Positiv an diesem Hörbuch ist, dass Achim Buch die diversen holländischen und schweizerischen Akzente ebenso gut rüberbringt, wie die jeweilige Stimmung. Gut, wenn auch nicht neu, fand ich den Gedanken, Morde an einem Faden entlangzuführen. In diesem Fall eben die Märchen von Hans-Christian Andersen – das gab es noch nicht. Wer sich mit der Biografie von Andersen beschäftigt und seine Märchen kennt, weiß, dass es durchweg um Kunstmärchen (keine Volksmärchen) handelt, in denen auch die Guten sterben können. Der Grundgedanke hat also was. Weiterlesen
regina-lindemann
Sara Oliver: Die Welten-Trilogie 01: Gefangen zwischen den Welten
Ve heißt eigentlich Veronika und hat ein interessantes Leben. Seit ihre Mutter sich von ihrem Vater getrennt hat, lebt sie mal hier mal da auf der Welt. Jetzt muss ihre Mutter wieder zu einem Auftrag und schubst Ve mal eben aus Amerika zu ihrem Vater in den deutschen Hinterwald. Hier geht von Anfang an alles schief. Ihr Vater ist verschwunden, das Schloß in dem er wohnt eine Bruchbude und das nächste Dorf hat nicht mal Handy-Empfang, vom Schloß ganz zu schweigen. Da sie von dort nicht wegkommt, beginnt sie das Schloß zu erforschen und stößt auf einen Aufzug, der sie in eine Parallelwelt katapultiert. Dort heißt sie Nicky und ihr Leben ist ganz anders verlaufen … Weiterlesen
Jonathan Stroud: Lockwood & Co. 04: Das Flammende Phantom, gelesen von Anna Thalbach
Lucy hat die Lockwood-Agentur verlassen und schlägt sich als freie Mitarbeiterin für andere Agenturen durch. Das ihr am nächsten stehende Wesen ist der wispernde Schädel, der – wie wir aus den Vorbänden wissen – nicht immer ein verständnisvoller Gefährte ist. Wirklich glücklich macht Lucy das neue Leben nicht, auch deswegen sagt sie sofort zu, als Anthony Lockwood sie bittet, ihn bei einem Auftrag zu unterstützen. So kann sie sich in die Agentur flüchten, als ihr der Schädel gestohlen wird und sie sich mit einem Artefakte-Jäger-Ring anlegt, hinter dem deutlich mehr steckt, als es zu Anfang scheint. Weiterlesen
Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 11: Alles Käse!
Im neuesten Comic-Buch-Abenteuer findet Jeff Kinney wieder zu den Ursprüngen der Greg Reihe zurück und mir hat das gut gefallen. War es im ersten Band ein Tagebuch, mit dem Gregs Mom ihn zu einem besseren Menschen machen wollte, so ist es in Band 11 ein Hobby, dass sie von ihm verlangt. Dabei hat Greg gerade erst – nicht ganz freiwillig – Lektüre gefunden , die ihn zu einem regelmäßigen Leser machen könnte: Die Schlotterbein-Romane von Reiner Grusel. Aber seine Mom möchte, dass er etwas „kreatives“ macht und außerdem steht gerade Halloween vor der Tür. Was bietet sich also besser an, als einen Horrorfilm zu drehen. Da Gregs Ego es zwar durchaus zulassen würde, Regie und Rollen gleichzeitig zu übernehmen, er aber einsehen muss, dass er unmöglich gleichzeitig vor und hinter der Kamera sein kann, muss sein bester Freund Rupert als Hauptdarsteller herhalten. Das ist – wie fast alles, was mit Rupert zu tun hat – nicht nur eine gute Idee. Weiterlesen
Ursula Poznanski: Elanus, gelesen von Jens Wawrczeck
Jona ist 17 Jahre alt und ein Supergenie. Zumindest in naturwissenschaftlicher, insbesondere mathematischer Hinsicht. Er wurde mit Stipendium auf eine Eliteuniversität aufgenommen und selbst da langweilt er sich in den Anfängerkursen. Leider erstreckt sich sein Genie nicht auch auf seine sozialen Kompetenzen und so eckt er immer und überall an und gerät sehr schnell in die Rolle des Mobbingopfers oder zumindest die die Rolle dessen, der sich so fühlt. Dabei ist er es, der auf den Nerven seiner Umwelt herumtrampelt, er ist ein Besserwisser und Klugscheißer und hält damit auch nicht hinter dem Berg. Als Ausgleich hat er sich „Elanus“ angeschafft, eine Drohne, mit der er all die heimlich beobachten kann, die ihm in seinen Augen Böses wollen. Weiterlesen
Gavin Extence: Libellen im Kopf
Schon im Roman „Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat“ war ich angenehm überrascht von der Nähe, die der Autor zu seinem Protagonisten herstellt. In „Libellen im Kopf“ hat er das fast noch perfektioniert. Die eher erfolglose Journalistin Abby findet ihren toten Nachbarn Simon, als sie sich eine Dose Tomaten ausborgen will. Was sich wie der Anfang eines Krimis liest, ist jedoch nur der Beginn einer Abwärtsspirale in Abbys Innerem, die zunächst steil aufwärts zu zeigen scheint. Abby verarbeitet das Erlebnis in einem Artikel, sie macht das auf eine sehr persönliche Art und Weise und verknüpft es mit ihrem eigenen Empfinden. Das kommt zunächst gut an. Ebenso wie der Folgeartikel, der noch persönlicher wird, aber in der Hauptsache nur ihr engeres Umfeld verärgert. Weiterlesen
Carmen Korn: Töchter einer neuen Zeit
Sie sind noch jung, als der Große Krieg endete, wie man den Ersten Weltkrieg zu ihrer Zeit nannte, einer Zeit, in der man sich nicht vorstellen konnte, dass sich wo etwas noch einmal wiederholen könnte. Um vier Frauen geht es in diesem Roman. Henny und Käthe gehen zur Hebammenschule, Lina muss auf ihren Bruder aufpassen, weil die Eltern im letzten Kriegswinter verhungerten, um die Kinder überleben zu lassen und Ida ist zwar privilegiert aufgewachsen, aber auch in den Zwanzigern ist nicht alles Gold, was glänzt. Die Geschichten der vier Frauen verweben sich miteinander im Laufe der Jahre, gemeinsam mit ihnen erlebt der Leser eine Reise durch die Zeit, die einen nicht mehr loslässt. Weiterlesen
Volker Kutscher: Lunapark
Es gibt ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass der Roman ziemlich gut ist. Ich konnte ungefähr zehn Seiten davon nicht ertragen. Das ist mir schon lange – eigentlich noch nie passiert. Aber die Szene in der Dr. M. Gereon Rath den Ernst der Lage erklärt und dabei ein unschuldiges Wesen tötet, ist mir unter die Haut gegangen. Es kündigte sich schon so drei bis vier Seiten vorher an, dass diese Szene einfach zu idyllisch war, dass das nicht gut ausgehen würde und doch kam es dann völlig unvorbereitet. So schreibt man Spannung. In den Jahren der Vorbereitung zu Holocaust, während Menschen verschwinden und politische Morde an der Tagesordnung sind, gelingt dem Autor noch so ein Turn (den ich ihm bis zum Ende jedes seiner Bücher übel nehmen werde), trotzdem: WOW. Weiterlesen
David Safier: Traumprinz
Man kann sich den perfekten Mann nicht nur backen, man kann ihn sich auch malen. Wenn man eine tibetanische Lederkladde klaut, die verzaubert ist und bei Missbrauch die ganze Welt zerstören kann. Und dann noch reinmalt. Diese Erfahrung macht jedenfalls die Comiczeichnerin Nellie, als sie am höchsten Punkt des Liebeskummers ihren Traumprinzen in die Kladde malt. Der steht am nächsten Morgen mitsamt Schwert vor ihrer Tür. Und versucht sich im modernen Berlin zurechtzufinden.
Jetzt ist ja weder der Versuch mittelalterliche Helden in die Jetztzeit zu transferieren noch das entkommen derselben aus Büchern in die Realität ein ganz neuer Gedanke. Weiterlesen
Nele Neuhaus: Im Wald, gelesen von Julia Nachtmann
Als „Bodensteins persönlichster Fall“ wird dieser achte Krimiband von Nele Neuhaus um das Krimiduo Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff beworben. In der Tat führt eine Mordserie die beiden in von Bodensteins Heimatort Ruppertshain. Er kannte entweder die Opfer selber oder zumindest die Familien der Opfer. Das ist auch kein Wunder bei einem derart kleinen Ort. Aber was steckt hinter den Morden? Die Geschichte führt ganz weit zurück, bis zu einem kleinen Jungen, der bereits jetzt schon tolerant und gerechtigkeitssuchend ist und sich ausgerechnet mit dem ausgestoßenen Artur anfreundet – und mit einem geretteten Fuchswelpen. Bis die beiden eines Tages verschwinden und niemand herausfindet, was geschehen ist. Weiterlesen