glück gibt es da eine natürlich höchst geheime Regierungsgesellschaft, Checquy genannt, die sich um die Gefahren kümmert. Seit ihrer Gründung requirieren sie Kinder, die besondere, man könnte getrost übernatürliche Talente offenbaren für sich und schulen sie im Kampf gegen das Böse.

Schon einmal, 1677, mussten diese mit letztem Einsatz auf der Isle of Wight einen Angriff der Belgier zurückgeschlagen. Belgien ist, wie man weiß, ein kleine Nation, die uns Kalorienbomben in Form von Pralinen und Pommes Frittes beschert hat. Was kaum Jemand ahnt ist, dass ausgerechnet in Belgien die Züchter, sie selbst bezeichnen sich als Broederschap, gegründet wurden. Eigentlich forschten die Wissenschaftler nur am ewigen körperlichen Leben – das Ziel haben sie, wie das Meiste, was sie sich vornehmen erreicht – inzwischen rüsten sie Menschen mittels Operationen so auf, dass aus diesen unbezwingbare Krieger werden. Die Chacquy rekrutiert sich aus übernatürlich Begabten, die Broederschap aus Menschen, die technisch-operativ verändert wurden – so kann man das getrost und knapp zusammenfassen. Weiterlesen

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Genevieve Cogman: Die Bibliothekare 05: Das tödliche Wort

Irene Winter ist Bibliothekarin. Nun haben wir, wenn wir das Wort Bibliothekarin hören, ein bestimmtes Bild im Kopf. Eine graue Maus mit großer Brille, eher unauffällig und introvertiert, zurückhaltend und ja ich weiß, ein Klischee aber in aller Regel auch unattraktiv. Eine unabhängig vom biologischen Alter alte Jungfer, die ihre Erfüllung zwischen den Zeilen ihrer Lektüre findet.

Kommen wir zurück zu Irene Winter – unserer Bibliothekarin, der wir bereits zum fünften Mal ins Abenteuer folgen. Sie ist so ziemlich, nein eigentlich in Tuto das Gegenteil von dem, was man sich unter einer Bibliothekarin vorstellt. Attraktiv, mutig, anpackend, risikofreudig und wehrhaft, das wären so die ersten Adjektive, die mir da in den Sinn kommen. Dass sie der Bibliothek angehört, einer Institution, die über alle Welten des Multiversums hinweg seltene Bücher sichert, ja man könnte zutreffenderweise auch stiehlt sagen, dass sie als Agentin in diese Welten reist, mit ihrer Sprache belebte wie unbelebte Gegenstände beeinflussen kann und sich auch schon mit Drachen und Elfen angelegt hat, ist bekannt. Dabei hat sie ihren ehemaligen Auszubildenden, einen Prinzen der Drachen, als Liebhaber erkoren, wird von Elfenprinzen angemacht, von Drachen wie Elfen verfolgt, bedrängt, ja tätlich angegriffen. Weiterlesen

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V. E. Schwab: Vicious – Das Böse in uns

Eli und Victor sind Freunde an der Uni. Doch als Eli seine Abschlussarbeit über die EOs, die ExtraOrdinären, schreiben will, verschiebt sich etwas in ihrer Freundschaft. Victor ist von dem Thema nicht sonderlich begeistert. Es soll Menschen geben mit besonderen Fähigkeiten, die heimlich unter ihnen leben. So ein Quatsch! Darüber kann man doch nicht seine Abschlussarbeit schreiben. Doch dann macht Eli eine folgenschwere Entdeckung und der Ehrgeiz der beiden Freunde ist geweckt. Was, wenn sie selbst zu EOs werden könnten?

Victoria Schwab hat mich in den letzten Jahren immer wieder mit ihren „Monsters of Verity“-Büchern begeistert. Hier bewies sie neue Ideen und dass sie spannend eine Geschichte erzählen kann. Auch wenn mich die Story von „Vicious“ nicht ganz so gepackt hat, setzt sie ihrem Können mit dem Roman noch die Krone auf. Denn „Vicious“ ist so spannend, wie ein Roman nur sein kann. Er ist geprägt von schnellen Szenenwechseln. Wird es nur einen Hauch spannend, heißt es plötzlich: Sprung in Ort oder Zeit, wir erfahren Hintergrundinformationen oder andere interessante Dinge. Das führt dazu, dass man unbedingt weiterlesen MUSS und WILL. Um jeden Preis. Weiterlesen

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Christoph Marzi: Mitternacht

Als Nicholas James eines Morgens auf seinem Hausboot wach wird, befindet sich ein ihm fremder Mann in seiner Kajüte. Dabei ist die Tür von innen verschlossen und der Mann dürfte gar nicht hier sein. Dann verschwindet er auch ebenso schnell wie er gekommen ist. Nicholas kümmert sich erstmal nicht weiter um den Zwischenfall. Doch als er dem Fremden erneut begegnet, lässt er nicht locker. Peter Chesterton zeigt ihm schließlich eine völlig neue Welt, in der die Verstorbenen als Geister weiterleben. Doch dies gelingt ihnen nur so lange, wie sich in der Menschenwelt jemand an sie erinnert. Und hier kommt Chesterton ins Spiel: Er trägt die Geschichten der Geister weiter und lässt sie Menschen erinnern, was in der Vergangenheit liegt.

Für mich ist „Mitternacht“ noch mit eins der schlechtesten Marzi-Bücher, um das mal gleich vorneweg zu sagen. Dabei bin ich glühende Verehrerin dieses talentierten Autors. Oftmals sprühen seine Romane vor originellen Ideen gepaart mit einem wiedererkennbaren Schreibstil. Weiterlesen

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Anthony Ryan: Draconis Memoria 03: Das Imperium der Asche

Zum dritten und letzten Mal entführt uns Anthony Ryan nach Mandinorien, einem Reich, das von einem ebenso korrupten, wie allgewaltigen Handels-Syndikat geführt wurde, und das sich auf einen Rohstoff stürzte, den nur und ausschließlich Drachen lieferten – Drachenblut nämlich. Blaue, rote, grüne und schwarze Drachen wurden gnadenlos und effektiv gejagt, um an ihren Lebenssaft zu gelangen, die Drachenjagd und -zucht war ein mehr als lukratives Geschäft. Ein Blutgesegneter, nur einer unter Tausend Menschen, kann durch Einnahme eine der vier Varianten des Produkts, wie das Blut als rare Handelsware genannt wird (blau, rot, schwarz und grün) seine Fähigkeiten weit über das normale Maß heraus steigern. Blau ermöglicht die telepathische Kommunikation, Rot die Freisetzung von Energie auch mittels Maschinen, Schwarz steigert die Konstitution und persönlichen Kräfte und grün verleiht dem Blutgesegneten Konzentration und an Magie grenzende Heilfähigkeiten.

Dumm, dass der legendäre weiße Drache weder ein Mythos war, noch dem Geschehen weiter tatenlos zusehen mochte. Mit einer Armee von Verderbten – Menschen, die mittels der Drachenmagie in willige Helfer der Lindwürmer verwandelt und kräftemäßig aufgewertet wurden – machte dieser sich auf, die Imperien der Menschen zu erobern und zu vernichten. Ganze Drachenhorden brachen von Norden kommend über die Reiche der Menschen herein. Die Chancen der Menschen den Rachefeldzug der Drachen zu überleben tendieren gegen Null. Einzig die Relikte des Tüftlers, eines genialen Erfinders, und der Überbleibsel einer vergessenen Hochkultur, der es vor Urzeiten bereits einmal gelang, den Weißen zu besiegen, bleiben als mehr als spärliche Hoffnung. Weiterlesen

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Sally Green: Kingdoms of Smoke 01: Die Verschwörung von Brigant

Bekannt ist Sally Green manchen deutschen Lesern und Leserinnen von ihrer „Half Bad“-Serie, von der leider nur ein Teil auf Deutsch veröffentlicht wurde. In der neuen Serie wird man in ein fiktives Land geführt, in dem vor allem drei Landschaftsebenen im ständigen Streit miteinander stehen: Calidor, Brigant und Pitoria. Einige Stämme, wie die Abask, sind ihnen fast gänzlich zum Opfer gefallen. Zwischen Brigant und Pitoria soll nun Frieden geschlossen werden und die fast 17-jährige Catherine sieht sich gezwungen, einen pitorianischen Prinzen zu heiraten, den sie nie zuvor gesehen hat. Doch die Allianz bietet der jungen Frau auch Vorteile, denn in Pitoria gelten weitaus lockerere Regeln für Frauen als in ihrer Heimat.

Insgesamt umfasst die Handlung von „Die Verschwörung von Brigant“ das Erlebte von fünf Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist, wie schon erwähnt, Catherine, die Prinzessin von Brigant. Dann gibt es noch ihren Leibwächter Ambrose, der heimlich Gefühle für die Prinzessin hegt. In Pitoria werden die Dämonenjägerin Tash, der uneheliche Sohn des Königs von Calidor, Edyon und March, ein Abask, der ebendiese jungen Mann sucht, begleitet. Durch ist die Handlung sehr abwechslungsreich. Aber nicht alle Figuren wirken gleichsam interessant und gut beschrieben. Vor allem Catherine hat mich direkt genervt. Sie ist, obwohl sie sie behauptet das Gegenteil zu sein, sehr blauäugig und naiv. Ihre Kapitel erinnern stellenweise an einen Drei-Groschen-Roman. Auch Edyon ereilt dieses Schicksal sehr bald. Als dann Ambrose auch noch mehr hormongesteuert als kampfeslustig erschien, war es mir fast zu viel. Weiterlesen

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