Oliver Plaschka: Der Wächter der Winde

Menschen aus unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten kommen in einen Sturm und finden sich danach an einem ganz anderen Ort wieder. Der exzentrische Erfinder Ross erschuf einst jene „Welt unter dem Winde“, um seine Tochter vor der Mutter zu schützen. Doch mittlerweile ist Mira 17 Jahre alt und fühlt sich in dem kleinen von Wind umtosten Stückchen Land eingesperrt. Sie will fliehen und die Welt unter dem Winde hinter sich lassen. Als sie hört, dass mehrere Fremde in ihre Welt gekommen sind, ist sie begeistert. Nur weiß sie nicht, was sie mit der Information anfangen soll, dass sogar ihre eigene Mutter unter den unfreiwilligen Gästen ist.

Oliver Plaschkas Idee zu seinem neusten Roman ist klasse. Er interpretiert Shakespeares Klassiker „Der Sturm“ neu und macht daraus eine ideenreiche Fantasy-Story. Sie ist angereichert mit einer Vielzahl von Figuren und besteht vor allem anfangs aus ebenso vielen Handlungssträngen, die nur sehr dezent miteinander verbunden sind. Viele der Figuren haben Namen und Eigenschaften aus Shakespeares Theaterstück. Weiterlesen

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Cassandra Clare: Queen of Air and Darkness 03: Die dunklen Mächte

Die Welt der Schattenjäger steht kurz vor einem Krieg; Hass und Angst prägen das Leben jedes einzelnen. Der grausame Anführer der Kohorte sieht in diesem Zustand seine Möglichkeit, endlich ungeteilte Macht zu erlangen und schürt die Ängste, wo er nur kann, immer fraglos unterstützt von seinen Anhängern.

Die größeren politischen Zusammenhänge, die die Welt der Schattenjäger ins Chaos zu stürzen drohen, beschäftigen die Familie Blackthorn jedoch nur zweitrangig. Der Tod ihrer Schwester Livvy hat ein Loch in ihre Mitte gerissen und jeder von ihnen versucht auf seine Weise, mit dem Kummer zurechtzukommen. Während alle in tiefer Trauer versinken, scheint Ty, Livvys Zwillingsbruder, kaum betroffen zu sein. Sein Freund Kit vermutet einen von Trauer ausgelösten Schockzustand, bis Ty sich ihm anvertraut: Alle anderen trauern seiner Meinung nach nur, weil sie Livvy aufgegeben haben, aber hat das nicht. Er wird Livvy von den Toten zurückhohlen.

Um seinen Freund nicht zu verletzten, steht Kit Ty bei diesem Vorhaben zur Seite, ohne zu ahnen, wie tief sie beide dadurch in die Welt der dunklen Magie gezogen werden.

Julian und Emma leiden ebenfalls unter Livvys Tod, doch sie müssen sich auch mit anderen Problemen herumschlagen: Der Fluch, der ihre verbotene Liebe bestraft, droht, sich zu manifestieren. Wird Emma den letzten Schritt gehen müssen und die Welt der Schattenjäger für immer aufgeben, um die, die sie liebt, nicht zu verletzen? Weiterlesen

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Arthur Machen: Die drei Häscher (1895)

Arthur Machen gehört zu den, zumindest im Deutschen Sprachraum, unbekanntesten klassischen Phantastik-Autoren. Einzelne Bücher von ihm erschienen in der Bibliothek von Babel (Edition Weitbrecht), bei Suhrkamp und JMB sowie, 1993/1994 publiziert, eine sechsteilige Werksausgabe bei Piper.

Letztere, von Joachim Kalka damals kongenial ins Deutsche übertragene Edition dient als  Grundlage für die längst überfällige Neuedition, die der Elfenbein Verlag nun in drei Jahren schultert. Joachim Kalka steuert neben den Übersetzungen auch bislang unveröffentlichter Texte jeweils ein informatives Nachwort bei, das die Erzählung einordnet und uns den Verfasser näher bringt.

Vorliegend, bei Piper unter „Botschafter des Bösen“ veröffentlicht und nun um eine inhaltlich wunderbar passende Erzählung ergänzt, erwartet den Leser ein als Roman titulierter Text. In eine lose und eigentlich recht uninteressante Rahmenhandlung hat der Autor dabei diverse Erzählungen zusammengefasst und berichtet uns von einer klassischen Goldmünze, die ihrem jeweiligen Besitzer nicht unbedingt Glück und langes Leben verschafft, von einem britischen Gentleman im Wilden Westen, der beinahe massakriert wird, von einem Professor, der dem alten Volk, besser bekannt unter dem Begriff Elf auf der Spur ist und von einem Mann, der um sein medizinisches Leiden zu kurieren, unbeabsichtigt ein Höllengebräu zu sich nimmt … Weiterlesen

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Leigh Bardugo: Thron aus Gold und Asche 01: King of Scars

Nikolai hat es im Leben nicht einfach gehabt – als Bastard des Zaren aufgewachsen, erklomm er überraschend den Thron Ravkas. Dass sein kleines Königreich hoch verschuldet ist und sich eher mühsam durch die Untiefen der Politik laviert macht es für ihn nicht einfacher. Geschickte Diplomatie, fähige Spione und innovative Erfinder sollen sein Reich vor dem Schlimmsten bewahren. Eigentlich sollte Nikolai heiraten, einen Thronerben zeugen und mit der Mitgift die schlimmsten Löcher im Staatshaushalt stopfen. Dumm nur, dass er seit dem Bürgerkrieg etwas in sich hat, etwas Dunkles, etwas Böses. Nachts verwandelt er sich in einen geflügelten Dämon, der auf der Suche nach Blut die Umgebung unsicher macht.

Nicht unbedingt bestes Schwiegersohn-Material für eine bezaubernde Prinzessin und zukünftige Königin denken sie – nun, Nikolai und seine beste Freundin und Wächterin in Personalunion Zoya, versuchen das Schlimmste zu verhindern. Aber sexy ist ein Dämon im Schlafzimmer, der nichts anderes im Sinn hat, als der Holden die Kehle herauszureissen, nun wirklich nicht. Die Besessenheit darf nicht publik werden, sonst ist es mit dem wackligen Frieden im Land vorbei – das ist allen, die Bescheid wissen, mehr als bewusst.

Während Nikolai sich aufmacht, alte Stätten der Magie aufzusuchen, um sich des Dämons zu entledigen, versuchen seine Freunde und Verbündete, das Staatsschiff flott zu halten – doch nur zu bald geht einmal wieder alles schief, was nur schief gehen kann … Weiterlesen

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Kevin Hearne: Die Chronik des Eisernen Druiden 09: Zerschmettert

Der letzte Auftritt unseres Druiden steht an. Atticus O´Sullivan, Owen sein einstiger Lehrmeister und Granuaile, die erste von Atticus ausgebildete Druidin der Neuzeit stemmen sich gegen das Vorhaben Lokis, den Weltenbrand, auch Armageddon genannt, wahr werden zu lassen. Allein, all ihre aufopfernde Mühe ist vergebens – auf der ganzen Welt beginnen die Verbündeten Lokis ihre unheiligen Pläne in die Tat umzusetzen.

Atticus weiß, dass er die Verantwortung für den Untergang der Welt trägt, weiss, dass er nur durch und mittels Verbündeter eine noch so geringe Chance hat, die übermächtigen Horden Lokis, seine Zombiearmee und die Dämonen aus den Höllenreichen aufzuhalten. Doch, wie nur soll ausgerechnet er, der doch so gut wie alle Götter der Pantheons auf die eine oder andere Art gegen sich aufgebracht hat, hier eine schlagkräftige Truppe hinter sich vereinen?

Die Chancen für Gäa stehen wahrlich nicht gut, als Atticus und seine zögernden Verbündeten in ihren letzten Kampf ziehen … Weiterlesen

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Ria Winter: Tal der Toten

Die 18-jährige Inari gehört zum Volk der Lumi. Das Volk wird von den feindlich gesinnten Vivaara bedroht. Deshalb hat es vor einigen Jahren einen Schutzwall errichtet, in dem es seine Toten wieder auferweckt hat. Diese patrouillieren seitdem am Pass, der das Tal von der Außenwelt abschottet. Auch Inaris Vater gehört zu der Patrouille, denn er ist vor einigen Jahren bei einem Unfall gestorben. Mitten im Herbst findet sie plötzlich eines Morgens frische Schneeschellen vor ihrer Hütte. Dann läuft sie ihrem Vater auch noch über den Weg. Er reagiert nicht, starrt nur durch sie hindurch. Doch Inari glaubt fest daran, dass der Körper ihres Vaters nicht nur eine leere Hülle ist.

Ria Winter wurde beim Schreibwettbewerb des Impress Verlags (eBook Imprint des Carlsen Verlags) und tolino in 2018 Dritte. Ihr Buch wird zurzeit nur als eBook vertrieben. Und das ist schon fast schade, da so sicher nicht das komplette Publikum erreicht wird. Denn „Tal der Toten“ ist ein echter Geheimtipp für Fans von tollen Fantasy-Geschichten ohne viel Schnickschnack. Weiterlesen

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Kendare Blake: Der Schwarze Thron 03: Die Kriegerin

Willkommen zurück auf der Insel Fennbirn. Geschützt von einem magischen Nebel leben die Menschen hier, zumindest auf den ersten Blick, ein reiches, behütetes Leben. Dass die Wahl der Königin allerdings durch eine gnadenlose Auswahl erfolgt, weist den Weg. Drei Schwestern machten sich auf, ihre Konkurrentinnen um die Königinnenwürde auszuschalten – endgültig.

Die Giftmischerin Katherine und ihre Verbündeten haben obsiegt, ihren beiden Schwestern sind vermeintlich zumindest, tot. Dass diese sich auf das Festland geflüchtet haben und bereits wieder Pläne schmieden, die Macht auf der Insel doch noch an sich zu reißen, weiss die frisch gekürte Monarchin noch gar nicht, als sich Unruhe in ihrem Reich ausbreitet. Es riecht nach Rebellion, die Zeit der Drillingsköniginnen auf Fennbirn soll zu Ende gehen. Damit nicht genug, rührt sich im schützenden Nebel der Insel etwas Unbekanntes. Schreckgestalten suchen die Insel heim und verbreiten weiteres Unbill und Leichen. Wird Fennbirn untergehen, oder kann die drohende Katastrophe doch noch vermieden werden?

Kendare Blake hatte ihre Saga um den „Schwarzen Thron“ eigentlich ursprünglich auf zwei Bände ausgelegt, die Geschichte schien erzählt. Weiterlesen

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Julia Lange: Blutgesang

In Midea wohnen Einheimische neben dem Volk der Zatarsi, die andersartig und fremd sind, was ein von Misstrauen geprägtes Verhältnis schafft.

Die Zatarsi leben abgeschottet von den anderen Bürgern in ihrem eigenen Viertel, wo ihre eigenen Regeln gelten und ihre eigene Kultur gelebt wird. Nichts ist den Zatarsi so wichtig, wie Musik. Die Geräusche außerhalb des Viertels werden von ihnen als grober Lärm empfunden – einer der Gründe, sich von den Einheimischen fernzuhalten.

Dies erfährt die junge Sängerin Elezei gegen ihren Willen, als sie das Viertel der Zatarsi verlassen muss. Ihr wird vorgeworfen, einen Hüter angegriffen zu haben, einen derjenigen, die in Midea für den Frieden sorgen.

Der junge Adlige Valerian hat ganz andere Probleme, als er Elezei zum ersten Mal begegnet. Sein Blut ist verflucht – ein Umstand, der normalerweise zu einem Brandzeichen auf der Stirn und in den schlimmsten Fällen zu einer lebenslangen Haft führt.

In seiner Verzweiflung tut er sich mit Elezei zusammen, die selbst versucht, den Hütern zu entkommen. Beide werden von dem Wunsch angetrieben, wieder nach Hause zu dürfen. Weiterlesen

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Ben Aaronovitch: Die Glocke von Whitechapel

Mit der „Gocke von Whitechapel“ ist Zauberlehrling Peter Grant endlich wieder mit einer längeren Geschichte als der enttäuschenden letzten zurück. Bei diesem nun 7. Band ist es allerdings endgültig hoffnungslos, erst damit anzufangen, dazu wird einfach viel zu viel Vorwissen vorausgesetzt, um der Handlung noch folgen zu können. Der „Gesichtslose“ ist enttarnt, ist jedoch mit Hilfe seiner Gehilfin, ausgerechnet Peters ehemaliger Kollegin Lesley, wieder entkommen. Und dieser Mal ist sein Ziel nicht kleiner als die Zerstörung ganz Londons.

In dem Buch geht es um Peter und seine Liebe zu einer Flüssin, es geht um alte Schuld und neue Herausforderungen. Das Folley ist in den Kreisen der Metropolitan Police zumindest, sagen wir mal – zur Kenntnis genommen. Und die Zauberei entwickelt sich langsam zu einer Grantschen Familientradition. All das ist mit dem gewohnten Witz erzählt, man amüsiert sich köstlich während man dieses Buch liest.

Aber: Bei den ersten Büchern der Reihe, hatte man immer den Eindruck, dass die Geschichte auf ein großes Ganzes zuläuft. Dass es irgendwann ein hypergeniales Ende der Reihe geben würde, was auch immer Ben Aaronovitch sich dafür ausdenken könnte. Weiterlesen

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Judith & Christian Vogt: Die dreizehn Gezeichneten – Die Verkehrte Stadt

Vor nicht allzu langer Zeit, war der Stadtstaat Sygna noch Bestandteil des Aquintienschen Reiches. Dann rebellierten die Zünfte, die Menschen und Gezeichneten und warfen die Besatzer buchstäblich aus den Mauern der Stadt. Dass dabei so einige Geheimnisse, die bislang in den tiefsten Katakomben der Stadt wohl verborgen waren ans Tageslicht gezerrt wurden, erweist sich als Krux. Die Särge, die geöffnet, die mächtigen Ur-Zeichen, die freigesetzt wurden suchten sich neue Wirte – und dies nicht nur unter den Einwohnern Sygnas, sondern auch bei der vor den Toren der Stadt lagernden Aggressoren. Während der Kaiser höchstelbst mit seiner übermächtigen Armee auf die Stadt zu marschiert, suchen die Rebellen verzweifelt nach Verbündeten. In einer ersten großen Schlacht gelingt es der Schmiedin Elisabetha Eisenhammer zusammen mit Dawyd dem Kaiser eine Niederlage beizubringen. Als Dank wird sie vom General Sygnas ihres Amtes enthoben und unter Arrest gestellt.

Schnell wird deutlich, dass, nachdem die Besatzer erfolgreich aus der Stadt geworfen wurden, die Zünfte ihre Pfründe zu sichern suchen. Die Begüterten und Mächtigen haben nur eines im Kopf – sich selbst.

Zeichen für die niederen Bürger, Wohlstand für alle gar ist für sie undenkbar. So gesellen sich zum äußeren Konflikt auch diverse innere Kämpfe – um Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann, zwischen Arm und Reich, zwischen Zeichenkundigem und einfachen Bürgern. Weiterlesen

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