Stefanie Hasse: Remember, Remember

Das Klassentreffen des Elite-Internats Rosenberg findet im Luxuszug Mireille statt, doch Lara Thomas ist nur ungern da: Nicht nur, weil sie den Schlafwagen ausgerechnet mit ihrem ehemaligen Schulrivalen Aaròn Juez teilen muss, sondern auch, weil auf der Fahrt alte Streitereien hochkochen. Und Erinnerungen. Und Gefühle. Doch dann wird das Event durch eine schockierende anonyme Beichte unterbrochen: »Ich habe getötet«. Ein Mörder ist im Zug! Lara und Aaròn tun sich zusammen, um der Wahrheit auf den Grund zu kommen. Doch sie wissen nicht einmal, ob sie einander trauen können …

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, da die Kombination aus New Adult und Thriller-Elementen genau mein Beuteschema ist. Es ist eine Mischung, die – wenn sie gut umgesetzt ist – für eine perfekte Dynamik sorgt. Nach dem Lesen des Klappentextes waren meine Erwartungen entsprechend hoch, doch leider wurden diese im Laufe der Geschichte enttäuscht.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir bereits schwer. Der Aufbau zog sich für meinen Geschmack viel zu sehr in die Länge, wodurch es mir kaum möglich war, wirklich in die Story einzutauchen. Ein Buch in diesem Genre lebt von seiner Spannung, doch diese kam hier kaum auf. Stattdessen fühlte sich die Erzählweise oft zäh an, sodass ich das Buch immer wieder zur Seite legen musste, um eine Pause zu machen. Der „Sog-Effekt“, den man bei diesem Genre erwartet, blieb so leider aus. Ich habe bis zum Schluss gehofft, dass die Geschichte noch Fahrt aufnimmt, was sich jedoch als Fehleinschätzung herausstellte.

Ein zentraler Punkt der Handlung ist das Klassentreffen. Hier traten sehr viele Figuren gleichzeitig auf den Plan, was die Übersicht zeitweise erschwerte. Besonders enttäuscht war ich jedoch von der Liebesgeschichte zwischen Lara und Aaron. Der Beziehungsaufbau wirkt auf mich oft unpassend und deplatziert, da sich romantische Momente in völlig ungeeigneten Situationen abspielen. Zudem war das ständige Hin und Her – dieses klassische „Sie lieben sich, sie hassen sich“ – extrem anstrengend und durchgehend präsent. Es nahm so viel Raum ein, dass ich mich kaum noch auf die eigentliche Thriller-Storyline konzentrieren konnte. Anstatt mitzufiebern, war ich von den Protagonisten eher genervt.

Man muss fairerweise sagen: Stefanie Hasse hat einen angenehmen Schreibstil. Das Problem lag für mich nicht an der Sprache, sondern an der inhaltlichen Umsetzung. Die Einblicke in Aarons Perspektive waren anfangs sehr verwirrend, aber hier hat die Autorin gute Arbeit geleistet: Zum Ende hin klärte sich alles logisch auf und die verschiedenen Handlungsstränge wurden sauber zusammengeführt. Es blieben keine Fragen offen.

Fazit: Gegen Ende kam zwar noch ein wenig Spannung auf, aber für mich war das Buch schlussendlich kein echtes Romance-Thriller-Buch. Wer eine tiefgründige, spannungsgeladene Geschichte sucht, wird hier eventuell enttäuscht. Für Leser, die sehr viel Fokus auf komplizierte Liebesbeziehungen legen und denen das Tempo weniger wichtig ist, könnte es eher etwas sein. Für mich war es leider kein schönes Leseerlebnis, da die Umsetzung hinter dem starken Konzept zurückgeblieben ist.

Stefanie Hasse: Remember, Remember: Denn keine Tat ist je vergessen
Blanvalet, Januar 2026
465 Seiten, Paperback, 16,00 Euro

Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.

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