Inge Löhnig: Scherbenparadies

Sandra ist 17 Jahre alt und kann das Leben nicht wie die anderen Mädchen in ihrem Alter in vollen Zügen genießen. Sie wahrt ein Geheimnis vor ihren Mitschülern und Mitschülerinnen, das ganz nebenbei auch noch dazu führt, dass sie mit ihnen kaum etwas unternehmen kann. Ihre Mutter ist alkoholabhängig und hat sie und ihre 6-jährige Schwester Vanessa bereits vor Wochen im Stich gelassen, um Zeit mit ihrem neuen Freund zu verbringen. Nur gelegentlich bringt die Mutter etwas Geld vorbei – viel zu wenig für die beiden Mädchen, um davon zu leben. Als Sandra einen großen Fehler macht, kommt eine Klassenkameradin hinter ihr Geheimnis …

Inge Löhnig verwebt in diesem Jugendroman für Mädchen ab 14 Jahren zwei Ideen miteinander und dadurch wird es fast ein bisschen zu viel des Guten. Zum einen sind da die beiden Mädchen, die auf sich gestellt sind und mit den geringsten finanziellen Mitteln überleben müssen. Das führt dazu, dass Vanessa öfter ohne Schulbrot in der Schule auftaucht und Sandra nicht nur Magenknurren hat, sondern auch rapide abnimmt. Solche Dinge müssen auf Dauer natürlich anderen Menschen auffallen, etwa den Lehrern. Weiterlesen

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Jeff Zentner: Zusammen sind wir Helden

Dill, Lydia und Travis sind drei 17-jährige Jugendliche, die in diesem Sommer ihr letztes Jahr auf der High-School beginnen und in einer amerikanischen Kleinstadt leben. Wie es nach der Schule weitergehen soll? Darüber haben die Drei sehr unterschiedliche Ansichten. Lydia will in New York studieren gehen und setzt alles daran, gute Bewerbungen für Universitäten zu schreiben. Mit ihrem Modeblog ist sie supererfolgreich und begeistert ihre Leser. Dennoch hängt sie in ihrer Freizeit gerne mit Dill und Travis ab, die man eher als Außenseiter beschreiben würde. Dill leidet darunter, dass sein Vater, ein Prediger, vor wenigen Jahren wegen eines Verbrechens verurteilt wurde, von dem die Bevölkerung auch weiterhin glaubt, Dill könne es begangen haben. Er wird in der Schule gemobbt und im Ort beschimpft. Travis ist übergewichtig, versteckt sich in seinen Fantasybüchern und hat auch zu Hause nichts zu lachen. Ihre Zukunft sehen beide Jungs klar in dem kleinen amerikanischen Ort, an den Plätzen, die für sie vorherbestimmt sind. Das Schicksal geht jedoch manchmal seltsame Wege … Weiterlesen

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Josh Sundquist: Liebe und der erste Blick

Will ist von Geburt an blind und kommt damit ziemlich gut klar. Jahrelang ging er auf eine Blindenschule. Doch jetzt fühlt er sich mit 16 Jahren bereit für die normale Schule, den ganz normalen Wahnsinn einer High-School. Tatsächlich findet er schnell Freunde und Anschluss. Seine Klassenkameradin Cecily nimmt sich seiner an und es harmoniert zwischen den beiden. Dann bekommt Will eine ungeahnte Chance. Durch eine Augenoperation besteht für ihn die Möglichkeit, wieder sehen zu können. Natürlich gibt es viele Risiken und keine Erfolgsgarantie. Soll Will den Schritt wagen? Und was ist, wenn sehen zu können nicht so schön ist, wie er es sich immer vorgestellt hat?

Josh Sundquists Roman greift ein spannendes Thema auf, die Umsetzung ist allerdings nur mittelmäßig. Der Roman ist einfach nicht so fesselnd und interessant geschrieben, wie man es gerne hätte. Alles plätschert so vor sich hin, es werden zwar interessante Fragen aufgegriffen, aber die Beantwortung oder wenigstens nur mal das Befassen damit bleibt aus. Damit die Operation von Will klappen kann, braucht er beispielsweise eine Organspende eines verstorbenen Menschen. Weiterlesen

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Alexandra Kui: Solange es hell ist

Die 15-jährige Mika hat einen Plan, als sie vom Familienurlaub im Harz mit dem etwas in die Jahre gekommenen Familienauto türmen will. Ihre 11-jährige Schwester Penny und der 5-jährige Bruder Elias müssen natürlich auch mit – und das erfordert einiges an Planung. Im Nebel eines Morgens packt Mika alles zusammen und setzt die Geschwister mit ins Auto. Einen Führerschein hat sie übrigens nicht, so schwer kann das mit dem Autofahren allerdings nicht sein. Ein Ziel hat Mika immerhin: einen Leuchtturm irgendwo in Dänemark, an dem ihre Mutter vor 16 Jahren ihren Vater kennenlernte. Wo dieser Leuchtturm genau steht, weiß Mika allerdings nicht. So viele Leuchttürme wird Dänemark schon nicht haben …

Alexandra Kui entwirft in ihrem Jugendroman einen Roadtrip der besonderen Art von drei Minderjährigen durch Deutschland und Dänemark. Mika will sich und ihre Geschwister bei ihrem Vater unterbringen, den sie persönlich nicht kennt und der auch nicht der Vater ihrer beiden Geschwister ist. Weiterlesen

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Jesmyn Ward: Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt

Der 13-jährige Jojo ist der Sohn einer schwarzen Mutter und eines weißen Vaters. Er lebt mit seiner Mutter, den Großeltern und seiner 3-jährigen Schwester Kayla im ländlichen Mississippi. Sein Vater sitzt seit drei Jahren im Gefängnis und hat die kleine Schwester noch nicht einmal gesehen. Die Großmutter ist an Krebs erkrankt und es geht ihr nicht besonders gut. Jojos Mutter Leonie nimmt Drogen. Für ihre Kinder hat sie wenig übrig und weiß nicht recht, wie sie sich gut um sie kümmern soll. Das führt dazu, dass Jojo sich meist um die kleine Kayla kümmert und der Großvater den Haushalt aufrechterhält. Dann wird Michael, der Vater der Kinder, aus dem Gefängnis entlassen.

Jesmyn Ward hat mit „Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt“ einen ganz besonderen Roman geschrieben, in dem es im Wesentlichen um Rassismus und Vorurteile geht. Das erschöpft die Geschichte aber keinesfalls: Es geht auch um Familie, um Gefühle innerhalb dieser und emotionale Bindungen. Weiterlesen

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Herbert Dutzler: Am Ende bist du still

Mit Mitte zwanzig dachte Sabine eigentlich, dass sie sich von ihrer Mutter losgeeist hätte. Dass ihre Mutter nicht mehr über Sabines Leben bestimmen würde. Dass sie ganz allein alle Hindernisse meisten würde. Doch auch heute ruft ihre Mutter noch mehrmals täglich an, lässt sich nicht ignorieren, mischt sich ständig ein und gibt auch gerne ungefragt ihre Meinung preis. Sabine hält es einfach nicht mehr aus – diesen Terror seit Jahren! Und dann passiert etwas Überraschendes. An Weihnachten entfacht in ihrem Elternhaus ein Brand und die Mutter kommt dabei zu Tode. Hat ihre so auf Sicherheit bedachte Mutter wirklich vergessen, die Kerzen am Adventskranz zu löschen?

Herbert Dutzler hat mit „Am Ende bist du still“ eine Mischung aus Kriminalroman und Psychothriller geschrieben. Weiterlesen

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Armando Lucas Correa: Das Erbe der Rosenthals

Berlin, 1939: Für die fast 12-jährige Hannah und ihre jüdische Familie spitzt sich die Lage zu. Öffentliche Anfeindungen, böse Kommentare der Nachbarn und dann steht auch noch die Gestapo vor der Tür und verhaftet den Vater. Hannah, ihr Vater und ihre Mutter müssen alles daransetzen, aus dem Land zu fliehen. Nur die kleine Insel Kuba möchte die Familie aufnehmen. Mit gemischten Gefühlen besteigen sie im Mai das Schiff St. Louis und brechen Richtung Westen auf.

New York, 2014: Die fast 12-jährige Anna weiß nur wenig über ihren Vater, der vor ihrer Geburt im September 2011 bei den Anschlägen in der Stadt starb. Jede noch so kleine Information über ihn hütet sie deshalb wie einen Schatz. Als ein Brief aus Kanada eintrifft, der ihren Vater mit seiner Heimat Kuba in Verbindung bringt, befindet sich Anna in heller Aufruhr. Gemeinsam mit ihrer Mutter will sie sich auf Spurensuche begeben. Weiterlesen

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Paul Reizin: Wahrscheinlich ist es Liebe

Aiden kann nicht mehr mitansehen, wie Jen um ihren Exfreund trauert und sich zusehends in ihren eigenen vier Wänden vergräbt. Er will deshalb alles daransetzen, dass Jen nun den richtigen Mann kennlernt und sich bis über beide Ohren verliebt. Eine Geschichte wie jede andere, wollen Sie sagen? Mitnichten. Denn Aiden ist niemand geringerer als eine hochintelligente KI, eine künstliche Intelligenz. Jen arbeitet tagtäglich mit ihm in einem Labor und trainiert ihn in menschlicher Kommunikation, damit er irgendwann mit Kunden telefonieren kann, ohne dass diese merken, dass er eine Maschine ist. Jen ahnt allerdings nicht, dass Aiden ins Internet entkommen ist und dort sein „Unwesen“ treibt. Im Hintergrund lenkt er die Geschicke der jungen Frau und lässt sie so einige interessante Männer kennenlernen, die für sie von Interesse sein sollten. Es muss ihn doch irgendwo dort draußen geben, den Mann, der Douglas heißt, ein trauriges Lächeln und schöne Arme hat und der – ganz wichtig – seine Möbel selbst baut. Weiterlesen

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Dan Wells: Mirador 02: Overworld

Los Angeles, 2050: Die Welt, wie wir sie kennen, ist kaum mehr vorhanden. Menschen verlassen sich vollends auf Technik, Autos fahren von allein und ohne das Internet würde alles zusammenbrechen. Menschen sind vierundzwanzig Stunden am Tag online, haben sich sogar eine Art Plug-In implantieren lassen, dass ihre ganze Existenz bestimmt, das Djinni.  Marisa ist 17 Jahre alt und passionierte Spielerin des Overworld-Spieles, in dem sich jeweils Mannschaften aus fünf Personen mit Waffen virtuell duellieren. Als es einen großen Contest gibt, bei dem nur weltweit bekannte Mannschaften antreten, können Marisa und ihre vier Cherry Dogs, wie sich ihre Mannschaft nennt, ihr Glück kaum fassen.  Anja, eines der Mädchen, hat es geschafft, die Cherry Dogs ins Tunier zu bekommen! Für Marisa eröffnet sich dadurch eine weitere Möglichkeit: Vielleicht kann sie so endlich mehr über ihre Vergangenheit erfahren.

Als Leser oder Leserin würde man genau das auch sehr gerne: Mehr über Marisas Vergangenheit erfahren. Schon in „Mirador 01: Bluescreen“ wurde aus ihrer Vergangenheit ein großes Geheimnis gemacht. Mit zwei Jahren saß sie mit weiteren Kleinkindern in einem Auto und wurde bei einem Unfall so schwer verletzt, dass sie bis heute einen künstlichen Arm hat. Weiterlesen

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Nicole C. Vosseler: Die Farben der Erinnerung

Mit vier Jahren verlor Gemma ihre Eltern bei einem Brand in Italien. Seitdem lebte sie bei ihrer Großmutter in New York und dann allein. Mittlerweile ist sie Mitte 30 und ihr Leben wird täglich von vielen Kontrollzwängen beherrscht und nachts plagen sie meist Albträume. Als sie ein seltsames Schmuckstück und ein Gedicht zugesandt bekommt, ist sie ratlos. Könnten diese Dinge etwas mit den Recherchen ihres Vaters vor dreißig Jahren zu tun haben? Gemma begibt sich auf Spurensuche und lernt so in Großbritannien den ebenfalls nicht ganz gesellschaftskompatiblen Sisley kennen.

Nicole C. Vosselers neuster Roman rankt sich um ein Gemälde, dessen Ursprung und Urheber nicht ganz zuordenbar sind. „Die Dame in Grün“ wird dieses Gemälde genannt. Interessante Zusatzinformationen und ein Foto des Bildes finden sich auf dem Blog der Autorin. Die Geschichte selbst spielt auf drei Zeitebenen. Im 16. Jahrhundert bei einer wohlhabenden, aber unglücklichen jungen Frau namens Lucrezia, im 19. Jahrhundert bei der Dichterfamilie Barrett-Browning und schließlich bei Gemma im 21. Jahrhundert. Gemmas Geschichte nimmt den größten Teil der Erzählung ein, aber auch die anderen beiden Handlungsstränge sind von Bedeutung. Das Setting stimmt also. Weiterlesen

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